Flugplatz Strausberg

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Flugplatz Strausberg
Flugplatz Srausberg.JPG
Kenndaten
ICAO-Code EDAY
IATA-Code QPK
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 2 km östlich von Strausberg
Basisdaten
Eröffnung 1927
Betreiber Strausberger Flugplatz GmbH
Terminals 1
Start- und Landebahn
05/23 1200 m × 28 m Beton

Der Verkehrslandeplatz Strausberg befindet sich in Brandenburg etwa 2 km östlich der Stadt Strausberg und verfügt über eine 1200-m-Betonbahn sowie über eine 1200 m lange Grasbahn, die hauptsächlich für den Segelflug genutzt wird. Der Platz ist für ein maximales Abfluggewicht von 8000 kg sowie ausschließlich für Sichtflüge (VFR) bei Tag und bei Nacht zugelassen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei L-410 der VS-14 im September 1990 in Strausberg

Gegründet wurde der Flugplatz Strausberg im Jahr 1927 als Segelfluggelände. Ab 1935 nutzte die Luftwaffe das Gelände als Flieger-Übungs- und Ausbildungsstelle Strausberg und baute es ab 1936 systematisch aus. Es entstanden unter anderem eine große Werfthalle, drei Flugzeughallen, eine Navigationsschule sowie das Gebäude der Flugleitung.[1] Die offizielle Einweihung als Fliegerhorst fand am 1. November 1939 statt.[2] Neben einer Flugschule lagen bis zum Kriegsende verschiedene Luftwaffen-Einheiten auf dem Platz. Am 23. April 1945 wurde der Platz von Einheiten der Roten Armee besetzt und bis Kriegsende noch als Einsatzhorst verschiedener Schlacht- und Jagdfliegereinheiten genutzt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden 1945/46 die Werksgebäude bis auf eine Halle im Auftrag der SMAD demontiert oder gesprengt. 1947 wurde das mit Pe-2 ausgerüstete 24. BAP (Bombenfliegerregiment der Luftstreitkräfte der Sowjetunion) sowie kurzzeitig das 197. Garde-Transportfliegerregiment mit Li-2 in Strausberg stationiert. 1951 folgte noch das 294. Selbstständige Aufklärungsfliegerregiment und ein Jahr später eine fliegertechnische Schule.[3] 1952 wurde die Nutzung durch die Luftstreitkräfte der Sowjetunion beendet.

1953 übernahm mit der Stationierung zweier An-2 (Nummer 801 und 802) die KVP-Luft das Gelände.[4] Von 1955 bis 1956 erfolgte die Nutzbarmachung für die im Entstehen begriffenen Luftstreitkräfte der NVA. Im September 1957 verlegte die mit An-2 und Jak-18 ausgerüstete Schleppstaffel – 1958 in Verbindungsfliegerstaffel 25 (VFS-25) umbenannt – von Cottbus nach Strausberg. Sie war bis 1990 Hauptnutzer und wurde 1971 in VS-14 umbenannt. 1966 erfolgte der Ausbau der Flugleitung unter Einbeziehung des 1939 errichteten Gebäudes. Seit 1958 konnte Strausberg wieder als Segelflugplatz genutzt werden, anfangs von der ASV Vorwärts, ab 1964 dann von der GST.

Von 1990 bis 1992 wurde die militärische Nutzung durch das Lufttransportgeschwader 65 der Bundeswehr übernommen. Mit der Erteilung der Zulassung als Verkehrslandeplatz im Jahr 1992 endete die militärische Nutzung. Seitdem wird Strausberg ausschließlich für zivile Zwecke wie die Sport- und Geschäftsfliegerei genutzt. Seit 1999 erfolgte ein Ausbau des Platzes mit der Errichtung neuer Abstellhallen, einer Tankstelle, eines neuen Towergebäudes sowie der Erneuerung der Anflugbefeuerung.

Entwicklung der Flugbewegungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cessna 152 der ansässigen Flugschule Pegasus
Ultraleichtflugzeug der Flugschule Aero Light Club
Flugplatz Strausberg aus nordöstlicher Richtung
  • 1998: 15.525
  • 1999: 18.209
  • 2000: 26.894
  • 2001: 27.435
  • 2002: 32.731
  • 2003: 33.421
  • 2010: 36.950[5]
  • 2011: 36.770[5]
  • 2012: 40.346[5]
  • 2013: 45.739[6]
  • 2014: 46.685[6]
  • 2015: 37.802[7]
  • 2016: 31.860[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flugplatz Strausberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frank Lemke: Verkehrslandeplatz Strausberg. In: Fliegerrevue, Nr. 6/1994, S. 58.
  2. Thomas Bußmann: Stahlbeton, Gras und Bahnbefeuerung. Die militärisch genutzten Flugplätze der DDR. MediaScript, Cottbus/Berlin 2011, ISBN 978-3-9814822-0-1, S. 157.
  3. Stefan Büttner: Rote Plätze. Russische Militärflugplätze Deutschland 1945–1994. AeroLit., Berlin 2007, ISBN 978-3-935525-11-4, S 133.
  4. Wilfried Kopenhagen: Die Luftstreitkräfte der NVA. Motorbuch, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02235-4, S. 63.
  5. a b c Beteiligungsbericht der Stadt Strausberg 2012 (PDF; 5,7 MB). Stadt Strausberg, S. 41. Abgerufen am 2. Februar 2014.
  6. a b Beteiligungsbericht der Stadt Strausberg 2014 (PDF; 1,4 MB). Stadt Strausberg, S. 40. Abgerufen am 16. September 2016.
  7. a b Flugbewegungen am VLP EDAY (2014–2016) (PDF; 30 kB).