Forêt de Sénart

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Forêt de Sénart
Waldgebiet in der Nähe von Tigery im Frühjahr
Waldgebiet in der Nähe von Tigery im Frühjahr
Forêt de Sénart (Frankreich)
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Koordinaten: 48° 40′ 0″ N, 2° 29′ 0″ O
Lage: Essonne, Frankreich
Fläche: 3.000 ha
Länge: 9,79 km
Gründung: Essonne und Seine-et-Marne
Adresse: Île-de-France
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Der Forêt de Sénart ist ein Gemeindewald im Südosten der Île de France, gelegen zwischen den Départements Seine-et-Marne und Essonne.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschaffenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Waldgebiet hat die Ausdehnung von etwa 3.000 Hektar und reicht vom äußersten Osten der Ebene der Brie (Region) bis zu den Tälern der Seine et Yerres. Wegen seines tonhaltigen Untergrunds und dem Fehlen von Erderhebungen gibt es etwa 800 Tümpel; dies macht die Gegend besonders schützenswert.

Verwaltungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Waldgebiet gehört zu 14 Gemeinden (Boussy-Saint-Antoine, Brunoy, Combs-la-Ville, Draveil, Épinay-sous-Sénart, Étiolles, Lieusaint (Seine-et-Marne), Montgeron, Quincy-sous-Sénart, Saint-Germain-lès-Corbeil, Soisy-sur-Seine, Tigery, Vigneux-sur-Seine et Yerres) und zwei Départements (hauptsächlich zu den Départements Essonne und Seine-et-Marne). Es ist ein Teil des Sénart-Waldes, der vor allem Gemeindeeigentum ist (88 % seiner Gesamtfläche); ferner gibt es 5 % Privatwald, 3 % Kommunalwald (Draveil, Soisy-sur-Seine, Montgeron, Quincy-sous-Sénart et Combs-la-Ville) und 1 % sonstige (regionale) Eigentümer (Le Bois Chardon et la Fosse aux Carpes)[1]. Der Wald hat der neuen Stadt Sénart den Namen gegeben. Sie setzt sich zusammen aus den Gemeinden Combs-la-Ville, Lieusaint, Saint-Pierre-du-Perray et Tigery (und neuerdings noch Étiolles, Saint-Germain-lès-Corbeil et Soisy-sur-Seine), sowie der Gemeindeverband Sénart Val de Seine (Val de Seine), zu der sich die drei Gemeinden Draveil, Montgeron et Vigneux-sur-Seine zusammengeschlossen haben.

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am häufigsten kommen die Eichen vor, darunter einige Hundertjährige, gefolgt von den Kastanien, den Hainbuchen, den Birken, den Waldkiefern und anderen Koniferen. Die meisten Koniferen hat man auf Waldbrandgebieten angepflanzt.

Der Wald hat sich als Folge der Stürme im Dezember 1999 und August 2000 verändert.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um die in den Wäldern der Île de France übliche Fauna: Wildschweine, Rehe, Füchse, Hasen, Wildkaninchen und Eichhörnchen. Bei den Vogelarten findet man Feldtauben, Schnepfen, Raben, Enten, Krähen, Elstern und Eichelhäher. In den zahlreichen Wasserlachen siedeln zahlreiche Amphibien, darunter einige geschützte Arten.

Im Jahr 2006 hat man 15.000 Burunduks gezählt, die wohl als Heimtiere ab 1960 von ihren durch ihr stürmisches Temperament überforderten Eigentümern ausgesetzt wurden. Diese Spezies steht unter besonderer Beobachtung, denn sie kann sich unerwünscht vermehren (Neobiota); sie ist oft von Zecken und Flöhen[2] befallen und somit potentieller Überträger von Borreliose[3].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Park der Fasanerie von Sénart findet eine Skulpturenausstellung statt[4]

Der Wald von Sénart, in dem früher dem Druidenkult gehuldigt wurde, ist ein Relikt des alten Waldgürtels im Pariser Osten. Es wird angenommen, dass sich das Waldgebiet im 9. Jh. von Fontainebleau über Vincennes bis nach Livry und Bondy erstreckte.

Da er nur etwa 30 Kilometer von Paris entfernt ist, weckt er bald das Begehren der französischen Könige. Er wurde Teil der königlichen Domäne von Philippe le Bel (1314) bis zur französischen Revolution. Saint Louis hatte dann die Ermitage de Notre-Dame-de-Consolation gegründet. Aus weidmännischen Gründen ließ Ludwig XVI. geradlinige Forstwege und sternförmige Wegkreuzungen anlegen, um die Parforcejagd auf Wolf und Rothirsch zu ermöglichen. Zur gleichen Zeit wurden umfangreiche Drainagearbeiten angeordnet, von denen man heute noch den Graben Daniel sehen kann. Ludwig XVI. ließ dann die Fasanerie errichten.

Später richtete er einen „Hauptmannsposten der Jagd im Sénart“ ein zum Vorteil seines Bruders, dem Grafen der Provence und zukünftigen Ludwig XVIII., der Eigentümer des Schlosses von Brunoy geworden war. Ein Beschwerdebrief der Einwohner von Draveil verlangte 1789 die Rückgängigmachung.

Im 17. und 19. Jahrhundert wird der Wald von Sénart durch die Flößerei auf der Seine Paris zugeordnet. Zahlreiche Köhler lebten in dem Wald und produzierten Holzkohle. Im Jahr 1811 griff Eugène François Vidocq, Chef der Nationalen Sicherheitskräfte, auf der Straße nach Lieusaint im Wald von Sénart Räuber auf.

Der Maler Eugène Delacroix der Schriftsteller Alphonse Daudet haben in Champrosay gewohnt und sind von der Landschaft inspiriert worden.

Auch im 20. Jahrhundert nimmt die Anziehungskraft des Forêt de Sénart nicht ab: Es wurden mehr als 3 Millionen Besucher pro Jahr angenommen[5].

Heute wird der Gemeindewald vom „Office national des forêts“ verwaltet[6]. Er ist heute eine von Vielen begehrte Fläche, die oft gegensätzliche Interessen verfolgen.

Am 26. Juli 2006 hat eine Feuersbrunst 90 Hektar Wald im Bereich der Gemeinden Brunoy und Montgeron zerstört. Vor allem Nadelwald war hiervon betroffen, weshalb man diesen Teil heute für die Öffentlichkeit gesperrt hat.

Schutzvorschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Erlass vom 15. Dez. 1995 hat man das Areal Sénart zum Schutzwald erklärt; es handelt sich dabei um eine Fläche von 3.410,4267 Hektar, wovon 3.325,043 im Departement Essonne (97,5 %) und 85,3837 (2,5 %) liegen[7].

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexis Martin, Les étapes d'un touriste en France : Promenades et excursions dans les environs de Paris, région du Sud, vol. III : Dourdan et la Vallée de l'Orge, Arpajon, Montlhéry, Longjumeau, Corbeil, De Seine-Port à Villeneuve-Saint-George, La forêt de Sénart, A. Hennuyer, Paris, 1897, 12. excursion : « Seine-Port, Morsang-sur-Seine, Saintry », chap. « Champrosay, forêt de Sénart, Draveil, Vigneux », p. 587–591
  • Jean-Charles Gatinot, À travers Montgeron, 2. partie : Blignery, Chalandray, la forêt de Sénart, etc., R. Muller, Brunoy, 1904
  • Robert de Courcel, Mémoires de la Société de l'histoire de Paris et de l'Île-de-France, tome L : La forêt de Sénart : Étude historique, Champion, Paris, 1930, 439 p.
  • Georges Coubard, Boussy-Saint-Antoine, Essonne, son site, son vieux village, son histoire, la forêt de Sénart, La Commune, Boussy-Saint-Antoine, 1966
  • Maurice Lahaye, Promenade entre l'Yerres et la forêt de Sénart : De Combs-la-Ville à Yerres, notes d'histoire locale, En équipe, Quincy-sous-Sénart, 1976, 184 p. ISBN 2-900827-01-9
  • Pierre Wittmer, Michel Chancelier, Françoise Faÿ-Chedeville, et al., La forêt de Sénart : Histoire et histoires (catalogue de l'exposition au musée de Brunoy du 12 juin au 22 novembre 1992), Musée de Brunoy, Brunoy, 1992, 134 p. ISBN 2-86343-015-7
  • Yoann Gauvry (dir.), Martin Barros, André Bourachot, et Alain Senée, Sénart, forêt retranchée : Mémoires et traces de la Grande Guerre (catalogue de l'exposition organisée par l'Office national des forêts à la Faisanderie de Sénart du 9 au 30 novembre 2008), Office national des forêts, Paris, 2008, 53 p. ISBN 978-2-84207-327-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Forêt de Sénart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charte forestière de territoire du massif de Sénart (Memento des Originals vom 21. November 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.onf.fr, [Office national des forêts|ONF], décembre 2003.
  2. Benoît Pisanu, Julie Marmet, Jean-Claude Beaucornu, et Jean-Louis Chapuis, « Diversité du cortège en Siphonaptères chez le tamia de Sibérie (Tamias sibiricus, Laxmann) introduit en forêt de Sénart (Île-de-France) », dans Parasite, vol. 15, n°1, 2008, p. 35-43.
  3. Jean-Louis Chapuis, James Joicey, et Laurent Tillon, actes du 13ième Forum des gestionnaires sur le thème Espèces exotiques envahissantes, une menace majeure pour la biodiversité, Muséum national d’histoire naturelle, 16 mars 2007, 31 p.
  4. Xavier de Buyer, «En forêt domaniale de Sénart : une exposition de sculpture en plein air», dans Revue forestière française, vol. XXIII, n° 6, 1971, p. 636–639.
  5. Bruno Maresca, « La fréquentation des forêts publiques en Île-de-France : Caractéristique des sorties et flux de visites des Franciliens (Memento des Originals vom 28. September 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.credoc.fr (PDF; 156 kB) », étude réalisée dans le cadre de l'évaluation du contrat de plan État-région 1994-1999 de l'Île-de-France, pour le département Évaluation des politiques publiques du CREDOC, juillet 2000.
  6. ONF
  7. Décret du 15 décembre 1995 portant classement comme forêt de protection de la forêt de Sénart, JORF n° 293 du 17 décembre 1995, p.18348, NOR AGRR9502493D, sur Légifrance.