Frühbürgerliche Revolution

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Frühbürgerliche Revolution ist ein Begriff aus der marxistischen Wirtschaftssoziologie und Geschichtswissenschaft. Damit sollen revolutionäre Bewegungen vom Ende des Mittelalters an (ab etwa 1450) beschrieben werden, die durch folgende Konfliktlinien gekennzeichnet sind:

Durch die Integration der Agrarfrage in die Revolutionsprogrammatik wurden die Interessen des Bauernstands berücksichtigt und es gelang in England, in den Niederlanden und in Deutschland ein gemeinsames Vorgehen bürgerlicher und bäuerlicher Gruppierungen.[1]

Aus der Sicht des Marxismus hatten diese gesellschaftspolitischen Kräfte beziehungsweise Strömungen das Ziel, ihre ökonomische und politische Zersplitterung zu überwinden. Dazu gehörten folgende Forderungen der Bauern:

  • höherer Anteil an der Rendite der Produktion
  • Lockerung der feudalen Ordnung
  • verbesserter Zugang zur Allmende.

Beispiele für frühbürgerliche Revolutionserscheinungen waren die Hussiten-Bewegung, die Reformation und der Bauernkrieg in Deutschland. Auch der niederländische Freiheitskampf mit der 1566/67 beginnenden Revolution war geprägt von den Kämpfen der bürgerlichen Klasse gegen den Adelsstand. Gleiches vollzog sich ebenso im Königreich England im Zuge der Glorious Revolution. Während am nordwestlichen Kontinentalrand Europas sich die bürgerliche Klasse schließlich im 17. Jahrhundert gegen die Adelsklasse behaupten konnte, wurden als Folgeauswirkung der spätmittelalterlichen Agrarkrise[2] die östlichen und zentralen Kontinentgebiete bis nach der Mitte des 19. Jahrhunderts einer erneuten Refeudalisierung unterworfen, und auch die Leibeigenschaft der Bauern dauerte an. Dies betraf vor allem die ostelbischen Gebiete, Polen (Adelsrepublik) und weitere östlich gelegene Länder Europas.

Vorbereitende Volksbewegungen an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufständische Bauern mit Bundschuhfahne umzingeln einen Ritter. Holzschnitt des sog. Petrarca-Meisters aus dem Trostspiegel, 1539.

In einzelnen Ländern Europas griffen Volksbewegungen bereits in der zweiten Hälfte des 14. und im 15. Jh. über die lokalen Grenzen hinaus und wuchsen zu bedeutenden Bauernkriegen und Stadtaufständen aus:

  • in Bulgarien der Aufstand von Iwajlo (1277–1280)[3]
  • in Frankreich die Jacquerie (1358) und die Hirtenbewegung (1382–1384)
  • in England der Bauernaufstand von 1381 unter der Führung Wat Tylers
  • in Italien die von Fra Dolcino geführte Bewegung (1300–1304) sowie der Aufstand der Tuchini im Canavese in Piemont (1382–1387),
  • in Böhmen die Hussitenkriege (1419–1434),
  • in Spanien die Aufstände in Kastilien (1437), auf den Balearen (1450/51) und in Katalonien (1462–1472)[4]
  • Bauernunruhen in Spanien 1505
  • der Aufstand unter György Dózsa in Ungarn (1514)[5]
  • Bundschuh-Bewegung von 1517
  • Comuneros-Aufstand von 1520 bis 1522 in Spanien
  • Bauernunruhen in England 1536 bis 1539, 1549
  • Keulenkrieg von 1596 bis 1597 in Finnland

Die großflächige Bauernbewegung der Hussiten hatte trotz ihrer Niederlage eine beachtliche internationale Resonanz. Das Auftreten der englischen Lollarden und vor allem die Hussitenkriege unterstützten die Reformationsbewegung und den Klassenkampf im Europa des 15. und 16. Jahrhunderts.[6]

Diese vorangegangenen Erhebungen fehlten wesentliche Merkmale die für Frühbürgerliche Revolutionen voraussetzend sind. Die durch die kapitalistische Entwicklung herbeigeführten neuen gesellschaftlichen Verhältnisse lagen noch nicht vor. Einheitliche Binnenmärkte bzw. überregionale Martkbeziehungen waren noch nicht ausgebildet worden, lokale Grenzen konnten demnach nicht überwunden werden. Es fehlten die generellen Möglichkeiten zu gruppenübergreifenden Kooperationen oder Absprachen. Die ältere und nicht mehr fortgesetzte marxistische Geschichtsschreibung schrieb im 20. Jahrhundert dabei stets vom so genannten «Klassenbündnis». Es handelte sich bei all diesen Aufständen um eine qualitative Vorstufe, die die nachfolgenden Revolutionen letztlich nur vorbereiteten, die damit nicht in einen luftleeren Raum in die Geschichte eintraten, sondern auf entsprechende regionale aufständische Vorerfahrungen basierten und deren Muster nachahmten.[7]

Gesellschaftliche Umbrüche vom Spätmittelalter zur Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrschende Gesellschaftsordnung im Spätmittelalter war der Feudalismus. Feudale Abhängigkeiten und ständische Gliederung bestehen nebst anderen in territorialer Gebundenheit und Hörigkeit von Bauern den Grundherren gegenüber. Der Grundherr war nicht Eigentümer des Landes, sondern erhielt dieses als Lehen von höhergestellten Adeligen.[8] Das System hatte seine Vorzüge solange Naturalwirtschaft vorherrschend war und der herrschaftliche System insgesamt schwach ausgeprägt war. Es förderte die Territorialisierung Europas, ausgedrückt durch die Konjunktur des Burgenbaus. Wirtschaftlich und nach produktiven Blickwinkel war das System aber äußerst ineffektiv. Es verhinderte durch die unfreie Stellung der allermeisten Mitglieder die wirtschaftliche Betätigung. Folglich waren die Produktionsraten institutionell schwach und die Fortschrittsrate ebenso gering, die allgemeine Mobilität ebenso schwach. Dieses starre, unfreie und hierarchisch-pyramidenartige System begann im Spätmittelalter zu erodieren bei gleichzeitiger Zunahme der Differenzierung der Gesellschaft. Es hatten sich in den urbanen Zentren Europas starke gesellschaftliche Nischenzonen gebildet, die sich weiter ausbreiteten. Städtebünde hatten im Spätmittelalter eine eigene Ordnung begründet. Stadt und Land bildeten eine scharfe rechtliche Trennlinie. Dazu galt der mittelalterliche Rechtsgrundsatz Stadtluft macht frei.

Pest, Bevölkerungsrückgang, klimatische Veränderungen führten zu dauerhaften Krisenerscheinungen in Europa im 14. Jahrhundert. Ganze Landschaften wurden entvölkert, viele Höfe waren verlassen. Die Krise des 14. Jahrhunderts ebbte im Verlauf des 15. Jahrhunderts ab. Der Verfall der Preise im Agrarsektor und der Grundrenten hatte zu einer dauerhaften ökonomischen Krise des Landsässigen Adels geführt. Daraus entwickelte sich eine permanente Krise des feudalen Adels. Dies Vertreter dieses Standes betätigten sich daher zunehmend als Raubritter, mit der Folge zunehmender Rechtsunsicherheit in Europa. Das Feudaladelige Einkommen sank, während im Spätmittelalter die Besitzrechte der Bauern wieder zugenommen hatten und diese sich zu Beginn der Frühbürgerlichen Revolutionen in einer guten Ausgangslage befanden. Diese Wirtschaftskrise auf dem Land galt allerdings nicht für die Stadt. Deren Gewerbe und Handel blühte auf und zwischen 1450 und 1540 stieg in Mitteleuropa die Silberproduktion um das Fünffache. Auch die Tuch- und Wollerzeugung nahm einen starken Aufschwung. Fortschritte im Rüstungssektor, Neuerungen im Metallgewerbe, Papiermacherei aber auch Buchdruck gaben neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Expansion betraf insgesamt technische, organisatorische, ökonomische Veränderungen. Dazu gehörten erste Anfänge im Verlagssystem, das bereits in Italien erprobt wurde und sich nun auch im deutschen Raum durchzusetzen begann. Das Verkehrswesen und auch der Geldumlauf nahmen zu.[9]

Vertreter einer sich formierenden Sozialklasse: Der Danziger Hansekaufmann Giese 1532 im Londoner Stalhof, Gemälde von Hans Holbein dem Jüngeren

Vor allem das Handelskapital nahm einen starken Aufschwung. Im Ostseehandel hatte die Hanse lange das Monopol inne und unterhielt Fernhandelsbeziehungen. Im Süden profitierten die Oberdeutschen Städte von ihrer günstigen Lage zwischen den oberitalienischen und niederländischen Handels- und Gewerbezentren. Zahlreiche Messestandorte an den Knotenpunkten der Güterströme hatten sich gebildet (Reichsmessen). Städte spezialisierten sich auf den aktiven Handel und gründeten in den wichtigsten europäischen Ländern Niederlassungen und Faktoreien. Zugleich entstanden mächtige Handelsgesellschaften wie die Fugger und Welser, die den Warenhandel mit Bergbau und Banktätigkeit kombinierten und große Vermögen akkumulierten. Mit der Zunahme des bargeldlosen Zahlungsverkehrs entstehen neue bedeutende Finanzzentren, die in engen Beziehungen zu den Weltbörsen in Lyon und Antwerpen stehen. Die Ware-Geldbeziehungen hatten sich stark verdichtet und deren monetäre Austauschlogik begann sich auch auf andere soziale Bereiche auszudehnen. Dieser Expansionsgrad in zum Beispiel feudale Systeme, die nach Geburtsrecht und nicht nach kapitalbasierten Austauschlogiken organisiert waren, befand sich aber noch auf einer sehr frühen und geringen Entwicklungsstufe.[10]

Der Adel erholte sich von der Schwäche die er während der Spätmittelalterlichen Krise im 14. und frühen 15. Jahrhundert erlebt hatte. Bis dahin hielt sich der Adelsstand weitgehend aus den innerdörflichen Angelegenheiten heraus. Dies änderte sich in der Folgezeit im Zuge der Versuche des gutsbesitzenden Adels die eigene Rendite beim stark ansteigenden Getreideexport auszuweiten. Dazu versuchte der Landadel gemeinsam mit dem Landesfürsten einen Enteignungsfeldzug gegen die Untertanen durchzuführen. Der freie Bauer geriet dadurch in die Zweite Leibeigenschaft.[11] Am erfolgreichsten verlief dieser Enteignungsprozess östliche der Elbe. Auch in Süd- und Mitteldeutschland begann ein herrschaftlicher Intensivierungsprozess, der nach Peter Blickle ebenfalls Züge einer Zweiten Leibeigenschaft trug. Die Herrschaftsintensivierung betraf nicht die Höhe der Abgaben, die stabil blieb, sondern die rechtliche Stellung der Bauern. Deren Freizügigkeit wurde zunehmend eingeschränkt. Der Adel begann auch in die inneren Angelegenheiten der Dörfer zu intervenieren. Sie zogen sich zahlreiche administrative und jurisdiktionelle Befugnisse der Gemeinde an sich. Der bäuerliche Widerstand gegen den Aufbau einer herrschaftlichen Eigenwirtschaft sollte so gebrochen werden. Nicht mehr von der Gemeinde gewählte Vertreter, sondern von der Herrschaft ernannte Beamte, meist aus reichsstädtischen Familien, übten die Polizei-, Verwaltungs- und Gerichtsaufgaben aus. Die Beamten sorgten für die Eintreibung der Strafgelder, kontrollierten die Maße, inspizierten die Mühlen, führten Grenzbegehungen durch, beaufsichtigten den Zehnteinzug und überprüften die Rechnungen. Ihnen unterstanden in manchen Fällen Polizeitruppen, die zur Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit gegenüber den opponierenden Bauern errichtet wurden. Die Kosten für den Ausbau der Herrschaft hatten die Bauern selbst zu tragen.[12]

Letztlich war die Zeit um 1500, die von der Marxistischen Geschichtsschreibung als «gesamtgesellschaftliche Krise» beschrieben wurde, vor allem eine kulturelle und geistige Zeit des Umbruchs – mit der offenen Einkehr der Renaissance und des Humanismus in Europa. Demgegenüber waren die wirtschaftlichen und demographischen Krisenerscheinungen des Spätmittelalters mit den dadurch ausgelösten Spannungen und Belastungen bereits zum Teil überwunden. Auch politisch hatte es zuvor in Europa wesentlich turbulentere Krisen und Konflikte gegeben als es um 1500 der Fall war, zum Beispiel die Rosenkriege in England oder der Hundertjährige Krieg in Frankreich.[13]

Letztlich soll der entstehende frühe Kapitalismus die Feudalgesellschaft zersetzt haben. Die Träger der alten Feudalordnung, mit der stark verweltlichten und stark materialistisch agierenden Kirche als wichtigste stützende Feudalkraft, waren innerlich zerstritten und konnte diesen sich formierenden Kräften nicht entgehen.[14]

Nach Günter Vogler geriet Deutschland und Europa Ende des 15. Jahrhunderts in die Epoche des Übergangs vom Feudalismus zum Kapitalismus, wodurch die konstituierenden Merkmale für den Typus frühbürgerliche Revolutionen erreicht wurden. Europa trat damit in die Epoche bürgerlicher Revolutionen ein, in denen sich das Bürgertum schrittweise die politische Macht erkämpfte.[15] Als voraussetzende Merkmale einer frühbürgerlichen Revolution gilt:[16]

  • Akkumulation von Kapital
  • Formierung des Weltmarkts
  • Vorhandensein zentralisierter Monarchien
  • Existenz bürgerlicher Kulturen und Ideologien.

Im 16. und 17. Jahrhundert ging es für das frühneuzeitliche Bürgertum vor allem um die Eigentumsfrage, das Existenzgrundlage der Bürger war. Dazu sollten alle feudalen Eigentumsrechte abgeschafft werden. Die freie Konkurrenz sollte geltend gemacht werden zugunsten der bestehenden Gutsherrschaft, Zunftwesen, Monopole, die das sich entwickelnde protoindustrielle (bürgerliche) Gewerbe fesselte.[17]

Ausgangsbedingungen in den einzelnen Staaten Europas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ungleichverteilung der produzierten Güter führten zu politischen Krisen in England aber auch in Frankreich, Katalonien, Portugal, Neapel und Palermo. Die entstehenden revolutionären Strömungen wurden ausgelöst, weil der frühmoderne staatliche Überbau versuchte, seine Stellung zu stärken.[18] Die bedeutsamsten Frühbürgerlichen Schübe wurden von 1517 bis 1689 zuerst im Heiligen Römischen Reich, danach in den heutigen Beneluxländern, anschließend in England vollzogen. Die gesellschaftlichen Umwälzungen des 16. Jahrhunderts zuerst im Heiligen Römischen Reich, später in den Niederlanden und im 17. Jahrhundert in England basierten auf unterschiedlichen Ausgangsverhältnissen und Entwicklungsstufen der einzelnen Gesellschaften. Die frühbürgerlichen Revolutionen in den Niederlanden und dem Heiligen Römischen Reich fielen in eine Zeit, in der in diesen Staatswesen anders als später in England und Frankreich die ökonomische und staatliche Zentralisierung nur gering entwickelt war.[19] Dennoch gab es auch Parallelen. Die damaligen Staatswesen dieser Gebiete gehörten zu den fortschrittlichsten der Welt und durchliefen eine reformatorische Bewegung, wodurch die Säkularisierung dort stark voranschritt. Zudem waren diese Gebiete stärker urbanisiert als andere Reformationsgebiete wie Skandinavien. Eine dadurch bedingte höhere und dichtere Austausch- und Bewegungsrate wirkte sich für gesellschaftsreformatorische Sprünge günstig aus.

Während in den deutschen Staaten um 1500 und auch noch im Ancien Régime um 1789 im agrarischen Bereich feudale Produktionsverhältnisse dominierten, präsentierten sich die Niederlande und England im Vorfeld ihrer eigenen Revolutionen als weiter Fortgeschritten, sichtbar in dem erreichten Stand der Proto-Akkumulation des Kapitals, im Grad der Ausbildung von Pachtverhältnissen, dem Entstehen eines verbürgerlichten Adels, dessen Interessen denen der städtischen Bourgeoisie angenähert waren, so dass eine sozial-politische Grundlage für Kompromisse gegeben war.[20] Einen solchen Neuen Adel gab es in den deutschen Staaten und in Frankreich nicht in nennenswertem Umfang. Die Konfrontation Bauernschaft und Feudaladel fiel daher dort ausgeprägter aus.[21]

Frühbürgerliche Revolution im deutschen Kulturraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms 1521, Anton von Werner, 1877

Der Ruf der Reformatio war im Heiligen Römischen Reich immer dringlicher geworden, da mehrfache Anläufe des Kaisers und der Stände zu einer Reform des Staates gescheitert waren und sich die Klassengegensätze sowohl auf dem Land wie in den Städten und in deren Bereichen der Gesellschaft zugespitzt hatten. Die beginnende frühkapitalistische Entwicklung verstärkte dies. Angesichts der noch nicht ausgereiften Klassengegensätze zwischen dem Bürgertum dieser Zeit und dem Feudaladel ist es kein Widerspruch zu einem bürgerlichen Charakter der Reformation, dass Fürsten, Adlige, ja sogar hohe Kirchenvertreter mit ihr sympathisierten.[22]

Die zunächst stattfindende Reformation Martin Luthers war vom Ansatz her antirömisch. Die protestantischen deutschen Fürsten entwickelten daraus für sich einen anti-unitarischen Ansatz, der sich gegen das universalistische Kaiserreich unter Führung der Habsburger richtete. Durch die Reformation verschob sich das politische Kräfteverhältnis folglich zu Gunsten der weltlichen Fürsten und städtischen Oberschichten. Somit war die Reformation von Oben keine sozialrevolutionäre Erhebung der Plebejer und Bauern.[23]

Auch das Wesen der Reformation war primär rein theologisch und nicht revolutionär. Sie war auf eine innerkirchliche Reform ausgerichtet. Die reformatorischen Aussagen und Thesen enthielten aber auch potentiell systemsprengende Elemente. Die Reformationsbewegung wirkte eben doch revolutionär, indem sie gesellschaftliche Grundlagen und den Status quo in Frage stellte. Folglich griff die Reformation auf eine Gesellschaft über, die sich 1517 in einer Krise befand und ebenfalls Reformen anstrebte.[24] Die sozialen Programmgesichtspunkte des reformatorischen Reformprogramms enthielten:

  • Reformen im Interesse der sozial Schwachen, Unterprivilegierten, Ausgebeuteten und Unterdrückten
  • Formulierung neuer, auf das Evangelium gestützter egalitärer Gesellschaftsmodelle

Der entscheidende Schritt zur Spaltung der reformatorischen Bewegung in die bürgerlich-lutherische Reformation und die von Thomas Müntzer angeführte Volksreformation habe mit Luthers Schrift An den christlichen Adel deutscher Nation von 1520 stattgefunden.[25] Die soziale Bewegung die aus der Reformation resultierte, bildete eine Symbiose aus reformatorischer Theologie und gesellschaftlicher Bewegung. Ansonsten bot die radikale Reformation ein eher heterogenes Bild. Thomas Müntzer beispielsweise verband die kirchliche Reform mit Kritik an den bestehenden politischen und sozialen Verhältnissen, wie es in seiner Fürstenpredigt von 1524 zum Ausdruck kam. Die Bewegung erlangte im Deutschen Bauernkrieg 1525 ihren Höhepunkt. Der Aufstand der Bauern begann im Schwarzwald und am Bodensee und dehnte sich auf schwäbische und fränkische Gebiete, auf Tirol, Salzburg, Württemberg und Thüringen aus. Im Frühjahr 1525 wurde in Memmingen das Revolutionsmanifest der Zwölf Artikel proklamiert. Aber die militärisch unerfahrenen Bauern hatten den gut gerüsteten Söldnerheeren der Fürsten nichts entgegenzusetzen. Nach blutigen Schlachten endete der Bauernkrieg mit einer Niederlage der Bauern.

Der Deutsche Bauernkrieg war letztlich Höhepunkt einer langen Kette spätmittelalterlicher Agrarrevolten, die aus dem Konflikt zwischen bäuerlicher Teilautonomie und territorialstaatlichen Herrschaftsanspruch resultierten. Nach Horst Buszello ragen dabei zwei zentrale Anliegen der Bauern heraus:

  • das Verlangen nach persönlicher Freiheit und Gleichwertigkeit (ohne generelle Aufhebung des Ständewesens zu intendieren)
  • Bewahrung und Aufrechterhaltung der innerdörflichen Autonomie, eine Forderung die mit dem städtischen Bürgertum konvergierte.

Es handelte sich im Ganzen um eine limitierte, politische Revolution, das auf eine Veränderung der Machtverteilung innerhalb des bestehenden Systems abzielte und nicht auf die Schaffung gänzlich neuer Strukturen. Damit gehörte der Deutsche Bauernkrieg noch in den Rahmen spätmittelalterlicher Verfassungsentwicklung.[26]

Die Revolution zwischen 1517 und 1525 wird als Typ einer frühbürgerliche Revolution verstanden. Ihr spezifisch bürgerliches Wesen aber nachzuweisen, bereitet aber weiterhin große Schwierigkeiten. Der Komplex als solches ist bisher noch nicht vollständig aufgearbeitet worden. Als Minimalkonsens gilt der Befund, dass die Reformation von einem starken städtischen Bezug geprägt wurde, ohne dass die Reformation „verbürgerlichend“ wirkte. Der Begriffsinhalt Bürger im frühen 16. Jahrhundert unterschied sich wesentlich vom Bürgerbegriff der viel später entstandenen Bürgergesellschaft. Diese Problematik ist in der Geschichtswissenschaft allgemein bekannt, wird aber als geschichtswissenschaftlich legitimer, weil allseitig erkenntnisförderlicher Vorgang geduldet und als „offener Forschungsprozess“ akzeptiert.[27] Für das 16. Jahrhundert hat sich die Bezeichnung frühkapitalistisches Bürgertum anstelle von Bourgeoisie etabliert. Die deutschen Ereignisse des 16. Jahrhunderts werden daher aus marxistischer Betrachtung als „Bürgerliche Revolution ohne Bourgeoisie“ interpretiert. Das Bürgertum hätte in der östlichen Geschichtsschreibung nicht nur im 16. Jahrhundert als revolutionäre Kraft versagt, ja die Revolution verraten. Das Eingreifen «der Volksmassen» wurde erforderlich. Bauern, Plebejer, Kleinbürger wurden zum eigentlichen Agens der Bewegung. Ein Erfolg musste den antifeudalen Kämpfern jedoch versagt bleiben, «weil der Klassenhegemon einer bürgerlichen Revolution fehlte, weil das Bürgertum sich nicht an die Spitze der gegen den Feudalismus gerichteten Bewegung stellen wollte.»[28]

Die bürgerlichen Kräfte vor allem im Zentrum der Reformation, Mitteldeutschland beschränkten sich noch weitgehend auf den Erz- und Silberbergbau im Erzgebirge, der zu dieser Zeit sehr stark prosperierte. Kaufleute investierten während des Berggescheys in Kuxe. Wegen des Monopoleigentums der Landesfürsten gingen diese bürgerlichen Kräfte Arrangements mit den Feudalherren ein, um überhaupt wirtschaftlich aktiv werden zu können. In den Städten bestanden weiterhin das Zunftwesen mit ihren protektionistischen und monopolistischen Strukturen. Auch in der Landwirtschaft hatte die Spätmittelalterliche Agrarkrise zu einer Verschärfung der Besitzrechte zuungunsten der Freien Bauern geführt. Die zunehmende Bedeutung von Waren-Geld Beziehungen die durch die größer werdende Menge an verfügbaren Silber als Zahlungsmittel verstärkt wurde, löste die feudalen Abhängigkeitsformen zwar allmählich auf, aber sie wirkte nicht sprengend in Bezug zu die gesellschaftlichen Verhältnisse. Im Gegenteil führte das Anspannen der feudalen direkten Herrschafts- und Knechtschaftsverhältnisse zu einer verstärkten Bindung der Erzeuger und Produzenten an den örtlichen Feudalherren (Gutsherrschaft) und damit zu deren Entrechtung. Während sich also die gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse nicht von der Feudalordnung lösen konnte (und damit auch nicht dem Kapital unterstand), blieb die Entwicklung des Handelskapitals davon ausgeklammert, das blühte und sich selbständig entwickelte.[29]

Da die um 1500 sich ausbildenden Kapitalkräfte, wie die Fugger unreif und aufgespalten waren, verbanden sie sich nach Adolf Laube mit den Feudalkräften und bildeten kein eigenes Klassenbewusstsein im deutschen Kulturraum aus. Die von den besitzenden und gebildeten Bürgern beherrschten Städte haben nicht anders als die Feudalherren agiert und sahen sich um ihre eigene wirtschaftliche Position durch die Bauern bedroht. Patrizier und Zünfte, die einflussreichsten Elemente des Bürgertums, hätten ohnehin ihre Geschäfte mit Kaiser und König, mit Fürsten und Herren gemacht und seien von daher schon an der Stabilisierung der alten Ordnung und keineswegs an ihrer Verrichtung interessiert gewesen.[30] Sie verhinderten damit so in der weitergehenden Argumentationskette, die Durchsetzung ihrer eigenen Interessen, welche das Bündnis mit den revolutionären Kräften und nicht deren Ausschaltung erfordert hätten.[31] Die «revolutionären Volksmassen» konnten nach dieser These ohne Führung durch das Bürgertum, das als Klasse die neuen Produktionsverhältnisse repräsentierte, die Revolution von sich aus nicht zum Erfolg führen.[32]

Aus diesen spezifisch deutschen Verhältnissen entwickelte sich die marxistische Theorie von der bürgerlichen Entwicklung in Deutschland als einer «einzigen fortlaufenden Misere», die aber in den jahrhundertelangen und von vielen Rückschlägen und qualvollen Umwege geprägten Kämpfe zwischen Fortschritt und Reaktion letztlich den Sieg über die feudalen Kräfte gebracht habe.[33]

Ausbreitung der Reformation

Die Niederlage des Deutschen Bauernkrieges bedeutete einen schweren Rückschlag für das Bürgertum und die Bauern. Die Tendenzen der bürgerlichen Gesellschaft waren damit vorerst zum Erliegen gebracht worden. Viele Reichsstädte wurden wieder fürstlichen Territorien angegliedert. Eigentliche Nutznießer wurden die Fürsten und in der Folgezeit verstärkte sich die Abhängigkeit des Adels von den Fürsten. Es folgte eine Fürstenreformation, die rückständiger als die Henricianische Reformation in England war, und mit der Wiedereinführung der Leibeigenschaft in Ostelbien eine umfangreiche Refeudalisierung bedeutete. Allerdings hat die frühbürgerliche Revolution als Reformation in Deutschland keine Niederlage erlitten wie der Bauernkrieg.[34] Die Reformation als fortgesetzte frühbürgerliche Revolution siegte 1536 mit Calvins Reformation in Genf als Ausgangspunkt neuer Entwicklungen, indem sie einer dem Kapitalismus adäquaten Weltanschauung zum Durchbruch verhalf. Der Bauernkrieg ist nach Ansicht von Ernst Engelberg letztlich eine „Kritische Episode“ und „Wendepunkt“ (Engels) zwischen den Reformationen Luthers und Calvins gewesen und damit nur Höhepunkt und Etappe aber nicht Ende der Ersten frühbürgerlichen Revolution gewesen.[35]

Die Säkularisierung der Kirchengüter durch die Fürsten führte, wo sie vollzogen wurde, zum Ausscheiden der feudalen Kirche als Stütze des Feudalwesens und Teil der herrschenden Klasse im protestantischen Gebiet des Heiligen Römischen Reichs.[36] Die so gestärkten Fürsten etablierten sich in der Folgezeit als Landesherren und drängten in ihren Territorien den adeligen Partikularismus zugunsten des Zentralstaats zurück. Das Ständewesen mit den im Spätmittelalter etablierten Landtagen und der dort vertretenen Stadtbürgern verlor bis 1700 ihre dominante Stellung im Machtgefüge an die Fürsten. Es entstanden staatlich initiierte neue Institutionen und der Überbau formte sich aus. Im Gegensatz zu den Niederlanden und England breitete sich im deutschen Raum der Absolutismus voll aus, während die Produktivkräfte dahinter politisch zurückblieben.

Frühbürgerliche Revolution in den Niederlanden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesellschaftliche Ausgangslage, Agrarstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Adriaen Brouwer: Bauern streiten sich beim Kartenspielen
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Fritz Wagner: Holländische Handelsherren beim Planen der nächsten Tour, Historiengemälde – Wohnstube, Barock, Goldenes Zeitalter der Niederlande


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Adriaen Brouwer: Kämpfe zwischen Bauern in einem Gasthaus
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Fritz Wagner: Erkundung der neuen Schifffahrtslinie


Auch in den Niederlanden vollzog sich der Prozess der Akkumulation des Kapitals. Wie zahlreiche frühneuzeiltichen Revolutionen erfasste sie nahezu alle Schichten der Bevölkerung. Es kam zu keiner Dichotomisierung der Gesellschaft, sondern zu einer Fragmentierung ihrer Gruppen und Schichten.[37] Die Anfänge des Manufakturkapitalismus sind jedoch die Ausnahme, nicht die Regel. Sie erfasste vor allem das Textilgewerbe mit einer erheblichen Konzentration von Lohnarbeitern.[38]

Die Provinzen wiesen eine verschiedene Agrarstruktur auf. Die Grundlage bildeten die bäuerlichen Parzellenwirtschaften mit einem bis fünf Morgen Land. Die Pachtform war sehr weit fortgeschritten. Es bildete sich eine Schicht wohlhabender Bauern, die nach und nach zu Farmern Bürgerlichen Schlags wurden. Der Norden der Niederlande kannte feudale Bindungen kaum, dagegen waren sie im Süden noch in einigen Provinzen noch existent, auch in Gestalt der Leibeigenschaft. Das Interesse der Bauern an der Veränderung der sozialen Beziehungen war demzufolge unterschiedlich ausgeprägt.[39]

Die Positionen des Feudaladels wurden von allen Seiten unterminiert. Durch die Preisrevolution gingen die fixierten Einkünfte von den Großbesitzungen stark zurück. Vor allem dort, wo es dem Adel nicht gelang die untrentablen Geldrenten wieder in Naturalrenten zurückzuverwandeln. Der Adel verschuldete selbst beim Wucherer und verarmte. Ein beträchtlicher Teil von Land ging in die Hände von Wucherern, Bürgern oder städtischen Institutionen über. Vorläufig gewährten allerdings diese neuen Grundbesitzer den Bauern rechtlich und besitzmäßig ihren früheren feudalen Status. Der feudale Grundbesitz der Kirchen und Klöster ging nicht zurück; er nahm im Gegenteil besonders im Süden bedrohlich zu.[40]

Die Rolle der Bauern und ihr Verhältnis zu städtischen Kleinbürgern und dem Handelskapital, Adel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der starken Urbanisierung der Niederlande waren folglich die Städte und nicht die Bauern im Zentrum der revolutionären Bewegung. Im Vergleich zu den deutschen Erhebungen war die niederländische Bauernbewegung schwächer ausgebildet.[41] Die Bauern haben die Revolution am Anfang stärker als am Ende unterstützt.

Höchst widersprüchlich in ihrem Wesen waren andererseits die Bauernerhebungen in Overijssel, Friesland, Drenthe, wo zuweilen die aufständischen Bauern, bewusst oder unbewusst, zu Helfershelfern der feudal-katholischen Reaktion und spanischer Agenten wurden.

Drei grundlegende Ursachen bestimmten das Verhalten der Bauernschaft während des Aufstands:

  • Die revolutionäre Erhebung fand in der ersten Phase der Manufakturperiode, als weder objektive noch subjektive Faktoren den erforderlichen Reifegrad erreicht hatten, unter absoluter Vorherrschaft des Handelskapitals statt.
  • Das kaufmännische Kapital hatte an der Agrarsphäre ein rein „konsumtives“ Interesse, namentlich eine profitable Anlage des Kapitals an Boden, die Möglichkeit der Beschaffung landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu niedrigen Preisen für den Export und von Rohstoffen für die von ihm „kontrollierten“ Handelserwerbszweige
  • Das politische Bündnis der herrschenden Kaufmannschaft mit antispanisch eingestelltem meist calvinistischem, jedoch immer noch feudalem Adel der Niederlande, auch mit Anhängern des Hauses Oranien, dessen negative Folgen vor allem auf die Bauernschaft abgewälzt wurden.

Das Fehlen eines festen politischen Bündnisses zwischen den städtischen Plebejern und der Bauernschaft, die genau wie im Deutschen Bauernkrieg nicht zur gemeinsamen Aktion kamen und einander im Wege standen. Weder die Kaufmannschaft, noch der Herzog von Oranien, noch die Generalstaaten sorgten sich um die dringenden Nöte der Bauernschaft.[42]

Insgesamt handelt es sich bei niederländischen Freiheitskampf um eine Synthese unterschiedlicher Aufstände, die sich sozialgeschichtlich nicht zusammenwerfen lassen. Dementsprechend ist auch mit einem Bündel von Motiven für die Erhebung zu rechnen, das sich bei den einzelnen Sozialgruppen, aber auch entsprechend den jeweiligen regionalen und lokalen Sonderbedingungen, sehr verschieden zusammensetzt. Wohl treten auf einzelne Phasen bestimmte Gruppen in den Vordergrund des Geschehens: von 1555 bis 1566 der Adel, 1566 städtische Mittel- und Unterschichten, nur ein kleiner Teil der Oberschichten; nach 1572 das Großbürgertum. Es sind eher zufällige Faktoren, die jeweils hierfür verantwortlich waren: So für das Eingreifen der breiten Schichten im Jahr 1566 die Konjunkturlage, für das Hervortreten des Großbürgertums nach 1572 der Umstand, das die Geuseninvasion nicht im agrarisch-adeligen Friesland, sondern im bürgerlichen Holland stattfand. Zudem sind die sozialgeschichtlichen Verlagerungen nicht absolut zu sehen. Der Adel spielte bis zum Ende der Revolution eine wichtige Rolle.[43] Teile des niederen Adels nahmen an den Bewegungen mit Teil. An verschiedenen Stellen traten sie, ähnlich wie bei den norddeutschen Standesgenossen als Schutzherren der Heckenpredigten in Erscheinung.[44]

Beginn des Aufstands, bürgerliche Ideologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit tridentinischem Katholizismus und Calvinismus traten sich seit den 50er Jahren des 16. Jahrhunderts zwei Kirchen- und Glaubenssysteme gegenüber, die in ihren Verfassungsnormen und ihrer Spiritualität geeignete Integrationspunkte für die beiden unterschiedlichen Führungseliten innerhalb der niederländischen Gesellschaft darstellten. Der hierarchisch-zentralistische Katholizismus wurde in der etatistischen Überformung durch Philipp II. und die Spanier zum Inbegriff des fürstlichen Absolutismus. Der presbyterialsynodische Calvinismus andererseits war kompatibel mit Verfassungsnorm und geistig-gesellschaftlichem Selbstverständnis der regionalen Führungseliten. Die Zurechnung und gegenseitige Wirkung von Calvinismus, politischer Freiheitsbewegung und Kapitalismus zueinander ist nicht eindeutig möglich.[45][46]

Der Bildersturm des Jahres 1566 hatte den Auftakt für den Aufstand gegeben.[47] Dieser ging ähnlich wie der deutsche Bauernkrieg von den unteren Schichten aus. Die Massenmobilisierung im Rahmen der calvinistischen „Heckenpredigten“, die in dem berühmten Bildersturm vom August 1566 ihren symbolischen Höhepunkt erreichten, galten als Ausdruck sozialer und ökonomischer Konflikte.

Zunächst ist es der Krönungseid der „Joyeuse Entree“ von Brabant, worauf sich die frühe niederländische Opposition berief. Dabei handelte es sich um einen dem Lehensrecht verbundenen Rechte- und Pflichtenkatalog von Herrschern und Beherrschten, dessen Funktion es war, nicht Herrschaft zu konstituieren, sondern ein lange bestehendes, quasi natürliches Herrschaftsverhältnis erneut zu bestätigen. Noch war die niederländische Widerstandsbewegung peinlichst darauf bedacht, den in diesem Vertrag geschaffenen Legitimitäts- und Legalitätsrahmen nicht zu überschreiten. Auch nach dem Bildersturm von 1566 hielt der Kooperationswille niederländischer Calvinisten mit Philipp II. einige Zeit an. Ebenso versuchte die gemäßigtere Opposition unter Wilhelm von Oranien die Legalität und Legitimität ihrer gegen die Krone gerichteten Politik durch historische Präzedenzen abzusichern.[48]

Vindiciae contra tyrannos (Titelseite der Ausgabe von 1579, angeblich in Edinburgh erschienen)

Das führte zum gemeinsamen blutigen Unterdrückung der Bewegung durch Bürgertum, Adel und Regierung. Doch setzte sich im weiteren Gegensatz zum Absolutismus der Republikanismus durch. Die Opposition konnte gegen die rigide Diktatur des Herzogs von Alba ihre Chancen nur wahren, indem sie ihren Handlungsspielraum entscheidend über die Bestimmungen der Joyeuse Entree hinaus erweiterte. Bereits ab 1568 wurde im Sinne Théodore de Bèze und später der „Vindiciae contra tyrannos“ der bewaffnete Aufstand der niederen Magistrate gerechtfertigt; auch gehörte die Unterscheidung zwischen König und Königreich zum festen Bestandteil der oppositionellen Argumentation.[49] Der Vertrag von Joyeuse Entree umfasst zwar die Rechte und Pflichten von Herrscher und Beherrschten, aber, dem Lehensrecht verbunden, sah dieser ein Widerstandsrecht vor.[50]

Seit 1574 setzte sich die Auffassung durch, dass die Stände als die natürlichen Repräsentanten des Volkes dem König übergeordnet seien. Ab 1579 nach dem Erscheinen der berühmten »Vindiciae contra tyrannos« wurde stets betont, dass die Fürsten zum Wohle der Untertanen und nicht die Untertanen zum Wohle des Fürsten eingesetzt wurden.[51]

Der Aufstand setzt sich durch, die Generalstaaten – zusammengesetzt aus Adel und Bürgerklasse stellen die Regierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Diktatur von Herzog Alba veranlasste einen Teil der Bauern in den südlichen Gebieten Partisanenheere der Wald-Geusen zu bilden, die bei der einheimischen ländlichen Bevölkerung Unterstützung fanden. In den nördlichen Gebieten bauten ländliche Seefahrer und Fischer ihre Büsen in Kriegsschiffe um und ergänzten die Flotte der Wassergeusen. Nach dem Ausbruch des Aufstandes 1572 bildeten die Bauern aus den Nordprovinzen Volksschutzheere und kämpften gegen Spanier und Reaktionäre. 1578/79 wütete in Flandern ein ausgewachsener Bauernkrieg. Der erfolgreiche Umsturz der Aufständischen dieser Aufstandsphase war den Reformierten und den Wassergeusen geschuldet. Es gab keine breite Front der Stände, jede Stadt handelte im eigenen Namen in einer sehr uneinheitlichen Aufstandsbewegung, die oftmals mit der Ersetzung der traditionellen Eliten und der Einsetzung neuer Magistrate verbunden war. Mit den Umbrüchen etablierte sich in den holländischen Staatenversammlungen, den Vroedschap eine neue Elite, die sich nur zum Teil aus dem traditionellen Ratspatriziat zusammensetzte.[52]

Die Generalstaaten aller Provinzen versammelten sich 1576 erstmals ohne Einberufung durch den König unter dem Druck der spanischen Soldateska. Die Generalstaaten erhielten neue politische Kompetenzen. Die Generalstaaten, bestehend aus Delegierten der Selbstverwaltungsorgane übten nun die Regierung aus. Sie bestanden aus den ländlichen Adelskollegien und den bürgerlichen Magistraten.[53] Im Plakkaat van Verlatinghe 1581 hatten die Geusen, die die politischen Umwälzungen überhaupt erst in Gang gebracht hatten, keine Rolle mehr gespielt. Sie waren im neuen Legitimationskonzepzt nicht berücksichtigt worden.

Zwischen 1568 und 1609 hatte die frühbürgerliche Oberschicht eine progressive Lösung der feudalen Krise gefunden und sich dadurch zum ersten Staat Europas entwickelt, der auch die schwere Wirtschaftskrise der 1640er Jahre ohne innere Schwierigkeiten überstand.[54]

Englische frühbürgerliche Revolutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Versammlung der Westminster-Versammlung am 21. Februar 1644. Philip Nye, ein Mitglied der Independents, argumentiert, dass die von den Presbyterianern befürwortete Form der Kirchenregierung schädlich für Zivilstaaten und Königreiche wären.

Englische Revolutionsführer waren John Ball über William Parmenter (Nachfolger von Jack Cade) bis Gerrard Winstanley, Robert Ket, Jack Straw, Wat Tyler, Jack Cade.

Zu den traditionellen mittelalterlichen Oppositionsformen wie den lokalen Bauernerhebungen gegen Hörigkeit und Leibeigenschaft traten ab der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts die Aktionen der armen Bauern und Kleinpächter gegen die zu wirtschaftlicher Macht gelangenden burgeoisen Kreise und besonders gegen die Einhegungen. Ausgehend davon, dass die Kapitalisierung in England vom Lande ausging, waren die städtischen Oppositionsformen – mit Ausnahme der Ereignisse in London – gegenüber den ländlichen zurückgeblieben.[55] Seit 1381 kam es zur Herausbildung gemäßigter und radikaler Kräftegruppierungen in den revolutionären Bewegungen, die ihre spezifischen Klasseninteressen zum Ausdruck brachten. Im Bauernkrieg von 1381 trat die gemäßigte und radikale Fraktion nebeneinander auf.[56]

Bedeutender Vorläufer der späteren frühbürgerlichen Revolutionen waren die Ereignisse von 1450/51 in Südostengland. Der Aufstand bildete aber noch keine geschlossene Ideologie der unteren Schichten. Jack Cade führte 1450 den Aufstand in Kent an. Eigentlicher Träger der das England des 15. Jh. prägenden revolutionären Bewegung von 1450/51 war nicht die breite Schicht freier, selbstwirtschaftender Bauern. Die entscheidende Triebkraft bildeten vor allem verarmte oder durch die Einhegungen landlos gewordene Bauern, die Unterschicht der Pächter, Lohnarbeiter in Landwirtschaft und Textilgewerbe sowie Matrosen.[57] Sicher ist, dass es in der revolutionären Bewegung von 1450/51 Kräfte gab, denen die „gemäßigte“ Zielstellung Cades nicht genügte. Die politischen Ansprüche des antifeudalen Lagers waren gegenüber 1381 gewachsen.

In England waren in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Voraussetzungen für eine bürgerliche Revolution herangewachsen. Nach dem englischen Wirtschaftshistoriker Richard Henry Tawney veränderten sich die Sozial- und Eigentumsverhältnisse seit etwa einhundert Jahren vor Beginn der Revolution. Die Auslösung der Revolution wurde durch die Veränderung der Sozialstruktur, die eine strukturelle Krise der Aristokratie bedeutete, vorbereitet, ein Nährboden entstand, der letztlich die Aufstände durch zufällige Faktoren auslöste.[58] Die Formierung des Manufakturwesens und die Internationalisierung des Handels waren weitere ökonomische Begleiterscheinungen. Nach Marx und Engels gingen der Neue Adel und die Bourgeoisie ein Bündnis gegen Königtum, feudalen Adel und Kirche ein. Die absolute Monarchie in der Form der Tudor-Herrschaft konnte den veränderten Ansprüchen einer Bourgeoisie nicht mehr gerecht werden, die seit 1588 offen an die Macht drängte. Zu den zentralen Forderungen der revolutionären Kräften gehörten vor dem Hintergrund der Einhegungsbewegung, die zur Kapitalakkumulation und zur Freisetzung von Arbeitskräften führte, die Sprengung von Zunftfesseln und die Aufhebung von Sondervorrechten. Königliche Regierung und die politisch ohnmächtige Bourgeoisie pflegten ein „Nichtverhältnis“, das letztlich die Revolution hervorrief.[59]

Die Enthauptung Karls I. in einem zeitgenössischen deutschen Druck
Agreement of the People

Die Revolution begann mit der Steuerverweigerung. Mit dem Ende der absolutistischen Königsherrschaft von Karl I. durch die Einberufungen des Kurzen und Langen Parlaments und der damit beginnenden Parlamentsherrschaft, begann eine 38 jährige Phase der innenpolitischen Auseinandersetzungen in England. Der Bürgerkrieg wurde zwischen der Monarchie, der Kirche und großen Landeignern einerseits und der Mittelklasse, in Koalition mit ländlichen Händlern und der Arbeiterklasse auf der anderen Seite ausgetragen. Alle beteiligten Fraktionen hatten eine starke religiöse Bindung aufzuweisen. Materielle Interessenkonflikte vermischten sich mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Überzeugungen. Der Konflikt wurde noch durch den sich intensivierenden Handel in und zwischen den Städten und die rasch wachsenden Märkte auf dem Land verstärkt. Diese trugen dazu bei, das sich agrarkapitalistische Strukturen ausbreiten konnten. Der puritanisch-soziale Konflikt auf dem englischen Land, zwischen Aristokratie (landed Gentry) und der Bauernschaft drehte sich vor allem um den kommerziellen Wert und Nutzen des ländlichen Grundbesitzes. Klare Klassengrenzen und Klassengegensätze ließen sich in der Revolution nicht ausmachen.[60] Die Revolution erzeugte eine starke progressive Bewegung von den unteren Schichten der Bevölkerung, deren Speerspitzen die Versammlungen der Mannschaftsdienstgrade der Soldaten in Putney darstellten. Radikale Organisationen wie die Levellers und Diggers entstanden auch aus diesen Turbulenzen. Diese radikale Bewegung wurde von Cromwell und den in Aufstieg begriffenen Kapitalisten so lange akzeptiert, wie der Feudalismus eine Gefahr für sie darstellte. Nach der Revolution bekämpften die Mittelklasse jedoch den Radikalismus der unteren Schichten, welchen ihren Interessen zu gefährlich wurden.[61] Nach der Hinrichtung von Karl I. folgte die Phase der englischen Republik und der Protektoratsherrschaft von Oliver und Richard Cromwell von Dezember 1653 bis Mai 1659.

Zwar zerstörten die Truppen Cromwells auch die Landsitze und Schlösser des Adels, doch wurden die adeligen Vorrechte über Grund und Boden nicht angetastet. Ebenso blieb die feudale Gerichtsbarkeit über die Bewohner auf den Ländereien des Adels deren Vorrecht. Es gab keine allgemeine Bauernerhebungen wie zu früheren Zeitpunkten und auch nicht deren Forderungen nach Abschaffung des Zehnten, Zugang zur Allmende und Abschaffung von feudalen Dienstpflichten. Stattdessen waren die bürgerlichen Kämpfe um die Rechte des Individuums zur Entfaltung des Geistes und der Religion prägend. Es ging um die städtische Autonomie.[62]

Mit der Restauration der Herrschaft der Stuarts 1660 endete die revolutionäre Phase mit ihren gesellschaftsreformerischen Ansätzen. Die Englische Revolution führte zur Spaltung der herrschenden Klasse (Formierung des Neuadels), die die als Klassenkompromiss klassifizierte Glorious Revolution von 1688 ermöglichte. England war das einzige Land Europas, in dem gemäß der Argumentationsschiene der Materialistischen Dialektik beim Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus nicht nur eine bürgerliche, sondern bereits vorher auch schon eine Art „frühbürgerliche Revolution von oben“ für den Formationswechsel entscheidend war. Dies konnte geschehen, weil auf der britischen Insel kein solcher folgenschwerer Rückschlag der Entwicklung zum Kapitalismus in Gestalt der Niederlage des Deutschen Bauernkriegs eingetreten war.[63] Die Wiedereinsetzung der Monarchie bedeutete zwar die Wiederherstellung der Äußerlichkeiten des alten Systems, doch war Karl II. vor allem aufgrund der Händler und Großgrundbesitzer König geworden. Feudale Gesetze und das alte ökonomische System verloren ihre Wirkmacht.[64]

Die englische Bourgeoisie erhielt wirtschaftliche Handlungsvollmachten bei gleichzeitiger Unantastbarkeit der Herrschaft des Gentry, der vermögenden ländlichen und städtischen Grundbesitzer. Die Einigung basierte auf den gleichen Interessen beider Sozialklassen. Der Stände- oder Klassenkompromiss von 1688 bestimmte demnach der Argumentationslogik des Theoriengebäudes folgend, die weitere Entwicklung der bürgerlich-aristokratischen Mischgesellschaft des britischen Commonwealth.[65] Es war eine erfolgreiche Konstellation, die der lange anhaltenden Allianz von Demokratie und Kapitalismus ein gemeinsames Fundament gab. Die landbesitzende Aristokratie hatte die Möglichkeiten und Vorteile des Kapitalismus früh erkannt und agierte fortan als eine maßvolle politische Reformkraft. Die großen Whigfamilien die in der englischen Aristokratie vornehmlich das Geldinteresse vertraten, bestimmten den weiteren Kurs: Außenhandelexpansion. Fortgesetzt in den parlamentarischen Regierungen eines Robert Walpole oder William Pitt. 1689 folgte der Corn Bounty Act, eine Exportprämie für Getreide, der bis in die 1770er Jahre bestehen blieb. Dies hob die Getreidepreise und sorgte für Produktionsanreize. Dies bedeutete agrarpolitisch vor allem die Fortsetzung der Einhegungen. Es entstanden große Latifundien, die über Verpachtungen betrieben wurden. Daraus entwickelte sich aber ein Agrarkapitalismus. Von einem Bauernschutz wie noch unter den Tudors war keine Rede mehr. Die Bauern waren die Verlierer dieser Entwicklung. Im Ergebnis begann die Landflucht der armen landlosen kleinen Laute in die Industriebezirke oder wanderten aus.[66]

Die englische Revolution hat nachhaltige Veränderungen im sozialen und politischen Leben bewirkt, wodurch in England die Einführung der Gewerbefreiheit in Verbindung mit Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit im 18. Jahrhundert Durchsetzung fand.[67] Im Ergebnis hat die (früh)bürgerliche Revolution Englands dem Manufakturkapitalismus zum Durchbruch verholfen; die englische bürgerliche Revolution schuf die politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen für die industrielle Revolution des 18. Jahrhunderts.[68] Nach Christopher Hill erhielt mit der englischen Revolution das Manufakturkapital (Produktionskapital) den Vorgang und Entfaltung vor dem Handelskapital. Nach Ansicht von Schilfert hatte das Manufakturkapital bereits im Verlauf des ersten Bürgerkriegs von 1642 bis 1646 auf der parlamentarischen Seite das Übergewicht, gegenüber dem Handelskapital, manifestiert in der Partei der Independents.[69]

In der Bewertung der englischen Revolution durch Marx und Engels sticht das Verhalten der englischen Bourgeoisie hervor, die sich kompromissfähig gegenüber dem revolutionären Proletariat gezeigt habe und sich schließlich selbst gegen Feudalismus und Absolutismus behauptete. Dieser positiven Bewertung steht die negative Bewertung der deutschen Bourgeoisie gegenüber, die im revolutionären Kampf Verrat gegenüber dem aufständischen Proletariat begangen habe und von der zukünftig nur die Unterdrückung des Proletariats erwartet würde.[70] Die Ideen der englischen Revolution fielen im deutschen Kulturraum auf wenig fruchtbaren Boden. Der Stand der sozialen Auseinandersetzungen war geringer entwickelt und es fehlte ein vergleichbarer Neuer Adel wie in England. Deutschland war unter kapitalistischen Gesichtspunkten in der Entwicklung zurückgefallen und die Produktivkräfte schwächer ausgeprägt als in England.[71] Für Barrington Moore, Jr. hat die puritanisch inspirierte Revolution Englands Weg zur Demokratie geebnet, als auch mediatisierte Herrschaftstechniken etabliert. Kapitalismus entstand auf Basis von Legalität und friedlicher Ordnung. Der Wandel vollzog sich fortan kontrolliert.[72]

Nachbetrachtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allegorie des Gesellschaftsaufbaus einer fortgeschrittenen kapitalistischen Gesellschaft nach Marx und Engels, Bourgeoisie und Feudalherren stehen gemeinsam an der Spitze der Gesellschaftspyramide

Lediglich in den nördlichen Niederlanden und in England konnte die neue Bourgeoisie (Produktions- und Handelskapitalträger) während des 16. und 17. Jahrhunderts sich politisch gegenüber die angestammten Feudalkräfte etablieren und behaupten. Im Heiligen Römischen Reich dagegen bildete die Schicht der Großbürger keine organisierte interessenbezogene Sozialklasse aus, sondern blieben zersplittert und politisch ohnmächtig. Diese erste Phase der bürgerlichen Revolutionen, die mit der englischen Revolution abschloss, hatte nur an den nordwestlichen Rändern Europas Verbreitung und Dauerhaftigkeit erzielt. Die Feudale Klasse konnte sich im restlichen Teil behaupten. Deren innere Zusammensetzung durchlief aber einen Substanzverlust. Insbesondere der niedere Adel verlor an Einfluss, Macht und an ökonomischen Ressourcen. Die Spitze des Adelsstands wiederum konnte sich weiterhin an der Spitze der Gesellschaftspyramide halten. Die breitflächige Durchsetzung des Bürgerstands als sozial-politische Kraft, Schicht und Klasse vollzog sich in Kontinentaleuropa erst mit der Französischen Revolution und im Deutschen Bund frühestens ab den Revolutionen von 1830, 1848/9 aber eigentlich erst mit der Hochindustrialisierung und formell-rechtlich mit der Novemberrevolution 1918, dessen Ergebnisse den Adelsstand als eigene politische Kraft annullierte.

Begriffsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die damaligen Gesellschaften waren noch keine bürgerlichen Gesellschaften, auch die Niederländische nicht. Die Charakterisierung als frühe Form einer bürgerlichen Revolution berücksichtigt eine nicht existierende säkularisierte Gesellschaft, in der die Bewegungen die religiösen Grundlagen der Gesellschaft und die Dominanz des Kirchenwesens respektierten und sich unterordneten. Zum anderen handelte es sich um den Beginn des Transformationsprozesses von der feudalen zur bürgerlichen Gesellschaft, was die Reichweite von Strukturänderungen begrenzte.[73]

Zur Lösung dieses begrifflichen Problems haben namentlich die osteuropäischen Historiker eine Unterscheidung zwischen bürgerlichen und frühbürgerlichen Revolutionen in den Begriffsapparat der Geschichtswissenschaften eingeführt.[74]

Der Terminus wurde in der Fachliteratur zunächst ohne eine nähere Begründung übernommen. Erst als sowjetische Historiker 1956 eine Debatte über Charakter und historischen Standort von Reformation und Bauernkrieg begannen, wurde versucht, ihn inhaltlich genauer zu bestimmen. Den Auftakt gab 1960 Max Steinmetz. Das Konzept wurde seitdem im Ergebnis innermarxistischer Debatten, beeinflusst von internationalen Reaktionen, erheblich verändert. Letztlich hat der Begriff in der neueren marxistischen Soziologie den von Karl Marx und Friedrich Engels benutzten Begriff der bürgerlichen Revolution für diese Art der revolutionären Bewegungen teilweise abgelöst.

Der Bedeutungsinhalt des Begriffsystems „Frühbürgerliche Revolution“ erfuhr mehrere Abwandlungen innerhalb des marxistisch-leninistischen Bezugsystems. Angestoßen wurde dieser fachliche Evolutionsprozess durch die Hinwendung der sozialistischen Geschichtswissenschaft zu einer vergleichenden, welthistorisch-dialektischen Betrachtungsweise. Damit einher wurde die einstmals herausgehobene Stellung des Deutschen Bauernkriegs im Kontext europäischer Entwicklungen zurückgestuft. Statt verengter nationalgeschichtlicher Perspektive dominierte nun ein internationaler Ansatz. Auch die Stufenverläufe vom Feudalismus zum Kapitalismus erfuhren eine größere Differenzierung. Jede neue Frühbürgerliche Revolution hatte nun die Aufgabe, entsprechend dem Ausgangsniveau und Entwicklungsgrad der Gesellschaft, den Feudalismus zu schwächen. Die Überwindung des Feudalordnung als höchste Zielstellung jeder frühbürgerlichen Revolution wurde nun nicht mehr als maßgebliches Kriterium definiert, sondern nur die Schwächung der Feudalordnung.[75]

Das Konzept wurde von nichtmarxistischen Historikern zuerst ignoriert oder ohne Diskussion zurückgewiesen, schließlich aber als Herausforderung angenommen, um über Gegenkonzepte nachzudenken. Wirkende West-Historiker hierzu wurden Winfried Schulze, Peter Blickle, Rainer Wohlfeil. Die Debatte wurde nach der „Wende“ von 1989 nicht weitergeführt.

Die Einbettung der frühbürgerlichen Revolutionen in das marxistisch-leninistische Gesamtkonzept der Revolutionstheorie durch sozialistische Historiker, stieß zeitgleich im westlichen Kulturraum auf Kritiken. Der wichtigste Einwand der westlichen Historiker lautete, dass es im 16. Jahrhundert keine objektiven Zwänge gegeben, oder die subjektive Möglichkeit gegeben habe, eine bürgerliche kapitalistische Gesellschaftsordnung zu etablieren.[76]

Wiederum kritisierten westliche Geschichtswissenschaftler das generelle östliche Geschichtskonzept, das zur Begründung nationaler Machtpolitik gebraucht wurde und daher keine eigenen unabhängigen Erkenntnisideale definierte, sondern diese als Leitwert von der Politik vorgegeben bekam. Die Geschichtsforschung zur frühbürgerlichen Revolution hatte damit von vornherein einen bestimmenden politisch-affirmativen Charakter. Die daraus entspringenden fachlichen Probleme, wie die Unvereinbarkeit der eigenen Leitmaximen mit historisch widersprüchlichen Vorgängen konnten daher nie mit wissenschaftlichen Methoden behoben werden, allenfalls mit ideologischen Scheuklappendenken und selbst auferlegten Denkverboten.[77] Fachlich wurde die marxistische-leninistische Geschichtswissenschaft aufgefordert ihre Konzeption weiter zu modifizieren. Zum Beispiel empirische Befunde für ihre Behauptungen nachzuliefern und da wo sie keine finden die Argumentationskette zu überarbeiten. Das betrifft vor allem den sensiblen Bereich der Gruppe der „Burgeoisie“, die schwammig und unbestimmt geblieben ist. Entsprechende historische Sozialstudien lagen demnach nicht abschließend vor.

Ein eigenes vergleichbares geschichtstheoretisches Konzept, vergleichbar dem Feudalismus-Kapitalismus Konzept hat die bürgerliche Geschichtswissenschaft nicht anzubieten. Ihre Verallgemeinerungen sind auf dem induktiven Weg der Abstraktion aus dem Quellenstudium gewonnen. Umfassende Erklärungen liegen nicht vor. Aufgrund ihrer kleinteiligen Strukturen werden übergreifende Zusammenhänge von der bürgerlichen Geschichtsschreibung vernachlässigt. Zusammenhängende Betrachtungen agrargeschichtlicher als auch stadtgeschichtlicher oder epochenübergreifender Zusammenhänge kamen bisher nur wenig in den Fokus.[78]

Die Theorie gilt bis heute als Ergebnis der Diskurse bis 1990 nicht als verifiziert aber auch nicht als falsifiziert. Sie wird von einem Teil der Geschichtswissenschaft weiterhin mit großem Bemühen verfochten. Für die traditionelle Geschichtswissenschaft bleibt das Theorienmodell der Frühbürgerlichen Revolutionen ein Modell mit heuristischem Wert. Wissenschaftlich steht es neben anderen Erklärungsmodellen und Interpretationen weiterhin zur Diskussion.[79] Marxistische Geschichtsschreiber kritisierten die Fehlende Berücksichtigung der sozialen Perspektive der bürgerlichen Vertreter und warfen Ihnen vor, in ihrer Geschichtsschreibung die sozialen Revolutionen gänzlich zu unterschlagen.[80] Aufgrund der vielen gegenseitigen Vorwürfe, die die Konfrontationen des Kalten Krieges mit in die Wissenschaft übertrugen, ist der Ansatz letztlich ein fortgesetzter ideologischer Kampfplatz auf dem Papier gewesen, in denen beide Seiten, bewusst und unterbewusst gleichermaßen zuerst lagerorientiert und erst dann erkenntnisgeleitet dachten und schrieben. Es ging beiden Seiten um Legitimation der eigenen Seite und Delegitimierung der anderen Seite.[81]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Foschepoth: Reformation und Bauernkrieg im Geschichtsbild der DDR. Zur Methodologie eines gewandelten Geschichtsverständnisses. Duncker und Humblot, Berlin 1976
  • Ines Jachomowski: Bauernkrieg und Frühbürgerliche Revolution im Geschichtsbild der DDR, GRIN Verlag, 2007, ISBN 9783638801041
  • Klaus Vetter: Die niederländische frühbürgerliche Revolution 1566–1588, Berlin 1989.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Laurenz Müller: Diktatur und Revolution: Reformation und Bauernkrieg in der Geschichtsschreibung des Dritten Reichs und der DDR, Lucius & Lucius Verlag, Stuttgart 2004, S. 255
  2. Manfred Kossok, Werner Loch: Bauern und bürgerliche Revolution – Studien zur Revolutionsgeschichte, Topos, 1985, S. 44
  3. J. Fine: The Late Medieval Balkans, A Critical Survey from the Late Twelfth Century to the Ottoman Conquest. Hrsg.: University of Michigan Press. 1987, ISBN 0-472-10079-3 (archive.org).
  4. Jahrbuch für Geschichte der sozialistischen Länder Europas, Band 21,Ausgabe 2, Deutscher Verlag der Wissenschaften, 1977, S. 140
  5. Jahrbuch für Geschichte der sozialistischen Länder Europas, Band 21,Ausgabe 2, Deutscher Verlag der Wissenschaften, 1977, S. 118
  6. Jahrbuch für Geschichte der sozialistischen Länder Europas, Band 21,Ausgabe 2, Deutscher Verlag der Wissenschaften, 1977, S. 127
  7. Stefan Breuer: Sozialgeschichte des Naturrechts, Band 42 von Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung, Springer-Verlag, 2013, S. 236
  8. Werner W. Ernst: Legitimationswandel und Revolution, Band 49 von Beiträge zur Politischen Wissenschaft, 1986, S. 41
  9. Stefan Breuer: Sozialgeschichte des Naturrechts, Band 42 von Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung, Springer-Verlag, 2013, S. 238
  10. Stefan Breuer: Sozialgeschichte des Naturrechts, Band 42 von Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung, Springer-Verlag, 2013, S. 239
  11. Stefan Breuer: Sozialgeschichte des Naturrechts, Band 42 von Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung, Springer-Verlag, 2013, S. 246
  12. Stefan Breuer: Sozialgeschichte des Naturrechts, Band 42 von Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung, Springer-Verlag, 2013, S. 247
  13. Alexander Fischer, Günther Heydemann: Geschichtswissenschaft in der DDR: Vor- und Frühgeschichte bis neueste Geschichte, Band 2 von Geschichtswissenschaft in der DDR, Duncker & Humblot, 1990, S. 213
  14. Alexander Fischer, Günther Heydemann: Geschichtswissenschaft in der DDR: Vor- und Frühgeschichte bis neueste Geschichte, Band 2 von Geschichtswissenschaft in der DDR, Duncker & Humblot, 1990, S. 217
  15. Martin Roy: Luther in der DDR: Zum Wandel des Lutherbildes in der DDR-Geschichtsschreibung; mit einer dokumentarischen Reproduktion, Band 1 von Studien zur Wissenschaftsgeschichte, Dr. Dieter Winkler, 2000, S. 195
  16. Laurenz Müller: Diktatur und Revolution: Reformation und Bauernkrieg in der Geschichtsschreibung des Dritten Reichs und der DDR, Lucius & Lucius Verlag, Stuttgart 2004, S. 240
  17. Roland Ludwig: Die Rezeption der Englischen Revolution im deutschen politischen Denken und in der deutschen Historiographie im 18. und 19. Jahrhundert, Leipziger Universitätsverlag, 2003, S. 284
  18. Sverker Oredsson: Geschichtsschreibung und Kult, Band 52 von Historische Forschungen Series, ISSN 0344-2012, Duncker & Humblot, 1994, S. 235
  19. Peter Heinz Feist, Ernst Ulmann, Gerhard Brendler: Lucas Cranach: Künstler U. Gesellschaft: Referate D. Colloquiums Mit Internat. Beteiligg. Zum 500. Geburtstag Lucas Cranachs D. Ä., Staatl. Lutherhalle Wittenberg 1.-3. Oktober 1972, Staatliche Kunsthalle, 1973, S. 50
  20. Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Band 28, Ausgaben 7-12, Deutscher Verlag der Wissenschaften, 1980, S. 1070
  21. Manfred Kossok, Werner Loch: Bauern und bürgerliche Revolution - Studien zur Revolutionsgeschichte, Topos, 1985, S. 53
  22. Siegfried Hoyer: Reform, Reformation, Revolution: Ausgewählte Beiträge einer wissenschaftlichen Konferenz in Leipzig am 10. und 11. Oktober 1977, Karl-Marx-Universität, 1980, S. 12
  23. Heinz-Elmar Tenorth: Geschichte der Universität Unter den Linden 1810-2010: Praxis ihrer Disziplinen. Band 6: Selbstbehauptung einer Vision, Walter de Gruyter, 2014, S. 344f
  24. Alexander Fischer, Günther Heydemann: Geschichtswissenschaft in der DDR: Vor- und Frühgeschichte bis neueste Geschichte, Band 2 von Geschichtswissenschaft in der DDR, Duncker & Humblot, 1990, S. 211
  25. Laurenz Müller: Diktatur und Revolution: Reformation und Bauernkrieg in der Geschichtsschreibung des 'Dritten Reiches' und der DDR, Band 50 von Quellen und Forschungen zur Agrargeschichte, Walter de Gruyter, 2016, S. 176
  26. Stefan Breuer: Sozialgeschichte des Naturrechts, Band 42 von Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung, Springer-Verlag, 2013, S. 243f
  27. Alexander Fischer, Günther Heydemann: Geschichtswissenschaft in der DDR: Vor- und Frühgeschichte bis neueste Geschichte, Band 2 von Geschichtswissenschaft in der DDR, Duncker & Humblot, 1990, S. 213
  28. Josef Foschepoth: Reformation und Bauernkrieg im Geschichtsbild der DDR, Duncker & Humblot, 1976, S. 79
  29. Stefan Breuer: Sozialgeschichte des Naturrechts, Band 42 von Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung, Springer-Verlag, 2013, S. 240
  30. Josef Foschepoth: Reformation und Bauernkrieg im Geschichtsbild der DDR, Duncker & Humblot, 1976, S. 71
  31. Alexander Fischer, Günther Heydemann: Geschichtswissenschaft in der DDR: Vor- und Frühgeschichte bis neueste Geschichte, Band 2 von Geschichtswissenschaft in der DDR, Duncker & Humblot, 1990, S. 203
  32. Walter Zimmermann: Die Reformation als rechtlich-politisches Problem in den Jahren 1524-1530/31, Kümmerle-Verlag, 1978, S. 149
  33. Josef Foschepoth: Reformation und Bauernkrieg im Geschichtsbild der DDR, Duncker & Humblot, 1976, S. 126
  34. Siegfried Hoyer: Reform, Reformation, Revolution: Ausgewählte Beiträge einer wissenschaftlichen Konferenz in Leipzig am 10. und 11. Oktober 1977, Karl-Marx-Universität, 1980, S. 255
  35. Alexander Fischer, Günther Heydemann: Geschichtswissenschaft in der DDR: Vor- und Frühgeschichte bis neueste Geschichte, Band 2 von Geschichtswissenschaft in der DDR, Duncker & Humblot, 1990, S. 192
  36. Susanne König: Leben in außergewöhnlichen Zeiten: Die Mittelalterliche Forschung und ihre Vertreter an der Humboldt-Universität zu Berlin in der DDR, Band 161 von Geschichte, LIT Verlag Münster, 2018, S. 276
  37. Heinz Schilling: Ausgewählte Abhandlungen zur europäischen Reformations- und Konfessionsgeschichte, Band 75 von Historische Forschungen, Duncker & Humblot, 2002, S. 304
  38. Siegfried Hoyer: Reform, Reformation, Revolution: Ausgewählte Beiträge einer wissenschaftlichen Konferenz in Leipzig am 10. und 11. Oktober 1977, Karl-Marx-Universität, 1980, S. 11
  39. Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Band 28, Ausgaben 7-12, Deutscher Verlag der Wissenschaften, 1980, S. 1067
  40. Siegfried Hoyer: Reform, Reformation, Revolution: Ausgewählte Beiträge einer wissenschaftlichen Konferenz in Leipzig am 10. und 11. Oktober 1977, Karl-Marx-Universität, 1980, S. 54
  41. Manfred Kossok, Werner Loch: Bauern und bürgerliche Revolution - Studien zur Revolutionsgeschichte, Topos, 1985, S. 50
  42. Siegfried Hoyer: Reform, Reformation, Revolution: Ausgewählte Beiträge einer wissenschaftlichen Konferenz in Leipzig am 10. und 11. Oktober 1977, Karl-Marx-Universität, 1980, S. 55
  43. Hans-Ulrich Wehler: 200 Jahre amerikanische Revolution und moderne Revolutionsforschung, Vandenhoeck und Ruprecht, 1976, S. 202
  44. Hans-Ulrich Wehler: 200 Jahre amerikanische Revolution und moderne Revolutionsforschung, Vandenhoeck und Ruprecht, 1976, S. 195
  45. Hans-Ulrich Wehler: 200 Jahre amerikanische Revolution und moderne Revolutionsforschung, Vandenhoeck und Ruprecht, 1976, S. 227
  46. Heinrich Lutz: Reformation und Gegenreformation, Band 10 von Oldenbourg Grundriss der Geschichte, 5. Auflage, Oldenbourg Verlag, 2010, S. 162
  47. Hans-Ulrich Wehler: 200 Jahre amerikanische Revolution und moderne Revolutionsforschung, Vandenhoeck und Ruprecht, 1976, S. 192
  48. Werner W. Ernst: Legitimationswandel und Revolution, Band 49 von Beiträge zur Politischen Wissenschaft, 1986, S. 48
  49. Richard Saage: Politisches Denken heute: Zivilgesellschaft, Globalisierung und Menschenrechte: historisch-politische Studien, Band 143 von Beiträge zur politischen Wissenschaft, ISSN 0582-0421, Duncker & Humblot, 2007, S. 41
  50. Richard Saage: Politisches Denken heute: Zivilgesellschaft, Globalisierung und Menschenrechte: historisch-politische Studien, Band 143 von Beiträge zur politischen Wissenschaft, ISSN 0582-0421, Duncker & Humblot, 2007, S. 42
  51. Richard Saage: Herrschaft, Toleranz, Widerstand, Suhrkamp, 1981, S. 37
  52. Katharina Graupe: Oratio historica - Reden über Geschichte: Untersuchungen zur praktischen Rhetorik während des spanisch-niederländischen Konfliktes im 16. und 17. Jahrhunderts, Band 156 von Frühe Neuzeit, Walter de Gruyter, 2012, S. 175
  53. Katharina Graupe: Oratio historica - Reden über Geschichte: Untersuchungen zur praktischen Rhetorik während des spanisch-niederländischen Konfliktes im 16. und 17. Jahrhunderts, Band 156 von Frühe Neuzeit, Walter de Gruyter, 2012, S. 176
  54. Günter Berghaus: Studien zur deutschen Literatur, Band 79, M. Niemeyer, 1984, S. 164
  55. Manfred Kossok, Werner Loch: Bauern und bürgerliche Revolution – Studien zur Revolutionsgeschichte, Topos, 1985, S. 75
  56. Manfred Kossok, Werner Loch: Bauern und bürgerliche Revolution – Studien zur Revolutionsgeschichte, Topos, 1985, S. 77
  57. Manfred Kossok, Werner Loch: Bauern und bürgerliche Revolution – Studien zur Revolutionsgeschichte, Topos, 1985, S. 74
  58. Roland Ludwig: Die Rezeption der Englischen Revolution im deutschen politischen Denken und in der deutschen Historiographie im 18. und 19. Jahrhundert, Leipziger Universitätsverlag, 2003, S. 295
  59. Roland Ludwig: Die Rezeption der Englischen Revolution im deutschen politischen Denken und in der deutschen Historiographie im 18. und 19. Jahrhundert, Leipziger Universitätsverlag, 2003, S. 289
  60. Andreas Hess: Gesellschaftspolitisches Denken in den USA: Eine Einführung, Elemente der Politik, Springer-Verlag, 2012, S. 103f
  61. Mark Teufel: Der stille Coup: Thailand 2008, 2009, S. 44; dort: Wiedergabe eines Essays von Christopher Hill: The English Revolution 1640, 1959
  62. Pjotr Alexejewitsch Kropotkin: Die französische Revolution, Jazzybee Verlag, 2016, S. 63
  63. Siegfried Hoyer: Reform, Reformation, Revolution: Ausgewählte Beiträge einer wissenschaftlichen Konferenz in Leipzig am 10. und 11. Oktober 1977, Karl-Marx-Universität, 1980, S. 255
  64. Mark Teufel: Der stille Coup: Thailand 2008, 2009, S. 44; dort: Wiedergabe eines Essays von Christopher Hill: The English Revolution 1640, 1959
  65. Manfred Kossok, Werner Loch: Bauern und bürgerliche Revolution - Studien zur Revolutionsgeschichte, Topos, 1985, S. 16
  66. Otto Hintze: Soziologie und Geschichte: gesammelte Abhandlungen zur Soziologie, Politik und Theorie der Geschichte, Die Dt. Königspfalzen/Lieferungen, Band 2 von Gesammelte Abhandlungen – Otto Hintze, Vandenhoeck & Ruprecht, 1982, S. 444.
  67. Otto Hintze: Soziologie und Geschichte: gesammelte Abhandlungen zur Soziologie, Politik und Theorie der Geschichte, Die Dt. Königspfalzen/Lieferungen Band 2 von Gesammelte Abhandlungen – Otto Hintze, Vandenhoeck & Ruprecht, 1982, S. 439
  68. Ernst Engelberg: Probleme der marxistischen Geschichtswissenschaft: Beiträge zu ihrer Theorie und Methode. Pahl-Rugenstein, 1972, S. 146.
  69. Roland Ludwig: Die Rezeption der Englischen Revolution im deutschen politischen Denken und in der deutschen Historiographie im 18. und 19. Jahrhundert, Leipziger Universitätsverlag, 2003, S. 301.
  70. Roland Ludwig: Die Rezeption der Englischen Revolution im deutschen politischen Denken und in der deutschen Historiographie im 18. und 19. Jahrhundert, Leipziger Universitätsverlag, 2003, S. 286
  71. Roland Ludwig: Die Rezeption der Englischen Revolution im deutschen politischen Denken und in der deutschen Historiographie im 18. und 19. Jahrhundert, Leipziger Universitätsverlag, 2003, S. 9
  72. Andreas Hess: Gesellschaftspolitisches Denken in den USA: Eine Einführung, Elemente der Politik, Springer-Verlag, 2012, S. 103–105
  73. Artikel von Günter Vogler
  74. Marcel van der Linden, Bert Altena: Die Rezeption der Marxschen Theorie in den Niederlanden, Band 45 der Schriften aus dem Karl-Marx-Haus, Karl-Marx-Haus, Trier 1992, S. 40.
  75. Josef Foschepoth: Reformation und Bauernkrieg im Geschichtsbild der DDR, Duncker & Humblot, 1976, S. 101
  76. Josef Foschepoth: Reformation und Bauernkrieg im Geschichtsbild der DDR, Duncker & Humblot, 1976, S. 99.
  77. Josef Foschepoth: Reformation und Bauernkrieg im Geschichtsbild der DDR, Duncker & Humblot, 1976, S. 15
  78. Peter Blickle: Unruhen in der ständischen Gesellschaft 1300–1800. Enzyklopädie deutscher Geschichte, Walter de Gruyter, 2010, S. 100.
  79. Alexander Fischer, Günther Heydemann: Geschichtswissenschaft in der DDR: Vor- und Frühgeschichte bis neueste Geschichte, Band 2 von Geschichtswissenschaft in der DDR, Duncker & Humblot, 1990, S. 207
  80. Laurenz Müller: Diktatur und Revolution: Reformation und Bauernkrieg in der Geschichtsschreibung des 'Dritten Reiches' und der DDR, Band 50 von Quellen und Forschungen zur Agrargeschichte, Walter de Gruyter, 2016, S. 174
  81. in einem anderen Beispiel beglückwünschte ein marxistischer Historiker einer fachlich zugeneigten West-Kollegin, ein marxistisches Kuckucksei in ein bürgerliches Handbuch gelegt zu haben. in: Musikwissenschaft und Kalter Krieg: das Beispiel DDR, Nina Noeske, Matthias Tischer (Hrsg.), Band 7 von KlangZeiten – Musik, Politik und Gesellschaft, Böhlau-Verlag, Köln Weimar, 2010, S. 23