François Antoine Lallemand

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General François Lallemand

François Antoine Lallemand, genannt Charles Lallemand (* 23. Juni 1774 in Metz; † 9. März 1839 in Paris) war ein französischer Général de division.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 18 Jahren trat Lallemand 1792 in die Armee ein und kam zur Kavallerie. Während der Revolution diente er meistenteils in Frankreich und Spanien, hatte aber auch Einsätze in Ägypten und Hispaniola. 1804 heiratete er in New York die Kreolin Caroline Lartigue.

Nach der Schlacht bei Borodino wurde er dem Stab von Marschall Louis-Nicolas Davout zugeteilt und kam mit diesem nach Hamburg.[1] Napoleon war geschlagen und Lallemand schloss sich nun der Armee von König Ludwig XVIII. an. Als Anhänger Napoleons war Lallemand ebenso wie sein Bruder Henri kein Freund der Bourbonen und 1815 wurden sie revolutionärer Umtriebe verdächtigt und verhaftet.

Als Napoleon Elba verlassen hatte und die Herrschaft der Hundert Tage begann, wurden sie entlassen und sofort in die Garde impériale aufgenommen. Nach der Schlacht bei Waterloo (18. Juni 1815) begleitete Lallemand Kaiser Napoleon nach Rochefort, wo dieser kapitulierte. Lallemand wollte Napoleon in die Verbannung begleiten, doch die Briten begrenzten Napoleons Stab und verboten dies. Mit einigen anderen Offizieren wurde Lallemand nach Malta gebracht und dort in einer der Festungen inhaftiert.

Nach zwei Monaten gelang es Lallemand mit einigen anderen Offizieren, unter Mithilfe von Schmugglern von der Insel zu fliehen. In einem Schauprozess wurden sie in absentia zum Tode verurteilt. Im Gegensatz zu anderen Verurteilten wurde Lallemand gleich seinem Bruder Henri von einer Amnestie ausgenommen.

Unter dem Decknamen „General Cotting“ kam Lallemand mit dem Schiff Triton über Liverpool nach Boston. Mit Unterstützung eines Netzwerkes französischer Veteranen und Flüchtlinge kam er später nach Philadelphia und wurde dort dann sogar Präsident der French Emigrant Association (FEA). Als solcher unternahm er alle möglichen Anstrengungen, Napoleon zu befreien und/oder seinen Bruder Joseph auf dem Thron eines südamerikanischen Landes zu installieren.

Um Gelder zu sammeln und eine größere Basis zu bekommen, plante die FEA in Texas eine Art Kronkolonie zu errichten; Champ d'Asile. Am 17. Dezember 1817 startete eine Gruppe von 150 Siedlern mit dem Ziel Galveston. Am 2. Februar kamen Lallemand samt seinem Bruder nach New Orleans und rekrutierten bis zum 10. März weitere 120 Siedler. Sie segelten den Triton River in Richtung Atascosito und errichteten dort zwei Forts zu ihrer Verteidigung.

Die mexikanische Regierung unter Antonio María Martínez sahen dies als eine direkte Bedrohung und zogen in der Nähe eine Streitmacht zusammen, um sofort losschlagen zu können. Als Lallemand und die Siedler von dieser Armee hörten, gaben sie um den 24. Juli Champ d'Asile auf und flohen zurück nach Galveston. Durch die Bekanntschaft mit den Freibeutern Jean Laffite und Amable Humbert konnte Lallemand und einige Getreue schnell nach New Orleans entkommen.

Lallemand nahm die Staatsbürgerschaft der USA an und Napoleon vermachte ihm testamentarisch 100.000 Francs, um die Schulden zu bezahlen, die dieser zu seiner Befreiung gemacht hatte.

1823 kehrte Lallemand heimlich nach Europa zurück und ließ sich in Lissabon nieder; die Verurteilung zum Tod durch die Briten bestand immer noch. Als nach der Julirevolution von 1830 König Louis-Philippe I. die ehemaligen kaiserlichen Militärränge wieder anerkannte, kehrte Lallemand nach Frankreich zurück und ließ sich in Paris nieder.

Er wurde rehabilitiert und im gleichen Jahr vom König mit dem Ehrentitel Lieutenant-général versehen und zum Pair von Frankreich erhoben.

1837 berief man ihn ob seiner Verdienste zum Chef der Militärverwaltung auf Korsika. Dieses Amt gab er im folgenden Jahr auf und kehrte nach Paris zurück. Er starb im Alter von beinahe 65 Jahren am 9. März 1839 und fand dort auch seine letzte Ruhestätte.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David Chandler: The campaigns of Napoleon. Weidenfeld, London 1993, ISBN 0-297-81367-6 (Nachdr. d. Ausg. London 1966).
  • Kevin F. Kiley: Once there were titans. Napoleon'S generals and their battles, 1800–1815. Greenhill, London 2007, ISBN 978-1-85367-710-6.
  • Charles Mullié: Biographie des célébrités militaires des armées de terre et de mer de 1789 à 1850. Poignavant, Paris 1852 (2 Bde.).
  • Digby Smith: The Napoleonic Wars data book. Greenhill Books, London 1998, ISBN 1-85367-276-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. s.a.: Franzosenzeit.