Flugplatz Mendig

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Flugplatz Mendig
Flugplatz Mendig.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDRE
Koordinaten
50° 21′ 57″ N, 7° 18′ 55″ OKoordinaten: 50° 21′ 57″ N, 7° 18′ 55″ O
220 m (722 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1 km südlich von Mendig
Basisdaten
Eröffnung 1958
Betreiber Flugplatz Mendig GmbH
Fläche 187,4 ha
Start- und Landebahnen
07/25 1615 m × 35 m Asphalt
07/25 1280 m × 30 m Gras, für Segelflugzeuge
07/25 690 m × 30 m Gras, für motorgetriebene Luftfahrzeuge

Der Flugplatz Mendig (bis 2007 Fliegerhorst Mendig) befindet sich in unmittelbarer Nähe der Stadt Mendig in Rheinland-Pfalz. Er liegt zum größten Teil in der Gemarkung Mendig, sowie in Thür und Kruft. Der Flugplatz wurde seit dem Zweiten Weltkrieg als Militärflugplatz verwendet, 2007 zogen die letzten Einheiten ab, seitdem ist er als Sonderlandeplatz klassifiziert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz Mendig wurde seit seinen Anfängen vor dem Ersten Weltkrieg als Militärflugplatz genutzt. Bei Kriegsausbruch 1914 war er Heimat der Etappen-Inspektion 2, einer Unterstützungseinheit der 2. Armee. 1938 begannen die Planungen für eine Nutzung durch die Luftwaffe. Er wurde als Einsatzhafen I. Ordnung der Luftwaffe genutzt. Im September 1939 verlegte ein Fernaufklärungsverband mit Do 17P-Aufklärungsflugzeugen auf den mit einer Graspiste und behelfsmäßigen Unterkünften ausgestatteten Platz. Als Fronttruppenteile kamen zum Einsatz:

  • I. / Zerstörergeschwader 26 (9. Mai - 18. Mai 1940)
  • Stab / Fernaufklärungsgruppe 123 (4. September - 25. September 1944)
  • 4./Fernaufklärungsgruppe 123 (4. September - 25. September 1944)

Nachkriegszeit/Besatzungsmächte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945 besetzten amerikanische Truppen den Flugplatz und übergaben ihn Mitte 1945 an die französischen Streitkräfte. Im Januar 1957 ging er von den französischen Streitkräften an die Bundeswehr über.

Nutzung durch die Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1958 bis 2007 war in der Gunter-Plüschow-Kaserne die Heeresfliegerbrigade 3 und zusätzlich bis Mitte 2004 das Heeresfliegerregiment 35 stationiert.

Konversion und zivile Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundeswehr hat den Flugplatz Mendig im Zuge der Transformation aufgegeben. Inzwischen ist die Konversion in zivile Fläche abgeschlossen und an die Triwo AG verkauft. Ein neu gegründetes Tochterunternehmen der Triwo AG, die Flugplatz Mendig GmbH, tritt als Eigentümer auf und verpachtet die Flächen. Ein Verkauf einzelner Gebäude und Flächen ist nicht vorgesehen, jedoch können Bauten nach Wünschen des Pächters umgestaltet werden.

Durch die Zulassung als ziviler Flugplatz (Sonderlandeplatz, Prior Permission Required) für Flugzeuge bis 5,7 to, Helikopter bis 5,0 to MTOW, selbststartende Motorsegler, Segelflugzeuge und nichtselbststartende Motorsegler mit Startart Flugzeugschlepp und Windenstart (Grasbahn), Luftsportgeräte, Freiballone und Sprungfallschirme unter Sichtflugbedingungen (VFR) wurde die militärische ICAO Kennung des Platzes „ETHM“ durch die zivile Kennzeichnung „EDRE“ ersetzt.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz wird durch die Sportfluggruppe Mendig e. V., genutzt. Des Weiteren haben sich verschiedene Gewerbebetriebe angesiedelt und der TÜV Rheinland betreibt seit Beginn 2008 das „Vehicle Testing Mendig“ (VTM).

Außerdem drehen verschiedene Fernsehanstalten und Produktionsfirmen TV-Beiträge zu verschiedenen Autosendungen. Neben der Challenge bei D-Motor, werden auch Beiträge für die Sendungen Motor auf DSF, Abenteuer Auto auf Kabel eins, Grip auf RTL II, VOX Automobil oder SWR Rasthaus gedreht. Bei verschiedenen Motorsportvereinen und Firmen können auch Fahrertrainings gebucht werden.

Als Luftfahrt-Standort ist Mendig Heimatstandort der Firma Roland Aircraft, die sich als Hersteller von Ultraleichtflugzeugen in den ehemaligen Hallen für die Verbindungshubschrauber (MBB BO105) an der Nordseite niedergelassen hat.

Nachdem der Betreiber des Nürburgrings den Vertrag nicht über das Jahr 2014 hinaus verlängerte[1] wurde das Festival Rock am Ring 2015 und 2016 auf dem Flugplatz ausgerichtet. 2017 wurde das Festival wieder auf den Nürburgring ausgerichtet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wir sind der Ring! auf rock-am-ring.com