Frangy-en-Bresse

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Frangy-en-Bresse
Wappen von Frangy-en-Bresse
Frangy-en-Bresse (Frankreich)
Frangy-en-Bresse
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Bresse Revermont 71
Koordinaten 46° 44′ N, 5° 20′ OKoordinaten: 46° 44′ N, 5° 20′ O
Höhe 180–212 m
Fläche 23,68 km2
Einwohner 624 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 26 Einw./km2
Postleitzahl 71330
INSEE-Code

Frangy-en-Bresse ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Pierre-de-Bresse. Der Ort hat 624 Einwohner (Stand 1. Januar 2016), sie werden Frangypans, resp. Frangypannes genannt.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Le TartreCosgesBletteransSaillenardMontconyLe FaySaint-UsugeSaint-Germain-du-BoisSens-sur-SeilleFrangy-en-Bresse mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt in der Landschaft Bresse, an der Ostgrenze des Département Saône-et-Loire und grenzt an die Gemeinden Cosges und Bletterans, die zum Département Jura gehören. Die westliche Gemeindegrenze bildet die Seille[2], die auch den Norden der Gemeinde durchfließt. Der Entlastungskanal La Seillette Aval (Le Canal)[3] mündet beim Weiler Clémencey wieder in die Seille. Auf dem Gemeindegebiet münden weitere Gewässer in die Seille: La Seillette Amont[4] (östlich des Ortes), Le Teuil[5], westlich des Bourg, nachdem er die Gemeinde durchflossen hat und der Ruisseau la Boissine[6], der einen Teil der südlichen Gemeindegrenze bildet. Einen Teil der östlichen Gemeindegrenze gegen das Département Jura bildet der Ruisseau le Jeanbon[7], der bei Haut-de-Charnay in die Seillette mündet. Schließlich bildet noch der Bief du Renouillier[8] einen Teil der südlichen Gemeindegrenze, er mündet in Le Teuil bei dessen Eintritt in das Gemeindegebiet.

Von Nordwesten nach Südosten verläuft die Departementsstraße D87 durch das Gemeindegebiet und verbindet Saint-Germain-du-Bois mit Beaurepaire-en-Bresse. Von Nordosten nach Südwesten verläuft die Departementsstraße D23[9] durch das Gemeindegebiet, kreuzt die D87 und führt weiter nach Montcony. Diese Departementsstraße dürfte sich weitgehend decken mit der Trasse der Römerstraße die Villevieux mit Louhans verband. Auf dem Gemeindegebiet finden sich praktisch keine bewaldeten Flächen, lediglich im Süden kleinere Niederwaldflächen. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Abergement, Beauvoir, Bretins, Champfrenay, Charnay, Clémencey, Communauté, Cornillère, Couvent, Fay, Galarands, Mauperrins, Montots, Moulin-de-Clémencey, Moulin-de-la-Boissine, Moulin-de-la-Ligue, Moulin-de-Servin, Moulin-du-Château, Moulin-du-Haut-de-Charmoy, Pernins, Perriat, Saget, Servin, Suligny, Teuil, Tronchet, Vachetantot, Vêvre, Villeneuve[10].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Frangy-en-Bresse ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Im Jahresdurchschnitt herrscht einer Temperatur von 11,0 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 835 mm.

Frangy-en-Bresse
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Frangy-en-Bresse
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,9 6,9 12,3 15,9 20,0 23,5 25,8 25,2 21,8 15,7 9,6 5,3 Ø 15,6
Min. Temperatur (°C) −1,0 −0,3 2,5 5,5 9,1 12,5 14,4 13,9 11,4 7,0 3,2 0,1 Ø 6,6
Temperatur (°C) 1,9 3,3 7,4 10,7 14,5 18,0 20,1 19,5 16,6 11,3 6,4 2,7 Ø 11,1
Niederschlag (mm) 64 62 59 60 78 79 60 80 79 67 80 67 Σ 835
T
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name geht zurück auf die gallo-römische Bezeichnung Frangiacum, die seit 1065 bezeugt ist. Die Bezeichnung weist auf den Besitz eines Frangius hin, bei Grabungen wurde tatsächlich eine gallorömische Siedlung gefunden[11]. Den Zusatz en-Bresse trägt die Gemeinde seit 1952.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1111 ist Frangiacum eine Besitzung des Klosters Baume-les-Messieurs. Im 14. Jahrhundert hat eine Familie den Namen des Ortes angenommen, im 15. Jahrhundert gehört die Gegend zum Besitz der Familie der Bouton de Fay, im 17. Jahrhundert wird der Besitz aufgeteilt und gehört großteils den Fyot de la Marche. Der Weiler Clémencey ist ein strategischer Punkt, der die Verbindung zwischen der Schweiz und der Saône hart an der Grenze zur Freigrafschaft überwacht. Im Mittelalter kontrollierten die Herren von Sainte-Croix den Verkehr auf dieser Verbindungsstraße und auf der Seille, die hier schiffbar wurde. Seit 1404 wird die herrschaftliche Mühle erwähnt, vier weitere Mühlen bestanden an der Seillette. die Kirche, die Saint Denis geweiht ist, wurde im 16. Jahrhundert erbaut, vermutlich als Ersatz für eine ältere Kirche, die schon 1111 als Ecclesia de Frangeio erwähnt wurde. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaute die Familie Courdier ihren Herrschaftssitz in Abergement, einem Lehen der Herren von Montcony, die Familie La Rodde erbaute ihrerseits ein Schloss in Charnay. Während der Revolution wurde der Sitz der Fyots zerstört. 1881 wurde die Mädchenschule erbaut, die heute die Mairie beherbergt, 1935 wurde eine Mairie-École erbaut. 1988 bestanden 80 Landwirtschaftsbetriebe auf dem Gemeindegebiet.

Heraldik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 17. September 1993 braucht die Gemeinde das Wappen, das auf die ehemaligen Herren von Frangy-en-Bresse zurückgeht. Die Familie ist ausgestorben, dadurch kann das Wappen durch die Gemeinde frei verwendet werden. Es erscheint heut auf den offiziellen Drucksachen der Gemeinde. Blasonierung: In Blau ein steigender Löwe der in seiner Linken einen silbernen Degen mit Goldverzierung hält.[12]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [13])
17931800182118311836184118511861187218811891190119111921193119461962197519821990199920062011
1728153619422082210017471717169716691636158515501565144313281180951696656552576600642
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
1840 wird der Weiler Balosle der Gemeinde Saint-Germain-du-Bois zugeteilt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich eine Mairie, eine Kirche, 29 Landwirtschaftsbetriebe, eine Metzgerei und eine Bäckerei. Als AOC-Produkte sind in Frangy-en-Bresse Crème et beurre de Bresse[14][15], Volaille de Bresse[16] und Dinde de Bresse[17] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École élémentaire, die der Académie de Dijon[18] untersteht und von 27 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[19].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frangy-en-Bresse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Frangy-en-Bresse. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Frangy-en-Bresse. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Frangy-en-Bresse. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Frangy-en-Bresse. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frangy-en-Bresse. auf habitants.fr. Abgerufen am 9. Mai 2015 (französisch).
  2. La Seille, Länge 100,0 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei 46° 45′ 52,2″ N, 5° 41′ 30,8″ O in Ladoye-sur-Seille auf ca. 390 m, Mündung bei 46° 31′ 10,6″ N, 4° 56′ 20,8″ O in La Truchère auf ca. 169 m, La Seille auf sandre.eaufrance.fr
  3. La Seillette Aval (Le Canal), Länge 5,4 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 44′ 20″ N, 5° 20′ 2,4″ O in Sens-sur-Seille auf ca. 186 m, Mündung bei 46° 43′ 43″ N, 5° 17′ 24,4″ O in Frangy-en-Bresse auf ca. 182 m, La Seillette Aval auf sandre.eaufrance.fr
  4. La Seillette Amont, Länge 5,4 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 44′ 53,2″ N, 5° 30′ 43,2″ O in Ruffey-sur-Seille auf ca. 212 m, Mündung bei 46° 44′ 10,7″ N, 5° 20′ 1″ O in Frangy-en-Bresse auf ca. 184 m, La Seillette Amont auf sandre.eaufrance.fr
  5. Le Teuil, Länge 10,3 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 40′ 25″ N, 5° 22′ 30,4″ O in Beaurepaire-en-Bresse auf ca. 209 m, Mündung bei 46° 44′ 5,3″ N, 5° 19′ 20,3″ O in Frangy-en-Bresse auf ca. 184 m, Le Teuil auf sandre.eaufrance.fr
  6. Ruisseau la Boissine, Länge 8,3 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei 46° 45′ 56,9″ N, 5° 22′ 16,3″ O in Bosjean auf ca. 196 m, Mündung bei 46° 45′ 1,8″ N, 5° 17′ 32,3″ O in Sens-sur-Seille auf ca. 183 m, Ruisseau la Boissine auf sandre.eaufrance.fr
  7. Ruisseau le Jeanbon, Länge 7,4 km, Zufluss zu La Seillette Amont, Quelle bei 46° 40′ 15,2″ N, 5° 25′ 51,2″ O in Courlaoux auf ca. 220 m, Mündung bei 46° 43′ 16″ N, 5° 23′ 44,5″ O in Frangy-en-Bresse auf ca. 191 m, Le Jeanbon auf sandre.eaufrance.fr
  8. Bief du Renouillier, Länge 0,9 km, Zufluss zu Le Teuil, Quelle bei 46° 43′ 7,7″ N, 5° 21′ 35,6″ O in Saillenard auf ca. 191 m, Mündung bei 46° 42′ 54,7″ N, 5° 21′ 0,4″ O in Frangy-en-Bresse auf ca. 189 m, Bief du Renouillier auf sandre.eaufrance.fr
  9. Departementsstrasse D23. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 11. April 2015 (französisch).
  10. Frangy-en-Bresse. (PDF) im Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 3. Mai 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Frangy).
  11. Frangy-en-Bresse auf der Base Mérimée
  12. Armorial des communes. Frangy-en-Bresse. In: Archives départementales. Le Département Saône-et-Loire, abgerufen am 16. Januar 2016 (französisch, Originalblasonierung: D'azur au lion d'or tenant dans sa patte senestre une épée d'argent garnie d'or).
  13. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 9. Mai 2015 (französisch).
  14. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine det de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  15. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine det de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  16. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  17. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  18. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  19. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Frangy-en-Bresse. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).