Flugplatz Buochs

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Flugplatz Buochs
Buochs (Stans) (LSMU - LSZC) AN0428244.jpg
Kenndaten
ICAO-Code LSZC / LSMU
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Straße Autobahn A2
Basisdaten
Eröffnung 1928
Betreiber Airport Buochs AG
Start- und Landebahn
07/25 2000 m × 40 m Beton

Der Flugplatz Buochs (ICAO-Code LSZC, mil: LSMU) ist ein regionaler Flugplatz und ehemaliger Reduitflugplatz der Schweizer Luftwaffe in der Gemeinde Buochs im Kanton Nidwalden in der Schweiz. Er verfügt über eine Hartbelagspiste mit einer Länge von 2000 Metern und einer Breite von 40 Metern, mehrere Rollwege und Stand- und Hangarplätze.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz befindet sich formal im Zuständigkeitsbereich der Schweizer Luftwaffe, wird aber zivil von der Airport Buochs AG betrieben. Seit 1. Januar 2004 ist der Militärflugplatz Buochs nur noch eine «Sleeping Base» der Luftwaffe. Im Falle einer ausserordentlichen Lage kann die gesamte militärische Infrastruktur des Flugplatzes wieder einsatzbereit gemacht werden. Es bestehen jedoch Überlegungen, dass sich das Militär ganz von dem Flugplatz zurückzieht.[1]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzend an den Flugplatz liegt das Werksgelände der Pilatus Flugzeugwerke, die den Flugplatz unter anderem für Testflüge nutzen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Tor des Vorstollens steht eine Mirage IIIRS

Die Armee erstellte 1940 eine Piste.[2]

In Buochs wurden in den letzten Betriebsjahren als Armeeflugplatz die Flugzeuge Mirage IIIS, Mirage IIIRS, MirageIIIBS, Mirage IIIDS und F-5E eingesetzt. Pilatus nutze diesen Flugplatz für alle Test- und Ablieferungsflüge für die von Pilatus hergestellten Flugzeuge wie die Pilatus P-3, Pilatus PC-7, Pilatus PC-8D, Pilatus PC-9, Pilatus PC-12, Pilatus PC-21 und Pilatus PC-24. Der Flugplatz Buochs ist mit einer Flugzeugkaverne ausgerüstet, zudem wurde die Autobahn A2 so gebaut, dass Mirages IIIS mithilfe von JATO-Starthilfe-Raketen ab dieser Autobahn hätten eingesetzt werden können. Es wurden jedoch nie solche Starts auf der A2 ausgeführt.[3]

Der Flugplatz wurde bis 2003 als Jetflugplatz der Schweizer Luftwaffe aktiv verwendet. Die Milizstaffel 8 mit F-5E war dort beheimatet zusammen mit der Aufklärungsstaffel 10 mit Mirage IIIRS. Mit dem Ende von Buochs als aktiver Militärflugplatz wurden auch die Mirage IIIRS ausser Dienst gestellt, zwei MirageIIIRS erhielten darum eine Sonderlackierung in schwarz und weiss. Die im 1999 ausser Dienst gestellten Mirage IIIS wurden bis zu ihrer Verschrottung mehrere Jahre in Buochs abgestellt; vereinzelt operierten auch Pilatus PC-6, PC-7, Alouette III, Super Puma, Mirage IIIDS, selten war der Einsatz als Alternative für F/A-18. Die an beiden Pistenenden vorhandene Fangseilanlage, für F/A-18 und F-5, sind bündig in der Piste versenkbar damit sie kein Hindernis für Kleinflugzeuge darstellen.

Mit der Übung Revita im Frühling 2014 wurde der Flugplatz durch das Flugplatzkommando Meiringen für vier Tage aktiviert. Es wurden Missionen mit F-5E und F/A-18 ab Buochs geflogen.

Im März 2016 wurde mit der Renaturierung nicht mehr benötigter Rollwege begonnen.[4] Innerhalb von 10 Jahren sollen mit Kosten zwischen 7 und 9 Millionen Franken insgesamt eine Fläche von 60'000 bis 70'000 Quadratmeter zurückgebaut werden.[5]

Weitere Nutzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Flugplatzgelände wird auch für unterschiedliche Anlässe benutzt, so fand dort im Juli 2010 die 35. Weltmeisterschaft der Armee-Fallschirmspringer statt, parallel dazu wurde ein grosses Konzert mit Bonnie Tyler veranstaltet. Im Mai 2012 veranstalteten die Nidwaldner Gewerbetreibenden die Gewerbeschau «Iheimisch»[6] und im September des gleichen Jahres wurde die 4. Luftfahrtmesse Swiss Aero Expo veranstaltet.[7]

Am 1. August 2014 zeigte das PC-7 Team auf dem Flugplatz Buochs eine Airshow, bei der das Team zum ersten Mal offiziell die Show mit Raucherzeugern flog. Anlass dazu waren der Schweizer Nationalfeiertag, das 25-jährige Bestehen des PC-7 Teams und der Rollout des Pilatus PC-24.

Auch die Modellfluggruppe Nidwalden (MGN) nutzt den Flugplatz.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flugplatz Buochs (LSZC) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Flugplatz Buochs: Militär könnte sich zurück ziehen Artikel der Neuen Nidwaldner Zeitung vom 28. Juli 2012
  2. Toni Bernhard, Henry Wydler: Luftwaffe. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  3. Uno Zero Zero – Ein Jahrhundert Schweizer Luftwaffe. Aeropublications, Teufen/ZH 2013, ISBN 978-3-9524239-0-5, S. 230
  4. Nur Humus aus der Region macht Sinn, Neue Luzerner Zeitung Online, 26. März 2016
  5. Rückbau von Piste und Wege am Flugplatz Buochs, Neue Luzerner Zeitung Online, 21. Januar 2016
  6. Homepage der Gewerbeschau Iheimisch
  7. Homepage der Luftfahrtmesse Swiss Aero Expo
  8. Homepage der Modellfluggruppe Nidwalden