Flugplatz Speichersdorf

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Flugplatz Speichersdorf Rosenthal Airfield
Flugplatz Speichersdorf (Bayern)
Red pog.svg
Kenndaten
ICAO-Code EDQP
Koordinaten

49° 51′ 48″ N, 11° 47′ 17″ OKoordinaten: 49° 51′ 48″ N, 11° 47′ 17″ O

456 m (1496 ft) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1 km südlich von Speichersdorf,
17 km südöstlich von Bayreuth
Straße B22
Bahn Kirchenlaibach
Basisdaten
Eröffnung 1970
Betreiber Fliegerschule und Flugbetrieb Strössenreuther
Terminals 1
Passagiere keine
Start- und Landebahn
09/27 800 m × 50 m Gras mit Asphaltstreifen (750) 650 × 20 m



i7

i11 i13

BW
Flugplatz Rosenthal-Field-Plössen, Luftaufnahme (2016)
Flugplatz EDQP, Blick von Westen (2011) im Hintergrund der Anstieg zum Fichtelgebirge

Der Flugplatz Speichersdorf oder auch Rosenthal Airfield-Plössen ist der Flugplatz der oberfränkischen Gemeinde Speichersdorf im Landkreis Bayreuth. Er wird von der Fliegerschule und Flugbetrieb Strössenreuther GmbH betrieben.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz liegt 1,5 Kilometer südlich des historischen Ortskernes von Speichersdorf bei dem Ortsteil Plössen im Flurstück Gereut auf einer Höhe von 454 bis 457 m ü. NN. Naturräumlich befindet er sich im Quellgebiet der Haidenaab, westlich steigt das Gelände zur Fränkischen Schweiz hin auf, östlich zum Fichtelgebirge. 40 km östlich verläuft die Staatsgrenze zu Tschechien.[1]

Die Landebahn des Flugplatzes grenzt westlich rechtwinklig an eine Gemeindestraße. Aus diesem Grund zeigt eine Ampel an, ob sich ein Flugzeug im Landeanflug befindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz wurde eigentlich für die Militärausbildung während des Zweiten Weltkriegs konzipiert. Dort wurden hauptsächlich Bomberpiloten ausgebildet. Nach der Besetzung im April 1945 durch alliierte Truppen war den Deutschen die Fliegerei zunächst verboten. Nach der Aufhebung des Flugverbotes 1951 kam die zivile Luftfahrt auf Graspiste wieder in Bewegung und 1964 gründete Manfred Strößenreuther die auch heute noch dort bestehende Flugschule.

Der Flugplatz in seiner heutigen Form entstand erst 1970 durch den Bau der asphaltierten Start- und Landebahn, des Towers und der Flugzeughallen. Am 4. April 1980 war der Flugplatz Ausgangs- und Endpunkt einer spektakulären Fluchthilfeaktion. Zwei US-amerikanische Piloten flogen in einem Hubschrauber des Typs Jet Ranger über den Eisernen Vorhang in die Tschechoslowakei, wo sie eine aus der DDR stammende Familie mit zwei Kindern aufnahmen und in den Westen brachten.[2]

Überregional bekannt wurde der Flugplatz Speichersdorf, auch Rosenthal Airfield genannt, durch die Flugkünste Manfred Strößenreuthers, der unter anderem auch Europa- und Weltmeistertitel gewann. Der Name Rosenthal Airfield kommt von der Porzellanfabrik, die Philip Rosenthal in Speichersdorf gründete. Seit 1985 ist Speichersdorf auch Ultraleicht-Flugplatz.

Flugplatz und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz ist ein Sonderlandeplatz für Luftfahrzeuge aller Art bis 4000 kg Höchstabfluggewicht (MTOW), Hubschrauber bis 5700 kg[3] und meist von 9.00 bis Sonnenuntergang in Betrieb.[4] In den übrigen Zeiten ist eine Landung nur nach vorheriger Anmeldung möglich (PPR). Der Platz führt die ICAO-Kennung EDQP.

Derzeit finden auf dem Flugplatz, der der allgemeinen Luftfahrt dient, keine Linien- und Charterflüge statt. Es landen und starten dort Privatpiloten und es sind eine Flugschule, die Fallschirmsportgruppe Speichersdorf e. V. sowie Kunstflieger ansässig.

Es bestehen ein Wirtschafts- und Werkstattgebäude mit einem Tower (Frequenz 127,450 MHz), ein Helipad, mehrere Hangars und eine Gaststätte sowie eine Tankstelle mit Ölservice.[4]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Flugplatz bzw. in seinem Umfeld kam es mehrfach zu tödlichen Unfällen, bei denen bisher insgesamt sieben Menschen starben:

  • Kunstflugweltmeister Manfred Strößenreuther kollidierte am 29. März 1986 im Landeanflug mit einer anderen Maschine. Strößenreuther und drei weitere Personen kamen ums Leben.[5]
  • Am 7. August 1988 stürzte ein Flugzeug des Typs North American AT 6 bei einer Kunstflugübung in ein Wohnhaus. Der Pilot verstarb, zwei Hausbewohner wurden verletzt.[5]
  • Gegen Abend des 20. Oktober 2012 stürzte – vermutlich beim Landeanflug – eine einmotorige Maschine des Typs Mooney M 20 unmittelbar neben einer Straße Nähe des Ortsteils Roslas ab. Beide Insassen kamen dabei ums Leben.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Flugplatz ist über Gemeindestraßen mit der Staatsstraße St 2184 und der Bundesstraße 22 verbunden.
  • Der ÖPNV bedient den Flugplatz nicht direkt, jedoch kann am fußläufig zehn Minuten entfernten Bahnhof Kirchenlaibach zu mehreren Bahnstrecken zugestiegen werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Flugplatz Speichersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. EDQP bei BayernAtlas
  2. Peter Engelbrecht: Tausche Mähmaschine gegen Frau. Reportagen aus Oberfranken. 2. Auflage. Bumerang, Bayreuth 2004, ISBN 3-929268-18-3, S. 48 ff.
  3. EDQP bei airports.de (Memento des Originals vom 23. April 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.airports.de
  4. a b EDQP bei Oberpfalz-luftbild.de
  5. a b Nordbayerischer Kurier vom 23. Oktober 2012, S. 21
  6. Nordbayerischer Kurier vom 22. Oktober 2012, S. 5