Fontana Maggiore

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Die Fontana Maggiore
Pisanos Reliefs an den Becken

Die Fontana Maggiore ist ein Brunnen in der umbrischen Stadt Perugia.

Er zählt zu den „berühmteste[n] aller mittelalterlichen Brunnen Italiens“ [1]. Er wurde 1278 vollendet und stammt von den bedeutendsten Bildhauern ihrer Zeit, nämlich Vater Nicola Pisano und Sohn Giovanni Pisano. Der Brunnen war der Abschluss einer 1254 beschlossenen Anlage von mehreren Aquädukten, die das Wasser vom drei Kilometer entfernten Monte Paccino auf den Stadthügel leitete.

Der Brunnen hat einen dreigeschossigen Aufbau. Der untere größte Teil ist ein 25-Eck und besteht aus Marmor. Die zweite, mittlere Schale wird von 36 Säulen am Rand und einer mittleren Säule getragen. Sie ist ein 24-Eck, wobei jede zweite Ecke nach innen gezogen ist. Auf der obersten, bronzenen Schale stehen drei junge Grazien, die gemeinsam eine Wasser spendende Amphore tragen.

Den zahlreichen Relieftafeln und Figuren des Brunnens liegt ein umfassendes Programm zugrunde: auf der untersten Ebene sind auf 50 Feldern das Leben auf der Erde in drei thematischen Zyklen dargestellt: die Menschheitsgeschichte aus dem Alten Testament, die Monatsarbeiten zusammen mit den Artes mechanicae – die handwerklichen Arbeiten – und den sieben Freien Künsten (Artes liberales) mit der Verkörperung der Philosophie, während die obere zwölfseitige Stufe die jenseitige Welt der Engel, Propheten und Heiligen zeigt, aber auch die zur Göttin erhobene Figur der Stadt Perugia.

Vor die Ecken des zweiten Beckens sind 24 dreiviertelrund gearbeitete Skulpturen gestellt, und zwar unmittelbar über den äußeren Säulen. Es sind Denkmäler von Persönlichkeiten, die sich um die Stadt verdient gemacht haben.

Der Brunnen wurde 1948 sorgfältig restauriert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kathrin Hoffmann-Curtius: Das Programm der Fontana Maggiore in Perugia (= Bonner Beiträge zur Kunstwissenschaft. Bd. 10, ISSN 0068-0036). Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1968 (Zugleich: Bonn, Universität, Dissertation 1965).
  • Klaus Zimmermanns: Umbrien. Eine Landschaft im Herzen Italiens. (= DuMont-Dokumente. DuMont Kunst-Reiseführer). DuMont, Köln 1987, ISBN 3-7701-1684-4, S. 70, Abb. 23, 24, Farbtafel 3.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Georges Duby: Die Zeit der Kathedralen. Kunst und Gesellschaft 980–1420 (= Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft 1011). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-518-28611-0, S. 463.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fontana Maggiore – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

43.112112.3888Koordinaten: 43° 6′ 44″ N, 12° 23′ 20″ O