Fohoren

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Fohoren
Fohoren
Der Suco Fohoren liegt im Süden des Verwaltungsamts Fohorem. Der Ort liegt im Westen des Sucos.
Daten
Fläche 36,74 km²[1]
Einwohnerzahl 577 (2015)[1]
Chefe de Suco Agusto Cardoso
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Fatuc Bitic Laran 161
Fatuc Laran 126
Lo'o Hali 4
Loroquida 248
Sadahur 38
Fohoren (Osttimor)
Fohoren
Fohoren
Koordinaten: 9° 17′ S, 125° 5′ O

Fohoren ist ein Suco und der Hauptort des osttimoresischen Verwaltungsamts Fohorem in der Gemeinde Cova Lima.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Bedeutung des Namens Fohoren (Fohorem, Fohorém, Fuorém) aus dem Tetum gibt es unterschiedliche Angaben. Laut einer Quelle bedeutet Foho „Berg“ und Ren „Spitze“.[2] Eine andere Quelle übersetzt Fohoreen mit „Tal“.[3]

In den 1930er Jahren wurde Fohoren von den Portugiesen in Nova Gouveia umbenannt. Doch der Name setzte sich nicht durch und einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte man zum alten Namen zurück.[3]

Der Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche von Fohoren
Die Katholische Grundschule

Der Ort Fohoren liegt in Luftlinie 94 km südwestlich von der Landeshauptstadt Dili und etwa 20 km nordwestlich der Gemeindehauptstadt Suai in einer Meereshöhe von 595 m. In direkter Nachbarschaft zu Fohoren liegen mehrere Ortschaften, die mit Fohoren eine mehr oder weniger geschlossene Siedlung bilden. Die sind: Fatuc Bitic Laran (Fatukbitiklaran), Nularan, Sadahur (Sadahor), Lo'o Hali (Loohali) und Fatuhesi (Fatubesi).[4] Hier gibt es eine Grundschule (Escola Primaria Catolica Nossa Senhora do Rosario de Fátima)[5], zwei vorbereitende Schulen für die Sekundärstufe, einen ausgebauten Hubschrauberlandeplatz und ein kommunales Gesundheitszentrum.[6] Zwar führt eine Überlandstraße von Tilomar nach Fohoren, doch mussten für die Parlamentswahlen in Osttimor 2007 die Wahlurnen per Hubschrauber zum Wahllokal in der Grundschule gebracht und abgeholt werden.[5]

Sonntags findet in Fohoren ein Wochenmarkt statt.[7]

Der Suco[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fohoren
Orte Position[8] Höhe
Baukama 9° 18′ S, 125° 9′ O 335 m
Fatuc Laran 9° 18′ S, 125° 6′ O 503 m
Fatuhesi 9° 17′ S, 125° 6′ O 427 m
Fatuc Bitic Laran 9° 17′ S, 125° 5′ O 595 m
Fohoren 9° 17′ S, 125° 5′ O 595 m
Lo'o Hali 9° 17′ S, 125° 5′ O 670 m
Loroquida 9° 17′ S, 125° 9′ O 325 m
Maubesi 9° 17′ S, 125° 7′ O 363 m
Nularan 9° 17′ S, 125° 6′ O 506 m
Sadahur 9° 17′ S, 125° 6′ O 595 m
Lokale Würdenträger in traditioneller Festtagskleidung

Im Suco Fohoren leben 577 Einwohner (2015), davon sind 282 Männer und 295 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 15,7 Einwohner/km². Im Suco gibt es 148 Haushalte.[1] Etwa 85 % der Einwohner geben Tetum Terik als ihre Muttersprache an. Über 10 % sprechen Bunak und eine Minderheit Tetum Prasa.[9]

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Fohoren eine Fläche von 39,93 km².[10] Nun sind es 36,74 km².[1] Der Suco liegt im Süden des Verwaltungsamts Fohorem. Im Westen grenzt er an den Suco Dato Rua, im Norden an Lactos und Dato Tolu. Südlich liegt das Verwaltungsamt Tilomar mit seinen Sucos Beiseuc und Lalawa, südöstlich das Verwaltungsamt Suai mit dem Suco Debos und nordöstlich das Verwaltungsamt Maucatar mit dem Suco Ogues. Einen Teil der Westgrenze entlang fließt der Fluss Bora. Er mündet in den Grenzfluss im Süden, den Maubui. Ebenso der Nanamauk, der aus Dato Tolu kommend durch das Zentrum Fohorens fließt. An der Südostecke des Sucos trifft der Maubui auf den Asaematen, dem östlichen Grenzfluss. Gemeinsam bilden sie den Fluss Tafara.[11]

Im Westen liegen die meisten größeren Siedlungen. Die meisten bilden mit dem Ort Fohoren ein Siedlungszentrum. Etwas weiter südöstlich liegt das Dorf Fatuc Laran (Fato Claran). Im Zentrum des Sucos liegt am Westufer des Nanamauk der Ort Maubesi und im Osten des Sucos die Dörfer Loroquida (Lorokida) und Baukama.[11]

Im Suco befinden sich die fünf Aldeias Fatuc Bitic Laran, Fatuc Laran, Lo'o Hali, Loroquida und Sadahur.[12]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besuch von Staatspräsident Taur Matan Ruak in Fohoren (1. Oktober 2012)

Fohorem war eines der traditionellen Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Es erscheint auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.[13][14]

Nach mündlichen Überlieferungen hatte Fohorem Nutetu durch Diplomatie, Heiratspolitik und Eroberungszüge gegen andere Reiche sich die Oberhoheit in der Region gesichert. In Dato Tolu findet sich ein altes Schwert, dass in einem Stein steckt. Es soll von den Ahnen stammen. Weitere fünf auffällige Steine finden sich dort in einem Betelnusshain.[7] Sie sollen mit den fünf Königstöchtern im Zusammenhang stehen, die nach einer alten Legende Camenaça, Suai, Maucatar, Taroman und Fohorem unter der Oberhoheit ihres Vaters regierten. Hiervon soll sich der Name ableiten. „Koba“ (von dem sich „Kova“ ableitet) ist ein Korb für rituelle Zeremonien und „lima“, das Wort für „fünf“.

Gouverneur José Celestino da Silva führte im März 1895 eine Offensive gegen Fohorem und weitere benachbarte Reiche um sie endgültig für Portugal zu unterwerfen.[15] Fohoren wurde das administrative Zentrum der Portugiesen in der Region. Sie schätzten die bergige Region, aufgrund des kühleren Klimas. Zudem boten der Ort auf seiner Anhöhe einen besseren Schutz vor Angreifern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Fohoren Teil des Kreises (conselho) Fronteira, dessen Hauptort Bobonaro war. 1961 wurde Cova Lima ein eigenständiger Kreis mit Suai als Hauptstadt.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Alarico Agustinho zum Chefe de Suco gewählt.[16] Bei den Wahlen 2009 gewann Agusto Cardoso.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fohoren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Suai Media Space: Koba Lima − Suai
  3. a b Geoffrey Hull: The placenames of East Timor, in: Placenames Australia (ANPS): Newsletter of the Australian National Placenames Survey, Juni 2006, S. 6 & 7, abgerufen am 28. September 2014.
  4. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  5. a b Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  6. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF-Datei; 438 kB)
  7. a b c Cova Lima District Development Plan 2002/2003 (englisch; PDF-Datei; 2,24 MB)
  8. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  9. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Fohoren (tetum; PDF-Datei; 7,96 MB)
  10. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  11. a b Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  12. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch, PDF-Datei; 315 kB)
  13. TIMOR LORO SAE, Um pouco de história
  14. East Timor - POortuguese Dependency of East Timor (Memento vom 21. Februar 2004 im Internet Archive)
  15. History of Timor – Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)
  16. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  17. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)

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