Francis Parker Yockey

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Francis Parker Yockey (* 18. September 1917 in Manistee Township, Michigan; † 16. Juni 1960 in San Francisco, Kalifornien) war ein US-amerikanischer rechtsextremer Kulturphilosoph, der besonders für sein neospenglerianisches Werk Imperium: The Philosophy of History and Politics (1948) bekannt wurde, das er unter dem Pseudonym Ulick Varange publizierte. Ebenfalls unter diesem Pseudonym veröffentlichte er Der Feind Europas (1953).

Willis A. Carto, der die Einführung der englischsprachigen Originalausgabe von Imperium verfasste, schlüsselt das Pseudonym so auf: Ulick ist ein irischer Vorname und bedeutet „Belohnung des Verstandes“, Varange bringt die kulturschaffenden nordischen Waräger ins Spiel, die der Wikingerfürst Rurik im 9. Jahrhundert nach Russland führte und die dort in kürzester Zeit die herrschende Gesellschaftsschicht stellten; somit umfasse das Pseudonym symbolisch einen europäischen Raum, der von Galway im Westen bis zum Ural im Osten reiche.[1]

Der Altphilologe Revilo P. Oliver, aus dessen Feder möglicherweise ein Großteil von Cartos Einführung stammt, weist überdies auf die Ähnlichkeit zu dem lateinischen Ulixes, dem römischen Namen für den homerischen Helden Odysseus, hin.[1]

Auf Deutsch ist Imperium unter dem Titel Chaos oder Imperium?: Das Abendland zwischen Untergang und Neubeginn erschienen; Willis Cartos Einführung ist in der deutschen Ausgabe nicht enthalten. Überdies wurde die Übersetzung unter Yockeys Klarnamen verlegt.

Die antisemitische Broschüre Der Feind Europas, von Yockey wahrscheinlich im Herbst 1953 verfasst, wurde in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mehr schlecht als recht ins Deutsche übersetzt – vermutlich stammt ein Großteil der Übersetzung von Yockey selbst –, da der Übersetzer unzuverlässig arbeitete. Das Werk hatte eine Auflage von nur 200 Exemplaren. Von diesen wurde später der überwiegende Teil beschlagnahmt und von den deutschen Behörden vernichtet, so dass es nur noch eine sehr geringe Anzahl von Exemplaren gibt, die heute bei Sammlern exorbitante Preise erzielen. Yockey verstarb 1960 in einer Gefängniszelle an einer tödlichen Dosis von 2 Gramm Zyanid. Sein Tod wurde offiziell als Suizid eingestuft; eine These die unter seinen Anhängern als umstritten gilt. [2]

Werke[Bearbeiten]

  • Yockey, Francis Parker. Chaos oder Imperium? Das Abendland zwischen Untergang und Neubeginn. Veröffentlichungen des Instituts für Nachkriegsgeschichte, Bd. 8. hg. v. Herbert Grabert. übers. v. Ursula v. Gordon. Tübingen: Grabert-Verlag, 1976. ISBN 3-87847-033-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Carto zit. von Oliver in: Revilo P. Oliver. The Enemy of Our Enemies: A Critique of Francis Parker Yockey's The Enemy of Europe. York, South Carolina: Liberty Bell Publications, 1981. S 4 f., Fußnote 5.
  2. Imperium. Das geheimnisvolle Leben und Sterben des Francis Parker Yockey