Rosegg

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Rosegg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Rosegg
Rosegg (Österreich)
Rosegg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Villach-Land
Kfz-Kennzeichen: VL
Fläche: 19,15 km²
Koordinaten: 46° 35′ N, 14° 1′ OKoordinaten: 46° 35′ 19″ N, 14° 1′ 7″ O
Höhe: 477 m ü. A.
Einwohner: 1.824 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 95 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9232
Vorwahl: 04253 und 04274
Gemeindekennziffer: 2 07 21
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlossallee 2
9232 Rosegg
Website: www.roseggonline.at
Politik
Bürgermeister: Franz Werner Richau (BGM)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)

8 Bürgergemeinschaft, 4 SPÖ, 2 FPÖ, 1 RL

Lage der Marktgemeinde Rosegg im Bezirk Villach-Land
Arnoldstein Arriach Bad Bleiberg Feistritz an der Gail Feld am See Ferndorf Finkenstein am Faaker See Fresach Hohenthurn Nötsch im Gailtal Paternion Rosegg Sankt Jakob im Rosental Stockenboi Treffen am Ossiacher See Velden am Wörther See Weißenstein Wernberg (Kärnten) Afritz am See Villach KärntenLage der Gemeinde Rosegg im Bezirk Villach-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Blick von St. Lambrecht auf die Karawanken
Pfarrkirche St. Michael in Rosegg
Schaugrab Urgeschichtszentrum Frög-Rosegg
Schloss Rosegg, Hauptgebäude, Südansicht
Marktgemeindeamt Rosegg
Pfeilerbildstock westlich von Frojach

Rosegg (slowenisch: Rožek) ist eine am westlichen Ende des Rosentals gelegene österreichische Marktgemeinde mit 1824 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Villach-Land in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet wird von der Drau durchflossen, die durch das Wasserkraftwerk Rosegg-St. Jakob energetisch genutzt wird. Der Hauptort der Gemeinde, Rosegg, liegt in einer Flussschleife und ist seit dem Bau des zum Kraftwerkskomplex gehörenden 3,7 km langen Oberwasserkanals (1973) nur über Brücken zu erreichen. Die Seehöhe des Gemeindegebiets liegt zwischen 477 und 600 m ü. NN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rosegg ist in die drei Katastralgemeinden Berg (Gora), Emmersdorf (Tmara vas) und Rosegg (Rožek) gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 18 Ortschaften (Einwohnerzahlen Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Berg (Gora), 63
  • Bergl (Gora), 152
  • Buchheim (Podhum), 70
  • Dolintschach (Dolinčiče), 20
  • Drau (Na Dravi), 97
  • Duel (Dole), 72
  • Emmersdorf (Tmara vas), 114
  • Frojach (Broje), 9
  • Frög (Breg), 121
  • Kleinberg (Mala gora), 25
  • Obergoritschach (Zgornje Goriče), 47
  • Pirk (Brezje), 81
  • Raun (Ravne), 59
  • Rosegg (Rožek), 456
  • Sankt Johann (Ščedem), 18
  • Sankt Lambrecht (Semislavče), 178
  • Sankt Martin (Šmartin), 155
  • Untergoritschach (Spodnje Goriče), 71

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wernberg Velden
Villach Nachbargemeinden
Finkenstein St. Jakob im Rosental

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um das heutige Rosegg war, wie hallstattzeitliche Gräberfelder in Frög nahelegen, schon vor etwa 3.000 Jahren besiedelt. Die Siedlung selbst befand sich vermutlich rund 300 Meter nordöstlich am Burgberg und wurde wohl terrassenförmig angelegt. Die besiedelbare Fläche betrug ungefähr zwei Hektar. Das Gräberfeld von Frög, welches 1882 zufällig entdeckt wurde, stammt aus der Zeit von 750 bis 400 v. Chr. und ist nach Hallstatt das zweitgrößte in Österreich. Archäologisch bedeutend sind die als Grabbeigaben verwendeten Bleifiguren und insbesondere das Modell eines Kult- oder Totenwagens (Bleiwagen von Frög) mit zwölf kleinen Tiermodellen mit einer Schulterhöhe von 3 cm, die sich heute im Kärntner Landesmuseum befinden.

Rosegg (Rasek) wurde 1106 erstmals urkundlich erwähnt, als der Patriarch Ulrich I. von Aquileia die Pfarre Ras dem Chorherrnkapitel des Stifts Eberndorf schenkte.[2] Schon 875 jedoch tauchte der Flurname Ras, als der Bischof Arnold von Freising ein Bauerngebäude gegen eines in Werida (Maria Wörth) eintauschte, zum ersten Mal auf. Im späten 12. Jahrhundert erbaute Rudolf von Ras auf einem Hügel die Burg Rosegg (heute ein Bestandteil des Rosegger Tierparks) und nannte sich Rudolf de Rasek. Nachdem die Hauptlinie der Raser 1315 ausgestorben war, fiel die Herrschaft über Rosegg im Laufe der Jahrhunderte an mehrere Adelsgeschlechter, darunter auch an Hans Rudolf von Raitenau, den jüngsten Bruder des Salzburger Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau. Im Jahr 1478 wurde das gesamte Rosental (darunter auch Rosegg) durch die Türkenkriege arg in Mitleidenschaft gezogen.

1686 erwarb Graf Georg Nikolaus von Rosenberg die Herrschaft Rosegg, sie blieb bis 1829 in Besitz der Familie Orsini-Rosenberg. Franz Xaver Wolfgang von Orsini-Rosenberg errichtete ab 1772 das Schloss Rosegg nahe der Drau, das die Burg als Herrschaftssitz ablöste. Im Jahr 1809 wurde das heutige Gemeindegebiet als Teil der Illyrischen Provinzen an Frankreich angegliedert. Im weiteren Verlauf der Franzosenkriege wurden 1813 große Teile Roseggs (darunter auch die Pfarrkirche) erheblich beschädigt. 1831 erwarb Fürst Johann I. von Liechtenstein die Besitzungen, die bis heute im Besitz der liechtensteinischen Fürstenfamilie blieben.

Nach der Aufhebung der Grundherrschaft und Leibeigenschaft wurde 1849 die Gemeinde Rosegg gegründet, deren Gebiet den gesamten alten Gerichtsbezirk von Rosegg umfasste, und daher von Maria Elend bis zum Faaker See reichte. 1857 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7 auf der Richterskala die Ortschaft und zerstörte einen großen Teil der Gebäude. Im Laufe der Jahre wurden Sankt Jakob im Rosental (1888) und Ledenitzen (1911) von Rosegg abgetrennt und als eigenständige Gemeinden errichtet. Während des Kärntner Abwehrkampfs wurde die Gemeinde zum Schauplatz heftiger Kämpfe, vor allem die 1776 errichtete strategisch wichtige Draubrücke bei St. Michel wurde heftig umkämpft. 1930 wurde Rosegg zur Marktgemeinde erhoben und gab sich 1933 ein Wappen, das die Rose der Familie Orsini-Rosenberg in einem Dreieck zeigt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Volkszählung 2001 hat die Marktgemeinde Rosegg 1802 Einwohner, davon sind 96,2 % österreichische, 1,3 % kroatische und 1,0 % deutsche Staatsbürger. 6,1 % der Bevölkerung gehören der slowenischsprachigen Volksgruppe an.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 83,4 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche 6,5 %. Ohne religiöses Bekenntnis sind 8,3 %.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rosegg
Denkmal des akademischen Malers Peter Markovič
  • In der Galerie Šikoronja finden regelmäßige Ausstellungen von österreichischen und slowenischen Gegenwartskünstlern statt.[3]
  • Slowenischer Kulturverein/Slovensko kulturno društvo „Peter Markovič“, dem Prof. DI Franc Kattnig als Präsident vorsteht.
  • Die 1976 gegründete Brauchtumsgruppe führt regelmäßig verschiedene Veranstaltungen (Osterschießen, Sonnwendfeier, Krampus usw.) in der Gemeinde durch.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Rosegg hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Franz Werner Richau (BGM).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen at rosegg.png

Blasonierung: „In Gold ein rotes Dreieck, belegt mit einer goldbesamten, grün beblätterten silbernen Rose.“ Der Farbakkord Gold-Rot-Silber ist die heraldische Umsetzung der Kärntner Landesfarben Gelb-Rot-Weiß, wie es in allen vier während der Ersten Republik verliehenen Wappen der Fall ist. Die Rose im Dreieck ist „redend“ („Ros-Eck“) und zugleich eine Anspielung auf das Wappen der Familie Orsini-Rosenberg, die Burg und Herrschaft von 1686 bis 1833 besaß und das Schloss Lukrezia errichten ließ.

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 1. Februar 1933 verliehen. Die Fahne ist Gelb-Rot mit eingearbeitetem Wappen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Janko Zerzer, Franz Kattnig: Rosegg und seine Kirchen = Rožek in njegove cerkve. Klagenfurt/Celovec 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rosegg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Gams 1106
  3. http://www.galerie-sikoronja.at/