Flugplatz Roth

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Heeresflugplatz Roth
Roth Airfield Aerial.jpg
Kenndaten
ICAO-Code ETHR
Koordinaten
49° 13′ 3″ N, 11° 6′ 1″ OKoordinaten: 49° 13′ 3″ N, 11° 6′ 1″ O
387 m (1270 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3 km südlich von Roth
Straße bundeseigene Privatstraße zur Bundesstraße 2
Basisdaten
Eröffnung 1938
Betreiber Bundeswehr
Start- und Landebahn
09/27 535 m × 30 m Asphalt

Der Heeresflugplatz Roth liegt rund 3 km südlich von Roth im Ortsteil Kiliansdorf, 30 km südlich von Nürnberg und gehört zur Otto-Lilienthal-Kaserne. Allgemeine Luftfahrt (General Aviation) findet an diesem Flugplatz nicht statt. Ausnahmen sind private Flüge durch die Bundeswehrflugsportgruppe Otto Lilienthal e.V. und dem privaten Segel-Flieger-Club Roth e. V. an Wochenenden und außerhalb der militärischen Betriebszeiten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1935 begann die Planung des Militärflugplatzes unter der Federführung des Reichsluftfahrtministeriums, gegen den Widerstand der örtlichen Bauern. Die Grundstückseigentümer reichten eine Beschwerde beim Reichsnährstand gegen das Bauvorhaben ein. Anfang 1936 wurde die Beschwerde vom Luftkreiskommando 5 München abgelehnt und die Bauleitung für die Flieger-Übungsstelle Roth-Kiliansdorf in einem Bauernhaus in Kiliansdorf eingerichtet. Im Frühjahr 1937 begannen die Baumaßnahmen. Als erstes wurden Flugzeughallen, Unterkunfts-/Wachgebäude und das Stabsgebäude mit Offizierkasino errichtet. Im Mai 1938 wurde der Flugbetrieb durch die Flugzeugführerschule auf dem Flugplatz Roth aufgenommen. Die Fliegerhorst-Kommandantur hatte die Bezeichnung 9/XIII und unterstand dem Flughafen-Bereichs-Kommando 1/XIII in Fürth.

Während des Zweiten Weltkrieges war Roth ab Juli 1939 Standort eines Transportfliegerverbandes für den Polenfeldzug. Oktober 1939 war ein Sturzkampfgeschwader mit Junkers Ju 87 dort stationiert und ein Aufklärungsgeschwader (Aufklärungsgruppe 123) mit Dornier Do 17 flogen von Roth aus Einsätze über Frankreich.

Vom 8. April 1944 an wurde der Fliegerhorst Roth von der 2nd Air Force Division mit Consolidated B-24 Bombern mehrfach angeflogen und bombardiert, nach den bekannten Aufzeichnungen von Augenzeugen sollen rund 90 Bomber an dieser Aktion beteiligt gewesen sein. Dem Angriff ging eine umfangreiche Aufklärung und Klassifizierung der Amerikaner voraus. Bis auf wenige Flugzeugunterstände wurde der Fliegerhorst zerstört und am 20. April 1945 von amerikanischen Truppen eingenommen.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1946 wurde von der US-Army auf dem Gelände des Flugplatzes Roth eine Dienststelle zur Entschärfung von Bomben und Munition aus dem Krieg eingerichtet. Tausende Tonnen Bomben und Munition wurden dort gelagert und entschärft. Die Munition wurde zunächst mit Lkw, später mit der Bahn über einen eigens verlegten Gleisanschluss zum Gelände transportiert.

Karte der US-Airforce aus dem Jahr 1943

8. Februar 1956 wurde das Flugplatzgelände von US-Amerikanern an deutsche Dienststellen übergeben und im August 1956 rückten die ersten 350 Rekruten des Luftwaffenausbildungsregiments 3 in die Kaserne ein. Bis 1961 nutzten allein die Rother Sportflieger den Platz fliegerisch. Im September 1961 wird der Fliegerhorst Heeresflugplatz mit der Verlegung der Heeresfliegerstaffel 4 mit Hubschraubern Alouette II und Flächenflugzeugen vom Typ Dornier Do 27 dorthin. 1962 wurden eine Flugleitung, Wetterberatung und Flugplatzfeuerwehr eingerichtet und das neue Towergebäude in Betrieb genommen.

Im November 1964 erfolgte die Umbenennung der Kaserne in „Otto-Lilienthal-Kaserne“. 2011 entstanden neue Wartungshallen und andere Gebäude für die geplante Stationierung des Kampfhubschraubers Eurocopter Tiger. Aus diesem Grund wurden dort zwei identische Wartungshallen, die Wartungsgebäude I und II für jeweils 16 Hubschrauber errichtet. Beide Hallen mit ihren umgebenden Nebenräumen verfügen über eine Grundfläche von 151 m x 90 m und eine Höhe von knapp 16 m.

2012 wurde bekannt, dass die Offizierschule der Luftwaffe von Fürstenfeldbruck nach Roth verlegt werden soll. Aktuell sind in Roth Teile des Luftwaffenausbildungsbataillons stationiert. Die fliegenden Einheiten wurden aufgelöst und deren Angehörige an andere Standorte versetzt.

Seit dem 30. Mai 1974 ist die Polizeihubschrauberstaffel Bayern mit der Außenstelle für Nordbayern auf dem Heeresflugplatz untergebracht, anfangs mit einer Bölkow Bo 105 und einer Belegschaft von nur vier Beamten, mittlerweile jedoch mit der Eurocopter EC 135 im 24-stündigen Schichtdienst und rund 30 Beamten inklusive Wartung und Verwaltung.

Im Herbst 2014 hat die Regierung von Mittelfranken fünf der Kasernengebäude angemietet. Seither werden dort regelmäßig bis zu 500 Asylbewerber untergebracht und versorgt.[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Asylantenunterkuft in der Otto-Lilienthal-Kaserne (Memento vom 3. Oktober 2014 im Internet Archive)