Fonroque

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Fonroque
Fonroque (Frankreich)
Fonroque
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Bergerac
Kanton Sud-Bergeracois
Gemeindeverband Communes de Portes Sud Périgord
Koordinaten 44° 42′ N, 0° 25′ OKoordinaten: 44° 42′ N, 0° 25′ O
Höhe 55–163 m
Fläche 9,00 km2
Einwohner 324 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 36 Einw./km2
Postleitzahl 24500
INSEE-Code

Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste

Fonroque ist eine französische Gemeinde mit 324 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Kanton Sud-Bergeracois (bis 2015: Kanton Eymet).

Der Name in der okzitanischen Sprache lautet Font Ròca (deutsch Felsenquelle) und geht auf das lateinische „fons“ (deutsch Quelle) und „roca“ (deutsch Felsen) zurück.[1][2]

Die Einwohner werden Fonroquois und Fonroquoises genannt.[3]

Das Flüsschen Escourou an der Grenze zur Nachbargemeinde Sainte-Innocence

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fonroque liegt ca. 20 km südsüdwestlich von Bergerac in der Region Bergeracois der historischen Provinz Périgord am südwestlichen Rand des Départements.

Umgeben wird Fonroque von den Nachbargemeinden:

Saint-Julien-Innocence-Eulalie
Nachbargemeinden Razac-d’Eymet
Eymet Serres-et-Montguyard

Fonroque liegt im Einzugsgebiet des Flusses Garonne.

Der Ruisseau du Réveillou, ein Nebenfluss des Dropt, markiert die Grenze zu den östlichen Nachbargemeinden Razac-d’Eymet und Serres-et-Montguyard. Seine Nebenflüsse, der Ruisseau du Touron und der Rieu du Lac, entspringen in Fonroque.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der englische König Eduard I. gründete Fonroque im Jahre 1284 auf einem Felsen über dem Tal des Dropt als Bastide, die in der Folge nicht vollendet wurde. In den Jahren nach seiner Gründung erfuhr die Gemeinde eine Blütezeit und 1365 wohnten bereits 41 Familien in Fonroque. 1764 unterstand sie der Gerichtsbarkeit von Sarlat und der Sénéchaussée von Bergerac. Vor der Französischen Revolution gehörte Fonroque zur Grundherrschaft von Puyguilhem, die im April 1790 zur Gründung des Kantons Eymet diente.[2]

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toponyme und Erwähnungen von Fonroque waren:

  • Parochia de Fonte Roqua (Collection de l’abbé de Lespine),
  • Fonroque (1750, Karte von Cassini),
  • Fouroque (1793, Notice Communale),
  • Fonroque (1801, Bulletin des Lois),
  • Font-Roque (1873, Dictionnaire topographique du département de la Dordogne).[5][6][7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von 525. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1990er Jahren auf rund 210 Einwohner, bevor eine robuste Wachstumsphase einsetzte, die bis heute anhält.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 260 248 241 223 212 240 248 267 324
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste

Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Kirche ist von den Engländern im 14. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut worden. Während der Hugenottenkriege wurde sie im 16. Jahrhundert teilweise zerstört. Das gotische Eingangsportal aus dem 15. Jahrhundert konnte bis heute bewahrt werden. Im Jahre 1887 erfuhr die Johannes dem Täufer geweihte Kirche eine vollständige Umgestaltung. Ihr Glockengiebel ist von drei Wandöffnungen unterbrochen, die die Glocken bergen. Ein Balkon diente zu Verteidigungszwecken. Das Langhaus überragt eine polygonale Apsis.[10]

Manoir de Plaisance[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Südwesten des Gemeindegebiets befindet sich das Herrenhaus, ein kleines Landschloss der Familie Lambert. Es wurde im 17. Jahrhundert auf einer Anhöhe über den Tälern der Flüsschen Touron und Réveillou errichtet. Das Anwesen erscheint imposant mit den vier viereckigen Türmen. Sein Stil ist vom klassizistischen Barock geprägt. Zu dem Anwesen gehört ein viereckiger Taubenschlag, der an einer Scheune gebaut wurde. Das Herrenhaus befindet sich in Privatbesitz und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.[11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinberg der AOC Côtes de Bergerac

Der Weinbau ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gemeinde. Weitere landwirtschaftlichen Aktivitäten sind Rinder- und Schafzucht und der Anbau von Getreide.[12]

Fonroque liegt in den Zonen AOC des Bergerac mit den Appellationen Bergerac und Côtes de Bergerac.[13]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[14]
Gesamt = 33

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 11 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2018/2019.[15]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Route départementale 933, die ehemalige Route nationale 133, durchquert Fonroque von Nord nach Süd und verbindet die Gemeinde im Norden mit Bergerac und im Süden mit Eymet, dem Hauptort des Kantons, und in der Folge mit Gemeinden der benachbarten Départements.

Fonroque ist über eine Linie des Busnetzes Transpérigord, die von Bergerac nach Eymet führt, mit anderen Gemeinden des Départements verbunden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georges Faugère, geboren am 27. Dezember 1869 in Fonroque, gestorben am 20. August 1936 in Saint-Omer (Pas-de-Calais), war Arzt und französischer Politiker.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fonroque – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le nom occitan des communes du Périgord (fr) Départementrat des Départements Dordogne. Abgerufen am 4. November 2018.
  2. a b Fonroque (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 4. November 2018.
  3. Dordogne (fr) habitants.fr. Abgerufen am 4. November 2018.
  4. Ma commune : Fonroque (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 4. November 2018.
  5. Paul Vicomte de Gourgues: Dictionnaire topographique du département de la Dordogne (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 129. 1873. Abgerufen am 4. November 2018.
  6. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 4. November 2018.
  7. a b Notice Communale Fonroque (fr) EHESS. Abgerufen am 4. November 2018.
  8. Populations légales 2006 Commune de Fonroque (24186) (fr) INSEE. Abgerufen am 4. November 2018.
  9. Populations légales 2015 Commune de Fonroque (24186) (fr) INSEE. Abgerufen am 4. November 2018.
  10. Eglise Saint-Jean-Baptiste (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 4. November 2018.
  11. Manoir de Plaisance (fr) chateau-fort-manoir-chateau.eu. Abgerufen am 4. November 2018.
  12. Mairie de Fonroque (fr) Pays de Bergerac Tourisme. Abgerufen am 4. November 2018.
  13. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 4. November 2018.
  14. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Fonroque (24186) (fr) INSEE. Abgerufen am 4. November 2018.
  15. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 4. November 2018.
  16. Georges Faugère (1869-1936) (fr) Bibliothèque nationale de France. Abgerufen am 4. November 2018.