Flussbett

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Ein Flussbett oder auch Bachbett ist eine Hohlform in der Landoberfläche, in der ein, permanent oder temporär wasserführender, Fluss oder Bach verläuft. Für Fließgewässer allgemein spricht man vom Gewässerbett, in der Hydraulik von einem Gerinne. Flussbetten entstehen letztlich durch die Wirkung der Erosion des fließenden Wassers.

Infolge der Tiefenerosion werden je nach den geologischen und Geländeverhältnissen Kerbtäler, Wannentäler, Kastentäler, Sohlentäler, Muldentäler oder Canyons in die Landschaft geschnitten. Nur in Schluchten und engen Kerbtälern füllt das Gewässer den gesamten Talgrund aus. Der Teil des Talgrunds, der vom Fließgewässer geprägt ist, wird als Aue bezeichnet. Im Gleichgewichtsfall ist der Talgrund identisch mit der Aue, bei den mitteleuropäischen Fließgewässern ist das nicht immer der Fall, weil viele Täler in den Eiszeiten (unter ganz anderen Abflussbedingungen) entstanden sind. Innerhalb der Aue kann das Flussbett bei natürlichen Verhältnissen seinen Verlauf (bei Hochwasser) verändern. In der Kulturlandschaft sind allerdings die meisten Fließgewässer künstlich festgelegt worden. Die Form des Flussbetts in der Aue hängt natürlicherweise vor allem vom Talgefälle ab: In schwach geneigten Tälern bildet sich ein mäandrierendes Flussbett, in stärker geneigten ein verzweigtes. In Tälern mit sehr starkem Gefälle ist das Flussbett gestreckt; allerdings handelt es sich dabei aufgrund der starken Tiefenerosion meist um schluchtartige Talformen.

Im Flussbett stellt sich ein natürliches Gleichgewicht zwischen Erosion und Sedimentation (abhängig von der Hochwasserdynamik) ein, welches die Bettgestalt prägt. An einem Ort abgelagerte Sedimente werden vor allem bei Hochwasser wieder abgetragen, als Geschiebe transportiert und bei verminderter Transportkraft andernorts wieder abgelagert; Das Gestein wird dabei zu Geröll abgerundet. Im Unterlauf von Flüssen sinkt die Transportkraft aufgrund des verminderten Gefälles stark ab. Dadurch überwiegt hier die Ablagerung, es können sich große Mengen an Schwemmsedimenten (vor allem Sand und Schlick) über die Flussniederung ausbreiten. Dadurch kann es vorkommen, dass das Flussbett allmählich angehoben wird, so dass sich natürliche Dämme als seitliche Begrenzung bilden (Dammuferfluss). Im Gegensatz zu künstlichen Hochwasserdämmen ist die Umgebung bei einem Dammbruch durch ihre Tieflage allerdings sehr stark betroffen.

Infolge klimabedingter Wechsel von Tiefenerosion und Akkumulation mit dem Wechsel der Kalt- und Warmzeiten im Eiszeitalter entstanden aus weit verzweigten Flussbetten im Pleistozän treppenartige Abfolgen von Flussterrassen, Schotterterrassen. Sie bilden heute wichtige Kieslagerstätten. Auch durch tektonische Hebungsphasen bei der Gebirgsbildung schnitten sich Flüsse tiefer in die Talböden ein. Zurück blieben höher liegende Reste der alten Talböden. In den Alpen bilden sie in Form von Talschultern auffällige Podeste oder Leisten, auf denen sich häufig Siedlungen befinden. Teilweise werden solche Längsstufen als Felsterrassen bezeichnet.

Als Tallinie wird bei Gewässern die Verbindung aller tiefsten Punkte ihres Bettes bezeichnet; sie lässt sich nur anhand bekannter Querprofile bestimmen und ist je nach Erosion und Sedimenttransport veränderlich. Bei Grenzgewässern kann die Tallinie maßgeblich sein für den Verlauf der Grenze (so z.B. bei der Oder).

Als Flussbett werden auch ausgetrocknete, nicht mehr oder nicht immer wasserführende Flussbetten bezeichnet. In Asien und Afrika werden die Trockentäler als Wadi bezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stream beds – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma
 Wiktionary: Flussbett – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen