Frühlings-Fingerkraut

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Frühlings-Fingerkraut
Frühlings-Fingerkraut  (Potentilla neumanniana)

Frühlings-Fingerkraut (Potentilla neumanniana)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Gattung: Fingerkräuter (Potentilla)
Art: Frühlings-Fingerkraut
Wissenschaftlicher Name
Potentilla neumanniana
Rchb.
Frühlings-Fingerkraut, aufgenommen in Buseck (Hessen)

Das Frühlings-Fingerkraut (Potentilla neumanniana Rchb., Synonym: Potentilla tabernaemontani Aschers.; Potentilla verna auct.), ist ein in Mitteleuropa meist verbreitet und häufig vorkommendes Rosengewächs (Rosaceae). Es blüht von März bis Mai, manchmal auch im Spätsommer und Herbst ein zweites Mal.

Erscheinungsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Art ist ausdauernd und bildet oft große, teppichartige Wuchsformen. Die Grundblätter sind fingerförmig und bestehen aus fünf bis sieben keilförmigen bis verkehrt-eiförmigen Blättchen. Diese sind 1 bis 3 cm lang und besitzen jederseits zwei bis fünf Zähne. Der freie Teil der Nebenblätter der Grundblätter ist sehr schmal linear bis lanzettlich (Unterschied zum Rötlichen Fingerkraut). Die blühenden Triebe wachsen seitlich aus den Achseln der vorjährigen, zur Blütezeit teilweise vergangenen Grundblätter. Sie sind niederliegend, mit der Spitze aufsteigend, 5 - 15 cm lang und besitzen mehrere Stängelblätter. Der Blütenstand ist 3 - 10-blütig und oft schon aus den Achseln der unteren Stängelblätter verzweigt. Die Blüten sind gelb und besitzen einen Durchmesser von 10 - 18 mm. Als Potentilla neumanniana werden nur solche Pflanzen bezeichnet, die keine Sternhaare besitzen (siehe z. B. Sand-Fingerkraut). Die Behaarung besteht nur aus einfachen, 2 - 3 mm langen Haaren („Striegelhaaren“), die meist vorwärts gerichtet sind, seltener auch fast abstehend. Im oberen Teil der Blütentriebe und an den Blattstielen finden sich kürzere, gekrümmte Haare, manchmal auch kurze Drüsenhaare.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 42, aber auch 28, 49, 56, 63 oder 84.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standortbedingungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Potentilla neumanniana wächst auf trockenen Standorten wie Felsköpfen, offenen Kies- und Sandböden, auch an Weinbergmauern, Straßen- und Dammböschungen und Wegrändern.

Allgemeine Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art kommt vor allem im gemäßigten Europa von Nordspanien im Westen bis nach Weißrussland und Bulgarien im Osten vor. Nach Norden bis Schottland, Mittelnorwegen, Estland, Karelien, im Süden auf Korsika, in Italien bis Apulien, auf der Balkanhalbinsel bis Mazedonien.

Verbreitung in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Frühlings-Fingerkraut ist in Deutschland sehr verbreitet. Im Norden Deutschlands kommt es selten vor.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Insekten.

Das Frühlings-Fingerkraut ist ausgesprochen vielgestaltig und variabel. Bis jetzt ist keine befriedigende Einteilung der Art gelungen. Zum Teil werden bis zu 10 Varietäten unterschieden und diese wiederum in mehrere Formen unterteilt. Fast überall treten jedoch Übergänge zwischen den einzelnen Formen auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 541.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frühlings-Fingerkraut (Potentilla neumanniana) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien