Forever Changes

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Forever Changes
Studioalbum von Love
Veröffentlichung November 1967
Aufnahme Juni 1967September 1967
Label Elektra Records
Format LP, CD, MC, SACD
Genre Folk-Rock, Psychedelic Rock, Baroque Pop, Psychedelic Folk
Anzahl der Titel 11
Laufzeit 42:05

Besetzung

Produktion Bruce Botnick, Arthur Lee

Studios

Chronologie
Da Capo
(1966)
Forever Changes Four Sail
(1969)
Love im Jahre 1967

Forever Changes ist das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Love. Es wurde im November 1967 über das Label Elektra Records veröffentlicht. Das Album, das bei Erscheinen kein kommerzieller Erfolg war, wird heute von Musikkritikern zu den besten Alben aller Zeiten gezählt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aus Los Angeles stammende Gruppe Love war eine der ersten Bands mit gemischten Hautfarben. Angeführt wurde sie von dem afroamerikanischen Sänger, Songwriter und Gitarristen Arthur Lee, welcher eng mit Jimi Hendrix befreundet war. Love ging 1965 aus Lees früherer Folk-Band The Grass Roots hervor.[1] In ihrer Heimatstadt war Love eine gefragte Konzertband, außerhalb Los Angeles wurden sie jedoch kaum wahrgenommen. Ihre ersten beiden Alben Love (1965) und Da Capo (1966) waren kommerziell wenig erfolgreich. Für die Arbeit an Forever Changes zogen sich Lee und die Band in eine abgelegene Villa in den Bergen der Stadt zurück.[2] Die beiden Songwriter Lee und Bryan MacLean sowie weitere Mitglieder waren zudem schwer heroinabhängig.[3] Die Instrumentierung des Albums plante Arthur Lee fast ausschließlich akustisch, wodurch Forever Changes einen starken orchestralen Sound besitzt.[4] Neben den rocküblichen Instrumenten wie Gitarre und Schlagzeug kommen auf dem aufwendig arrangierten Album auch Streich- und Blasinstrumente zum Einsatz. David Hutcheon beschrieb die Musik als „Acid Rock auf akustischen Gitarren mit Orchesterbegleitung“.[5] Die Aufnahmen zu dem Album dauerten vier Monate und fanden hauptsächlich in dem Studio Sunset Sound Recorders in Hollywood statt. Inhaltlich ist die Platte ein „Thematisches Konglomerat aus Todeswünschen, Sexualkonflikten, Suchtängsten und schwärmerischer Selbstbesinnung“.[6] Beeinflusst wurde der Schaffensprozess unter anderem von der Polizeigewalt gegen Hippies in Los Angeles, was sich in den düsteren Songtexten von Arthur Lee niederschlug.[7]

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis auf Alone Again Or und Old Man stammen alle Songs aus der Feder von Arthur Lee.

Seite 1:

  1. Alone Again Or (MacLean) – 3:15
  2. A House Is Not a Motel – 3:25
  3. Andmoreagain – 3:15
  4. The Daily Planet – 3:25
  5. Old Man (MacLean) – 2:57
  6. The Red Telephone – 4:45

Seite 2:

  1. Maybe the People Would Be the Times or Between Clark and Hilldale – 3:30
  2. Live and Let Live – 5:24
  3. The Good Humor Man He Sees Everything Like This – 3:00
  4. Bummer in the Summer – 2:20
  5. You Set the Scene – 6:49

Bonustracks (2001):

  1. Hummingbirds (Instrumental, Demo) – 2:43
  2. Wonder People (I Do Wonder) (Outtake) – 3:22
  3. Alone Again Or (Alternate Mix) – 2:55
  4. You Set the Scene (Alternate Mix) – 7:01
  5. Your Mind and We Belong Together (Tracking Session Highlights) – 8:16
  6. Your Mind and We Belong Together (Single A-side, Juni 1968) – 4:26
  7. Laughing Stock (Single B-side, Juni 1968) – 2:31

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album erschien im November 1967 auf Langspielplatte. Erstmals auf CD wurde es 1987 von Elektra Records veröffentlicht. Ein Rerelease von 2001 enthielt bislang unveröffentlichte Tracks. 2008 erschien eine Collector’s Edition, die neben den Bonustracks auch einen Alternate Mix des Studioalbums beinhaltet.

Ausbleibender Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forever Changes war in den USA ein finanzieller Misserfolg und erreichte in den Billboard-Albumcharts lediglich Platz 154. In Großbritannien konnte es sich auf Platz 24 platzieren.[8] Die schlechten Verkaufszahlen führten zur Spaltung der Band und Arthur Lee versank tiefer in der Drogensucht. Die Mitglieder John Echols und Ken Forssi wurden wegen krimineller Vergehen zu Haftstrafen verurteilt.[9]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle Bewertung
Allmusic [10]
Musikexpress [11]

Forever Changes gilt heute als Meisterwerk und taucht in diversen Bestenlisten auf. Das Album belegt Platz 40 in der Liste der 500 besten Alben aller Zeiten der Musikzeitschrift Rolling Stone.[12] Der New Musical Express wählte es auf Platz 36 der 500 besten Alben.[13] Das Magazin Mojo führt Forever Changes auf Platz 11 der 100 besten Alben.[14] In der Auswahl der 100 besten Alben von Q belegt es Platz 51.[15] Pitchfork Media wählte Forever Changes auf Platz 33 der 200 besten Alben der 1960er Jahre.[16] Die deutsche Zeitschrift Musikexpress setzte es auf Platz 3 der 30 besten Psychedelic-Alben.[17] Das Magnum Opus der kalifornischen Band gehört zu den 1001 Albums You Must Hear Before You Die.

„Durch ihre wilden Konzerte in den Clubs des Sunset Strips hatten Love sich schnell zu einem der gefragtesten Acts in Los Angeles gemausert. Forever Changes, ihr drittes Album, übertraf in seiner Brillanz sämtliche Erwartungen. Es vermittelt ein prägnantes Porträt der Flower-Power-Metropole zur Zeit ihrer gegenkulturellen Hochblüte, ohne bis heute abgestanden zu klingen. Ganz im Gegenteil: Forever Changes gehört in die Reihe der Meisterwerke von den Beatles oder Beach Boys.“

Uwe Schütte[18]

„Der schizoide Geist des Wassermann-Zeitalters beherrschte diese Scheibe mit Musik, die teils ekstatisch („Alone Again Or“), trotzig („Live And Let Live“), selig („More And More Again“) und verwirrt („A House Is Not A Motel“) war. Melodische Bläserklänge verschönten den Gesamtsound, nur um die Träumerei mit bösartigen Solo-Einlagen wieder zu zerstören. [...] Ein Album, das mehr als eine psychedelische Zeitkapsel und eine hervorragende Mischung aus Kompositionen ist, und das einfach nicht sterben will. Verrückt und wesentlich.“

Nig Hodgkins[19]

2008 wurde Forever Changes in die Grammy Hall of Fame aufgenommen, 2012 in die National Recording Registry.

Mit einer Coverversion von Alone Again Or hatte die britische Punkband The Damned einige Jahre später einen Hit.[20] Andere Musiker wie Billy Bragg, Alice Cooper und die Ramones coverten Songs der Band.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Buckley, Peter (Hg.): Rock Rough Guide, 2. Auflage, Verlag J.B. Metzler Stuttgart/Weimar 2004, S. 450.
  2. Schütte, Uwe: Basis-Diskothek Rock und Pop, Philipp Reclam jun. Stuttgart 2004, S. 107.
  3. BR Ruhmeshalle Forever Changes auf br.de
  4. Schütte 2004, S. 107.
  5. Dimery, Robert (Hrsg.): 1001 Alben – Musik, die sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist, 8. Auflage, Edition Olms Zürich 2015, S. 109.
  6. Schmidt-Joos, Siegfried / Kampmann, Wolf (Hrsg.): Rock-Lexikon 1, 2. Auflage, Rowohlt Taschenbuch Verlag Hamburg 2008, S. 1020.
  7. Schütte 2004, S. 108.
  8. Buckley 2004, S. 450.
  9. Schmidt-Joos, Siegfried / Kampmann, Wolf, S. 1020.
  10. Review von Mark Deming auf allmusic.com (abgerufen am 20. Dezember 2017)
  11. Review von Peter Felkel auf musikexpress.de (abgerufen am 20. Dezember 2017)
  12. 500 Greatest Albums of All Time (2012) auf rollingstone.com, abgerufen am 20. Dezember 2017
  13. The 500 Greatest Albums Of All Time: 100-1 (2013) auf nme.com, abgerufen am 20. Dezember 2017
  14. Mojo: The 100 Greatest Albums Ever Made (1995) auf rocklistmusic.co.uk
  15. Q Magazine 100 Greatest Albums Ever (2006) auf discogs.com, abgerufen am 20. Dezember 2017
  16. The 200 Best Albums of the 1960s auf pitchfork.com, abgerufen am 20. Dezember 2017
  17. Die 30 besten Psychedelic-Platten (2017) auf musikexpress.de, abgerufen am 27. Dezember 2017
  18. Schütte 2004, S. 107.
  19. Buckley 2004, S. 451.
  20. BR Ruhmeshalle Forever Changes auf br.de