Forum der Kulturen Stuttgart

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Forum der Kulturen Stuttgart
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Rechtsform gemeinnütziger eingetragener Verein
Gründung 16. Mai 1998
Sitz Marktplatz 4, 70173 Stuttgart
Vorsitz Sami Aras
Geschäftsführung Rolf Graser
Beschäftigte 25
Mitglieder 136 Migrantenvereine
Website www.forum-der-kulturen.de

Das Forum der Kulturen Stuttgart e. V. ist der Dachverband der Migrantenvereine und interkulturellen Einrichtungen Stuttgarts. Im Jahr 1998 von 20 Vereinen gegründet, zählt es inzwischen über 130 Mitgliedsvereine. Ferner ist es Ansprechpartner von über 300 Migrantenorganisationen in der Region Stuttgart. Es engagiert sich für den interkulturellen Dialog, kulturelle Vielfalt[1] und eine gleichberechtigte Partizipation Zugewanderter am gesellschaftlichen und kulturellen Leben.

Zu den Aktivitäten gehören das Sommerfestival der Kulturen, das Theaterfestival Made in Germany, Produktionen des Interkulturellen Theaterensembles, interkulturelle Frühstücktreffs und Diskussionsforen sowie die Herausgabe des interkulturellen Monatsmagazins Begegnung der Kulturen – Interkultur in Stuttgart. Das Forum der Kulturen leitet zudem den Initiativkreis Interkulturelle Stadt (IKIS), einen Zusammenschluss interkulturell aktiver Kultureinrichtungen.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Forum der Kulturen sieht seine Aufgabe darin, den Reichtum kultureller Vielfalt sichtbar zu machen und fördert die Potenziale, die eine Einwanderungsgesellschaft in sich birgt. Mit seinen verschiedenen Projekten und Aktivitäten trägt das Forum der Kulturen dazu bei, die gesellschaftliche, kulturelle und politische Teilhabe des migrantisch geprägten Bevölkerungsteils zu stärken und auszubauen. Das Forum der Kulturen Stuttgart fungiert als Partner im Kulturleben der Region ebenso wie in unterschiedlichen integrations-, sozial- und bildungspolitischen Zusammenhängen. Auch im entwicklungspolitischen Bereich ist der Verein aktiv. Er ist Bestandteil eines breit angelegten interkulturellen Netzwerkes, in der Kommune ebenso wie auf Landes- und Bundesebene, und prägt den interkulturellen Diskurs in Deutschland durch verschiedene Veranstaltungen (wie den Bundesfachkongress Interkultur) mit.[2]

Arbeit für und mit Vereinen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Empowerment, Qualifizierung und Förderung von Migrantenvereinen
  • Beratung, Serviceangebote und Interessensvertretung
  • Abend- und Wochenendseminare zu Themen wie Vereinsgründung, Projektmanagement, Fundraising etc.
  • Runde Tische und Arbeitskreise, insbesondere für Vereinsmitglieder, die in den Bereichen Elternarbeit, Schule und Bildung, in der Arbeit mit Geflüchteten sowie auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind
  • Förderung von Kooperation und Vernetzung von Migrantenvereinen mit etablierten Trägern, Institutionen und Vereinen
  • Förderung des bürgerschaftlichen Engagements von Migrantenvereinen, wie zum Beispiel das House of Resources
  • Pilotprojekte zu Vereinsentwicklung und Strukturförderung

Das House of Resources[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sommerausgabe 2017 der Zeitschrift "Begegnung der Kulturen – Interkultur in Stuttgart"

Das Konzept des House of Resources soll den Ausbau und die zunehmend Professionalisierung der Arbeit mit Migrantenvereinen ermöglichen. Angebote sollen dadurch erweitert und verbessert sowie die Beratungs- und Vermittlungsarbeit optimiert werden. Vereinen werden beispielsweise Räumlichkeiten, technische Hilfsmittel, Fachreferenten, finanzielle Hilfen, Anwälte oder Steuerberater angeboten.

Projekttage der Stuttgarter Migrantenvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jährlich stattfindenden Projekttage richten sich an alle Vereine, Einrichtungen und Organisationen, die miteinander in Bereichen wie Kultur, Soziales, Bildung, Entwicklungszusammenarbeit, Arbeit mit Geflüchteten, Vorurteile oder Diskriminierung kooperieren möchten. Sie sind eine Plattform, auf der neue Kontakte geknüpft und Ideen entwickelt werden können.

Zeitschrift Begegnung der Kulturen – Interkultur in Stuttgart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2001 erscheint monatlich mit Ausnahme im Sommer (Dreimonatsausgabe) und über den Jahreswechsel (Zweimonatsausgabe) die kostenlose interkulturelle Programmzeitschrift des Forums der Kulturen Stuttgart e. V. mit interkulturellem Veranstaltungskalender und Serviceteil, Informationen aus den Migrantenorganisationen, Porträts von migrantischen Kunstschaffenden sowie kulturellen und gesellschaftspolitischen Hintergrundartikeln. Die Zeitschrift Begegnung der Kulturen – Interkultur in Stuttgart hat eine Auflage von 15.000 bis 16.000 Stück und liegt in Kulturzentren, Kinos, Institutionen, Restaurants und internationalen Kulturvereinen aus.

Seit Sommer 2017 erscheint zusätzlich die jährliche Sonderausgabe zum Sommerfestival der Kulturen mit Hintergrundinformationen zu den Bands, teilnehmenden Migrantenvereinen, Kooperationen und Reportagen.

Kunst- und Kulturprogramme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommerfestival der Kulturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommerfestival der Kulturen 2016 auf dem Stuttgarter Marktplatz, im Hintergrund die Geschäftsstelle des Forums der Kulturen Stuttgart e. V.

Seit 2003 veranstaltet das Forum der Kulturen Stuttgart e. V. einmal im Jahr das Sommerfestival der Kulturen. Sechs Tage lang spielen Bands aus aller Welt auf dem Stuttgarter Marktplatz und die Migrantenvereine beteiligen sich sowohl mit der Zubereitung von Essen aus aller Welt als auch mit künstlerischen Beiträgen. Auf dem Markt der Kulturen, der in den Seitenstraßen zum Marktplatz stattfindet, gibt es Kunsthandwerk und Schmuck, Kleidung, Taschen, Tee und Gewürze aus verschiedenen Ländern zu kaufen.

Mittlerweile zieht das Festival circa 85.000 Besucher an und wird als eine Bereicherung für die Stadt gesehen.[3] In einem Kommentar der Stuttgarter Zeitung heißt es hierzu: „Rolf Graser vom Forum der Kulturen gebührt die Stuttgarter Ehrenbürgerwürde für das Maß an Qualität, mit dem er alljährlich den Marktplatz beglückt. Sein Festival ist so wichtig für Stuttgart, dass es eigentlich monatlich stattfinden sollte.“[4]

Eine Reihe bekannter Bands spielten bereits auf dem Sommerfestival der Kulturen. Darunter waren unter anderen: Karamelo Santo, Che Sudaka, Äl Jawala, Amsterdam Klezmer Band, Boban Marković, Hugh Masekela, Natacha Atlas, Chupacabras, Babylon Circus, Habib Koité, Pippo Pollina, Locomondo, Bukahara, Ana Tijoux, Fanfare Ciocărlia und Orange Blossom.

Weitere Kulturformate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Made in Germany, das interkulturelle Theaterfestival: Aktuelle interkulturelle Produktionen stehen bei diesem Theaterfestival auf dem Programm. Fünf Tage lang sind Gruppen aus ganz Deutschland in Stuttgart zu Gast – vom Staatstheaterensemble bis zur freien Theatergruppe. An zehn Stuttgarter Spielstätten präsentieren sie Collagen, Komödien, Dokumentarstücke und vieles mehr. Eine weitere Besonderheit ist die Programmauswahl. Die Entscheidung fällen nicht die Veranstalter, sondern eine Jury aus theaterinteressierten Zuschauerinnen und Zuschauern, deren Zusammensetzung die kulturelle Vielfalt der Stuttgarter Einwohnerinnen und Einwohner widerspiegelt[5]. Mit dieser Bürgerjury will „Made in Germany“ ein Instrument der Partizipation schaffen und zugleich Veranstaltern und Kultureinrichtungen einen Weg zur interkulturellen Öffnung weisen.
  • Made in Stuttgart, das interkulturelle Theaterwochenende: alle zwei Jahre gestalten Stuttgarter Theater gemeinsam mit dem Publikum und Künstlerinnen und Künstlern ein Wochenende für in Stuttgart heimische interkulturelle Produktionen und Projekte. Auf dem Programm stehen Theateraufführungen, Lesungen, Filme, Tanz und Konzerte sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche.
  • brunch global, der interkulturelle Frühstückstreff: der brunch global wird vom Forum der Kulturen Stuttgart e. V. drei Mal im Jahr veranstaltet. Das sonntägliche Kulturfrühstück richtet sich an alle interessierten und/oder aktiven Menschen, die neue Impulse für das interkulturelle Leben in der Stadt setzen möchten.
  • Theaterworkshops mit Schreibwerkstätten und der Produktion eigener Stücke
  • das Kulturwochenende HeadAttack!, seit 2015
  • Ziryab-Akademie für Weltmusik: Hier werden musikalische Traditionen aus allen Weltregionen in einen engen Bezug zu Klassik, Jazz, Rock oder Pop gesetzt. Die Akademie bietet interessierten Musikerinnen und Musikern aus der Region eine weltmusikalische Ausbildung. Initiiert wurde die Ziryab-Akademie für Weltmusik vom Forum der Kulturen Stuttgart e. V. unter der künstlerischen Leitung des georgischen Gitarristen und Komponisten Zaza Miminoshvili (bekannt durch The Shin).

Netzwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Forum der Kulturen initiierte zahlreiche Netzwerke in der Kommune, auf Landes- sowie auf Bundesebene beziehungsweise war an deren Entstehung beteiligt:

  • der Initiativkreis Interkulturelle Stadt (IKIS), ein Zusammenschluss von Stuttgarter Kultur- und Bildungseinrichtungen, die den interkulturellen Dialog und den internationalen Kulturausschuss fördern wollen. Geleitet wird der Arbeitskreis vom Forum der Kulturen.
  • das Stuttgarter Netzwerk gegen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Diskriminierung und Rassismus: zusammen mit der Abteilung Integration der Stadt Stuttgart hat das Forum der Kulturen dieses Netzwerk initiiert. Es versteht sich als offenes Dialog- und Aktionsnetzwerk und steht weiteren Akteuren, Vereinen und Initiativen offen.
  • der Bundesweite Ratschlag Kulturelle Vielfalt, ein Kreis von interkulturell aktiven Persönlichkeiten und Institutionen im erweiterten Umfeld der Kulturpolitischen Gesellschaft und der Deutschen UNESCO-Kommission. Das Forum der Kulturen ist an diesem Kreis entscheidend beteiligt und durch seinen Geschäftsführer Rolf Graser auch im Sprecherrat des Ratschlags vertreten.
  • das bundesweite Netzwerk von Migrantenorganisationen (NEMO)
  • der Creole – Global Music Contest

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 23. Dezember 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stuttgarter-wochenblatt.de
  2. http://www.bamf.de/DE/DasBAMF/10JahreIntegrationsarbeit/10Jahre-10Geschichten/PortraitGraser/PortraitGraser-node.html
  3. http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.festival-der-kulturen-spektakel-am-rathaus.e52037fb-758b-4347-9a4c-915c5d71c433.html
  4. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.kommentar-zum-sommerfestival-der-kulturen-unverzichtbares-fest.7a9fdcd1-9e70-4a29-89bd-c78ed12765c9.html
  5. https://issuu.com/lift.stuttgart/docs/11_leseprobe_2