Flughafen Rostock-Laage

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Flughafen Rostock-Laage
Logo Flughafen Rostock-Laage.svg
Flughafen Rostock-Laage2.JPG
Kenndaten
ICAO-Code ETNL
IATA-Code RLG
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 28 km südöstlich von Rostock
Straße A19B103
Nahverkehr Busverbindung zu den Linienflügen, Shuttlebusse in die Urlaubsregionen Rügen, Seenplatte, Ostseeküste, Westmecklenburg, Fischland-Darß-Zingst
Basisdaten
Eröffnung 1984 (militärisch)
1992 (zivil)
Betreiber Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH
Fläche 500 ha
Terminals 1
Passagiere 190.869[1] (2015)
Luftfracht 69,1 t [1] (2015)
Flug-
bewegungen
22.746 [1] (2015)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
1 Mio.
Beschäftigte 50 Festangestellte, 25 geringfügig Beschäftigte, 4 Auszubildende
Start- und Landebahn
10/28 2520 m × 45 m Beton

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Der Flughafen Rostock-Laage ist ein regionaler Flugplatz in Mecklenburg-Vorpommern. Er liegt im Landkreis Rostock zwischen den Laager Ortsteilen Kronskamp und Weitendorf und wird sowohl militärisch durch die Bundeswehr als auch zivil durch die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH genutzt.

Im Zivilbereich gewinnt der Flughafen u. a. als Zubringer für den Kreuzfahrttourismus an Bedeutung, für weitere Urlaubsflüge, sowie für Geschäftsflüge im deutschsprachigen Raum.[2]

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Flughafen erreicht man mit dem Auto über die Bundesstraße 103 oder die Autobahn 19.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine direkte Anbindung an das Eisenbahnnetz gibt es nicht. Der nächstgelegene Verkehrshalt Laage (Meckl) ist ca. 10 km vom Flughafen entfernt.

Eine ÖPNV-Bedienung des Flughafens erfolgt mit der rebus-Buslinie 127 vom/zum ZOB Rostock am Rostocker Hauptbahnhof, die den Anschluss zu den Abflügen bzw. von den Ankünften des Linienflugverkehrs ermöglicht[3]. Die einzigen drei Zwischenhalte der Linie befinden sich in der Rostocker Innenstadt: Deutsche-Med-Platz, Am Rosengarten und Steintor/IHK. Die Fahrzeit beträgt 30-35 Minuten.

Weder die Stadt Laage noch Güstrow sind per direktem öffentlichem Personennahverkehr an den Flughafen angebunden, es ist jeweils ein Umstieg in Rostock erforderlich.

Ziviler Flugbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zivile Nutzung des Flughafens umfasst sowohl Linien- als auch Charterflüge und die allgemeine Luftfahrt.

Am 9. September 2005 wurde das Passagierterminal mit zwei Fluggastbrücken und einer Kapazität von 1 Million Passagieren pro Jahr eröffnet. Es befindet sich mit weiteren Einrichtungen (Cargo-Halle, Verwaltung, Standort der Hubschrauberstaffel der Polizei Mecklenburg-Vorpommerns) südlich der Start- und Landebahn.

Linienflugplan Sommer 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommerflugplan 2016 (27. März – 29. Oktober) erhält der Flughafen erstmals eine regelmäßige Verbindung zum Flughafen München. Geflogen wird sonntags bis freitags einmal pro Tag mit einer Embraer 145.[4]

Ziel Airline Verkehrstage1 Bemerkungen
Land Stadt Mo Di Mi Do Fr Sa So
BulgarienBulgarien Burgas Germania Di 31.05.-27.09.
BulgarienBulgarien Varna Germania Mi 25.05.-21.09.
DeutschlandDeutschland Köln/Bonn Eurowings Do Fr So
DeutschlandDeutschland München bmi regional Mo Di Mi Do Fr Sa So2 Codeshare Lufthansa
DeutschlandDeutschland Stuttgart Eurowings Fr So
GriechenlandGriechenland Heraklion Germania Fr ab 03.06.
GriechenlandGriechenland Rhodos Germania Di ab 14.06.
OsterreichÖsterreich Linz Olympus Airways Fr 03.06.-30.09.
SchweizSchweiz Basel Olympus Airways Fr 03.06.-30.09.
SpanienSpanien Palma de Mallorca Germania Mo Do Sa
TurkeiTürkei Antalya Germania Mi Fr So Mi ab 28.09., Fr+So ab 01.05.
TurkeiTürkei Antalya Turkish Airlines Sa So3 Sa ab 15.10., So 14.08-11.09. & ab 02.10.
1 Eine Flugverbindung pro markiertem Verkehrstag soweit nichts anderes angegeben.
2 12.06.-02.10.: 2 Verbindungen[5]
3 16.10./23.10.: 3 Abflüge

Linienflugplan Winter 2016/2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Periode: 30.10.2016-25.03.2017

Ziel Airline Verkehrstage1 Bemerkungen
Land Stadt Mo Di Mi Do Fr Sa So
AgyptenÄgypten Hurghada Germania Mo
DeutschlandDeutschland München bmi regional Mo Di Mi Do Fr So Codeshare Lufthansa
DeutschlandDeutschland Stuttgart Eurowings Fr So
SpanienSpanien Fuerteventura Germania Sa
SpanienSpanien Gran Canaria Germania So
SpanienSpanien Lanzarote Germania Di
SpanienSpanien Teneriffa Germania Do
TurkeiTürkei Antalya Germania Mi Fr Mi bis 11.01.17
1 Eine Flugverbindung pro markiertem Verkehrstag soweit nichts anderes angegeben.

Gesellschafter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesellschafter des Betreibers Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH sind mit 54,1 % die Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH (in Besitz der Stadt Rostock), mit 35,6 % der Landkreis Rostock und mit 10,3 % die Stadt Laage. Die jährlichen Verluste des Flughafenbetriebes – so 2011 2,6 Millionen Euro – werden durch die drei Gesellschafter und durch das Land Mecklenburg-Vorpommern ausgeglichen.[6] Im Jahr 2013 hatte der Flughafen wiederum ein Defizit von rund 2,8 Millionen Euro aufzuweisen.[7] Seit Jahren steht der Flughafen wegen des defizitären Betriebs in der Kritik. Ferner wurden im Jahr 2014 Zweifel an der Passagierstatistik geäußert.[8]

Terminal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flughafen Laage, Eingang zum Terminal

Das nach Hans Joachim Pabst von Ohain benannte neue Passagierterminal wurde am 9. September 2005 in Betrieb genommen. Es hat eine Fläche von 90x60 Metern und verfügt über zwei Fluggastbrücken, acht Check-in-Schalter und zwei Gepäckausgabebänder. Für die Sicherheitskontrolle stehen zwei Kontrolllinien mit Röntgenprüfgerät und Metalldetektor zur Verfügung. Schalter für die Grenz- und Passkontrolle sind vorhanden. Im Fluggastbereich gibt es einen Duty-Free-Shop, eine Mokkabar, einen Raucherbereich und einen Kinderspielplatz. Für alle vom Flughafen operierenden Fluggesellschaften gibt es Ticketschalter. Mietwagen- und Reiseagenturen sind im Terminal vorhanden.

Das Vorfeld des Terminals bietet fünf Abstellpositionen z. B. für die kleineren Maschinen von bmi regional der Linienverbindung Rostock – München. Maschinen auf der Vorfeldposition werden von den Passagieren zu Fuß erreicht (Walkboarding).[9] Die Linienbusse von und nach Rostock halten direkt vor dem Terminal. Für Pkw stehen 1000 Stellplätze zur Verfügung.

Zubringerflüge werden zu den Passagierwechseln der Kreuzfahrtschiffe im Warnemünder Hafen angeboten.[10]

Verkehrszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betriebsjahr Fluggastaufkommen Fracht in Tonnen Flugbewegungen
2011 223.516 1034 23.766
2012 149.000 16.690
2013 128.000 17.759
2014 169.946 22.746
2015 190.869[1] 19.489[1]
Der Eurofighter in Laage
Luftbild des Flughafengeländes

Militärischer Flugbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlagen des Fliegerhorstes Laage und die zugehörige Kasernenanlage befinden sich größtenteils nördlich der Start- und Landebahn und des Rollwegs Nord.

Auf dem Fliegerhorst ist das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ der Luftwaffe stationiert. Es wurde als erstes Jagdgeschwader in Deutschland mit dem Eurofighter Typhoon ausgestattet.

Bis zur Einführung des Eurofighters war das Jagdgeschwader 73 bis 2004 als einziges Geschwader der bundesdeutschen Luftwaffe mit Flugzeugen des sowjetischen Typs MiG-29 ausgestattet, die 1990 von der Nationalen Volksarmee der DDR übernommen wurden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge der Luftfahrt in Rostock reichen bis an den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg ließ die Stadt bei Hohe Düne einen kombinierten Land- und Wasserflugplatz anlegen.

Im Ersten Weltkrieg militärisch genutzt, begann nach dem Krieg die zivile Nutzung. Auf dem als Zoll-Wasser- und Landflughafen I. Ordnung deklarierten Flughafen spielten der Bäderflugverkehr und die Flugzeugführerausbildung der Deutschen Verkehrsfliegerschule eine wichtige Rolle. Außerdem hatten die Ernst Heinkel Flugzeugwerke ihren ersten Rostocker Firmensitz am Platz. In den 1930er Jahren erfolgte wieder eine militärische Nutzung, die im Zweiten Weltkrieg fortgesetzt wurde. Neben diesem Flughafen gab es in Rostock seit ca. 1935 die Werksflugplätze der Arado Flugzeugwerke bei Groß Klein und der Ernst Heinkel Flugzeugwerke in Marienehe.

Vom Flughafen Rostock Hohe Düne aus führte die Deutsche Lufthansa im April 1945 ihre letzten Linienflüge nach Skandinavien vor Kriegsende durch. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Rostocker Flugplätze wie die Flugzeugwerke demontiert. Die Stadt hatte keinen Flughafen mehr.

Pläne aus den 1950er Jahren, einen neuen Flughafen östlich der Stadt zu bauen, wurden nicht verwirklicht.

Militärflieger und ziviler Luftverkehr auf dem Flugplatz Laage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Su-22 des JBG-77 in Laage (1990)

1984 wurde der Militärflugplatz Laage von der NVA der DDR in Betrieb genommen. Auf diesem Platz waren das Jagdbombenfliegergeschwader 77 und das Marinefliegergeschwader 28 stationiert.

Mit der Deutschen Einheit wurde die Luftwaffe Hausherr auf dem Flugplatz.

Der zivile Luftverkehr begann 1992. Möglich machte dies ein Mitbenutzungsvertrag mit der Bundeswehr vom Januar 1992. Dieser besagt, dass der vorher ausschließlich militärisch genutzte Flughafen auch für die zivile Nutzung freigegeben wurde.

Die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH errichtete ein erstes Terminal und weitere für den zivilen Flugbetrieb notwendige Anlagen. Der Zivilflughafen bekam den Namen Flughafen Rostock-Laage.

Lag der Schwerpunkt des Luftverkehrs zunächst auf innerdeutschen Linienverbindungen, so wurde der Ferienflugverkehr immer mehr zur tragenden Säule des Flughafens. Dort lag der Schwerpunkt zunächst auf Verbindungen in südliche Feriengebiete, inzwischen sind die Verbindungen für ankommende Touristen mit dem Urlaubsziel Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls wichtig geworden.

Von 1994 bis 2005 war Rostock Teil des Nachtluftpostsystems der Deutschen Post und wurde mit gecharterten Boeing 737 der Deutschen Lufthansa AG nächtlich zum Zweck des Nachtluftpostumschlages angeflogen.[11] Bis 2009 wurde die München-Strecke noch von der OLT im Rahmen einer Fluglinienförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern bedient.

Im Terminal befindet sich eine Ausstellung zur Geschichte der Luftfahrt in Mecklenburg-Vorpommern, in der auch ein Nachbau der Heinkel He 178, des ersten Strahlflugzeugs der Welt, zu finden ist.

Im Januar 2008 wurde die neue Zufahrt zum Flughafen in Betrieb genommen. Fahrzeuge, die zum Flughafen fahren wollen, müssen nicht mehr durch den Ort Weitendorf fahren.

Ab dem 26. März 2011 wurde der Flughafen durch die Lufthansa erstmals mit dem Flughafen Frankfurt am Main verbunden, jedoch wurden die Flüge zwischenzeitlich wieder eingestellt.

Seit Januar 2015 besteht eine Kooperation mit dem Kreuzfahrtunternehmen Costa Crociere. Diese beinhaltet Zubringerflüge für das Kreuzfahrtterminal in Warnemünde.[12] Dadurch konnten deutliche Steigerungen bei den Passagierzahlen erzielt werden. Die Kooperation entwickelte sich positiv, daher gaben die beteiligten Unternehmen im November 2015 bekannt, mehr Flüge über den Flughafen abwickeln zu wollen.[13] Mit der Reederei Pullmantur Cruises kam im Januar 2016 ein weiterer Partner für Kreuzfahrtzubringerflüge hinzu. Die Flüge werden von Wamos Air durchgeführt, sodass der Flughafen am 20. Juni 2016 erstmals von einer regulären Boeing 747 angeflogen wurde, nachdem im Jahr 2007 bereits eine VC-25A als Air Force One im Rahmen eines G8-Gipfels landete.[14][15] Zuletzt kam im April 2016 eine Kooperation mit einem weiteren Kreuzfahrtunternehmen, der MSC Crociere, zustande. Diese beinhaltet Zubringerflüge für die MSC Opera, die Rostock in der Sommersaison 2016 anlaufen wird.[16]

Nachdem man im Winter 2015/2016 bereits einen Airbus A319 am Flughafen Rostock stationiert hatte, gab Germania im Juni 2016 bekannt, ab 2017 erstmals ganzjährig ein Flugzeug am Flughafen stationieren zu wollen. Außerdem soll die Anzahl der Ziele erhöht werden.[17]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rostock-Laage Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Verkehrszahlen Flughafen Rostock-Laage. Flughafen Rostock, abgerufen am 10. Februar 2016 (PDF).
  2. Kreuzfahrtpassagiere beleben Flughafen Rostock-Laage, Rostock Heute, 5. Juni 2015
  3. Fahrplan, Busfahrplan, Shuttleservice von Flughafen Rostock Lage nach Rostock Website der rebus Regionalbus Rostock GmbH. Abgerufen am 31. Mai 2016.
  4. Flughafen Rostock: Neue Verbindung nach München Norddeutscher Rundfunk. Abgerufen am 31. Mai 2016
  5. Sonntags zweiter Flug zwischen Rostock und München Rostock-Heute. Abgerufen am 31. Mai 2016
  6. NDR.de
  7. airliners.de
  8. http://www.airliners.de/gruene-statistik-beschoenigt-passagier-zahlen-am-flughafen-rostock/31543
  9. http://www.rostock-airport.de/ Zahlen, Daten, Fakten
  10. Eckhard-Herbert Arndt: Schneller zum Kreuzfahrthafen Rostock · Reederei Costa Crociere und Flughafen in Laage begründen Kooperation. In: Täglicher Hafenbericht vom 23. Januar 2015, S. 3
  11. Luftverkehrsbericht 2007 (PDF; 3,6 MB)
  12. Flughafen Rostock-Laage kooperiert mit Costa Crociere
  13. Flughafen Rostock-Laage erweitert Kooperation mit Kreuzfahrtunternehmen
  14. Rostocker Flughafen geht Partnerschaft mit weiterer Reederei ein
  15. Ein Jumbo-Jet als Zeichen des Aufwärtstrends am Rostocker Airport
  16. Weitere Kreuzfahrtgesellschaft kooperiert mit Flughafen Rostock-Laage
  17. Germania und Flughafen Rostock-Laage bauen Kooperation aus