Făgăraș

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Fogaras ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum österreichisch-ungarischen Offizier siehe Árpád Tamásy von Fogaras.
Dieser Artikel behandelt eine Stadt in Rumänien. Der Name steht auch für ein Gebirge in den Karpaten, siehe Făgăraș-Gebirge.
Făgăraș
Fogarasch
Fogaras
Wappen von Făgăraș
Făgăraș (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Brașov
Koordinaten: 45° 51′ N, 24° 58′ OKoordinaten: 45° 50′ 31″ N, 24° 58′ 15″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Fläche: 36,41 km²
Einwohner: 30.714 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 844 Einwohner je km²
Postleitzahl: 505200
Telefonvorwahl: (+40) 02 68
Kfz-Kennzeichen: BV
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Munizipium
Bürgermeister: Gheorghe Sucaciu (unabh.)
Postanschrift: Str. Republicii, Nr. 3
Loc. Făgăraș, jud. Brașov, RO-505200
Website:
Festung Făgăraș

Făgăraș (deutsch Fogarasch, ungarisch Fogaras) ist eine Stadt im Kreis Brașov in Siebenbürgen, Rumänien. Durch die Stadt fließt der Olt (Alt).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geprägt wird die Stadt durch eine Burg. Eine Sage berichtet, dass von diesem Ort der Fürst Negru Vodă auszog, um südlich der Südkarpaten das Fürstentum Walachei zu gründen. Am Ende des 12. Jahrhunderts war die Burg nur eine Holzfestung, die dann im 14. Jahrhundert zu einer Steinfestung ausgebaut wurde.

Im Königreich Ungarn war die Stadt Verwaltungssitz für das Komitat Fogaras und im Königreich Rumänien für den Kreis Făgăraș.

Über den Fluss Aluta führte eine 270 m lange gedeckte Brücke. 1613 errichtete Gábor Bethlen ein befestigtes Schloss. In der Stadt existierten 1881 fünf Kirchen; damals lebten dort 5307 Einwohner, die Handel, Gewerbe und Tabakanbau treiben. Die Stadt war Sitz eines Bezirksgerichts und hatte ein evangelisches Gymnasium.

Bei Făgăraș wurde 12. Juli 1849 Józef Bem von den Russen besiegt.

Im 20. Jahrhundert galt der Ort während der kommunistischen Herrschaft als antikommunistische Hochburg. In den 1950er Jahren war die Burg ein Gefängnis, in dem viele Feinde des Kommunismus interniert waren. Die Burg wurde während der kommunistischen Diktatur restauriert und beherbergt heute ein Museum sowie eine Bibliothek.

Făgăraș hatte 2007 etwa 39.000 Einwohner. Davon waren etwa 306 Siebenbürger Sachsen, wie einer kirchlichen Aufstellung von 2009 zu entnehmen ist.[2]

Das Doamna-Stanca-Gymnasium hat eine deutsche Abteilung, in der alle Fächer in deutscher Sprache unterrichtet werden. Die Schüler sind meist Rumänen, selten Siebenbürger Sachsen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volkszählung Ethnie
Jahr Einwohner Rumänen Ungarn Deutsche Andere
1850 4.903 2.061 944 1.249 649
1900 7.493 3.293 2.918 1.266 11
1930 8.848 5.212 2.099 971 566
1956 17.256 14.046 1.634 1.222 354
1977 33.827 28.143 2.592 2.550 542
1992 44.931 44.018 2.337 966 610
2002 36.121 33.677 1.643 332 469
2011[1] 30.714 25.853 1.056 192 3.613

Seit der offiziellen Erhebung von 1850 wurde in Făgăraș die höchste Einwohnerzahl, und die der Rumänen, 1992 registriert. Die höchste Bevölkerungszahl der Deutschen 1977, die der Magyaren (3.367) 1910 und die der Roma (1.069) 2011 ermittelt. Des Weiteren wurden bei fast jeder Aufnahme Ukrainer (höchste Einwohnerzahl 6 1930), Serben (höchste Einwohnerzahl 9 1966) und Slowaken (höchste Einwohnerzahl 14 1930) registriert.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Făgăraș – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Dieter Drotleff: Pfarrer, Kuratoren, Seelenzahlen. In: Allgemeine Deutsche Zeitung. Beilage: Karpatenrundschau, 4. März 2010, S. 3.
  3. E. Varga: Statistik der Einwohnerzahlen nach Ethnie im Kreis Brașov laut Volkszählungen von 1850–2002 (ungarisch; PDF; 784 kB)
  4. M. J. Tataru: Schullerus, Fritz (1866-1898), Maler. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 11, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1999, ISBN 3-7001-2803-7, S. 333 f. (Direktlinks auf S. 333, S. 334).