Francesco Alborea

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Francesco Alborea, Stich von Johann Jakob Haid nach einem Gemälde von Martin van Meytens

Francesco Alborea, auch Franciscello oder Francischello genannt (* 7. März 1691 in Neapel; † 20. Juli 1739 in Wien), war ein italienischer Cellist und Komponist des Spätbarock.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Francesco Alborea erwarb seine musikalischen Kenntnisse als Schüler des „Conservatorio Santa Maria di Loreto“ in Neapel. Er war Solocellist in der königlich neapolitanischen Hofkapelle und gehörte neben Giovanni Perroni (1688–1748) Francesco Scipriani (1678–1753), Salvatore Lanzetti (1710–1780) und anderen zu jenen einflussreichen italienischen Cellovirtuosen seiner Zeit, durch die das Cello statt der Bassgambe vermehrt als obligates Solo- und Orchesterinstrument eingesetzt wurde. Johann Joachim Quantz und Francesco Geminiani erwähnen sein hervorragendes Spiel auf dem Cello. Reisen führten ihn durch Italien und nach Wien, wo Franz Benda von seinem Spiel berichtete[1]. Alborea fand von 1721[2] bis zu seinem Tod eine Anstellung als Mitglied der Wiener Hofmusikkapelle, zuletzt bei einem Gehalt von 1260 Gulden[3]. Von Francesco Alborea ist die frühe Verwendung der Daumenlage bekannt, sofern er kein fünfsaitiges Cello benutzte. Zu seinen Schülern gehörten die französischen Cellisten Martin Berteau und Jean-Baptiste Barrière[4].

Von Alborea sind zwei Sonaten (C-Dur und D-Dur) für Cello und Generalbass bekannt, die für die damalige Zeit hohes Lagenspiel erfordern sowie zahlreiche schwierige Doppel- und Akkordgriffe und Arpeggien enthalten[5].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. François-Joseph Fétis: Biographie universelle des musiciens et bibliographie génèrale de la musique (1862) S. 307
  2. Harvard University: Die Kaiserliche Hof-Musikkapelle in Wien von 1543 bis 1867. Nach urkundlichen Forschungen. Wien, Beck'sche Universitats-Buchhandlung, 1869 (archive.org [abgerufen am 13. Januar 2018]).
  3. Robert Eitner: Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten (1900)
  4. Dagmar Glüxam: Violoncello. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006, ISBN 3-7001-3067-8.
  5. Histoire du violoncelle (Memento des Originals vom 23. März 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/membres.multimania.fr