Ford Focus RS WRC

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Ford
Mikko Hirvonen und Jarmo Lehtinen bei der Rallye Deutschland 2008 mit dem Ford Focus RS WRC 08

Mikko Hirvonen und Jarmo Lehtinen bei der Rallye Deutschland 2008 mit dem Ford Focus RS WRC 08

World Rally Car
Produktionszeitraum: 1999–2010
Klasse: Rennwagen
Karosserieversionen: Kombilimousine
Motoren: Ottomotor:
2,0 Liter (220 kW)
Länge: 4152 mm
Breite: 1770 mm
Höhe: 1420 mm
Radstand: 2625 mm
Leergewicht: 1330 kg
Vorgängermodell Ford Escort WRC
Nachfolgemodell Ford Fiesta RS WRC
Jari-Matti Latvala - Gewinner der Rally Finnland 2010

Der Ford Focus RS WRC war ein Rallyefahrzeug von Ford Europa und dem Unternehmen M-Sport, gebaut für die Rallye-Weltmeisterschaft. Das Rallye-Auto basierte auf der Ford Focus Climate 2,0-Liter-Ottomotor Produktion. Das Modell Focus RS WRC nahm von 1999 bis 2010 in beinahe jährlich modifizierter Form an der Rallye-WM teil. Mit dem Focus RS WRC wurden 44 WM-Läufe und zwei WM-Titel der Hersteller in den Jahren 2006 und 2007 gewonnen. Der Focus RS WRC wurde vom Ford Fiesta RS WRC abgelöst.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ford Focus RS WRC 01 bei der Rallye Finnland 2001

Der Ford Focus RS WRC verfügte über Allradantrieb und nicht nur über Frontantrieb wie das Straßenauto. Ab der Version 2007 wurde ein Motor 2,0 Liter Duratec verwendet. Wie bei den meisten Rallye-Autos der damaligen Zeit wurde die Leistung durch einen Turbolader erhöht. Der 2009 Ford Focus RS WRC verwendete ebenfalls einen Duratec Motor mit vier Reihenzylindern, 16 Ventilen und einem Garrett Turbolader. Der Allradantrieb, das Sechsganggetriebe, das elektronisch gesteuerte Differenzial sowie die Bremsen wurden von der Firma M-Sport und dessen Partner entwickelt und gewartet. Der Motor leistete bei rund 6000 Umdrehungen in der Minute 300 PS (ca. 220 kW).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Version des Rallye-Autos wurde für die Rallye-Weltmeisterschaft 1999 gebaut und löste den Ford Escort WRC ab. Beim Debüt in der Rallye Monte Carlo fuhren Colin McRae und Simon Jean-Joseph die beiden neuen Autos. Der Focus WRC war schnell unterwegs und markierte sogar Bestzeiten. Wegen einer nicht regelkonformen Wasserpumpe wurden sie allerdings disqualifiziert. McRae gewann danach die Rallye Safari mit über 14 Minuten Vorsprung auf einen zweitplatzierten Toyota mit Didier Auriol am Steuer. Die erste Saison mit dem Focus WRC beendete Ford mit dem vierten Rang in der Herstellerwertung.

Im Jahr 2003 veröffentlichte Ford einen neu gestalteten Focus WRC mit dem Namen Focus RS WRC 03, für die zweite Saisonhälfte. Das Auto wurde von Grund auf neu gebaut mit einer leichteren Karosserie und aerodynamischen Verbesserungen. Markko Märtin gewann damit in Griechenland und in Finnland.

Die Modelle 2004 und 2005 des Focus RS WRC waren Weiterentwicklungen basierend des RS WRC 03. Der Focus RS WRC 04 gewann drei Rallyes mit Märtin am Steuer im Jahr 2004. 2005 war das Auto nicht mehr wettbewerbsfähig und Ford hatte eine sieglose Saison hinter sich gebracht. Beim letzten Weltmeisterschaftslauf in Australien 2005 wurde zum ersten Mal der Focus RS WRC 06 eingesetzt. Im Jahr 2006 gewannen Marcus Grönholm und Mikko Hirvonen mit acht Siegen die Herstellerwertung für Ford. In der Fahrerweltmeisterschaft waren sie auf dem zweiten und dritten Rang klassiert hinter Sébastien Loeb.

Der Focus RS WRC 07 wurde auf dem Modell von 2006 aufgebaut. Beim neuen Fahrzeug wurde vor allem auf die Gewichtsreduzierung und die Gewichtsverteilung gesetzt um das Fahrverhalten des Autos zu verbessern. Bei der ersten Rallye 2007 mit dem neuen Auto in Finnland belegten Grönholm und Hirvonen die Ränge eins und zwei. Auch 2007 gewann man die Hersteller-Weltmeisterschaft.

Bei der Rallye Schweden 2008 gewann Jari-Matti Latvala als bis dahin jüngster Fahrer einen Weltmeisterschaftslauf mit dem RS WRC 07. Die 2008-Version des Focus RS WRC debütierte bei der Rallye Deutschland. Beim RS 08 wurde der Motor verbessert und die Front dem Focus RS Mk II Straßensportwagen angepasst. Mit diesem Fahrzeug konnte Ford aber nur einen Sieg bei der Rallye Japan realisieren.

Die Version des Focus RS WRC 2009 debütierte bei der Rallye Sardinien. Latvala gewann die Rallye vor seinem Teamkollegen Hirvonen. Ab der Saison 2011 wurde der Focus vom Ford Fiesta RS WRC abgelöst. Der Ford Focus RS WRC nahm an 173 Weltmeisterschaftsläufen teil, gewann 44 Rallys und die Piloten des RS WRC standen 142 mal auf dem Siegerpodium der ersten Drei.[1]

WRC-Siege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr Rallye Saison Fahrer Beifahrer
01 KeniaKenia Rallye Safari 1999 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin McRae Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nicky Grist
02 PortugalPortugal Rallye Portugal 1999 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin McRae Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nicky Grist
03 SpanienSpanien Rallye Katalonien 2000 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin McRae Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nicky Grist
04 GriechenlandGriechenland Rallye Griechenland 2000 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin McRae Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nicky Grist
05 Zypern RepublikZypernZypern Rallye 2000 SpanienSpanien Carlos Sainz SpanienSpanien Luís Moya
06 ArgentinienArgentinienRallye Argentinien 2001 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin McRae Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nicky Grist
07 Zypern RepublikZypernRallye Zypern 2001 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin McRae Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nicky Grist
08 GriechenlandGriechenland Rallye Griechenland 2001 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin McRae Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nicky Grist
09 ArgentinienArgentinienRallye Argentinien 2002 SpanienSpanien Carlos Sainz SpanienSpanien Luís Moya
10 GriechenlandGriechenland Rallye Griechenland 2002 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin McRae Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nicky Grist
11 KeniaKenia Rallye Safari 2002 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin McRae Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nicky Grist
12 GriechenlandGriechenland Rallye Griechenland 2003 EstlandEstland Markko Märtin Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Michael Park
13 FinnlandFinnland Rallye Finnland 2003 EstlandEstland Markko Märtin Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Michael Park
14 MexikoMexikoRallye Mexiko 2004 EstlandEstland Markko Märtin Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Michael Park
15 FrankreichFrankreichRallye Frankreich 2004 EstlandEstland Markko Märtin Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Michael Park
16 SpanienSpanien Rallye Katalonien 2004 EstlandEstland Markko Märtin Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Michael Park
17 MonacoMonacoRallye Monte Carlo 2006 FinnlandFinnland Marcus Grönholm FinnlandFinnland Timo Rautiainen
18 SchwedenSchweden Rallye Schweden 2006 FinnlandFinnland Marcus Grönholm FinnlandFinnland Timo Rautiainen
19 GriechenlandGriechenland Rallye Griechenland 2006 FinnlandFinnland Marcus Grönholm FinnlandFinnland Timo Rautiainen
20 FinnlandFinnland Rallye Finnland 2006 FinnlandFinnland Marcus Grönholm FinnlandFinnland Timo Rautiainen
21 TurkeiTürkeiRallye Türkei 2006 FinnlandFinnland Marcus Grönholm FinnlandFinnland Timo Rautiainen
22 AustralienAustralienRallye Australien 2006 FinnlandFinnland Mikko Hirvonen FinnlandFinnland Jarmo Lehtinen
23 NeuseelandNeuseelandRallye Neuseeland 2006 FinnlandFinnland Marcus Grönholm FinnlandFinnland Timo Rautiainen
24 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Rallye Großbritannien 2006 FinnlandFinnland Marcus Grönholm FinnlandFinnland Timo Rautiainen
25 SchwedenSchweden Rallye Schweden 2007 FinnlandFinnland Marcus Grönholm FinnlandFinnland Timo Rautiainen
26 NorwegenNorwegen Rallye Norwegen 2007 FinnlandFinnland Mikko Hirvonen FinnlandFinnland Jarmo Lehtinen
27 ItalienItalien Rallye Sardinien 2007 FinnlandFinnland Marcus Grönholm FinnlandFinnland Timo Rautiainen
28 GriechenlandGriechenland Rallye Griechenland 2007 FinnlandFinnland Marcus Grönholm FinnlandFinnland Timo Rautiainen
29 FinnlandFinnland Rallye Finnland 2007 FinnlandFinnland Marcus Grönholm FinnlandFinnland Timo Rautiainen
30 NeuseelandNeuseeland Rallye Neuseeland 2007 FinnlandFinnland Marcus Grönholm FinnlandFinnland Timo Rautiainen
31 JapanJapan Rallye Japan 2007 FinnlandFinnland Mikko Hirvonen FinnlandFinnland Jarmo Lehtinen
32 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Rallye Großbritannien 2007 FinnlandFinnland Mikko Hirvonen FinnlandFinnland Jarmo Lehtinen
33 SchwedenSchweden Rallye Schweden 2008 FinnlandFinnland Jari-Matti Latvala FinnlandFinnland Miikka Anttila
34 JordanienJordanien Rallye Jordanien 2008 FinnlandFinnland Mikko Hirvonen FinnlandFinnland Jarmo Lehtinen
35 TurkeiTürkei Rallye Türkei 2008 FinnlandFinnland Mikko Hirvonen FinnlandFinnland Jarmo Lehtinen
36 JapanJapan Rallye Japan 2008 FinnlandFinnland Mikko Hirvonen FinnlandFinnland Jarmo Lehtinen
37 ItalienItalien Rallye Sardinien 2009 FinnlandFinnland Jari-Matti Latvala FinnlandFinnlandMiikka Anttila
38 GriechenlandGriechenland Rallye Griechenland 2009 FinnlandFinnland Mikko Hirvonen FinnlandFinnland Jarmo Lehtinen
39 PolenPolen Rallye Polen 2009 FinnlandFinnland Mikko Hirvonen FinnlandFinnland Jarmo Lehtinen
40 FinnlandFinnland Rallye Finnland 2009 FinnlandFinnland Mikko Hirvonen FinnlandFinnland Jarmo Lehtinen
41 AustralienAustralien Rallye Australien 2009 FinnlandFinnland Mikko Hirvonen FinnlandFinnland Jarmo Lehtinen
42 SchwedenSchweden Rallye Schweden 2010 FinnlandFinnland Mikko Hirvonen FinnlandFinnland Jarmo Lehtinen
43 NeuseelandNeuseeland Rallye Neuseeland 2010 FinnlandFinnland Jari-Matti Latvala FinnlandFinnland Miikka Anttila
44 FinnlandFinnland Rallye Finnland 2010 FinnlandFinnland Jari-Matti Latvala FinnlandFinnland Miikka Anttila

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. juwra.com:Ford Focus RS, abgerufen am 10. September 2015