Forchtenstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Forchtenstein
Wappen Österreichkarte
Wappen von Forchtenstein
Forchtenstein (Österreich)
Forchtenstein
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Mattersburg
Kfz-Kennzeichen: MA
Fläche: 16,57 km²
Koordinaten: 47° 43′ N, 16° 20′ OKoordinaten: 47° 42′ 41″ N, 16° 20′ 29″ O
Höhe: 343 m ü. A.
Einwohner: 2.810 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 7212
Vorwahl: 02626
Gemeindekennziffer: 1 06 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Forchtenstein
7212 Forchtenstein
Website: www.forchtenstein.at/
Politik
Bürgermeisterin: Friederike Reismüller (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(23 Mitglieder)
11
9
3
11 
Insgesamt 23 Sitze
Lage der Gemeinde Forchtenstein im Bezirk Mattersburg
AntauBad SauerbrunnBaumgartenDraßburgForchtensteinHirmKrensdorfLoipersbachMarzMattersburgNeudörflPöttelsdorfPöttschingRohrbach bei MattersburgSchattendorfSieggrabenSigleßWiesenZemendorf-StötteraBurgenlandLage der Gemeinde Forchtenstein im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Luftaufnahme der Burg Forchtenstein
Luftaufnahme der Burg Forchtenstein
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Forchtenstein (ungarisch: Fraknó, kroatisch: Fortnava) ist eine Gemeinde im Bezirk Mattersburg im Burgenland (Österreich), dem früheren Deutsch-Westungarn, mit 2810 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Forchtenstein ist vor allem durch die dominante Burg bekannt.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forchtenstein ist eine Gemeinde, die aus dem Zusammenschluss der früher selbständigen Gemeinden und nunmehrigen Katastralgemeinden Forchtenau und Neustift an der Rosalia entstanden ist.

Die Burg Forchtenstein, die historisch von großer Bedeutung ist, beherrscht den landschaftlichen Umkreis der Gemeinde und markiert durch ihren felsigen Untergrund einen geologischen Übergang zum Rosaliengebirge. Hier liegt auch das Quellgebiet der Wulka, die nach Nordosten zum Neusiedlersee fließt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiesen
(Bez. Mattersburg, Bgld.)
Lanzenkirchen
(Niederösterreich)
Nachbargemeinden Mattersburg
(Bez. Mattersburg, Bgld.)
Hochwolkersdorf
(Niederösterreich)
Mattersburg
(Bez. Mattersburg, Bgld.)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der römischen Annexion war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später, nach der Eingliederung des Gebietes in das Römische Reich, wurde das heutige Forchtenstein der Provinz Pannonia administrativ zugeordnet. Der wechselvolle Zeitverlauf beließ es nach der ungarischen Landnahme um 900 bei den ungarischen Stammlanden.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 mussten auch die einheimischen Deutschen und Kroaten aufgrund der Magyarisierungspolitik der Budapester Regierung den ungarischen Ortsnamen Fraknó verwenden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs - als die Monarchie Österreich-Ungarn zerfiel, wurde Deutsch-Westungarn 1919 nach zähen Verhandlungen aufgrund der Verträge von St. Germain und Trianon Österreich zugesprochen. Der Ort gehört zu dem 1921 neu gegründeten Bundesland „Burgenland“ (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

1971 wurden die beiden bis dahin eigenständigen Gemeinden Forchtenau und Neustift an der Rosalia zusammengelegt. Bis 1972 hieß die Gemeinde Forchtenstein noch Forchtenau (vermutlich nach der Au am Fuße des Burgberges).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsplan von Forchtenstein


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl
 %
50
40
30
20
10
0
48,37 %
(-1,30 %p)
39,08 %
(+5,78 %p)
12,54 %
(+1,35 %p)
n. k.
(-5,84 %p)
2012

2017

Gemeindeamt Forchtenstein

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 23 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[2] 2012[3] 2007[4] 2002[5] 1997[5]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
SPÖ 833 48,37 11 901 49,67 12 895 48,40 11 934 52,86 13 785 47,40 11
ÖVP 673 39,08 9 604 33,30 8 751 40,62 10 698 39,50 9 nicht kandidiert
FPÖ 216 12,54 3 203 11,19 2 159 8,60 2 135 7,64 1 175 10,57 2
Grüne nicht kandidiert 106 5,84 1 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
FBL nicht kandidiert nicht kandidiert 44 2,38 0 nicht kandidiert nicht kandidiert
BL BIRINGER nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 696 42,03 10
Wahlberechtigte 2597 2510 2518 2455 2384
Wahlbeteiligung 76,05 % 80,80 % 80,50 % 81,14 % 83,39 %

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Bürgermeisterin Friederike Reismüller (SPÖ) und dem Vizebürgermeister Josef Neusteurer (ÖVP) gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Hans Gerald Gruber (SPÖ), Markus Pinter (ÖVP) und Anna Strodl (SPÖ) dem Gemeindevorstand an.[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin ist Friederike Reismüller (SPÖ), die seit 1997, nachdem sie Gmasz (NL) abgelöst hat, der Gemeinde vorsteht. Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2017 konnte sie sich gleich im ersten Wahlgang mit 53,81 % gegen ihre beiden Mitbewerber Josef Neusteurer (ÖVP, 35,55 %) und Christian Spuller (FPÖ, 10,64 %) klar durchsetzen.[2] Reismüller geht damit in ihre fünfte Periode als Bürgermeisterin. Neusteurer wurde im Rahmen der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats zum Vizebürgermeister gewählt.

Amtsleiter ist Hermann Wessely.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Untere Edelhof aus 1627 war Sitz der Grafschaftsverwaltung Esterházy
Heilige Stiege aus 1719 im Zubau zur Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Sie ist der Scala Santa in Rom nachempfunden.
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Forchtenstein
  • Burg Forchtenstein: Die Burg wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts unter den Grafen von Mattersdorf-Forchtenstein als ungarische Grenzburg errichtet, diente sie in den Türkenkriegen als wichtiges Bollwerk. Seit dem frühen 17. Jahrhundert in Besitz der Esterházy. Kern der gewaltigen Burganlage ist das Hochschloss, das im 17. Jahrhundert seine heutige Form erhielt, unter anderem mit barocker Burgkirche (Wallfahrtskirche hl. Rosalia). Die Burg beherbergt mehrere Dauerausstellungen, die – neben den Ausstellungen im Schloss Esterházy in Eisenstadt – die Geschichte und Schätze des alten Adelsgeschlechtes Esterházy zeigen – deshalb trägt die Burg auch die Bezeichnung „Tresor der Esterházy“.
    • Esterházy-Schatzkammer: einzig komplett erhaltene barocke Kunst- und Wunderkammer in Europa mit Objekten aus Gold, Elfenbein und wertvollen Steinen, Automaten und exotischen Tierpräparaten
    • Esterházy-Ahnengalerie: in den Repräsentationsräumen der Burg befindet sich die größte barocke Ahnenbilder-Galerie Mitteleuropas und die in Europa einzige erhaltene Sammlung von Silbermöbeln aus dem Barock
    • Zeughaus und Waffensammlung: ehemaliges fürstliches Zeughaus, heute die größte private Waffensammlung Österreichs
  • Pfarrkirche Forchtenstein: 1347 geweiht, im 18. Jahrhundert Errichtung des Zubaus der „Heiligen Stiege“ – ein Nachbau der Scala Santa in Rom; sie wurde in den letzten Jahren renoviert.
  • Rosalienkapelle
  • Servitenkloster, ehem. Kloster des Ordens Sevitorum Mariae bei der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt
  • Unterer Edelhof, Hauptstraße 75
  • Bildstock, Hauptstraße 89
  • Flur-/Wegkapelle, mit Figur hl. Johannes Nepomuk, Neustiftgasse 1
  • Pest-/Dreifaltigkeitssäule, Gnadenstuhl, Neustiftgasse 1
  • Reptilienzoo Forchtenstein
  • Naturpark Rosalia-Kogelberg

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Forchtenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nicht zu verwechseln mit Schloss Forchtenstein in der Marktgemeinde Neumarkt in Steiermark.
  2. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Forchtenstein 2017 (abgerufen am 5. Dezember 2017)
  3. Land Burgenland: Wahlergebnis Forchtenstein 2012 (abgerufen am 5. Dezember 2017)
  4. Land Burgenland: Wahlergebnis Forchtenstein 2007 (abgerufen am 5. Dezember 2017)
  5. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Forchtenstein 2002 (abgerufen am 5. Dezember 2017)
  6. Gemeinde Forchtenstein: Gemeindevorstand (abgerufen am 5. Dezember 2017)
  7. Gemeinde Forchtenstein: Amtsleitung (abgerufen am 5. Dezember 2017)