Forum-Literaturbüro

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo des Forum-Literaturbüro e. V.

Das Forum-Literaturbüro e. V. in Hildesheim ist ein regionaler Förderverein für Literatur.

Entstehung des Vereins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1991 entstand bei Jo Köhler die erste Idee für ein Literatur-Büro in Hildesheim als eine Anlaufstelle für schreibende Menschen, besonders für die gerade erst werdenden oder noch unbekannten Autoren. Schon damals interessierten ihn die neuen Wege der Literaturvermittlung und die Frage, wie man die Literatur zu den Menschen bringen kann.

Erst 1995 erfolgte dann die Realisierung der Ideen Köhlers innerhalb der Kulturfabrik in Form einer Literaturabteilung, vorerst als offene Anlaufstelle für Autoren und in Form eines Autorenkreises.

1996 wurde dann die Realisierung erster eigener Projekte möglich.

1999 schließlich erfolgte die Gründung des Forum-Literaturbüros als eigenständiger, eingetragener Verein.

Anlaufstelle für Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bislang unbekannte Autoren werden bei der Suche nach Öffentlichkeit und Kritik unterstützt. Es werden neben Autorenberatung auch Manuskriptbesprechungen angeboten.

Tätigkeitsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur im Gespräch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mithin ermöglicht der Verein Literaten, sich im Rahmen von Litera-Talk-Veranstaltungen, wie beispielsweise dem Offenen Autorenkreis in Hildesheim, über die Ästhetik des Wortes, Wege und Umwege, Wirkungsweisen und die „fixe“ Idee des Schreibens unter Moderation auszutauschen. Diskutieren über Geschriebenes, über Fragen und Antworten des literarischen Lebens. Seit 1995 waren mehr als 900 Literaten bei den Veranstaltungen des Forum-Literaturbüros zu Gast und haben von und mit dem Forum-Literaturbüro partizipiert.

Wettbewerbe und Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein veranstaltet den Hildesheimer Lyrik-Wettbewerb, an dem jeder Schreibende teilnehmen kann und macht bundesweite Ausschreibungen für Projekte und Aktionen. Die Ergebnisse der Preisträger werden u. a. auf Lyrik-Plakaten in Hildesheimer Bussen und Haltestellen der Verkehrsbetriebe veröffentlicht.

Angebote für ältere Menschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerdem gibt es Angebote für ältere Menschen, die ihre Lebenserinnerungen oder einzelne Ereignisse, die sie besonders bewegt haben, in Worte fassen und schreibend aufarbeiten wollen.

Bildungsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen von außerschulischen und in Kooperation mit Schulen organisierten Projekten, findet Bildungsarbeit durch das Forum-Literaturbüro statt.

Veranstalterberatung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein bietet Fortbildung und Beratung für Buchhandel, Bibliotheken, Schulen und Kultureinrichtungen aller Art. Schwerpunkte sind dabei Fragen der Organisation, der wirksamen Öffentlichkeitsarbeit und neue Ideen für Präsentationsformen und Veranstaltungskonzepte.

Agenturarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein bringt Literaten und potentielle Veranstalter zusammen und verfügt über weitreichende Kontakte zu Schriftstellern aller Genres vom Lyriker bis zum Romanautor, vom Märchenerzähler bis zum Aktionskünstler.

Projektarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein entwirft Konzepte für spartenübergreifende Kunst- und Literaturprojekte (wie z. B. den Hildesheimer Lyrik-Park auf dem Marienfriedhof).

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landesweit bekannt wurde der Verein durch zahlreiche Modellprojekte:

  • Lyrik-Garten rund um die Villa Dyes in Hildesheim (1996, 1998)
  • Lyrik-Säulen (1999/2000)
  • Literatur im öffentlichen Nahverkehr (seit 1996)
  • das Schulprojekt „Der Club der kleinen Dichter“ (2004)
  • Lyrik-Wettbewerbe (fast jedes Jahr seit 1997)
  • das „Ei der tausend Wünsche…“ (1999/2000)
  • Lyrik-Park auf dem Marienfriedhof (2008, 2010, 2012)
  • Lesezeichen (2009, 2011, 2014, 2017)
  • das Seniorenprojekt „Lebenserinnerungen“ (2009)
  • Poetry Kids (2013, 2015, 2018)
  • die Literatur-Apotheke, ein Online-Forum für den Austausch über die Wirksamkeit von Literatur, das versucht eine „demokratische“ Form der Literaturbewertung zu etablieren (2016)
  • im Rahmen dessen: Literatur-Wettbewerb "Zwischen den Zeilen..." (2017)
  • "Über Grenzen", ein Literatur-Projekt für Zugewanderte und Vertriebene (2016)
  • "Welche Heimat": lebensbiografisches Erzählprojekt (2018)

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitarbeitende Künstler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Prenzler (Bildhauer)
  • Manfred Hausin (Dichter)
  • Roger Willemsen (Hamburg, Schriftsteller)
  • Renan Demirkan (Schauspielerin und Autorin)
  • Elias O. Dunu (Nigeria, Dichter und Märchenerzähler)
  • Wjatscheslaw Kuprijanow (Moskau, Lyriker)
  • Irith Gabriely (Klezmer-Königin)
  • Hans-Jürgen Lenhart (Frankfurt, Soundpoet)
  • Gerhard Kreuzer (Liedermacher)
  • Christian Zatloukal (Geräusch- und Weltmusiker)
  • Karola Mittelstaedt (Holzdesignerin)
  • Lars H. Beuse und Christine S. Thon (Gewächshaus der Erinnerung, Köln, Medienkünstler)
  • Michael Mahla (Worms, Typokinetiker)
  • Ingo Cesaro (Dichter und Druckerwerkstatt)
  • Michael Martin (München, Wüstenfotograf und Forschungsreisender)
  • Jean Györy (Brüssel, Literat aus der Gruppe 47)
  • Imre Maté (Budapest, Dichter und Philosoph im ungarischen Widerstand)
  • Anita Lasker-Wallfisch (London, Cellistin im Auschwitz-Orchester)
  • Prof. Dr. Paul U. Unschuld (Medizinhistoriker)
  • Dieter Hildebrandt (Kabarettist)
  • Zhang Hai’ou (Peking, Pianist)
  • Uwe Steimle (Dresden, Schauspieler und Kabarettist)
  • Julian Dawson (London, Rockpoet)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jo Köhler, Initiator des Vereins, wurde für sein Wirken und Schaffen als Konzept- und Projektkünstler im Jahr 1997 von der Stiftung Lesen in Mainz unter Schirmherrschaft von Bundespräsident Roman Herzog mit der AusLese 1997 in Nachfolge von Ulrich Wickert ausgezeichnet.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Preisträger des Leseförderungspreises der Stiftung Lesen an innovative Ideen und engagierte Personen (PDF; 215 kB)