Fluglehrer

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Ein Fluglehrer ist ein erfahrener Pilot, der den Befähigungsnachweis (Lehrberechtigung) hat, angehende Piloten (Flugschüler) am Boden und in der Luft während des Fliegens auszubilden. Seit 2011 regelt die "Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 der Kommission vom 3. November 2011 zur Festlegung technischer Vorschriften und von Verwaltungsverfahren in Bezug auf das fliegende Personal in der Zivilluftfahrt gemäß der Verordnung (EG) Nr. 216/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates" die notwendige Ausbildung und Qualifikationen einheitlich innerhalb Europas.

Motorfluglehrer FI(A)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Fluglehrer für den LAPL/PPL für Motorflugzeuge zu werden, gelten nach Verordnung (EU) Nr. 1178/2011, Abschnitt FCL.915 folgende Mindestvoraussetzungen:

  • mindestens 18 Jahre alt
  • mindestens Halter der Lizenz und, soweit relevant, der Berechtigung, für die Flugunterricht erteilt werden soll
  • mindestens 200 Flugstunden als Pilot der Luftfahrzeugklasse oder des Luftfahrzeugmusters, auf dem Flugunterricht erteilt werden soll
  • mindestens 10 Stunden Instrumentenflugausbildung (davon maximal 5 Stunden im Simulator)
  • einen theoretischen Lehrgang und Flugunterricht bei einer ATO (d.h. einer nach Regulation (EC) No 216/2008 anerkannten Flugschule).
  • Bestandene theoretische und praktische Prüfung.
  • Ein Flugtauglichkeitszeugnis für die Luftfahrtzeugklasse, für die Flugunterricht erteilt werden soll.
  • ist ein Fluglehrer nach EU.FCL lizenziert, so trägt seine Lizenz während der ersten 100 Ausbildungsstunden den Titel FI(RP). Die Abkürzung steht für Restricted Privileges. Einschränkungen sind, dass der FI(RP) keine Flugschüler für das Freifliegen, also den ersten Soloflug, freigeben darf, keine Flugschüler für Überlandflüge freigeben darf und keine Checkflüge zum Erhalt der Klassenberechtigung (class rating) abnehmen darf.

Segelfluglehrer FI(S)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Fluglehrer für Segelflugzeuge zu werden sind, in Deutschland zurzeit, folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Lizenz für Segelflugzeugführer (GPL).
  • Eine praktische Tätigkeit als Segelflugzeugführer.
  • Mindestens 150 Flugstunden und 250 Starts nach Erteilung der Lizenz sowie ein mindestens 200 km langer Streckensegelflug als verantwortlicher Pilot.
  • Eine theoretische und praktische Auswahlprüfung.
  • Teilnahme an einem amtlich anerkannten Ausbildungslehrgang, von mindestens 2 Wochen Dauer, mit abschließender theoretischer und praktischer Prüfung.
  • Zudem wird eine Lehrprobe (ca. 45 min) verlangt und geprüft, zum Nachweis der pädagogisch-didaktischen Fähigkeiten.
  • Eine, an den Ausbildungslehrgang anschließende, erfolgreiche Ausbildungstätigkeit unter Aufsicht eines hierfür anerkannten Fluglehrers.

Zum Erhalt der Lehrberechtigung müssen in 3 Jahren 2 der folgenden Bedingungen erfüllt werden:

  • Teilnahme an einem amtlich anerkannten Fortbildungslehrgang.
  • 60 Schulstarts oder 10 Flugstunden als Fluglehrer auf Segelflugzeugen und/oder Motorseglern
  • Eine Befähigungsüberprüfung durch einen anerkannten Prüfer.

Einweisungsberechtigte (CRI/TRI)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausbildung zur Lehrberechtigung für Klassen- oder Musterberechtigungen (CRI/TRI) ist kürzer, da Einweisungsberechtigte ausschließlich Schüler ausbilden, welche bereits einen gültigen Flugschein besitzen. Für eine Einweisungsberechtigung muß eine Flugerfahrung von 300 Flugstunden als Pilot auf Flugzeugen, davon mindestens 30 Flugstunden als Luftfahrzeugführer auf Flugzeugen der entsprechenden Flugzeugklasse oder des entsprechenden Flugzeugmusters vorliegen. Die Ausbildung beinhaltet einen theoretischen Lehrgang und Flugunterricht bei einer nach Regulation (EC) No 216/2008 anerkannten Flugschule (ATO) sowie eine praktische Prüfung. Die Einweisungsberechtigung gilt 3 Jahre und ist wie die FI(A)-Lehrberechtigung verlängerbar.

  • Lehrberechtigte für Klassenberechtigungen (CRI, von engl. class rating instructor) lehren oder verlängern Klassen- oder Musterberechtigungen wie z.B. SEP (für technisch nicht komplizierte einmotorige Nicht-Hochleistungsflugzeuge bis 2000kg) oder TMG (Reisemotorsegler). Sie können weiterhin Schulungsflüge zur Einweisung oder Vertrautmachung mit verschiedenen Flugzeugen innerhalb einer Klasse durchführen. Dazu gehören auch Unterschiedsschulungen nach FCL.710 innerhalb der SEP/TMG Klassen für Flugzeuge mit Verstellpropeller, Einziehfahrwerk, Turbolader, Druckkabine oder Spornrad.

Nach einer entsprechenden weiteren Prüfung können CRI auch für die Schlepp- oder Kunstflugberechtigung ausbilden, sofern sie selbst diese Berechtigungen haben.

  • Lehrberechtigte für Musterberechtigungen (TRI, von engl. type rating instructor) lehren oder verlängern Musterberechtigungen für Luftfahrzeugtypen, welche eine eigene Musterberechtigung erfordern.

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Fluglehrer für Ballone ("FI(B)") und Hubschrauber ("FI(H)") gelten ähnliche Voraussetzungen.

Weitere Lehrberechtigungen nach Verordnung (EU) Nr. 1178/2011:

  • IRI: Lehrberechtigte für die Instrumentenflugberechtigung
  • MI: Lehrberechtigte für Bergflugberechtigungen
  • STI: Lehrberechtigte für synthetische Übungsgeräte
  • SFI: Lehrberechtigte für die Ausbildung an synthetischen Flugübungsgeräten
  • FTI: Testfluglehrberechtigte
  • MCCI: Lehrberechtigte für Zusammenarbeit einer mehrköpfigen Besatzung
  • Lehrberechtigte für die MPL

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]