Forza Nuova

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Forza Nuova
Parteilogo
Parteivorstand Roberto Fiore (Segretario)
Gründung 29. September 1997
Koalition keine
Ideologie nationalistisch, rechtsextremistisch
Europäische Partei Allianz für Frieden und Freiheit
Abgeordnete
0/630
Senatoren
0/315
Europa­abgeordnete
0/73
Haupt­sitz ItalienItalien Rom
Partei­zeitung Il Megafono
Website www.forzanuova.eu

Forza Nuova (FN, deutsch ‚Neue Kraft‘) ist eine rechtsextreme politische Partei in Italien mit Sitz in Rom. Sie wurde 1997 von Roberto Fiore und Massimo Morsello in Großbritannien gegründet. Den Vorsitz hat derzeit Roberto Fiore, der in Italien wegen Zugehörigkeit zu einer illegalen Vereinigung verurteilt wurde.[1][2][3] Die Mitgliederzahl beträgt ca. 2500 Personen. Bei den Parlamentswahlen 2008 erhielt die Partei rund 0,3 Prozent der Stimmen und ist somit nicht im Parlament vertreten.

Ihr Publikationsorgan heißt ebenfalls Forza Nuova.

Die FN ging aus der Gruppe Terza Posizione hervor, die in den 1970ern und Anfang der 1980er Jahre vor allem im Raum Rom zu einer ernsthaften Konkurrenz zur PCI und deren Jugendorganisationen heranwuchs.

Bei der Europawahl in Italien 2004 kandidierte die FN als Teil der Liste Alternativa Sociale, die 1,2 % der Stimme und damit einen Sitz erreichte. 2008 übernahm den FN-Vorsitzende Fiori den Sitz, nachdem Alessandra Mussolini zurückgetreten war.

Die FN war Mitglied der 2004 gegründeten Europäische Nationale Front und ist Mitglied der 2015 gegründeten Allianz für Frieden und Freiheit.

Die Forza Nuova gehört ähnlich wie die Lega Nord und andere rechte Parteien Italiens zu den Unterstützern Russlands in Europa.[4] Offizielle Kontakte zwischen Partei-Chef Fiore und Russland begannen 2012 mit seiner Teilnahme am „Russisch-Italienischen Handelsdialog“ in Nischni Nowgorod.[5][6] Seit Anfang 2014 und insbesondere seit Beginn des Ukrainekrieges tritt die Partei zunehmend pro-russisch auf. Die FN unterstützt die russische Annexion der Krim.[7] Seit der russischen Machtübernahme organisierte Fiore regelmäßig Reisen für italienische Geschäftsleute auf die besetzte Halbinsel.[6] Im August 2014 nahm er mit dem belgischen Faschisten Luc Michel und anderen Rechtsextremen teil an der Konferenz „Russland, Ukraine, Neues Russland: Globale Probleme und Herausforderungen“ auf Jalta. Eine Delegation von FN war zu Gast beim Internationalen Forum der Familien in Moskau im September 2014. Bei der Konferenz des Internationalen Russischen Konservativen Forums in Sankt Petersburg im März 2015 vertrat Fiore die Allianz für Frieden und Freiheit, eine europäische Dachorganisation rechtsextremer und neofaschistischer Parteien. Fiore unterhält Kontakte zu russischen Rechtsextremen wie etwa Oleg Platonow und Alexander Prochanow. In Russland sieht die FN einen Verteidiger gegen Einwanderer und den IS.[4] Laut Fiore komme dem russischen Volk die besondere geschichtliche Rolle zu, die Wiedergeburt des christlichen Europas zu repräsentieren.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BNP could be at heart of far-right EU group. In: The Telegraph, 15. Mai 2009 (englisch).
  2. dipbt.bundestag.de (PDF; 218 kB) S. 10
  3. „Schätze Mussolini als Politikerin“ In: ORF.
  4. a b Giovanni Savino: The Italian Russophile Rightist Parties: a New Love for Moscow? In: Russian Analytical Digest Nr. 167, Mai 2015, S. 8–11.
  5. Anton Shekhovtsov: Russia and the Western Far Right: Tango Noir. Routledge, New York 2018, ISBN 978-1-315-56099-1, S. 232.
  6. a b Andrea Palladino, Giovanni Tizian und Stefano Vergine: The Italian far-right money. In: La Repubblica, 8. November 2017.
  7. Friedrich Schmidt: St. Petersburg: Gipfeltreffen von Europas Rechtsextremen in Russland. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. März 2015.
  8. Anton Shekhovtsov: Russia and the Western Far Right: Tango Noir. Routledge, New York 2018, ISBN 978-1-315-56099-1, S. 135.