Forbach (Moselle)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lückenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
Geschichte fehlt.
Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.
Forbach
Wappen von Forbach
Forbach (Frankreich)
Forbach
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle
Kanton Forbach (Hauptort)
Gemeindeverband Forbach Porte de France
Koordinaten 49° 11′ N, 6° 54′ OKoordinaten: 49° 11′ N, 6° 54′ O
Höhe 192–388 m
Fläche 16,32 km2
Einwohner 21.639 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 1.326 Einw./km2
Postleitzahl 57600
INSEE-Code
Website www.mairie-forbach.fr

Forbach, Blick auf den Schlossberg (auch Kappelberg genannt) mit dem Saareck-Turm

Forbach (Aussprache frz. [fɔʀ'bak], dt. ['foʁbax], lothr. Fuerboch) ist eine französische Stadt im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen).

Forbach, Neofrühgotische Kirche St. Remigius von 1868 mit Weihedenkmal der Stadt Forbach an das Heiligste Herz Jesu von 1923 und Kriegergedenkstätte, die am 2. Juli 1961 durch Charles de Gaulle eingeweiht wurde
Forbach, Turm "Saareck" auf dem Schlossberg, 328 m Höhe über dem Meeresspiegel; Die ursprüngliche Burg vom Ende des 12./Anfang des 13. Jahrhunderts wurde während des Dreißigjährigen Krieges auf Befehl Ludwigs XIII. im Jahr 1634 zerstört. Der aktuelle oktogonale Turm wurde auf den Grundmauern des runden, mittelalterlichen Saareck-Turmes von 1437 durch Paul Tornow im Jahr 1891 errichtet.

Forbach ist der Hauptort des Arrondissements Forbach-Boulay-Moselle sowie des Kantons Forbach und ist mit 21.639 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) die drittgrößte Stadt im Département Moselle. Die Stadt ist Sitz einer Unterpräfektur. Das Stadtzentrum Forbachs ist etwa 5 km von der deutschen Grenze entfernt, die hier die Gemarkungsgrenze der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken bildet. Forbach liegt etwa 60 km von Metz sowie ca. 90 km von Luxemburg (Stadt) entfernt.

Die Einwohner Forbachs heißen auf Französisch Forbachois(es) (Aussprache: fɔʁba'kwa(z)) und auf Deutsch Forbacher; ihre Spitznamen sind „Die Kappelberger“ und „Die Eckesteher“.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forbach liegt im Westteil des Saarkohlebeckens (siehe Bergbau im Saarland) an einer europäischen Hauptverkehrsachse.

Nachbargemeinden von Forbach sind Saarbrücken (D, Stadtteil Gersweiler) im Norden, Schœneck und Stiring-Wendel im Nordosten, Spicheren und Etzling im Osten, Behren-lès-Forbach im Südosten, Œting im Süden, Morsbach im Südwesten, Großrosseln (D, Saarland) im Westen sowie Petite-Rosselle im Nordwesten.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der ursprünglichen Bevölkerung Forbachs und Einwanderern polnischer, italienischer, spanischer und portugiesischer Herkunft leben zahlreiche Menschen maghrebinischer Herkunft in Forbach und Umgebung, mit Vorfahren aus dem ehemaligen Französisch-Nordafrika (heute Teile von Algerien, Tunesien, Marokko und Libyen). Sie wurden von der seinerzeit blühenden ostlothringischen Montanindustrie als Arbeiter angeworben. Überwiegend muslimischen Glaubens bildeten sie mit ihren Nachkommen teilweise abgeschottete Gesellschaften, die auch heute noch nicht in vollem Umfang in die lothringische Gesellschaft integriert sind. Durch ihre zentrale Unterbringung in neu entstandenen Hochhausgebieten erfolgte eine gewisse Ghettoisierung, die Spannungen und soziale Probleme hervorrief bzw. sichtbar machte.

Im direkten Umfeld des lothringischen Montan-Oberzentrums Forbach wurden von den Betreibern der Kohlengruben im „Lothringer Kohlebecken“ (Bassin de Lorraine) Mitte der 1950er Jahre zahlreiche größere Siedlungen für die Montanarbeiter errichtet. Eine der umfangreichsten Siedlungen für Arbeiter mit nordafrikanischem Migrationshintergrund wurde in Farébersviller (deutsch: Pfarrebersweiler) erbaut. Die zwischen Forbach und Freyming-Merlebach gelegene, dörflich strukturierte Gemeinde hatte im Jahr 1954 etwa 600 Einwohner. Nach dem Bau von großen Arbeitersiedlungen wuchs die Bevölkerung bis zu einem Höchststand von 8450 Einwohnern (1962) an. Die eingewanderten Arbeiter und ihre Familien waren überwiegend muslimischen Glaubens. Sie bauten sich in den 70er Jahren ein eigenes Kulturzentrum mit einer weithin sichtbaren Moschee, eine im ostfranzösischen Raum singuläre Situation.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009
Einwohner 21.704 23.120 25.244 27.187 27.076 22.784 21.595

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Sehenswürdigkeiten sind die Burg von Forbach und die Heilig-Kreuz-Kapelle. Darüber hinaus ist auch die Protestantische Pfarrkirche aufgrund ihrer zahlreichen architektonisch-stilistischen Besonderheiten sehenswert.

Die Ruinen der mittelalterlichen Burganlage auf dem Kappelberg/Schlossberg wurden im Jahr 1886 durch den Forbacher Industriellen Gustav Jacob Adt zur privaten Nutzung aufgekauft. Der Berg wurde danach zu einer privaten Parkanlage umgestaltet und die Grundmauern der Forbacher Burgruine in sechsjähriger archäologischer Grabung durch den Forbacher Gymnasialprofessor Max Besler freigelegt. Danach beauftragte man im Jahr 1891 den Metzer Dombaumeister und lothringischen Denkmalpfleger Paul Tornow mit der Bauleitung für einen historisierenden Neubau des mittelalterlichen Burgturmes, dessen runde Grundmauern bei der Grabung freigelegt worden waren. Tornow setzte auf die runden Grundmauern einen neogotischen achteckiger Aussichtsturm und errichtete daneben einen neogotischen Festsaal. Die Anlage erhielt den Namen "Saareck". Etwa zweihundert Meter unterhalb der Saareck-Anlage ließ Gustav Jakob Adt in den Jahren 1901 bis 1906 den sogenannten "Burghof" als landwirtschaftlichen Gutshof ebenfalls im mittelaltlerlich-historisierenden Stil erbauen. Zu Ehren von Reichskanzler Otto von Bismarck ließ er darüber hinaus ein Denkmal im Schlosspark aufstellen.[2] Die gesamte Anlage auf dem Schloßberg wurde nach der Niederlage des Deutschen Reiches im Zweiten Weltkrieg enteignet und befindet sich aktuell im Besitz der Stadt Forbach. Der sogenannte "Burghof" wird heute als Veranstaltungs- und Tagungszentrum der Stadt Forbach genutzt.

Die Forbacher Nationalbühne "Le Carreau – Scène Nationale de Forbach et de l’Est mosellan" gehört zu den 70 französischen Nationalbühnen. Der Bertolt-Brecht-Saal der Forbacher Nationalbühne ist mit 737 Plätzen einer der größten und am besten ausgestatteten Theatersäle in Lothringen. Die Bühnenöffnung hat eine Breite von ca. 25 m und eine Höhe von 18 m. Der Heiner-Müller-Saal ist mit einer flexiblen Zuschauertribüne von 104 bis 120 Plätzen ausgestattet.[3]

Sakralbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forbach ist vorwiegend katholisch geprägt und gehört zum Bistum Metz, aber auch eine protestantisch-lutherische Kirche sowie eine ehemalige Synagoge existieren in der Stadt.

Die Forbacher Remigiuskirche ist die größte Kirche des Ortes und wurde in den Jahren 1866 bis 1868 durch den Saargemünder Architekten Charles Desgranges erbaut. Sie ersetzt eine frühere Kirche, die infolge der Industrialisierung für die gewachsene Bevölkerung des Ortes zu klein geworden war. Das neofrühgotische Sakralgebäude wurde am 21. Oktober 1868 durch den Metzer Bischof Paul Dupont des Loges eingeweiht. Das Patrozinium des heiligen Remigius von Reims erinnert an den Reimser Bischof, der an der Wende vom fünften zum sechsten Jahrhundert den zuvor heidnischen Frankenkönig Chlodwig I. taufte. Da die Kirche und der Ort im Ersten Weltkrieg vor größeren Zerstörungen weitgehend verschont worden waren, errichtete man als Votivgabe im Jahr 1923 vor dem Portal eine Herz-Jesu-Statue. Als die Statue im Jahr 1943 zu Kriegszwecken im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen werden sollte, kam es zu Protesten der Forbacher Bevölkerung, sodass die deutschen Besatzer von der Aktion absahen. Allerdings mussten fünf der vier Glocken des Turmgeläutes von St. Remigius abgegeben werden. Im Jahr 1949 konnten die eingeschmolzenen Glocken durch Neugüsse ersetzt werden. Die Remigiuskirche wurde in den Jahren 1988 und 1995 restauriert. Reparaturarbeiten an der aktuellen Emporen-Orgel des Jahres 1964 erfolgten in den Jahren 1998 bis 2000. Die Orgel ist ein Werk von Theo Haerpfer aus Boulay.[4]

Hauptartikel: Synagoge (Forbach)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grenzübergreifende Wirtschaftsregion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als benachbarte Grenzstädte haben sich Saarbrücken und Forbach zu einer europaweit vorbildlichen Kooperation entschlossen. Mit der Schaffung des gemeinsamen grenzübergreifenden Gewerbegebietes Eurozone Saarbrücken–Forbach auf einer Fläche von etwa 100 Hektar (= 1 km²) wurde ein Zeichen gesetzt für das wirtschaftliche Zusammenwachsen in einem geeinten Europa. Der grenzüberschreitende Gewerbe- und Dienstleistungspark wurde und wird von der Europäischen Union finanziell gefördert und von den Städten Saarbrücken und Forbach gemeinsam erschlossen und vermarktet.

Sendeanlage Kreutzberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem zu Forbach gehörenden Kreutzberg (380 Meter) befindet sich eine Sendeanlage für UKW-Radio und das französische Fernsehen (Turmspitze: 455 Meter).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Forbach an der Bahnstrecke Saarbrücken–Rémilly liegt am Eisenbahnkorridor (Paris–) MetzSaarbrücken (–KaiserslauternMannheimFrankfurt (Main)). Die Strecke Paris–Lorraine (LGV Est européenne) wurde als Schnellfahrstrecke ausgebaut. Der Bahnhof wurde im Zuge dieser Beschleunigungsmaßnahmen seit Sommer 2006 den Bedürfnissen angepasst. Am 16. September 2006 wurde ein ICE 3MF auf den Namen Forbach-Lorraine getauft. Seit Juni 2007 halten in Forbach ICE-Züge der Strecke Frankfurt (Main)–Paris einmal täglich.

Außerdem verkehren stündlich Regionalzüge in Richtung Metz sowie mehrmals täglich nach Saarbrücken.

Panoramabild des Bahnhofs. Das ursprünglich aus mehreren Gebäuden bestehende Empfangsgebäude mit dem Hausbahnsteig

Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt und in das Umland sowie über die deutsch-französische Grenze ins Stadtgebiet von Saarbrücken verkehren mehrere Buslinien, von denen die meisten den Busbahnhof Forbach (am Bahnhof Forbach) anfahren:[5]

Nr. betrieben von Forbus
01 Brême d’OrPetite-Rosselle
02 Habsterdick – Lycée Blaise Pascal
03 Bellevue – Forbach Gare Routière – Wiesberg
04 Bruch – Forbach Gare Routière – Wiesberg
05 Schœneck – Forbach Gare Routière – Œting
06 Petite Forêt – Forbach Gare Routière
07 Behren – Forbach Gare Routière
08 Alsting-Spicheren-Etzling – Forbach Gare Routière
11 Petite-RossellePetite-Rosselle
Nr. grenzüberschreitend, gemeinsam betrieben mit Saarbahn GmbH
30 Forbach Gare Routière – Brême d'OrMessegeländeSaarbrücken Hbf

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt durch das Stadtgebiet führt die 15 Kilometer lange Autoroute A320, die die Autoroute A4 (Straßburg–Metz) bei Freyming-Merlebach mit der A 6 am Grenzübergang Goldene Bremm bei Saarbrücken verbindet. Dort endet auch die Route nationale 3 von Paris-Porte de Pantin, einst ein Teil der unter Napoléon Bonaparte ausgebauten Kaiserstraße nach Mainz.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus der Stadt Forbach

Bürgermeister von Forbach ist seit 2008 der Sozialist Laurent Kalinowski (Parti Socialiste <PS>).[6] Er kandidierte in den Kommunalwahlen 2014 gegen seinen Kontrahenten Florian Philippot (Front National <FN>) und gewann in einer Stichwahl am 30. März 2014 mit 47,73 Prozent deutlich gegen Philippot (35 Prozent)[7].

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seit 1964 besteht eine Städtepartnerschaft mit der Mittelstadt Völklingen, der viertgrößten Stadt im Saarland und seit 2011 mit der italienischen Stadt Ravanusa auf Sizilien.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekanntester Sportverein der Stadt ist die 1909 gegründete Union Sportive. Von 1957 bis 1966 spielten ihre Fußballer sogar in der zweiten französischen Liga. Ihre Heimbegegnungen tragen sie im Stade du Schlossberg aus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort wirkten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Gapp (1766–1833), französischer katholischer Priester und Gründer eines Schwesternordens in Homburg (Saar); verlegte das Mutterhaus seines Ordens 1821 nach Forbach, starb hier 1833 und wurde auch hier beigesetzt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Adt: Aus meinem Leben und der Geschichte der Firma Gebr. Adt, Bad Orb 1978.
  • Max Besler: Die Forbacher Mundart und ihre französischen Bestandteile, Forbach 1900.
  • Max Besler: Geschichte des Schlosses, der Herrschaft und der Stadt Forbach, o.O. 1913.
  • Ewald Crusius: Die Veränderungen der Volksdichte in den lothringischen Kreisen Forbach und Saargemünd 1801–1910, Metz 1913.
  • Henri Wilmin: Les Adt et leurs industries, Sonderdruck aus: Annales de l’Est 13 (1962) 3, in deutscher Fassung und unter deutschem Titel: Hans Adt (Hrsg.), Axel Polletti (Übers.), Henri Wilmin: Die Familie Adt in Forbach, Bad Orb 1979.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cercle Die Furbacher. In: Histoire locale de Forbach. Nr. 62, 2008.
  2. Max Besler: Geschichte des Schlosses, der Herrschaft und der Stadt Forbach, o.O. 1913.
  3. http://carreau-forbach.com/de/le-carreau/das-theater/, abgerufen am 8. September 2017.
  4. http://archive.wikiwix.com/cache/?url=http%3A%2F%2Fwww.un-forbachois.net%2FSite2004%2FForbach%2FDie_Furbarer%2FDocuments%2FRemi.pdf, abgerufen am 27. Januar 2018.
  5. Régie des Transports de l’Agglomération Forbach Porte de France: Plan de Reseau. Stand 2011.
  6. 3sat.de
  7. saarbruecker-zeitung.de@1@2Vorlage:Toter Link/www.saarbruecker-zeitung.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Saarbrücker Zeitung Online abgerufen am 31. März 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Forbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien