Fossiles Wasser

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Fossiles Wasser ist Wasser in tiefen Erdschichten, welches bereits seit sehr langen Zeiträumen keinen Kontakt mehr mit der Erdatmosphäre oder Oberflächen-Gewässern hatte,[1] bzw. Grundwasser, welches mindestens vor 10.000 Jahren gebildet wurde.[2] Sein Alter kann mit der Radiokarbonmethode oder anderen Isotopenuntersuchungen bestimmt werden, seine Zusammensetzung (z. B. Gas­gehalte quantitativ wie qualitativ) lässt Rückschlüsse auf seine Entstehungszeit zu.[1] Es gilt als besonders rein.[2]

Auch tiefer liegende Wasserschichten von Seen (z. B. dem Tanganjikasee) können als fossiles Wasser bezeichnet werden, wenn die Temperaturschichtung des Sees so stark ist, dass die jahreszeitliche Durchmischung nicht alle Wasserschichten erreicht. Die tiefsten Schichten sind dadurch dauerhaft von der Erdatmosphäre abgeschnitten.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehr als die Hälfte unserer globalen Süßwasservorkommen ist fossiles Grundwasser; weltweit sind 42 bis 85 % der Grundwasserspeicher mit fossilem Wasser gefüllt, bei Brunnen über 250 Tiefe nahezu 100 %.[3][2]

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mitteleuropa gibt es beispielsweise in Deutschlands Norden und in seinem Süden unter dem Hegau Vorkommen fossilen Wassers.[4]

Afrika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Wüsten- und Halbwüstengebieten Nordafrikas [5] und der Arabischen Halbinsel [6] haben sich die fossilen Wasservorkommen nicht wie in Mitteleuropa aus Schmelzwässern der letzten Eiszeit gebildet, sondern sie bestehen aus Grundwasser in Gesteinsklüften und Erdschichten, welches sich in Klima­perioden aus vorgeschichtlicher Zeit, z. B. während der letzten Pluvialzeit angesammelt hat. [7]

Die Grundwasserseen unter der Sahara oder der Kalahari beispielsweise bestehen ebenfalls aus fossilem Wasser.[1]

Risiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fossiles Wasser ist zwar nicht Teil des natürlichen atmosphärischen Wasserkreislaufes, wird jedoch mittlerweile mit moderner Technik (Pumpen, Erdbohrungen) gefördert, während sich die zehntausende von Jahren alten Vorräte nicht erneuern (können); für das Nubische Sandstein-Aquifer gehen optimistische Prognosen bei unveränderter Ausbeutung von einer maximalen Nutzungsdauer von noch 200 Jahren aus.[8]

Auch in China werden mittlerweile fossile Wasservorkommen in großem Umfang ausgebeutet; dies führt zu prognostizierten Absenkungen ihrer unterirdischen Wasserspiegel von bis zu 1,5 Metern pro Jahr.[9]

Kanadische Forscher konnten selbst in tiefen fossilen Wässern weltweit in rund der Hälfte der untersuchten Brunnen mit dem Nachweis von Tritium „moderne“ Wasser-Anteile bzw. Verunreinigungen nachweisen: Tritium ist in unserer Atmosphäre seit den ersten Atombombentests der 1950er-Jahre vermehrt zu finden. Eintragungsquellen könnten u. a. die in die Vorkommen gebohrten Brunnen sein.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]