Ford Fiesta

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Ford Fiesta
Produktionszeitraum: seit 1976
Klasse: Kleinwagen
Karosserieversionen: Kombilimousine, Limousine, Kastenwagen
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Ford Fiesta ist ein weltweit vertriebenes Pkw-Modell des Automobilherstellers Ford. Der Kleinwagen wird seit Mai 1976 gebaut, bisher wurden weltweit mehr als 15 Millionen Fahrzeuge produziert.[1] Im Laufe der Zeit wurde der Fiesta immer wieder technisch verbessert und neu gestaltet, allerdings handelt es sich nicht bei jeder Modifizierungsmaßnahme zwangsläufig um ein neues Modell.

Seit Oktober 2008 ist der Fiesta in der siebten Modellgeneration erhältlich. Aufgrund einer anderen Zählweise bei den Überarbeitungen spricht man teilweise, unter anderem in Großbritannien, von der sechsten Generation.[2]

Fiesta ’76 (1976–1983)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ford Fiesta ’76
Hauptartikel: Ford Fiesta ’76

Der Fiesta ’76 war das erste Fahrzeug der Baureihe des Ford Fiesta. Unter dem Eindruck der ersten Ölkrise begann man bei Ford – ebenso wie bei vielen europäischen Mitbewerbern – mit der Entwicklung eines kleinen und sparsamen Fahrzeugs. Mit dem quer eingebauten Motor und dem Frontantriebskonzept wich Ford vom bisherigen Antriebskonzept innerhalb des Konzerns ab. Das bisher kleinste angebotene Fahrzeug, der Ford Escort, hatte zu dieser Zeit noch Heckantrieb. Der Fiesta wurde ab Mai 1976 als fünfsitzige Limousine oder als Kleinlieferwagen angeboten. Die Valencia- und Kentmotoren mit 1,0 bis 1,6 Liter Hubraum sorgten in Verbindung mit einem vollsynchronisierten 4-Gang-Getriebe für den Antrieb.

Im August 1981 wurde eine Modellpflege vorgenommen, bei der zahlreiche technische Details geändert wurden. Äußerliches Unterscheidungsmerkmal waren die neuen, größeren Stoßfänger mit Kunststoffecken.

Von 1977 bis 1980 wurde der Fiesta ’76 auch auf dem US-amerikanischen Markt angeboten. Die US-Version wurde jedoch ebenfalls in Europa gefertigt.

Fiesta ’84 (1983–1989)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ford Fiesta ’84
Hauptartikel: Ford Fiesta ’84

Die zweite Baureihe des Fiesta baut auf der Bodengruppe des Vorgängers auf, gilt jedoch wegen der eigenen Typbezeichnung und der umfangreichen Änderungen an der Frontpartie und im Innenraum nicht als „Facelift“. Neben den 1,0 und 1,1-Liter OHV-Motoren des Vorgängers kamen nun auch die neuen CVH-Motoren mit 1,3; 1,4 und 1,6 Liter Hubraum zum Einsatz. Der neue Fiesta war nun auch mit Fünfganggetriebe erhältlich. Ab Anfang 1984 gab es den ersten Dieselmotor im Fiesta, ab November 1986 einen ungeregelten Katalysator für den 1,1-Liter-Motor, ab März 1987 die erste Einspritzanlage mit G-Kat und ab Mai 1987 eine stufenlose CTX-Getriebeautomatik.

Fiesta ’89 (1989–1996)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ford Fiesta ’89
Hauptartikel: Ford Fiesta ’89

Das Modell von 1989 des Ford Fiesta war eine Neuentwicklung und nun auch mit fünf Türen erhältlich. Neben einem besseren Fahrwerk und deutlich verbessertem Insassenschutz wurden zahlreiche Extras wie elektrische Fensterheber, ABS, Airbag, Klimaanlage, Servolenkung und eine beheizbare Frontscheibe angeboten. Der neue Zetec 16V-Motor ergänzte die Motorenpalette, die weiterhin aus den OHV- und CVH-Motoren wie im Vorgänger bestand. Der neue 1,8-Liter-Dieselmotor war außerhalb Deutschlands auch mit Turbolader erhältlich.

Die Modellpflege im Januar 1994 umfasste neben optischen Detailveränderungen hauptsächlich technische und sicherheitsrelevante Bauteile.

Der Fiesta ’89 wurde noch bis August 1996 als „Fiesta Classic“ angeboten, obwohl bereits im August 1995 die Produktion des Nachfolgers angelaufen war.

Fiesta ’96 (1995–1999)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ford Fiesta ’96
Hauptartikel: Ford Fiesta ’96

Die Bodengruppe des Fiesta ’96 wurde nahezu unverändert vom Vorgänger übernommen, das äußere Erscheinungsbild und auch weite Teile der Technik unterschieden sich jedoch deutlich. Weiterhin im Programm waren die OHV-Motoren, die Zetec- und CVH-Motoren wurden durch die neuen Zetec-SE-Motoren ersetzt. Wie auch beim Fiesta ’89 wurde der aktuelle Fiesta als Courier mit Zulassung als Lastkraftwagen angeboten.

Die dritte Generation des Mazda 121 war ein in den Ford-Werken in Köln gebauter Fiesta ’96 mit einigen Mazda-spezifischen Modifikationen.

Auf der Basis der vierten Fiesta-Reihe wurden ab Herbst 1996 der Kleinstwagen Ford Ka und ab Frühjahr 1997 das Sportcoupé Ford Puma angeboten.

Fiesta ’99 (1999–2001)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ford Fiesta ’99

Obwohl der Fiesta ’99 eigentlich nur eine umfangreiches Facelift des 1995er Modells darstellt, wird dieser trotz gleichen Typcodes (JAS/JBS etc.) üblicherweise als fünfte Baureihe angesehen. Neben der neu gestalteten Frontpartie und modifizierten Stoßfängern vorn und hinten wurde die Technik in weiten Teilen überarbeitet und verbessert. 14 Zoll-Rädern, innenbelüfteten Scheibenbremsen vorn, Seitenairbags und eine dritte Bremsleuchte gehörten zur Serienausstattung für alle Modelle. Ein Turbodiesel war nun für alle Märkte verfügbar.

Die dritte Generation des Mazda 121 erhielt die gleichen Modifikationen

Fiesta ’02 (2001–2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ford Fiesta ’02
Hauptartikel: Ford Fiesta ’02

Die sechste Generation des Fiesta basierte auf einer komplett neuen Plattform und war im Vergleich mit den Vorgängermodellen deutlich länger und breiter. Anfangs nur als Fünftürer angeboten, folgte die dreitürige Variante im Juni 2002. Die alten OHV-Motoren wurden endgültig durch die moderneren Zetec-Rocam ersetzt, neben den Zetec-16V-Motoren ergänzte der Duratec-HE mit 2 Liter Hubraum die Motorenpalette der Benziner. Als Dieselmotoren kamen nun ausschließlich Motoren mit Turbolader und Common-Rail-Einspritzung zum Einsatz. Alle Fahrzeuge waren mit Gurtstraffer, Seitenaufprallschutz, Antiblockiersystem (ABS), elektronischer Bremskraftverteilung und vier Airbags ausgestattet; gegen Aufpreis auch mit Kopf-Schulterairbags. Neben einem herkömmlichen Fünfganggetriebe war auch die automatisierte Variante Durashift-EST erhältlich.

Im Oktober 2005 erfolgte eine Modellpflege mit neu gestaltete Stoßstangen vorne und hinten, anderen Scheinwerfer, einem hochwertiger anmutenden Innenraum und vier neue Metallic-Lackierungen. Zudem wurden weitere Extras wie ein AUX-Eingang, Bluetooth-/Voice-Control-Funktionen, Licht- und Scheibenwischerautomatik, Bordcomputer, eine automatische Klimaanlage und anklappbare Außenspiegel angeboten.

In Indien wird das Modell als Ford Figo seit 2010 produziert. Parallel wird seit April 2011 der Fiesta ’08 und als Nachfolger des Ford Ikon der Fiesta Classic auf dem heimischen Markt und anderen asiatischen Ländern angeboten. Im Frühjahr 2010 wurde der Fiesta ’06 mit neuen Scheinwerfern und Kühlergrill ähnlich dem Fiesta ’08 überarbeitet und wurde nun unter den Namen Fiesta One in Argentinien, Fiesta Move in Venezuela und Fiesta Rocam in Brasilien angeboten.

Fiesta ’09 (seit 2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ford Fiesta ’09
Hauptartikel: Ford Fiesta ’09

Auf dem Genfer Auto-Salon wurde im März 2008 der neue Ford Fiesta vorgestellt. Das Fahrzeug basiert auf der Bodengruppe des Vorgängers, ist technisch und optisch jedoch ein völlig eigenständiges Modell. Elektrische Servolenkung, Antiblockiersystem, ESP mit Bremsassistent, vier Airbags, Knieairbag für den Fahrer, ein einstellbares Lenkrad und Zentralverriegelung sind schon im Basismodell serienmäßig. Nach dem Fiesta ’76 ist dies der zweite Fiesta, der auch in den Vereinigten Staaten verkauft wird, dort auch als Stufenhecklimousine.

Die Zetec-Rocam- und Duratec-Motoren entfallen ersatzlos, zur Markteinführung sind die Zetec-SE-Benzinmotoren sowie zwei Common-Rail-Dieselmotoren mit Turbolader und Partikelfilter verfügbar. Erstmals kommt die Ti-VCT-Nockenwellenverstellung im Fiesta zum Einsatz, bei der beide Nockenwellen voneinander unabhängig verstellt werden können.

Im Januar 2013 wurde eine umfangreiche optische und technische Modellpflege auf den Markt gebracht. Die Benzinmotoren wurden um die neuen 1,0 Liter Dreizylindermotoren ergänzt, die als EcoBoost auch mit Turboaufladung und bis zu 103 kW (140 PS) verfügbar sind. Später waren auch noch die 1,6 Liter Ecoboost-Motoren erhältlich, die im Fiesta ST und ST200 bis zu 158 kW (215 PS) leisten.

Für verschiedene Märkte in Asien wird der Fiesta seit 2011 in Chennai (Indien) ebenfalls als Schräg- oder Stufenheck produziert, hier löste er den Ford Ikon ab.

Fiesta ’18 (ab 2017)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ford Fiesta ST ’18
Hauptartikel: Ford Fiesta ’18

Am 29. November 2016 wurde die achte Generation des Fiesta bei einem Go Further-Event im Werk Köln-Niehl offiziell vorgestellt. Produktion und Auslieferung sollen Mitte 2017 starten.

Im Vergleich zum Vorgänger ist das neue Modell um sieben Zentimeter länger und 1,2 cm breiter. Für das Modell stehen 15 verschiedene Assistenzsysteme zur Verfügung, unter anderem ein Notbremsassistent, ein Einpark-Assistent, ein Fernlicht-Assistent sowie einen Abstandsregeltempomat.

Nutzfahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fiesta Van[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem Fiesta Van, der je nach Baujahr auch als Fiesta Kleinlieferwagen oder Fiesta Express vermarktet wurde, handelt es sich um einen Kleinlieferwagen. Diese Fahrzeuge sind direkt ab Werk erhältlich und unterscheiden sich in nur wenigen Details von einem herkömmlichen PKW dieser Baureihen. Damit die Fahrzeuge auch als LKW zugelassen werden können, verfügen diese nur über zwei Sitzplätze. Anstatt der Ausschnitte für die hinteren Seitenscheiben sind die Seitenteile der Fahrzeuge in einem Stück ausgeführt. Je nach Baujahr sind auch die Heckklappen ohne Scheibe. Hinter den Vordersitzen befindet eine – meist eben ausgeführte – Ladefläche mit einer Grundfläche von über 1 m². Diese Fahrzeuge sind nur mit einer sehr eingeschränkten Auswahl der werksseitigen Extras und Motorisierungen erhältlich.

Da diese Fahrzeuge gegenüber einem herkömmlichen PKW keinen erheblich anderen Nutzwert für Gewerbetreibende besitzen, werden diese nur in sehr kleinen Stückzahlen produziert und verkauft.

Fiesta Courier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hochdachkombi Fiesta Courier, der auch als Ford Courier vermarktet wurde, ist ebenso wie der Fiesta Van ein LKW auf Basis des Fiesta. Der Vorderwagen wurde unverändert übernommen, eine geänderte und verlängerte Bodengruppe sorgt für mehr Platz im Laderaum, der höher ist als in einem PKW und über zwei Türen an der Rückseite des Fahrzeugs zugänglich ist. Die Verbundlenkerachse wurde durch eine Starrachse mit Blattfedern ersetzt, um eine möglichst niedrige Ladefläche und möglichst viel Raum zu schaffen und um höhere Lasten aufnehmen zu können. Im Gegensatz zum Fiesta Van bietet der Courier einen deutlich gesteigerten Nutzwerk für Gewerbetreibende war deshalb weiter verbreitet. Die Komfortausstattung, Wunschausstattung sowie die Auswahl der Motoren war allerdings auch beim Courier stark eingeschränkt und auf die Bedürfnisse der gewerblichen Kunden zugeschnitten. Je nach Modell und Konfiguration wurde der Courier ohne hintere Seitenscheiben, mit jeweils einer kleinen oder jeweils einer großen Scheibe pro Seite des Laderaums ausgeliefert.

Der Courier wurde auf Basis der dritten, vierten und fünften Generation des Fiesta gebaut. Mit Einführung des Ford Fiesta ’02 entfiel auch der Courier und wurde durch den Ford Transit Connect ersetzt, der auf der Bodengruppe des ersten Ford Focus basiert. Der Transit Connect ersetzt neben dem Courier auch den ähnlichen aber größeren Ford Escort Express.

Motorsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ford Fiesta Ladies-Cup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1982 bis 1986 veranstaltete die Ford-Motorsportabteilung unter Lothar Pinske einen Markenpokal, die erste deutsche Rennserie nur für Frauen.

Ziel war es, talentierten Rennfahrerinnen den Weg in den professionellen Motorsport zu erleichtern.[3] Die Rennen fanden im Rahmenprogramm der Deutschen Rennsport-Meisterschaft (DRM) und der Tourenwagen-Europameisterschaft statt. Die 20 Fahrerinnen mussten zwischen 18 und 29 Jahre alt und ledig sein und einen Führerschein der Klasse 3 besitzen.

Gefahren wurde mit einheitlichen Ford Fiesta XR2 der ersten Generation, die dazu mit Überrollkäfig, Feuerlöscher und Hosenträgergurten ausgestattet waren. Zwecks Chancengleichheit wurden die Fahrzeuge vor jedem Rennen per Losentscheid einer Fahrerin zugeteilt. Die Wagen wurden von der Motorsportabteilung von Ford umgebaut und betreut, der Motor leistete etwa 66 kW (90 PS), die Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeuge betrug rund 180 km/h. Sowohl die Fahrzeuge als auch die Kosten für die erforderliche Ausrüstung, einschließlich Hotel, Anreise, Verpflegung und Preisgeld, stellte Ford zur Verfügung. Die Gesamtsiegerin der insgesamt sechs Läufe durfte ihr Wettbewerbsfahrzeug behalten. Für die Plätze 2 bis 10 im Gesamtklassement waren Geldprämien in Höhe von 5000 bis 500 DM vorgesehen.

Ab 1984 wurde das Teilnehmerfeld auf 26 Fahrerinnen aufgestockt, die Teilnehmerinnen musste die Kosten jedoch selbst oder mit Hilfe von Sponsoren aufbringen.[3]

Fast 1400 Frauen hatten sich bei Ford für die Teilnahme an der Rennserie beworben,[4] davon wurden 120 zu einem dreitägigen Sichtungslehrgang an die Start-und-Ziel-Schleife des Nürburgrings eingeladen.[3]

Nach der Einführung der zweiten Fiesta-Generation und der Vorstellung des neuen XR2 wurden ab der Saison 1984 diese Fahrzeuge für den Ladies-Cup verwendet. Durch einen Fächerkrümmer und eine geänderte Auspuffanlage leistete der CVH-Motor rund 73 kW (100 PS).

Meister

Saison Fahrer
1982 DeutschlandDeutschland Delia Stegemann
1983 DeutschlandDeutschland Claudia Ostlender[5]
1984 DeutschlandDeutschland Beate Nodes
1985 DeutschlandDeutschland Traudl Klink[6]
1986 DeutschlandDeutschland Marion Beule

1986 veranstaltete Ford auf dem Fliegerhorst Diepholz mit den Fahrzeugen des Ladies Cup das German Race of Champions, wo nach amerikanischem Vorbild Renn- und Rallye-Fahrerinnen aus der ganzen Welt gegeneinander antraten. Siegerin wurde die britische Rallye-Pilotin Louise Aitken-Walker.[3]

Ford Fiesta Mixed Cup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990 bis 1992 veranstaltete Ford im Rahmenprogramm der DTM einen Markenpokal mit dem Ford Fiesta XR2i, bei dem pro Fahrzeug ein weiblich/männliches Mixed-Team antrat. Beide Piloten zusammen durften nicht älter als 55 Jahre sein,[7] da Ford „den Nachwuchs bevorzugen und keine alten Hasen oder gar gestrandete Halbprofis in den Autos haben“ wollte.[8] Der Anschaffungspreis für das Fahrzeug lag mit 26.500 DM bewusst im untersten machbaren Bereich, die Einschreibungen mussten über die Ford RS-Händler vorgenommen werden. Ford stellte mehr als 500.000 DM Preisgeld pro Saison zur Verfügung, die Sieger der Jahreswertung erhielten darüber hinaus ein neues Ford Escort Cabrio.[8]

Der Austragungsmodus der einzelnen Rennen war unterschiedlich – entweder gab es zwei getrennte Wertungsläufe, deren Zeiten addiert wurden, oder einen Lauf mit einem Boxenstopp zu Rennmitte einschließlich Fahrerwechsel. Mal starteten die männlichen Fahrer zuerst, mal die weiblichen, und mal startete das Feld gemischt. Die Kriterien für die Zusammenstellung der Startgruppen unterschieden sich von Rennen zu Rennen und wurden vom Veranstalter geheim gehalten. Als Erkennungshilfe für die Zuschauer mussten die Fahrzeuge, in denen die weibliche Hälfte des Mixed-Teams fuhr, mit einem gelben Tennisball auf dem Dach gekennzeichnet werden. Das Starterfeld bestand aus bis zu 50 Autos, der Ford Fiesta Mixed-Cup war damit eine der bestbesetzten Rennserien.[8]

Fiesta ST Cup-Fahrzeug von 2004

Meister

Saison Fahrer
1990 DeutschlandDeutschland Thomas Beyer / DeutschlandDeutschland Beate Nodes
1991 DeutschlandDeutschland Michael Funke / DeutschlandDeutschland Claudia Hürtgen
1992 DeutschlandDeutschland Thomas Marschall / DeutschlandDeutschland Sabine Schmitz

Ford Fiesta ST Cup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2003 bis 2007 wurde mit dem Ford Fiesta ST Cup im Rahmen der Beru TOP 10 der dritte Markenpokal mit dem Fiesta veranstaltet. Er löste nach dem Produktionsende des Ford Puma den Ford Puma Cup ab. Der Rennwagen war mit einem 1,6-Liter-Zetec-SE mit 116 kW (160 PS) ausgerüstet, das später vorgestellte Serienfahrzeug erhielt allerdings den 2,0-Liter-Duratec-HE mit 110 kW (150 PS).

Meister

Saison Fahrer
2003 DeutschlandDeutschland Ralf Martin
2004 DeutschlandDeutschland Carsten Seifert
2005 DeutschlandDeutschland Ralf Martin
2006 DeutschlandDeutschland Carsten Seifert
2007 DeutschlandDeutschland Ralf Martin

Ford Fiesta RS WRC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ford Fiesta RS WRC im Einsatz bei der Portugal Rallye 2011

Ab 2011 trat Ford in der WRC mit dem Ford Fiesta RS WRC an. Das Fahrzeug hatte einen 1,6-Liter-Turbomotor mit einem sequentiellen Sechsganggetriebe und Allradantrieb. Es ersetzte den bis dahin verwendeten Ford Focus RS WRC und erreichte bei seinem WRC-Debüt bei der Rallye Schweden 2011 einen Dreifachsieg durch die Fahrer Mikko Hirvonen, Mads Østberg und Jari-Matti Latvala. Hirvonen belegte in der Fahrerwertung mit nur acht Punkten Rückstand auf Sébastien Loeb den zweiten Gesamtrang, das Ford-Werksteam und das private Team M-Sport erreichten in der Herstellerwertung die Plätze zwei und drei.

Auch in der Saison 2012 startete das Ford-Werksteam, außerdem setzten mehrere Privatfahrer und Kundenteams den Fiesta weiterhin ein. Mit Ablauf der Saison beendete Ford sein Engagement in der Rallye-Weltmeisterschaft. Das Team M-Sport geht aber weiterhin mit dem Fiesta als Privatteam an den Start.

Rallycross[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marcus Grönholms Rallycross-Fiesta 2008

Auf Basis der sechsten und später der siebten Baureihe baute Olsbergs in Schweden ein Fahrzeug für die Rallycross-Europameisterschaft auf. Der Wagen mit einer Karosserie aus Kevlar hat bis auf die äußere Erscheinung wenig mit dem Serien-Fiesta gemeinsam. Der Fiesta ist auf Allradantrieb umgebaut, der längs eingebaute 2,0-Liter-Duratec-Motor leistet mit einem Garrett-Turbolader 404 kW (550 PS) und entwickelt ein Drehmoment von 820 Nm. Das 1200 kg schwere Fahrzeug beschleunigt aus dem Stand auf 100 km/h in 2,8 Sekunden. Die von Alcon gefertigten Bremsscheiben haben einen Durchmesser von 365 Millimeter an der Vorder- und 315 Millimeter an der Hinterachse.[9]

Für das Pikes Peak International Hill Climb 2009 wurde ein Fiesta der siebten Generation mit einer Leistung von rund 600 kW vorbereitet, der Fahrer war Marcus Grönholm aus Finnland. Infolge technischer Probleme war Grönholm jedoch nicht in der Lage, die Bestzeit zu unterbieten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ford-Werke Köln: Ford bewegt – 75 Jahre Ford in Deutschland. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2000, ISBN 3-7688-1239-1.
  • Rainer Braun, Ferdi Kräling: Momentaufnahmen – Eine Zeitreise durch 75 Jahre Ford Motorsport in Deutschland. HEEL Verlag, Königswinter 2000, ISBN 3-89365-904-8.
  • Stefan Rossbach: Ford: Personenwagen seit 1945 (Typenkompass). Motorbuch-Verlag, 2007, ISBN 978-3-613-02692-6.
  • High Performance Fiestas 1979-1991. Brooklands Books, Surrey (UK) 1991, ISBN 1-85520-127-5 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ford Fiesta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chronologie 35 Jahre Ford Fiesta. media.ford.com, 29. Juli 2011, abgerufen am 26. März 2014 (PDF; 702 kB).
  2. Fiesta Timeline. Ford Motor Company, abgerufen am 28. Dezember 2012 (PDF; 4,6 MB, englisch).
  3. a b c d Rainer Braun, Ferdi Kräling: Momentaufnahmen – Eine Zeitreise durch 75 Jahre Ford Motorsport in Deutschland. Hrsg.: Ford-Werke AG, Köln, Ford Racing. HEEL Verlag, Königswinter 2000, ISBN 3-89365-904-8, S. 166 ff.
  4. Ford Presseerklärung: 25 Jahre Ford Fiesta. Juli 2001, abgerufen am 31. März 2012.
  5. Claudia Ostlender-Weiss: Die Power-Lady. 2001, abgerufen am 31. März 2012 (PDF).
  6. German Ford Fiesta Ladies Cup 1985. Motorsport-Archive.com, abgerufen am 31. März 2012 (englisch).
  7. Presseportal.de: Ford Fiesta ST Cup: Breitensport auf hohem technischen Niveau. 30. April 2003, abgerufen am 31. März 2012.
  8. a b c Rainer Braun, Ferdi Kräling: Momentaufnahmen – Eine Zeitreise durch 75 Jahre Ford Motorsport in Deutschland. Hrsg.: Ford-Werke AG, Köln, Ford Racing. HEEL Verlag, Königswinter 2000, ISBN 3-89365-904-8, S. 176 ff.
  9. Ford Fiesta ST: Großer Auftritt bei der europäischen X-Games-Premiere vom 16. bis 19. Mai in Barcelona. media.ford.com, 15. Mai 2013, abgerufen am 16. Juni 2013.