Fortschritt E 516

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Mähdrescher Fortschritt E 516B

Der Mähdrescher Fortschritt E 516 ist eine selbstfahrende Erntemaschine zum Drusch aller gängigen Feldfrüchte, wie Getreide, Ölsaaten, Hülsenfrüchte und Sonderkulturen. Er gehörte im Landmaschinenbau der DDR zur Leistungsklasse der Maschinen bis 6 t/ha.

Der E 516 ist die folgerichtige Weiterentwicklung des Mähdreschers E 512 aus dem Kombinat Fortschritt Landmaschinen. Aufbauend auf den Erfahrungen mit dem Vorgänger wurde der Typ Ende der 1960er Jahre völlig neu konstruiert, Gegenüber dem E 512 sollte die Leistung beim Drusch von Halmfrüchten verdoppelt werden, das heißt statt eines Durchsatzes von 5 kg/s wurden 10 kg/s angestrebt; erreicht wurden letztlich 14 kg/s. Dazu reichte es nicht, die Abmessungen einfach zu vergrößern, sondern es wurden in enger Zusammenarbeit mit der TU Dresden umfangreiche Verbesserungen an Dreschtrommel, Schneidwerk und Abscheidewerkzeugen vorgenommen. Dazu wurde der Bedienungskomfort erhöht, indem viele Funktionen von nun an hydraulisch betätigt und angetrieben wurden. Als Antriebsaggregat wurde der V8-Dieselmotor 8 VD 14,5/12,5 SVW aus dem Dieselmotorenwerk Schönebeck mit 168 kW (228 PS) bei 2200 min−1 eingebaut. Im Einsatz konnten bis zu 2,56 ha/h bei Weizen gedroschen werden. An Getreideschneidwerken gab es Varianten mit Breiten von 22 ft (6,70 m) und 25 ft (7,60 m), sowie verschiedene Zusatzausrüstungen, wie Maisschneidwerk, Sonnenblumenpflücker und Schwadaufnehmer.

Ein Fortschritt E 516 kostete nach Handelssortimentkatalog im Inland insgesamt 112.140,23 Mark im Jahr 1980.

Erste Funktionsmuster der Maschine gab es schon ab 1974. Die Serienproduktion wurde ab 1977 im Werk Singwitz und ab 1984 parallel auch im Werk Bischofswerda des Mähdrescherwerks Bischofswerda/Singwitz aufgenommen. Die zweite Ölkrise, die 1982 auch die DDR erreichte, führte zur Weiterentwicklung E 516B, der einen drehzahlgedrosselten Motor der gleichen Baureihe erhielt. Mit 200 min−1 weniger leistete er dieselbe Arbeit bei einem real um 10 % verringerten Verbrauch im Volllastbereich (jetzt nur noch zirka 27 l/h) – angepasst werden mussten dafür aber die Übersetzungen zum Dreschwerk und zum Lüfterwendegetriebe. Produziert wurde der E 516 von 1977, wobei er zur damaligen Zeit einer der leistungsstärksten Mähdrescher auf dem Weltmarkt war, bis 1983 im Mähdrescherwerk Singwitz, danach als E 516B bis 1988 im Mähdrescherwerk Bischofswerda. Sein Nachfolger war der leistungsgesteigerte E 517 (16 kg/s Durchsatz).

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motor

  • Typ: 8 VD 14,5/12,5 SVW
  • Hersteller: VEB Dieselmotorenwerk Schönebeck/Elbe
  • Leistung: 168 kW (228 PS) bei 2200 min−1

Dreschwerk

  • Dreschtrommeldurchmesser: 800 mm
  • Dreschkanalbreite: 1625 mm
  • Siebfläche: 3,95 m²
  • Zweischicht-Reinigung
  • Schüttleranzahl: 5
  • Fallstufen: 7
  • Gesamtreinigungsfläche: 3,95 m²
  • Gesamtabscheidefläche: 9,22 m²

Fahrzeug

  • Länge: 8900 mm
  • Länge in Transportstellung: 16.720 mm
  • Breite in Transportstellung: 3000 mm
  • Breite mit angebautem Schneidwerk 22 ft: 7200 mm
  • Höhe: 3980 mm
  • Gewicht: 10.090 kg
  • Gewicht mit angebauten Schneidwerk 12.040 kg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Feiffer: Wissensspeicher Mähdrusch. Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin, 2. stark überarb. Auflage 1983, 328 Seiten.
  • Günter Klengel: Vom KOMBINUS zum ARCUS. Die Produktion von Mähdreschern im VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen und die ERNTEMEISTER-Mähdrescher der MDW Mähdreschwerke GmbH Singwitz bei Bautzen. Selbstverlag 2006, 149 Seiten.
  • Klaus Krombholz: Landmaschinenbau der DDR. Licht und Schatten. DLG-Verlag, Frankfurt/Main 2005, 223 Seiten, ISBN 3-7690-0650-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fortschritt E 516 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien