Forschungsstelle Küste

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Gebäude der Forschungsstelle Küste auf Norderney

Die Forschungsstelle Küste (FSK) ist eine Abteilung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN)[1] im Geschäftsbereich des Niedersächsischen Umweltministeriums.[2] In ihrer fachlichen Beurteilung ist die Forschungsstelle Küste eine unabhängige Institution.[3] Sie hat ihren Sitz auf der Nordseeinsel Norderney und in Norden.[4]

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der NLWKN beschreibt die Aufgaben der Forschungsstelle:„Grundlagenerarbeitung und angewandte Drittmittelforschung im Küstengebiet, Erweiterung des Instrumentariums durch Eignungsprüfung und methodische Weiterentwicklung, Operationalisierung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung, Arbeiten für Projekte der Landesverwaltung, bei denen wissenschaftlicher Sachverstand sowie Kenntnisse planrechtlicher Randbedingungen für die Gutachtenerstellung erforderlich sind, Beratung und Gutachtenerstellung für Raumordnungs-, Planfeststellungs- und Einvernehmensbehörden hinsichtlich anspruchsvoller ingenieur- und naturwissenschaftlicher Fragestellungen.“[3]

Die Aufgaben gliedern sich in den Bereich Hydromorphologie,[5] das Küsteningenieurwesen,[6] die Gewässervermessung[7] sowie den Sturmflutwarndienst[8] für das gesamte niedersächsische Tidegebiet.

Die Forschungsstelle Küste wirkte an dem niedersächsischen Vorhaben „Klimafolgenforschung in Niedersachsen“ (KLIFF) mit und hatte im Bereich „Veränderliches Küstenklima – Evaluierung von Anpassungsstrategien im Küstenschutz“ (Projekt A-KÜST) die Federführung.[9] Die Forschungsstelle bearbeitete die Teilprojekte[10] „Sturm-, Wasserstands- und Seegangsentwicklung in der südlichen Nordsee bei Klimaänderungen“,[11] „Regionale Sturmflut- und Seegangsentwicklung im Emsästuar“,[12] „Belastungen von Küstenschutzwerken bei Klimaänderungen und alternative Strategien im Insel- und Küstenschutz“,[13] „Änderungen der Hydro- und Sedimentdynamik im Ostfriesischen Wattenmeer“[14] sowie „Salzwassereintrag in die Unterweser und Wasserhaushalt angrenzender tidebeeinflusster Gewässer“.[15]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Forschungsstelle Küste wurde 1937 als Vorarbeitenstelle der preußischen Wasserbauverwaltung gegründet und hatte ihren Sitz in Norden. Küstenschutz, Landgewinnung und Holz als Baustoff im Küstenschutz waren die ersten Themen, die ganzheitlich und interdisziplinär von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern bearbeitet wurden. Nach der Gründung der Bundesrepublik wurde die Forschungsstelle Teil der Bundeswasserstraßenverwaltung und ihr Aufgabengebiet auf das ganze tidebeeinflusste niedersächsische Küstengebiet ausgedehnt. Von 1954 an wurde die Forschungsstelle eine Einrichtung des Landes Niedersachsen, gehörte zum Geschäftsbereich des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, dann des 1986 gegründeten Niedersächsischen Umweltministeriums, ab 1993 als Teil des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie, seit 2005 des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.[3]

Sitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Forschungsstelle hat ihren Sitz auf der Ostfriesischen Insel Norderney und in Norden. Das Gebäude der Forschungsstelle auf Norderney liegt unmittelbar neben der Inselmühle Norderney (An der Mühle 5, 26548 Norderney).[16] Im Herbst 2019 kündigte das Niedersächsische Umweltministerium die Verlegung der Abteilungen von Norderney auf das Festland an.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Forschungsstelle Küste – Sammlung von Bildern
  • Geschichtliche Entwicklung der Wasserbauverwaltung. Wasser und Schifffahrtsamt Emden. 5. Juli 2011. Abgerufen am 12. Juni 2014.
  • Forschungsstelle Küste (FSK). Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. 14. Januar 2016. Abgerufen am 31. Dezember 2016.
  • Cordula Berkenbrink: NLWKN – Geschäftsbereich III. Forschungsstelle Küste. Hrsg.: Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Norden 2013 (dvw.de [PDF; 7,5 MB; abgerufen am 11. Juni 2014]).
  • Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (Hrsg.): Sturmflutwarndienst. Der Betriebsstelle Norden-Norderney. Norden 23. September 2010 (nlwkn.niedersachsen.de [PDF; 264 kB; abgerufen am 11. Juni 2014]).
  • Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (Hrsg.): Betriebsstelle Norden-Norderney. Wir schützen die ostfriesischen Inseln und die Küste vor Sturmfluten. Juli 2014 (nlwkn.niedersachsen.de [PDF; 1,4 MB; abgerufen am 31. Dezember 2016]).
  • Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (Hrsg.): Forschungsstelle Küste. (nlwkn.niedersachsen.de [PDF; 3,4 MB; abgerufen am 31. Dezember 2016]).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Betriebsstelle Norden - Norderney. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Abgerufen am 31. Dezember 2016.
  2. Webseite des Niedersächsischen Umweltministeriums, abgerufen am 28. März 2018
  3. a b c Broschüre „Forschungsstelle Küste“ des NLWKN, o. J. und Ort
  4. Beschreibung auf der Webseite des NLWKN, Abruf am 22. September 2019
  5. Morphologie - Wissenschaft von den Formen des Landes. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. 15. August 2012. Abgerufen am 11. Juni 2014.
  6. Küsteningenieurwesen. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. 30. April 2014. Abgerufen am 11. Juni 2014.
  7. Vermessung. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. 8. Januar 2014. Abgerufen am 11. Juni 2014.
  8. Sturmflutwarndienst. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. 3. März 2014. Abgerufen am 11. Juni 2014.
  9. Abschlussbericht für das Vorhaben KLIFF, Göttingen 2014 (PDF) abgerufen am 28. März 2018
  10. Webseite von KLIFF-Niedersachsen.de, abgerufen am 28. März 2018
  11. Teilprojekt bei KLIFF-Niedersachsen.de, abgerufen am 28. März 2018
  12. Teilprojekt bei KLIFF-Niedersachsen.de, abgerufen am 28. März 2018
  13. Teilprojekt bei KLIFF-Niedersachsen.de, abgerufen am 28. März 2018
  14. Teilprojekt bei KLIFF-Niedersachsen.de, abgerufen am 28. März 2018
  15. Teilprojekt bei KLIFF-Niedersachsen.de, abgerufen am 28. März 2018
  16. Forschungsstelle Küste (FSK). Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. 27. März 2013. Abgerufen am 11. Juni 2014.
  17. Pressemitteilung des Niedersächsischen Umweltministeriums vom 10. September 2019, Abruf am 11. September 2019

Koordinaten: 53° 42′ 24,7″ N, 7° 9′ 31,8″ O