Folkelig

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Das dänische Adjektiv folkelig (eigtl. völkisch) bezeichnet eine bestimmte Haltung des dänischen Patriotismus.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von folkelig abgeleitet ist das Substantiv folkelighed. Der bedeutende Däne N. F. S. Grundtvig schuf in der Märzrevolution von 1848 das Gedicht Folkelighed. Es ist mehr als Patriotismus und tiefer als Nationalismus. Folkelighed bedeutet eine liberale, aufgeklärte und emanzipatorische Haltung gegenüber der eigenen Nation bzw. Volk. Der Mensch gewänne also nur in einem folkeligen Zustand Bedeutung, das heißt "in der Begegnung mit der gemeinsamen Geschichte, der gemeinsamen Sprache und dem, was Gemeinschaft bildet … Jeder Mensch wird prinzipiell in einen folkeligen Zusammenhang hineingeboren … Das folkelige bedeutet nun, dass man seine Persönlichkeit nicht auf Kosten anderer entwickeln soll (Nationalismus), sondern dass man auf der Grundlage seiner Liebe zu sich selbst das Recht anderer auf ihre Liebe zu sich selbst versteht und auch respektiert."[1]

Folkeligheden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundtvig dichtete also 1848 in »Folkeligheden«:

Til et folk de alle høre,
som sig regne selv dertil,
har for modermålet øre,
har for fædrelandet ild

Lyrisch übertragen:

Zu einem Volk all die gehören,
die sich selber dazu zählen,
auf ihre Muttersprache hören,
für sich das Vaterland erwählen

Diese Zeilen wurden für das Selbstverständnis der Dänen sinnprägend. Besonders die ersten beiden Zeilen werden sehr häufig zitiert, um zu sagen: folkelig bezieht sich auf diejenigen, die dem so verstandenen dänischen Volk angehören wollen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rainer Brödel: Grenzüberschreitende Erwachsenenbildung, Waxmann Verlag, 2000, Seiten 200 ff., ISBN 3893257489 [1]