Francotyp-Postalia

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Francotyp-Postalia Holding AG

Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000FPH9000
Gründung 1923
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung
  • Martin Geisel
Mitarbeiterzahl 1.003 (2020)[1]
Umsatz 195,9 Mio. Euro (2020)[1]
Branche Industriemaschinen
Website www.fp-francotyp.com
Stand: 31. Dezember 2020

Die Francotyp-Postalia Holding AG (FP) mit Sitz in Berlin ist ein international agierender börsennotierter Hersteller von Frankiermaschinen und ist Experte für Lösungen, die das Büro- und Arbeitsleben einfacher und effizienter machen[2]. Das Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt Frankiermaschinen, Falzmaschinen, Kuvertiermaschinen und bietet dazugehörige Dienstleistungen an. Seit 2006 werden zudem reine Postdienstleistungen angeboten. Nach eigenen Angaben ist besitzt der FP-Konzern in Deutschland einen Marktanteil von derzeit 42 % und ist Marktführer in Deutschland sowie in Österreich. Weltweit ist FP drittgrößter Anbieter.

Der FP-Konzern hat vier Geschäftsbereiche: Software & Business Process Automation[3], Frankieren & Office Lösungen[4], IoT[5] sowie Mail Services[6].

Im November 2006 ging das Unternehmen an die Frankfurter Wertpapierbörse und kaufte zwei Unternehmen. Es handelte sich um den Postdienstleister „freesort GmbH“ aus Düsseldorf und die auf Hybridpost und Outsourcing spezialisierte „iab internet access GmbH“, Berlin. 2011 erwarb FP 51 % der „Mentana-Claimsoft GmbH“, bis 2014 wurde dieser Anteil auf 100 % erhöht. Die Mentana-Claimsoft ist eine Firma für digitale Kommunikation. 2012 erhielt diese Tochtergesellschaft als erstes Unternehmen eine Akkreditierung als De-Mail-Anbieter durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.[7][8][9] Seit November 2021 agieren die IAB Communications GmbH und Mentana-Claimsoft GmbH zusammen unter der neuen Firmierung „FP Digital Business Solutions GmbH“.

Der Vertrieb läuft über zehn Tochtergesellschaften in den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Schweden, Italien und Österreich. Zusätzlich sind weltweit mehr als 40 Händler für den Konzern tätig. Die deutsche Vertriebstochter, Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH (FP VSG) betreut den deutschen Markt und verkauft Frankier- und Kuvertiermaschinen. Ihr Sitz ist ebenfalls in Berlin und sie betreut hauptsächlich Unternehmen und Behörden.[10]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. Juli 1923 gründeten die Anker-Werke in Bielefeld, „Bafra“ in Berlin und die „Uhrenfabrik Furtwängler“ in Furtwangen die Vertriebsgesellschaft „Postfreistempler GmbH“ in Bielefeld. 1925 wurde die Postfreistempler GmbH umbenannt in „Francotyp GmbH“. Die Firma Telefonbau und Normalzeit (T&N) gründete 1938 die „Freistempler GmbH“, Frankfurt/M., die spätere „Postalia GmbH“. 1969 erwarben die Anker-Werke, Bielefeld, von T&N die Anteile der Freistempler GmbH. Die Francotyp GmbH, Berlin, und die Postalia GmbH, Offenbach, wurden 1977 von der zur Siemens-Gruppe gehörenden „Bergmann AG“ übernommen. Die Gründung der Dachgesellschaft „Francotyp-Postalia GmbH“ folgte 1983. Sechs Jahre später übernahm die „Gebr. Röchling KG“, Mannheim, die Bergmann-Gruppe und damit auch Francotyp-Postalia.

1990 kam die erste vollelektronische Frankiermaschine mit Thermotransferdruck auf den Markt. Francotyp-Postalia bezog 1994 mit Fabrik, Technik und Verwaltung einen neuen Hauptsitz in Birkenwerder bei Berlin. 1997 wurde „FP-Direkt“ für den Telefonverkauf gegründet. 2014 zog das Unternehmen zurück nach Berlin.[11]

Im Jahr 2002 wurde eine neue Frankiermaschinengeneration entwickelt, die eine Zulassung zur Frankit-Fähigkeit 2004 erhielt. 2005 wurde die FP-Gruppe durch „Quadriga Capital“ und das Management gekauft. Ein Jahr später wurde die Francotyp-Postalia Holding AG gegründet. Danach wurden „freesort GmbH“ und „iab internet access GmbH“ gekauft. Der Börsengang der Francotyp-Postalia Holding AG folgte am 30. November 2006. 2007 erschien eine High-Tech-Frankiermaschine mit der Bezeichnung „centormail“ auf dem Markt. 2008 erweiterte man die Produktion um Falzmaschinen. 2010 gewann die FP-Gruppe Web.de als Partner für den Online-Brief. Die Francotyp-Postalia Holding AG erwarb 2011 die Mentana-Claimsoft AG. 2012 erfolgte die Produkteinführung des Frankiersystems „PostBase“. Die FP Tochter Mentana-Claimsoft ist vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik als erster De-Mail-Diensteanbieter akkreditiert worden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2020. (PDF) In: fp-francotyp.com. Abgerufen am 7. Dezember 2021.
  2. Francotyp-Postalia Holding AG. Abgerufen am 7. Dezember 2021.
  3. Software & BPA. Abgerufen am 7. Dezember 2021.
  4. Frankieren & Office Lösungen. Abgerufen am 7. Dezember 2021.
  5. IoT. Abgerufen am 7. Dezember 2021.
  6. Mail Services. Abgerufen am 7. Dezember 2021.
  7. freesort GmbH
  8. iab internet access
  9. Mentana-Claimsoft GmbH
  10. Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH
  11. Berliner Zeitung vom 8. Januar 2014