Flugplatz Köln-Ostheim

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Flugplatz Köln-Ostheim
Flugplatz Köln-Merheim
Fliegerhorst Ostheim
Flugplatz Köln-Ostheim (Nordrhein-Westfalen)
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Kenndaten
Koordinaten

50° 56′ 29″ N, 7° 3′ 26″ OKoordinaten: 50° 56′ 29″ N, 7° 3′ 26″ O

Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 6 km östlich von Köln (Zentrum)
Straße (heutige B55)
Basisdaten
Eröffnung zirka 1911
Schließung April 1945
Betreiber Luftwaffe (zuletzt)

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BW

Der Flugplatz Köln-Ostheim war der zweite Flugplatz Kölns im heutigen Nordrhein-Westfalen, nach Köln Butzweilerhof. Der Flugplatz wurde in der Zeit vor und während des Zweitem Weltkriegs als Militärflugplatz genutzt. Nach dem Krieg wurde der Flugbetrieb nicht wieder aufgenommen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz entstand um 1911 südlich der Olpener Straße. Nachdem der Flugplatz 1912 an das Militär übergeben wurde nahm der Flugplatz in Ostheim einen Aufschwung.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde Ostheim von britischen Truppen besetzt. Die Royal Air Force (RAF) hatte hier ab 1918 für einige Zeit verschiedene Flugstaffeln stationiert. Sie führten unter anderem Luftpostflüge aus.

Im Jahr 1934 ordnete das Reichsluftfahrtministerium die Errichtung eines neuen Fliegerhorstes im Bereich Oedheim/Merheim an; die Planungen erfolgten strenggeheim, denn zu dieser Zeit war das linksrheinische Gebiet noch demilitarisiert und die zukünftige Luftwaffe noch nicht enttarnt.

Der Baubeginn datiert auf den 27. April 1936 und noch während der Bauphase begann hier Walter Horten mit dem Bau seiner Nurflügel-Segelflugzeuge. Durch den gleichzeitigen Bau der Autobahn Düsseldorf-Frankfurt (heute: BAB 3) wurde Ostheim 1936/37 zerteilt. Östlich der Autobahn lag nun der Fliegerhorst, westlich davon das Dorf Ostheim. Die Straße nach Merheim, die inzwischen "Ostmerheimer Straße" hieß, erhielt den Namen des Flugpioniers Bruno Werntgen. Auf der anderen Seite der Autobahn blieb es bei der "Ostmerheimer Straße".

Die Luftwaffe übernahm die Liegenschaft am 8. Juni 1937, erster Nutzer war die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 234 (I./JG 234), das mit Bf 109 und He 51 ausgerüstet war. Im gleichen Jahr unternahmen die Horten-Brüder den erfolgreichen Erstflug ihre Horten H V. Anfang 1939 wurden die letzten He 51 durch Bf 109 E1/E3 ersetzt. Die I. und II./ JG 234 wurden im Mai 1939 in I. und II./Jagdgeschwader 26 (JG 26) „Schlageter“ umbenannt und einige Monate später wurde die I./JG 26 aus Köln abgezogen.

Im Januar 1940 wurden in Vorbereitung des Fallschirmjäger-Angriffs auf das belgische Fort Eben-Emael Lastensegler in Ostheim stationiert. Hermann Göring inspizierte die Vorbereitungen Ende Februar und am 10. Mai 1940 begann der Westfeldzug der Wehrmacht inklusive des Angriffs auf Eben-Emael. Als Reaktion flog die RAF einen ersten Luftangriff auf Köln, bei dem auch der Fliegerhorst Ostheim getroffen wurde.

In den folgenden Jahren wurde der Flugbetrieb reduziert. Nutzer in dieser waren die Erprobungsgruppe 210 (Erpr.Gr 210) und III. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 1 (III./NJG 1) mit ihren Bf 109 und Bf 110.

Im Mai 1944 wurde Ostheim Basis der ersten 3 Staffeln der Nachtschlachtgruppe 2 (NSGr 2), die mit zirka 80 Ju87 D-3 und D-5 ausgerüstet war. In den letzten Monaten des Jahres 1944 wurde der Flugplatz immer öfter das Ziel alliierter Luftangriffe. Als Folge der näherrückenden Westfront wurde Ostheim Einsatzbasis von Tag-Abfangjägern.

Für das "Unternehmen Bodenplatte" wurden zirka 60 Fw 190 F-8 in Ostheim zusammengezogen. Die Operation begann am Neujahrstag 1945 unter dem Kommando von Oberst Alfred Druschel, der dabei ums Leben kam. Der letzte Angriff auf Ostheim durch die United States Army Air Forces erfolgte Ende Januar.

Am 13. April 1945 wurde der Flugplatz Ostheim von den Amerikanern besetzt. Da der Fliegerhorst nur zirka 10 Kilometer vom Flughafen Wahn entfernt war, sahen die Alliierten keine Notwendigkeit für den Erhalt – die Flughafenanlagen wurden deshalb abgerissen. Die Kasernengebäude sind überwiegend erhalten und werden heute als Wohngebäude, Gewerbegebäude und vom Krankenhaus Merheim genutzt.[1] Die Große Plantage war ab 1944 Standort einer der schweren Flakbatterien der Flugabwehr im Kölner Raum.[2][3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seite über den Fliegerhorst Ossendorf mit Platzskizze (Memento des Originals vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fliegerhorste.de.
  2. Gebhard Aders: Der Fliegerhorst Ostheim im Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde Band 8, Geschichts- und Heimatverein Rechtsrheinisches Köln e.V. (Hrsg.), Eigenverlag 1982, S. 127ff.
  3. Geschichts- und Heimatverein Rechtsrheinisches Köln e.V.: Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde Band 21, Eigenverlag, Köln, 1995, S. 106.