Fonds Darstellende Künste

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Der Fonds Darstellende Künste ist ein im Jahr 1985 in Bonn gegründeter deutscher Bundeskulturförderfonds. Seit 1987 fördert er bundesweit professionell arbeitende Künstler und Kollektive aller Sparten der Freien Darstellenden Künste. Seit 2010 hat er seinen Sitz in Berlin.

Förderprogramme und Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fonds bietet jährlich vier Antragsfristen und drei Förderprogramme (Projekt-, Initial- und Konzeptionsvorhaben), innerhalb derer Künstler und Gruppen ihre Vorhaben zu geplanten Produktionen oder Recherchen einreichen können. Ein gewähltes Kuratorium, bestehend aus Vertretern von Kulturinstitutionen, Produktionshäusern, Festivals, Verbänden und Künstlern wählt aus diesen Anträgen bundesweit bedeutende Vorhaben, Einzelprojekte und Projektkonzeptionen aus, die sich mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinandersetzen oder künstlerisch bedeutend sind. Der Fonds berücksichtigt alle Arbeitsfelder und Sparten der Darstellenden Künste, u. a. Schauspiel, Musiktheater, Tanz, Figuren- und Objekttheater, Performance und Theater für junges Publikum.

Mit zusätzlichen Sonderprogrammen, wie HOMEBASE, KONFIGURATION oder GLOBAL VILLAGE LABS greift der Fonds gesellschaftliche Herausforderungen und Themen wie Diversität, Digitalisierung, Kunst im ländlichen Raum und die Fortentwicklung ästhetisch-künstlerischer Formate auf. Damit zeigt er die künstlerische wie gesellschaftliche Relevanz der frei produzierenden Künste auf und schafft Anlässe zur Qualifizierung und Fortentwicklung. Seine Zuwendungen für die Förderung von Kunst und Kultur erhält der Fonds durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Der Fonds fördert nicht nur Projekte, sondern ist auch Service- und Beratungspartner für frei produzierende Künstler, Kollektive und Institutionen.

Außerdem veranstaltet der Fonds jährlich ein Kolloquium, um mit Künstlern und Förderern Fragen der Fortentwicklung der Freien Darstellenden Künste und deren strukturelle Rahmenbedingungen hinsichtlich Förderung, Kulturpolitik und freier Produktion zu erörtern. Um mit dieser Veranstaltung auch die theoretische und praktische Auseinandersetzung zu ermöglichen, findet das Kolloquium jeweils im Rahmen eines Festivals statt, wie 2017 in Hamburg zum Festival „Theater der Welt“ und 2019 in München zum Festival „Politik im Freien Theater“.

Zudem nimmt der Fonds die Rolle des Vermittlers und Mitgestalters zwischen Kulturpolitik und Künstlern wahr, wie etwa durch das „Bundesforum“, das er gemeinsam mit dem Bundesverband Freie Darstellende Künste ausrichtet, und das als „Bündnis für die frei produzierenden Darstellenden Künste“ eine Plattform in der bundesweiten Förderlandschaft darstellt. Das Bundesforum bringt Künstler und Akteure mit Vertretern von Förderinstitutionen zusammen, um gemeinsam über die inhaltliche und strukturelle Ausrichtung für länderübergreifende Initiativen sowie bundesweit agierende Förderinstitutionen der Freien Darstellenden Künste zu diskutieren und eine Vernetzung zu etablieren.[1]

Der Fonds Darstellende Künste würdigt darüber hinaus herausragende Arbeiten, Kollektive und Künstler der Freien Darstellenden Künste mit dem Tabori Preis, der jährlich an herausragende professionelle frei produzierende Ensembles und Künstler vergeben wird. Dabei handelt es sich um die höchste Auszeichnung in den Freien Darstellenden Künsten.

Mitgliedsverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorstand und Geschäftsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Jeschonnek (Hg.): Darstellende Künste im Öffentlichen Raum. Transformationen von Unorten und ästhetischen Interventionen. Berlin: 2016, ISBN 978-3-95749-087-2
  • Bundesverband Freie Darstellende Künste, Fonds Darstellende Künste: Bundesforum 2017 – Bündnis für Freie Darstellende Künste. Berlin: 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesverband Freie Darstellende Künste, Fonds Darstellende Künste (Hrsg.): Dokumentation BUNDESFORUM I. Berlin 2018.