Ford B3000 S, V3000S, V3000A

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Ford
Ford T 098
Ford T 098
V 3000 S / B 3000 S / V 3000 A
Hersteller: Ford Deutschland
Produktionszeitraum: 1941–1948
Vorgängermodell: Ford BB
Nachfolgemodell: Ford Ruhr
Ford Rhein
Technische Daten
Motoren: Ottomotoren:
3,3–3,9 Liter
(38–66 kW)
Nutzlast: 3,0 t

Die Lkw Ford V 3000 S, B 3000 S und V 3000 A wurden ab 1941 von der Ford-Werke AG im Werk Köln-Niehl gebaut. Sie basierten auf dem 1940 vom Ford-Mutterkonzern in Detroit (USA) präsentierten Ford Typ T 098/099 mit V8-Ottomotor (Hubraum 239 Kubikzoll/3,9 Liter; Leistung 95 PS). In den USA und Kanada baute Ford ab 1941 die auch als Kastenwagenversion erhältliche Serie Ford Six and Eight mit geringerer Nutzlast.

Auch nach der Kriegserklärung Deutschlands an die USA im Dezember 1941 setzte Ford Deutschland die Produktion unverändert fort, jedoch wurde 1942 der parallel gebaute Typ Ford 77-81 („Barrel Nose Truck“) mangels Teilelieferung aus den USA eingestellt. Für den Einsatz in der Wehrmacht wurden die Lkw mit verschiedenen Aufbauten und Rüstsätzen geliefert. Grundmodell war der V 3000 S (Standard mit 3,9-Liter-V8, Hinterradantrieb), später ergänzt vom V 3000 A (Allradantrieb) sowie dem kleineren B 3000 S mit 3,3-Liter-Vierzylindermotor und 52 PS.

In den Commonwealth-Ländern Kanada, Australien und Großbritannien (als WOC1 Light Truck) gab es sogar 3-achsige 6x4- und 6x6-Typen mit Allradantrieb von Marmon-Herrington, anderer Frontscheibe und z. T. in die Kotflügel integrierten Scheinwerfern. So kam es zu der Situation, dass die Ford-Lkw als „Beutefahrzeuge“ sowohl von den Alliierten als auch von der Wehrmacht verwendet wurden und auch durch passende Ersatzteile versorgt werden konnten.

Einsatz bei der Wehrmacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Versuch, die Typenvielfalt der von Wehrmacht und Industrie benötigten LKW zu reduzieren, führte mit dem 1939 aufgestellten Schell-Plan zur Entscheidung, im Deutschen Reich ab dem 1. Januar 1940 die Lkw-Produktion zu vereinheitlichen. Ziel war es, durch Standardisierung und Vereinfachung kriegswichtige Ressourcen effizienter zu nutzen und durch Vereinheitlichung der Ersatzteile die Versorgung und Instandsetzung vor allem für die Truppe an der Front zu vereinfachen. Ergebnis war der Einheits-Lkw 3 Tonnen, auf den Ford Deutschland die eigene, vom Mutterkonzern vorgegebene Typenpalette entsprechend ausrichten musste.

Daher wurden den in Deutschland, vor allem als Ford V 3000 S, gebauten Fahrzeugen Geschütze auf die Ladefläche montiert, andere fuhren als Funk- oder Sanitätskraftwagen, z. T. mit Kofferaufbau. Karosse und Aufbauten der Einheits-LKW wurden bei zunehmender Rohstoffknappheit stetig vereinfacht; so wurden flachere Kotflügel und schließlich die aus Holz gefertigten „Einheits-Fahrerhäuser“ verwendet. Der Kühlergrill wurde nach oben erweitert. Typisches Erkennungszeichen für den Ford V 3000 S blieb die gewölbte Motorhaube.

Die Einheits-Lkw von Ford erwiesen sich als zuverlässig und den Kriegseinsatzbedingungen in Westeuropa gewachsen. Äußerst schwierig war die Verwendung im Ostfeldzug. Das schlecht ausgebaute Straßennetz und vor allem die langen Schlammperioden (Rasputiza) in Frühjahr und Herbst waren jedoch für alle nicht allradgetriebenen Fahrzeuge und deren Fahrer eine äußerste Herausforderung.

Ford V 3000 S der Division Großdeutschland fährt an einer Verpflegungsausgabestelle in Russland vor

Zunächst durch Improvisation der Truppe – eine Einheit der Waffen-SS hatte im Winter 1941/42 einen Dreitonner-Ford-Lkw behelfsmäßig auf das Carden-Lloyd-Kettenlaufwerk eines erbeuteten British Universal Carrier (BUC) gesetzt – entstand auf Basis des Ford V 3000 S auch der Gleisketten-Lkw Ford V 3000 S/SSM „Maultier“ (Sd.Kfz. 3b).

Ein Fahrzeug des Typs Ford V 3000 S ist im PS-Speicher (Einbeck) ausgestellt.[1]

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz kriegsbedingter Einschränkungen gelang es den deutschen Ford-Werken, bereits am 8. Mai 1945 die Produktion im Kölner Werk wieder anlaufen zu lassen. 1948 lösten der Ford Rhein (mit V8-Motor) und der Ford Ruhr (mit Vierzylindermotor) die Modellreihe ab. Die Produktion in den anderen Ländern in den USA, Kanada und Australien wurde kurz nach dem Kriegsende in Deutschland eingestellt, die kleinere Reihe Ford Six and Eight wurde noch bis 1947 fortgesetzt und durch die Ford F-Serie ersetzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Frank: Waffen-Arsenal, Band 123: Ford im Kriege. Podzun-Pallas, Friedberg 1990, ISBN 3-7909-0394-9.
  • Werner Oswald: Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr, Motorbuch Verlag, Stuttgart 1982
  • Bart Vanderveen: "Historic Military Vehicles Directory", "After the Battle" publication (1989)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • [2] und [3] Fotos und technische Daten, 17. März 2012
  • [4] Kfz der Wehrmacht, 17. März 2012

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. zum Umzug siehe [1] 11. Juli 2017