Forbach (Moselle)

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Forbach
Wappen von Forbach
Forbach (Frankreich)
Forbach
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle
Kanton Forbach
Gemeindeverband Forbach Porte de France
Koordinaten 49° 11′ N, 6° 54′ OKoordinaten: 49° 11′ N, 6° 54′ O
Höhe 192–388 m
Fläche 16,32 km2
Einwohner 21.740 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 1.332 Einw./km2
Postleitzahl 57600
INSEE-Code
Website www.mairie-forbach.fr

Forbach, Blick auf den Schlossberg mit dem Saareck-Turm

Forbach (Aussprache frz. [fɔʀ'bak], dt. ['foʁbax], lothr. Fuerboch) ist eine französische Stadt im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen).

Forbach, Neofrühgotische Kirche St. Remigius von 1868 mit Weihedenkmal der Stadt Forbach an das Heiligste Herz Jesu von 1923 und Kriegergedenkstätte, die am 2. Juli 1961 durch Charles de Gaulle eingeweiht wurde
Forbach, Turm "Saareck" auf dem Schlossberg, 328 m Höhe über dem Meeresspiegel; Die ursprüngliche Burg vom Ende des 12./Anfang des 13. Jahrhunderts wurde während des Dreißigjährigen Krieges auf Befehl Ludwigs XIII. im Jahr 1634 zerstört. Der aktuelle oktogonale Turm wurde auf den Grundmauern des runden, mittelalterlichen Saareck-Turmes von 1437 durch Paul Tornow im Jahr 1891 errichtet.

Forbach ist der Hauptort des Arrondissements Forbach-Boulay-Moselle sowie des Kantons Forbach und ist mit 21.740 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) die drittgrößte Stadt im Département Moselle. Die Einwohner Forbachs heißen auf Französisch Forbachois(es) (Aussprache: fɔʁba'kwa(z)) und auf Deutsch Forbacher, Ihre Spitznamen sind „Die Kappelberger“ und „Die Eckesteher“.[1]

Die Stadt ist Sitz der Unterpräfektur.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forbach liegt im Westteil des Saarkohlebeckens (siehe Bergbau im Saarland) an einer europäischen Hauptverkehrsachse, zehn Kilometer von Saarbrücken und 60 Kilometer von Metz entfernt.

Nachbargemeinden von Forbach sind Saarbrücken (D, Stadtteil Gersweiler) im Norden, Schœneck und Stiring-Wendel im Nordosten, Spicheren und Etzling im Osten, Behren-lès-Forbach im Südosten, Œting im Süden, Morsbach im Südwesten, Großrosseln (D, Saarland) im Westen sowie Petite-Rosselle im Nordwesten.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der ursprünglichen Bevölkerung Forbachs und Einwanderern polnischer, italienischer, spanischer und portugiesischer Herkunft leben zahlreiche Menschen maghrebinischer Herkunft in Forbach und Umgebung. Ihre Vorfahren stammen aus ehemaligen französischen Kolonien in Nordafrika, insbesondere aus Französisch-Nordafrika (heute Teile von Algerien, Tunesien, Marokko und Libyen). Sie wurden von der seinerzeit blühenden ostlothringischen Montanindustrie als Arbeiter angeworben. Überwiegend muslimischen Glaubens bildeten sie mit ihren Nachkommen teilweise abgeschottete Gesellschaften, die auch heute noch nicht in vollem Umfang in die lothringische Gesellschaft integriert sind. Durch ihre zentrale Unterbringung in neu entstandenen Hochhausgebieten erfolgte eine gewisse Ghettoisierung, die Spannungen und soziale Probleme hervorrief bzw. sichtbar machte.

Im direkten Umfeld des lothringischen Montan-Oberzentrums Forbach wurden von den Betreibern der Kohlengruben im „Lothringer Kohlebecken“ (Bassin de Lorraine) Mitte der 1950er Jahre zahlreiche größere Siedlungen für die Montanarbeiter errichtet. Eine der umfangreichsten Siedlungen für Arbeiter mit nordafrikanischem Migrationshintergrund wurde in Farébersviller (deutsch: Pfarrebersweiler) erbaut. Die zwischen Forbach und Freyming-Merlebach gelegene, dörflich strukturierte Gemeinde hatte im Jahr 1954 etwa 600 Einwohner. Nach dem Bau von großen Arbeitersiedlungen wuchs die Bevölkerung bis zu einem Höchststand von 8450 Einwohnern (1962) an. Die eingewanderten Arbeiter und ihre Familien waren überwiegend muslimischen Glaubens. Sie bauten sich in den 70er Jahren ein eigenes Kulturzentrum mit einer weithin sichtbaren Moschee, eine im ostfranzösischen Raum singuläre Situation.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009
Einwohner 21.704 23.120 25.244 27.187 27.076 22.784 21.595

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Sehenswürdigkeiten sind die Burg von Forbach und die Heilig-Kreuz-Kapelle. Darüber hinaus ist auch die Protestantische Pfarrkirche aufgrund ihrer zahlreichen architektonisch-stilistischen Besonderheiten sehenswert.

Die Forbacher Nationalbühne "Le Carreau – Scène Nationale de Forbach et de l’Est mosellan" gehört zu den 70 französischen Nationalbühnen. Der Bertolt-Brecht-Saal der Forbacher Nationalbühne ist mit 737 Plätzen einer der größten und am besten ausgestatteten Theatersäle in Lothringen. Die Bühnenöffnung hat eine Breite von ca. 25 m und eine Höhe von 18 m. Der Heiner-Müller-Saal ist mit einer flexiblen Zuschauertribüne von 104 bis 120 Plätzen ausgestattet.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grenzübergreifende Wirtschaftsregion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als benachbarte Grenzstädte haben sich Saarbrücken und Forbach zu einer europaweit vorbildlichen Kooperation entschlossen. Mit der Schaffung des gemeinsamen grenzübergreifenden Gewerbegebietes Eurozone Saarbrücken–Forbach auf einer Fläche von etwa 100 Hektar (= 1 km²) wurde ein Zeichen gesetzt für das wirtschaftliche Zusammenwachsen in einem geeinten Europa. Der grenzüberschreitende Gewerbe- und Dienstleistungspark wurde und wird von der Europäischen Union finanziell gefördert und von den Städten Saarbrücken und Forbach gemeinsam erschlossen und vermarktet.

Sendeanlage Kreutzberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem zu Forbach gehörenden Kreutzberg (380 Meter) befindet sich eine Sendeanlage für UKW-Radio und das französische Fernsehen (Turmspitze: 455 Meter).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Forbach an der Bahnstrecke Saarbrücken–Rémilly liegt am Eisenbahnkorridor (Paris–) MetzSaarbrücken (–KaiserslauternMannheimFrankfurt (Main)). Die Strecke Paris–Lorraine (LGV Est européenne) wurde als Schnellfahrstrecke ausgebaut. Der Bahnhof wurde im Zuge dieser Beschleunigungsmaßnahmen seit Sommer 2006 den Bedürfnissen angepasst. Am 16. September 2006 wurde ein ICE 3MF auf den Namen Forbach-Lorraine getauft. Seit Juni 2007 halten in Forbach ICE-Züge der Strecke Frankfurt (Main)–Paris einmal täglich.

Außerdem verkehren stündlich Regionalzüge in Richtung Metz sowie mehrmals täglich nach Saarbrücken.

Panoramabild des Bahnhofs. Das ursprünglich aus mehreren Gebäuden bestehende Empfangsgebäude mit dem Hausbahnsteig

Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt und in das Umland sowie über die deutsch-französische Grenze ins Stadtgebiet von Saarbrücken verkehren mehrere Buslinien, von denen die meisten den Busbahnhof Forbach (am Bahnhof Forbach) anfahren:[3]

Nr. betrieben von Forbus
01 Brême d’OrPetite-Rosselle
02 Habsterdick – Lycée Blaise Pascal
03 Bellevue – Forbach Gare Routière – Wiesberg
04 Bruch – Forbach Gare Routière – Wiesberg
05 Schœneck – Forbach Gare Routière – Œting
06 Petite Forêt – Forbach Gare Routière
07 Behren – Forbach Gare Routière
08 Alsting-Spicheren-Etzling – Forbach Gare Routière
11 Petite-RossellePetite-Rosselle
Nr. grenzüberschreitend, gemeinsam betrieben mit Saarbahn GmbH
30 Forbach Gare Routière – Brême d'OrMessegeländeSaarbrücken Hbf

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt durch das Stadtgebiet führt die 15 Kilometer lange Autoroute A320, die die Autoroute A4 (Straßburg–Metz) bei Freyming-Merlebach mit der A 6 am Grenzübergang Goldene Bremm bei Saarbrücken verbindet. Dort endet auch die Route nationale 3 von Paris-Porte de Pantin, einst ein Teil der unter Napoléon Bonaparte ausgebauten Kaiserstraße nach Mainz.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forbach ist vorwiegend katholisch geprägt, aber auch eine protestantisch-lutherische Kirche sowie eine ehemalige Synagoge existieren in der Stadt.

Liste der Sakralbauten in Forbach

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus der Stadt Forbach

Bürgermeister von Forbach ist seit 2008 der Sozialist Laurent Kalinowski (Parti Socialiste <PS>).[4] Er kandidierte in den Kommunalwahlen 2014 gegen seinen Kontrahenten Florian Philippot (Front National <FN>) und gewann in einer Stichwahl am 30. März 2014 mit 47,73 Prozent deutlich gegen Philippot (35 Prozent)[5].

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekanntester Sportverein der Stadt ist die 1909 gegründete Union Sportive. Von 1957 bis 1966 spielten ihre Fußballer sogar in der zweiten französischen Liga. Ihre Heimbegegnungen tragen sie im Stade du Schlossberg aus.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seit 1964 besteht eine Städtepartnerschaft mit der Mittelstadt Völklingen, der viertgrößten Stadt im Saarland und seit 2011 mit der italienischen Stadt Ravanusa auf Sizilien.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Gapp (1766–1833), französischer katholischer Priester und Gründer eines Schwesternordens in Homburg (Saar); verlegte das Mutterhaus seines Ordens 1821 nach Forbach, starb hier 1833 und wurde auch hier beigesetzt

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cercle Die Furbacher. In: Histoire locale de Forbach. Nr. 62, 2008.
  2. http://carreau-forbach.com/de/le-carreau/das-theater/, abgerufen am 8. September 2017.
  3. Régie des Transports de l’Agglomération Forbach Porte de France: Plan de Reseau. Stand 2011.
  4. 3sat.de
  5. saarbruecker-zeitung.de Saarbrücker Zeitung Online abgerufen am 31. März 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Forbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien