Flugplatz Eggersdorf

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Flugplatz Eggersdorf
Flugplatz Eggersdorf (Brandenburg)
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Kenndaten
ICAO-Code EDCE
Koordinaten
52° 28′ 58″ N, 14° 5′ 27″ OKoordinaten: 52° 28′ 58″ N, 14° 5′ 27″ O
68 m (223 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3 km südwestlich von Müncheberg,
50 km östlich von Berlin
Basisdaten
Eröffnung 1936
Betreiber Flugplatzbetreibergesellschaft
Eggersdorf/Müncheberg mbH
Start- und Landebahn
06/24 1200 m × 40 m Gras
Flugplatz mit Solarpark Mai 2013
Fallschirmsprung auf dem Flugplatz Eggersdorf

Der Flugplatz Eggersdorf ist ein Verkehrslandeplatz neben dem Ortsteil Eggersdorf der Stadt Müncheberg im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland, etwa 50 km östlich von Berlin.

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landeplatz verfügt über eine 1200 m lange Grasbahn, wobei der östliche Abschnitt auf 400 m Länge asphaltiert ist. Zugelassen ist der Platz für ein maximales Abfluggewicht von 5400 kg sowie ausschließlich für Sichtanflüge (VFR). Neben der Hauptstart- und Landebahn verfügt der Platz auch über eine extra ausgewiesene Segelflugbetriebsfläche von circa 1200 m Länge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz Eggersdorf wurde etwa 1938 als militärischer Ausweichflugplatz der Luftwaffe angelegt. Eine Nutzung als Schulungsplatz erfolgte durch die Flugzeugführerschulen Frankfurt (Oder) (April 1938 – Januar 1945) und Fürstenwalde (November 1939 – August 1944). In der Endphase des Zweiten Weltkriegs lagen Teile des SG 9 sowie verschiedene Jagdfliegereinheiten des JG 51 und JG 54 in Eggersdorf und flogen von hier aus Einsätze gegen die vorrückende Rote Armee. In der Nacht auf den 18. April 1945 flogen sowjetische Nachtbomber Angriffe auf den Platz, und, nachdem sich die verbliebenen Luftwaffenverbände am Nachmittag des gleichen Tages abgesetzt hatten, erfolgte die Besetzung durch sowjetische Bodentruppen am darauffolgenden 19. April. Die sowjetischen Luftstreitkräfte verlegten ebenfalls einige Jagdfliegereinheiten nach Eggersdorf, die bis zum Kriegsende noch einige Einsätze flogen.[1]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde der Platz zwei Jahre lang durch die Gruppe der Sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland genutzt, von 1947 bis 1952 blieb der Platz ungenutzt. Ab 1952 fand der Platz als Ausbildungszentrum für Segelfliegen und Fallschirmspringen Verwendung. 1957 begann die erneute Nutzung durch die motorisierte Luftfahrt. Die Luftsportaktivitäten endeten im Jahr 1968 mit der Übernahme als NVA-Luftstützpunkt. Noch im selben Jahr begann die Nutzung des Flugplatzes als Dezentralisierungsflugplatz des JG-8, nachdem ab 1966 ein Ausbau durch das BPiB-14 (Baupionierbataillon) erfolgt war. Die Piloten des JG-8 führten in Eggersdorf auch ihre alljährlich vorgeschriebenen Pflicht-Fallschirmsprünge durch. Betreiber des Flugplatzes war das so genannte Feldflugplatzkommando Müncheberg, das am 1. Dezember 1971 in Feldflugplatzkommando-8 umbenannt und ins FTB-8 (Fliegertechnisches Bataillon) eingegliedert wurde. Der Rufname des Platzes lautete Messing. Die Funk- und Flugsicherungsgeräte wurden durch den Nachrichten- und Flugsicherungszug (gehörte zum NFB-8 (Nachrichten- und Flugsicherungsbataillon) Tarnname: Profileisen 70) betrieben. Des Weiteren war auf dem Flugplatz eine Funkstation der Nachrichtenkompanie des NFB-8 entfaltet. Ab 1986 wurde Eggersdorf in den Schulbetrieb des TG-44 einbezogen, dessen Angehörige mit Tu-134A hier das Starten und Landen auf unbefestigten Plätzen übten.

Die militärische Nutzung des Platzes wurde 1990 eingestellt und die Anlagen und Geräte zurückgebaut.

Mit der Gründung des Segelfliegerclubs (1990) und der Ultraleichtflugschule (seit 1991) steht Eggersdorf wieder für die zivile Luftfahrt zur Verfügung und erhielt 1993 die Zulassung als Verkehrslandeplatz. Heute werden in Eggersdorf neben der Nutzung als Landeplatz Ultraleichtflugzeuge auf dem Gelände gefertigt. Dort steht das erste und einzige Fliegerdorf Deutschlands, der Fliegerhorst mit acht Hallen und integriertem Wohnteil.

Im August 2012 wurde eine Teilfläche des Flugplatzes von circa 40 Hektar in einen Solarpark umgewandelt. Damit verbunden war eine Einkürzung der Start- und Landebahn für den Motorflug von ehemals 2350 m auf jetzt 1200 m.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Zapf: Flugplätze der Luftwaffe 1934–1945 – und was davon übrig blieb. Band 1 Berlin und Brandenburg. VDM, Zweibrücken 2001, ISBN 3-925480-52-8.
  • Thomas Bußmann: Stahlbeton, Gras und Bahnbefeuerung. Die militärisch genutzten Flugplätze der DDR. MediaScript, Cottbus, Berlin 2011, ISBN 978-3-9814822-0-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Büttner: Rote Plätze. Russische Militärflugplätze Deutschland 1945–1994.Fliegerhorste–Aerodrome–Militärbrachen. AeroLit, Berlin 2007, ISBN 978-3-935525-11-4, S. 111