Flugplatz Schönhagen

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Flugplatz Schönhagen
Logo Flugplatz Schönhagen.svg
Luftaufnahme -Flugplatz Schönhagen- 2013 by-RaBoe 1072.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDAZ
Koordinaten
52° 12′ 14″ N, 13° 9′ 36″ OKoordinaten: 52° 12′ 14″ N, 13° 9′ 36″ O
41 m (135 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 5 km westlich von Trebbin
Straße B246 Am Flugplatz
Basisdaten
Eröffnung 1925
Betreiber Flugplatzgesellschaft Schönhagen mbH
Flug-
bewegungen
45.000
Start- und Landebahnen
07/25 1510 m × 23 m Asphalt
12/30 700 m × 18 m Asphalt
12/30 760 m × 40 m Gras

Der Flugplatz Schönhagen (ICAO-Code: EDAZ) ist ein Verkehrslandeplatz im Trebbiner Ortsteil Schönhagen im Land Brandenburg. Am Standort sind mehrere Instandhaltungsunternehmen, Flugzeugwerften und Flugschulen sowie ein Segelflugverein ansässig.

Für den Motorflug wird in der Regel die Asphaltbahn 07/25 benutzt. Die Bahnen 12/30 werden nur in Ausnahmefällen verwendet. Südlich und parallel zur Piste 07/25 befindet sich das 1000 m lange Segelfluggelände für Schlepp- und Windenstarts von Segelflugzeugen.

Der Flugplatz befindet sich im Luftraum G, ab 1000 ft beginnt der Luftraum E, ab 2500 ft der Luftraum C. Für den Segelflug kann auf Nachfrage ein Sektor im Luftraum C bis 3500–4500 ft freigegeben werden, wobei die Verkehrslage am Flughafen Schönefeld die freigegebene Höhe bestimmt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1920er Jahren wird das Areal um den Löwendorfer Berg für Segelflug genutzt. Die Luftwaffe der Wehrmacht führte den Fliegerhorst Trebbin als Notlandeplatz. Es waren jedoch keine fliegenden Einheiten stationiert. Zwischen 1937 und 1945 befand sich auf dem Gelände eine Schule des Nationalsozialistischen Fliegerkorps, einer paramilitärischen Luftsportorganisation, die in Schönhagen Segelflug betrieb.[1]

Vorfeld mit Tower

Zu DDR-Zeiten befand sich auf dem Gelände das Schulkombinat der Gesellschaft für Sport und TechnikErnst Schneller“, in der unter anderem die Grundausbildung von Piloten in Vorbereitung auf eine militärische Fliegerausbildung bei der NVA stattfand. Hier entstand auch die FSS-100 Tourist, ein zweisitziges Sportflugzeug. Es war das einzige in der DDR konstruierte und gebaute Flugzeug seiner Art.

Nach der Wende wurde und wird der Flugplatz kontinuierlich ausgebaut. Die Start- und Landebahn wurde asphaltiert, verlängert und mit einer Befeuerung ausgestattet.

Flugzeuge vor Halle Golf

Ältere Immobilien und Gebäudeteile auf dem Flugplatzgelände sind umgebaut oder modernisiert worden, um Verwaltungs-, Tagungs- und Abfertigungsräume zu schaffen.

Heute ist Eigentümer und Betreiber des Flugplatzes die Flugplatzgesellschaft Schönhagen mbH, die von der Öffentlichen Hand getragen wird.

Im Juni 2016 wurde der Instrumentenflugbetrieb genehmigt. Der IFR-Flugbetrieb wird voraussichtlich im dritten Quartal 2018 aufgenommen werden.

Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 17. Mai 1997 startete eine Moravan Z-42M zu einem Rundflug. Etwa eine halbe Stunde nach dem Start geriet das Flugzeug aus ungeklärter Ursache in einen überzogenen Flugzustand. Dies führte zu einem Trudeln und das Flugzeug stürzte ab. Der Pilot und ein Fluggast wurden getötet.[2]
  • Am 5. Juli 1997 startete eine Socata TB 10 mit drei Personen an Bord zu einem Einweisungsflug. Nach einer Platzrunde führte der Pilot ein Aufsetzen und Durchstarten durch. Dabei setzte das Flugzeug erst bei der Halbbahnmarkierung auf. Nach dem Abheben gewann es nur langsam an Höhe, stürzte aus ungeklärter Ursache etwa 1,5 Kilometer vom Flugplatz entfernt in einen Wald und geriet in Brand. Die Pilotin starb im Flugzeugwrack. Die beiden anderen Insassen wurden schwer verletzt.[3]
  • Am 1. Mai 1999 startete eine Wassmer WA-54 zu einem Platzrundenflug. Ungefähr 900 Meter hinter der Startbahn fiel das Triebwerk in einer Höhe von etwa 50 Metern aus. Der Pilot leitete eine Rechtskurve ein, bei der es zu einem Strömungsabriss kam. Das Flugzeug kippte nach rechts, prallte hart auf dem Boden auf und geriet kurz danach in Brand. Pilot und Passagier konnten sich schwer verletzt aus dem Wrack retten.[4]
  • Am 28. August 1999 startete ein Segelflugzeug vom Typ PZL Bielsko SZD-50 im Windenstart. Dabei kam es zu einem Nachlassen des Seilzuges. In der Folge geriet das Flugzeug ins Trudeln und prallte auf den Boden. Der Pilot wurde bei dem Unfall schwer verletzt.[5]
  • Am 17. Mai 2008 startete eine Zenair Zodiac CH 601 D zu einem Überführungsflug. Etwa fünfzehn Minuten nach dem Start stürzte das Flugzeug in einen Wald. Die Wolkenuntergrenze lag zu diesem Zeitpunkt auf Höhe der Baumobergrenze. Der 47-jährige Pilot und sein Passagier wurden getötet.[6]
  • Am 23. September 2009 startete eine Aquila AT01 zu einem Flug nach Gera. Nach dem Abheben drehte das Flugzeug nach links. Während der Kurve nahm die Querneigung immer weiter zu und die Maschine prallte schließlich mit abgesenkter Nase in einen Wald. Der 69-jährige Pilot wurde tödlich verletzt.[7]
  • Am 21. Mai 2011 startete eine Remos GX zu einem Rundflug. Kurz nach dem Start überflog der Pilot in etwa dreihundert Metern Höhe den Flugplatz Saarmund. Zur gleichen Zeit startete dort ein Segelflugzeug vom Typ Astir CS Jeans im Windenstart. Kurz nach dem Ausklinken des Segelflugzeugs kollidierte es mit der Remos GX. Bei beiden Flugzeugen wurden die Tragflächen durch die Kollision abgetrennt und die Rümpfe stürzten zu Boden. Der 58-jährige Segelflugschüler sowie der 48-jährige Pilot der Remos GX und sein Passagier wurden bei dem Unfall getötet.[8]
  • Am 31. Oktober 2014 stürzte eine Mooney M20 nach dem Durchstarten durch eine Baumberührung auf ein Feld. Der Pilot wurde leicht verletzt.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flugplatz Schönhagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–1945 Germany (1937 Borders), S. 650, abgerufen am 25. Oktober 2016.
  2. Untersuchungsbericht 3X115-0/97. Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, Januar 2002, abgerufen am 13. April 2018 (PDF).
  3. Untersuchungsbericht 3X239-0/97. Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, Februar 1999, abgerufen am 13. April 2018 (PDF).
  4. Untersuchungsbericht 3X052-0/99. Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, September 2000, abgerufen am 13. April 2018 (PDF).
  5. Untersuchungsbericht 3X227-0/99. Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, Juli 2001, abgerufen am 13. April 2018 (PDF).
  6. Untersuchungsbericht 3X046-0/08. Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, Juni 2008, abgerufen am 13. April 2018 (PDF).
  7. Untersuchungsbericht 3X164-09. Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, 13. Februar 2013, abgerufen am 13. April 2018 (PDF).
  8. Untersuchungsbericht 3X060-11. Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, Mai 2011, abgerufen am 13. April 2018 (PDF).
  9. Bulletin - Unfälle und Störungen beim Betrieb ziviler Luftfahrzeuge. Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, Oktober 2014, abgerufen am 13. April 2018 (PDF).