Foodsharing.de

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foodsharing.de
https://foodsharing.de/
Motto „Teile Lebensmittel, anstatt sie wegzuwerfen“
Beschreibung foodsharing.de ist eine Online-Plattform, auf der Privatpersonen, Händler oder Produzenten überschüssige Lebensmittel kostenlos anbieten oder abholen können. Ziel ist eine Verringerung von alltäglicher Lebensmittelverschwendung.
Sprachen Deutsch
Eigentümer Foodsharing e. V.
Erschienen 12. Dezember 2012
Als Fairteiler umgenutzter Fahrradanhänger Leckerer Lothar in der Wittener Innenstadt

foodsharing.de ist eine Internetplattform zum Verteilen von überschüssigen Lebensmitteln in Deutschland und Österreich. Sie ist ein Projekt des Vereins Foodsharing e. V. und startete am 12. Dezember 2012. Auf foodsharing.de können Privatpersonen, Händler oder Produzenten Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden, kostenlos anbieten oder abholen. Damit soll gegen die alltägliche Lebensmittelverschwendung vorgegangen werden und ein größeres Problembewusstsein für diese in der Gesellschaft geschaffen werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Idee für eine Plattform gegen Lebensmittelverschwendung entstand im Sommer 2011 während der Vorbereitungen zum Kinofilm Taste the Waste zwischen Regisseur Valentin Thurn und dem Leiter der Social-Media-Kampagne zum Film, Sebastian Engbrocks. Unabhängig davon entwickelten die Design-Studenten Thomas Gerling und Christian Zehnter sowie die Fernsehjournalistin Ines Rainer Anfang 2012 eine ähnliche Idee. Aus der Zusammenarbeit dieser Akteure ging das gemeinsame Projekt hervor. Das nötige Startkapital wurde von April bis Juli 2012 im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne bei Startnext.de gesammelt. Als Finanzierungssumme wurden 10.000 € anvisiert, zum Ende der Aktion kamen insgesamt 11.594 € von 394 Unterstützern zusammen.[1]

Am 16. November 2012 ging die Plattform in die Beta-Phase, um am 12. Dezember 2012 komplett freigeschaltet zu werden. Im Mai 2013 wurde die Plattform auch in Österreich gestartet, zunächst unter der Adresse myfoodsharing.at[2] inzwischen ist sie mit der deutschen Plattform zusammengelegt worden. Bis zum Februar 2014 konnte die deutsche Plattform knapp 35.000 aktive Benutzer vorweisen.[3]

Im Sommer 2013 erweiterten der zu dieser Zeit im Geldstreik lebende Raphael Fellmer sowie der Sozial-Informatiker Raphael Wintrich das Konzept, um auch mit Unternehmen zusammenarbeiten zu können. Raphael Fellmer startete die Freiwilligen-Initiative der "Lebensmittelretter" in Berlin und Raphael Wintrich programmierte ehrenamtlich eine komplett neue Version der Plattform, um ein geeignetes Tool zum "Retten von Lebensmitteln" allen Benutzern zur Verfügung zu stellen.

Am 10. Juli 2013 wurde foodsharing.de mit dem Greentec Award in der Kategorie Kommunikation ausgezeichnet.[4]

Foodsharing.de erhielt den von Mensa in Deutschland gestifteten IQ-Preis 2015 für „Intelligenz zum Wohle der Allgemeinheit nutzen“.[5]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei foodsharing.de werden sowohl von privat zu privat Lebensmittel weitergegeben als auch gewerbliche Lebensmittel abgeholt, um sie über Lagerstellen von foodsharing.de weiterzugeben. Da die meisten Supermärkte in Handelsketten organisiert sind und somit oft für alle Filialen einheitliche Richtlinien verfolgen, tritt die Plattform direkt mit der zuständigen Management-Ebene in Kontakt. Dadurch entstehen zum Teil überregionale Zusammenarbeiten,[6] wie etwa mit der Bio Company.[7] Daneben bestehen viele lokale Kooperationen mit einzelnen Supermärkten oder Bäckereien. Diese werden meist dezentral von Mitgliedern der Community angestoßen.

Abgrenzung zu anderen Methoden der Lebensmittelrettung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andere Organisationen wie die Tafel unterscheiden sich dadurch von Foodsharing, dass nicht mehr verwendete Lebensmittel vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums an Bedürftige verteilt werden. Bei foodsharing.de werden auch Lebensmittel nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit weiterverwendet, solange ein Konsum noch ohne Bedenken möglich ist. Die Foodsaver unterschreiben diesbezüglich eine Rechtsvereinbarung, die die Betriebe von der Haftung für die Weiterverwendung der Lebensmittel entbindet und die Lebensmittelretter zu einer unentgeltlichen Weitergabe verpflichtet. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt bei der Tafel auf der Feststellung der Bedürftigkeit, während bei foodsharing.de das Retten von Lebensmitteln ohne Berücksichtung der Lebensverhältnisse des Empfängers im Vordergrund steht.

Während beim Containern weggeworfene Lebensmittel aus Abfallcontainern mitgenommen werden, soll bei Foodsharing bereits vorher angesetzt werden und die Lebensmittel noch vor der Entsorgung weiterverwendet werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Startnext Crowdfunding: Foodsharing Projektbeschreibung zum Crowdfunding, Abgerufen: 6. Februar 2014.
  2. Food-Sharing startet auch in Österreich, Kurier, 31. Mai 2013.
  3. foodsharing.de: foodsharing.de, Abgerufen: 9. Februar 2014.
  4. Greentec_Awards: Preisträger 2013 – Ausgezeichnet in der Kategorie Kommunikation, Abgerufen am 6. Februar 2014.
  5. IQ-Preis 2015 – Pressemeldung – Mensa in Deutschland (MinD). In: www.mensa.de. Abgerufen am 2. April 2016 (deutsch).
  6. foodsharing.de: Diese Firmen sind schon dabei!, Abgerufen am 6. Februar 2014.
  7. Bio Company: Zeichen gegen Müll, Stand: 27. August 2012, Abgerufen am 6. Februar 2014.