Forstbaumschule (Kiel)

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Forstbaumschule
Wappen Kiel (Alternativ).svg
Park in Kiel
Forstbaumschule
Eingang der Gaststätte Forstbaumschule
Basisdaten
Ort Kiel
Ortsteil Düsternbrook
Angelegt 1785
Umgebende Straßen Niemannsweg, Koesterallee, Schliefenallee, Feldstraße
Bauwerke Gaststätte
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr
Parkgestaltung Infotafel, Baumbestand, Teiche, Spielplätze
Technische Daten
Parkfläche 13 ha
Baukosten lim

Die Forstbaumschule ist der älteste Park Kiels. Die Grünanlage im Stil eines englischen Landschaftsgartens liegt auf dem Westufer der Kieler Förde im Norden der Stadt und steht auf der Liste der Landschaftsschutzgebiete in der Stadt Kiel. Zur Gastwirtschaft gleichen Namens gehört eine der größten Freischankflächen Schleswig-Holsteins.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Informationstafel an der Kiellinie

Zur Zeit, als das Herzogtum Holstein Teil des Dänischen Gesamtstaats war, initiierte der dänische Staatsminister Christian Detlev von Reventlow 1785 die Königlich dänische Forstlehranstalt Kiel. Ihr erster Direktor August Christian Niemann legte 1788 die ursprünglich einen Hektar umfassende Forstbaumschule an. Zweck war die Ausbildung von Angehörigen des Jägerkorps zu Förstern. Ziel der Maßnahme war in zeitgenössischer Ausführung die Beförderung der Verbreitung nutzbarer Holzpflanzen in den Forsten des Landes. Damit sollte der Waldbestand verbessert werden, der seit dem 16. Jahrhundert in ganz Deutschland zurückgegangen war.[1]

Im Jahre 1810 hatte sich die Fläche der Baumschule bereits verdoppelt. 1833 wurde der Lehrbetrieb eingestellt und auf dem Gelände eine gewerbliche Baumschule betrieben. Nach dem Ende des Deutsch-Dänischen-Krieges kam die Forstbaumschule unter preußische Verwaltung und wurde als Forstbetrieb aufgegeben. Im Jahre 1874 schließlich wurde die Stadt Kiel Eigentümerin des Areals und verpachtete es ebenfalls als gewerbliche Baumschule an wechselnde Betreiber. Seit dem Jahr 1900 ist die Forstbaumschule als Park öffentlich zugänglich.

1904/05 entstand im Auftrag des Stadtbauamtes unter der Leitung von Harry Maasz[2] an der Stelle des alten Forstaufseherhäuschens das heute noch bestehende Gastwirtschaftsgebäude.[1] Am Rand des Parks wurde 1907–1909 die St.-Heinrich-Kirche nach Plänen des Architekten Adalbert Kelm errichtet. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde der Park auf knapp 13 Hektar erweitert; es wurden Liegewiesen und Teiche angelegt. Die Gastronomie in der Forstbaumschule war vor allem in den 1920er-Jahren und in der Nachkriegszeit überregional für Konzerte und Tanzveranstaltungen bekannt und ist heute wieder ein sehr beliebtes Restaurant mit Biergarten. Das Gebäude selbst, ebenso wie die davor befindlichen Lindenbäume, der Getränkepavillon und die Konzertmuschel, ist eingetragen im Verzeichnis der eingetragenen Kulturdenkmale des Landes Schleswig-Holstein.

Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute präsentiert sich die am Düvelsbeker Weg gelegene Forstbaumschule als Park und Naherholungsraum mit einem vielfältigen Baumbestand, der einige in Mitteleuropa nicht heimische Baumarten umfasst, z. B. einen Mammutbaum und nordamerikanische Eichen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der Gastronomie
  1. a b Barbara Martins: Forstbaumschule, in: Adrian von Buttlar, Margita Marion Meyer (Hg.): Historische Gärten in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Boyens & Co., Heide 1998, ISBN 3-8042-0790-1, S. 368 ff.
  2. Garteninspektor Harry Maasz. In: Von Lübecks Türmen, 32. Jahrgang, Nr. 21, Ausgabe vom 21. Oktober 1922, S. 81–84.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Bendix: Geschichte der Forstpflanzenanzucht in Deutschland von ihren Anfängen bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts. Verlag Dr. Kessel, Remagen-Oberwinter, 2008, ISBN 978-3-935638-95-1.
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Hamburg, Schleswig-Holstein. 3. überarbeitete und aktualisierte Auflage, Deutscher Kunstverlag, München 2009, ISBN 978-3-422-03120-3.
  • Eva von Engelberg-Dočkal: Kulturkarte Schleswig-Holstein. 1000mal Kultur entdecken., 2. Auflage, Wachholtz-Verlag, Neumünster 2005, ISBN 3-5290-8006-3.
  • Walter Hase: Die Forstlehranstalt zu Kiel – die Forstbaumschule – das Düsternbrooker Gehölz: Vor 200 Jahren wurde die Forstlehranstalt gegründet. In: Forstarchiv, 56. Jahrgang, Heft 6, 1985, S. 259–265, ISSN 0300-4112.
  • Walter Hase: Die Forstbaumschule zu Kiel hat zwei Gesichter. In: Die Heimat. Zeitschrift für Natur und Landeskunde von Schleswig-Holstein und Hamburg, Heft 3 und 4, S. 63 ff., 1999.
  • Forstbaumschule und Diederichsen-Park, Grünflächenamt der Stadt Kiel, 1998.
  • Barbara Martins: Forstbaumschule. In: Adrian von Buttlar, Margita Marion Meyer (Hrsg.): Historische Gärten in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Boyens & Co., Heide 1998, ISBN 3-8042-0790-1, S. 368–371.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Forstbaumschule – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 54° 20′ 47″ N, 10° 8′ 37″ O