Focus stacking

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Praktische Anwendung in der Makrofotografie: Links ist der vordere Bereich der Fliege scharf, auf dem mittleren Bild der hintere Teil, rechts das Ergebnis der Zusammenführung.
Beispiel: Quellbilder links, Resultat rechts

Der englische Begriff focus stacking, wörtliche Übersetzung ‚Fokus-Stapelung‘, seltener auch Schärfentiefeerweiterung oder deep focus fusion (DFF) genannt, beschreibt eine Kombination aus fotografischer Aufnahme- und digitaler Bildbearbeitungstechnik. Sie wird insbesondere in der digitalen Makrofotografie genutzt, um ein Bild mit außergewöhnlich großer Schärfentiefe zu erzeugen. In der Messtechnik wird diese Technologie auch Fokusvariation genannt.

Verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlich wie Exposure Blending ist Focus stacking die Kombination aus einer fotografischen Serienaufnahme und einem nachgeschalteten Montageprozess. Jedoch ist hierbei die Bildserie keine Belichtungsreihe, sondern eine Bildfolge, bei der nur die Fokussierung oder der Aufnahmeabstand verändert wurde, so dass sich die Bilder im Wesentlichen nur in der Schärfenlage unterscheiden.

Da sich bei der Fokusänderung eine Änderung des Abbildungsmaßstabs ergeben kann und sich Objekte im Bild geringfügig verschieben können, muss vor der eigentlichen Montage der einzelnen Bilder meist noch eine Bildtransformation zur bestmöglichen Überlagerung der Bilder durchgeführt werden. Diese Aufgabe wird von den Spezialprogrammen automatisch gelöst.

Bei der anschließenden Montage werden die jeweils schärfsten Bereiche der Bilder zusammengefügt. Zunehmend werden Digitalkameras, wie zum Beispiel die Olympus OM-D E-M1 mit entsprechenden Funktionen ausgestattet, bei der die Einzelaufnahmen durch die Kamera-Firmware automatisch zusammengesetzt werden.[1]

Software[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bearbeitungsbeispiel mit Combine ZP

Da die manuelle Montage der Bilder schwierig und zeitaufwändig ist, wird in der Regel auf spezielle Software zurückgegriffen. Neben mehreren kommerziell vertriebenen Lösungen wie Aphelion, Helicon Focus pro oder FOCUS projects stehen als freie Software beispielsweise zur Verfügung:

  • Combine ZM[2] bzw. dessen neuere Version CombineZP (Open Source, Windows)
  • Enfuse[3] (Open Source, Linux/Windows/Mac OS X)
  • MacroFusion[4] (Open Source, Linux, GUI für Enfuse)
  • Picolay[5] (Freeware von Heribert Cypionka, Windows (auch Win10))

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Gulbins/Rainer Gulbins: Multishot-Techniken in der digitalen Fotografie, dpunkt.verlag, 2008, ISBN 978-3-89864-552-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Focus stacking – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fototipp: Kleine Dinge knackscharf ins Bild holen, test.de vom 23. November 2016, abgerufen am 24. November 2016
  2. Website des Combine-ZM-Entwicklers Alan Hadley
  3. Website von Enfuse/Enblend
  4. Website von Macrofusion
  5. Website von Picolay