Fräulein Smillas Gespür für Schnee (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Fräulein Smillas Gespür für Schnee
Originaltitel Smilla’s Sense of Snow
Produktionsland Dänemark, Deutschland, Schweden
Originalsprache Englisch, Inuktitut
Erscheinungsjahr 1997
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Bille August
Drehbuch Ann Biderman
Produktion Bernd Eichinger,
Martin Moszkowicz
Musik Harry Gregson-Williams,
Hans Zimmer
Kamera Jörgen Persson
Schnitt Janus Billeskov Jansen
Besetzung
Synchronisation

Fräulein Smillas Gespür für Schnee (internat. Titel: Smilla’s Sense of Snow, schwed.: Fröken Smillas känsla för snö, dän.: Frøken Smillas fornemmelse for sne [1]) ist ein dänisch-deutsch-schwedischer Thriller von Bille August aus dem Jahr 1997. Das Drehbuch von Ann Biderman beruht auf dem gleichnamigen Roman von Peter Høeg aus dem Jahr 1992.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Inuk in der weiten Eiswüste wartet starr über einem Wasserloch, als mit einer gewaltigen Explosion ein Meteorit einschlägt.

Die arbeitslose, zurückgezogen lebende Wissenschaftlerin Smilla Jaspersen wuchs im Volk der Inuit auf, zu dem ihre Mutter gehörte. Diese starb, als Smilla noch ein Kind war, und ihr Vater, ein dänischer Arzt, nahm sie daraufhin mit nach Kopenhagen, wo sie bis heute Schwierigkeiten hat, sich anzupassen.

Es ist Winter in Kopenhagen. Ein kleiner Inuk-Junge, Isaiah Christiansen, der unter Jaspersen wohnt und mit dem sie sich angefreundet hat, fällt vom Dach des Hauses und stirbt. Sie sieht die Spuren des Jungen im Schnee auf dem Dach und ist entgegen der offiziellen Version davon überzeugt, dass der Junge ermordet wurde. Sie setzt alles daran, die Sache aufzuklären.

Jaspersen erfährt, dass der Tod des Jungen im Zusammenhang mit einer Expedition in die Arktis stehen könnte: Der Vater des Jungen war an dieser Expedition beteiligt und dabei an den Folgen eines Unfalls gestorben. Seitdem bezahlte die Organisation Greenland Mining, die die Expedition durchführte, eine beträchtliche Witwenrente an die Mutter. Außerdem hatte der Junge seinen Vater auf der Expedition begleitet und ist seither monatlich von einem Arzt untersucht worden, der dann auch die Obduktion übernommen und Informationen daraus vertuscht hat.

Jaspersens Nachbar, der auch Mechaniker genannt und dessen eigentlicher Name nicht erwähnt wird, hilft ihr bei den Ermittlungen, und nach einigen Annäherungsversuchen seinerseits verliebt sie sich in ihn.

Im Treppenhaus, in dem Jaspersen einmal sah, wie der Junge sich versteckte, findet sie ein Tonband hinter einer losen Wandfliese. Da die Kassette aber einige Zeit neben dem Sicherungskasten lag, kann man außer Rauschen kaum noch etwas hören, sodass sie zu einem Spezialisten geht; einem Blinden, der ein besonders gutes Gehör und die technischen Gerätschaften zum Herausfiltern des Rauschens hat. Er vermutet aufgrund der Geräusche, dass die Aufnahme in einem Krankenhaus gemacht wurde. Außerdem kann er Stimmen erkennen, sogar einzelne Wörter, die jedoch einen Dialekt sprechen, den er kaum versteht. Jaspersen bittet ihn daraufhin, das Band technisch aufzubereiten, um die Aufnahme verständlicher zu machen. Als sie zurückkommt, um sich die Kassette abzuholen, findet sie den Spezialisten ermordet vor und wird selbst Ziel eines Bombenanschlags. Sie kann sich mit Mühe retten und wird von ihrem Nachbarn gefunden, der sie mit zu sich nach Hause nimmt und sich um sie kümmert.

Als eine erneute Expedition geplant ist, hilft ihr der Nachbar außerdem, heimlich auf das Schiff der Wissenschaftler zu gelangen. Mit der Hilfe eines Mitglieds der Schiffscrew gelangt sie in die Räume der Wissenschaftler, wo sie zwei aufschlussreiche Videos ansehen kann. Es stellt sich heraus, dass in der Arktis ein Meteorit gefunden wurde, der auf unbekannte Weise Energie erzeugt und tödliche, ausgestorben geglaubte Parasiten reanimiert hat, die offenbar im Eis über die Jahrtausende konserviert worden sind. Der Vater des Jungen hatte sich bei der früheren Expedition infiziert und starb, während der Junge sich zwar mit den Parasiten infizierte, jedoch aus ungeklärten Gründen am Leben blieb.

Als es auf dem Schiff für Jaspersen und ihren Helfer zu brenzlig wird, beschließen sie, heimlich auf eine Ölbohrinsel zu flüchten, an der das Schiff angelegt hat. Dieser Versuch scheitert jedoch und das Crewmitglied wird ermordet. Dafür trifft sie aber wieder überraschend auf ihren Nachbarn. Es stellt sich heraus, dass er für den Geheimdienst arbeitet und den Jungen beobachten sollte.

In der Höhle, in der sich der Meteorit befindet, kommt es zum Kampf, in dessen Verlauf der Chef von Greenland Mining, Dr. Tork, flüchten kann, aber verletzt wird. Die Höhle wird von Jaspersens Nachbarn gesprengt. Bevor der geschwächte Dr. Tork im Packeis untergeht, gesteht er, dass er den Jungen verfolgte, weil er an die Kassette gelangen wollte, und dieser deshalb vom Dach stürzte.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde in Kopenhagen, in Kiruna und auf Grönland gedreht.[2] Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 35 Millionen US-Dollar. In Deutschland wurden über 1,7 Millionen Kinobesucher gezählt.[3]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher[4]
Smilla Jaspersen Julia Ormond Susanne von Medvey
Mechaniker Gabriel Byrne Rolf Zacher
Dr. Andreas Tork Richard Harris Gert Günther Hoffmann
Prof. Loyen Tom Wilkinson Reinhard Glemnitz
Moritz Jaspersen Robert Loggia Wolfgang Hess
Kapitän Sigmund Lukas Mario Adorf Mario Adorf
Nils Jakkelsen Jürgen Vogel Jürgen Vogel
Birgo Lander Peter Capaldi Christian Tramitz

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

James Berardinelli schrieb auf ReelView, der Thriller sei wegen der Drehorte und der unabhängigen Frau als Hauptcharakter „unkonventionell“. Der Charakter von Smilla Jaspersen sei „faszinierend“, jedoch seine zahlreichen Aspekte seien ungenügend dargestellt. Berardinelli lobte die Leistung von Julia Ormond und Richard Harris, aber kritisierte die anderen Darsteller, besonders den „leblos“ agierenden Gabriel Byrne.[5]

Das Lexikon des Internationalen Films bemerkt: „Ein achtbarer und auch spannender Thriller, der aber die Sensibilität der literarischen Vorlage nicht in das filmische Medium zu übertragen versteht.“[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film war Eröffnungsfilm der Berlinale 1997 und nahm am Wettbewerb um den Goldenen Bären teil.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.ofdb.de/film/3146,Fräulein-Smillas-Gespür-für-Schnee
  2. Drehorte von Fräulein Smillas Gespür für Schnee
  3. Wirtschaftsdaten für Fräulein Smillas Gespür für Schnee
  4. Fräulein Smillas Gespür für Schnee in der Deutschen Synchronkartei; abgerufen am 1. November 2008
  5. Kritik von James Berardinelli
  6. Fräulein Smillas Gespür für Schnee im Lexikon des Internationalen Films

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]