Francesco Maria I. della Rovere

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Porträt von Raffael um 1504, wahrscheinlich Francesco Maria della Rovere darstellend

Francesco Maria I. della Rovere (* 25. März 1490 in Senigallia; † 20. Oktober 1538 in Pesaro) regierte von 1508 bis 1516 und von 1521 bis 1538 als erster Herzog von Urbino aus dem Hause Della Rovere.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Francesco Maria wurde 1490 als Sohn von Giovanni della Rovere, Generalkapitän der Kirche (Oberkommandierender der päpstlichen Truppen) und Signore von Senigallia, und der Giovanna da Montefeltro, einer Tochter des berühmten Feldherren und Mäzens Federico da Montefeltro, Graf von Montefeltro, Graf und seit 1474 bis 1482 erster Herzog von Urbino, geboren. Er war ein Neffe von Giuliano della Rovere, dem späteren Papst Julius II. 1502 ging die Herrschaft über Senigallia an Cesare Borgia verloren, und Francesco Maria flüchtete an den Hof seines Onkels Guidobaldo da Montefeltro. Da selbst kinderlos, ernannte ihn dieser 1504 zu seinem Nachfolger als Herzog von Urbino und damit zum Erben des Hauses Da Montefeltro.

Herzog von Urbino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1508 starb Guidobaldo, und Francesco Maria folgte ihm auf den Thron. Sein Onkel Julius II. unterstützte ihn bei der Wiedergewinnung von Senigallia und ernannte ihn 1509 zum Capitano generale della Chiesa, dem Oberbefehlshaber aller Truppen des Kirchenstaats. Er kämpfte in den Italienischen Kriegen der Liga vom Cambrai und der Heiligen Liga. 1511 ermordete er den Kardinal Francesco Alidosi in Ravenna. 1513 konnte er sein Herrschaftsgebiet auch auf Pesaro ausdehnen. Durch den Tod Julius II. im selben Jahr verlor er aber seine wichtigste politische Stütze.

Tizian-Porträt von Francesco Maria della Rovere (1536–38)

Krieg um Urbino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1516 wurde Francesco Maria vom neuen Papst Leo X. exkommuniziert und aus Urbino vertrieben; das Herzogtum fiel an Leos Neffen Lorenzo di Piero de’ Medici. 1517 versuchte Francesco Maria im Krieg von Urbino, Stadt und Herzogtum zurückzuerobern, scheiterte aber. Erst nach dem Tod Leos 1521 konnte er seine Herrschaft wiedererrichten.

Condottiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Francesco Maria kämpfte als Capitano generale der Republik Venedig während des Italienischen Krieges ab 1521. Die Wahl des Medici-Papstes Clemens VII. drängte ihn an den Rand des Geschehens. 1527 war er Oberbefehlshaber der Liga von Cognac, und seine Untätigkeit während der Invasion der kaiserlichen Truppen gilt als eine der Ursachen des Sacco di Roma.

In seinen letzten Lebensjahren kämpfte er als Condottiere für die Republik Venedig. Mit 48 Jahren wurde er vergiftet und starb am 20. Oktober 1538 in Pesaro.

Familie und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1508 heiratete er Eleonora Gonzaga della Rovere (* Mantua 31. Dezember 1493, + Urbino 13. Februar 1550), Tochter des Markgrafen Francesco II. Gonzaga von Mantua und der Isabella d’Este. Sie hatten folgende Kinder:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Guidobaldo da Montefeltro Herzog von Urbino
1508–1516
Lorenzo di Piero de’ Medici
Lorenzo di Piero de’ Medici Herzog von Urbino
1521–1538
Guidobaldo II. della Rovere