Frank Farian

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Frank Farian (2008)

Frank Farian (* 18. Juli 1941 als Franz Reuther in Kirn) ist ein deutscher Musikproduzent, Komponist und Sänger. Seine Produktionen erhielten mehr als 800 Gold- und Platinauszeichnungen. Er besitzt drei Studios in Brüssel, Miami und auf der Insel Ibiza.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farian wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg in Saarbrücken-Altenkessel auf. Er arbeitete zunächst als Koch und verbrachte seine musikalischen Anfangsjahre in Elversberg. Im Dachgeschoss seiner Wohnung hatte er ein kleines Studio.

Seit Mitte der 1970er Jahre ist Farian Produzent von Popmusik. Er gründete weltweit erfolgreiche Gruppen wie Boney M. und Milli Vanilli. Milli Vanillis erste Schallplatten waren bereits fertig eingespielt, bevor die Band zusammengestellt war. Als dies Ende 1990 [1][2] bekannt wurde, führte es zu einem Skandal. Bereits bei Boney M. waren mit Liz Mitchell und Marcia Barrett nur zwei der vier Gruppenmitglieder an den Aufnahmen beteiligt. Die männliche Stimme kam von Farian selbst.

Farians produktive Zeit als Komponist und Musikproduzent begann mit dem Duo Les Copains und erreichte ihren Zenit mit Boney M. Im saarländischen St. Ingbert eröffnete er die Diskothek Rendezvous, nachdem er zuvor mit seiner Frau Brigitte die Hoch Trepp bewirtschaftet hatte. Hier wurden seine Bands und Titel vorab in der Öffentlichkeit getestet. Nachdem Farian einige Lieder, unter anderem mit Boney M., in Offenbach-Bieber produziert hatte, erwarb er später ein Anwesen mit Wohnhäusern, Schwimmbecken und einem Studio in Rosbach vor der Höhe, das er bis heute nutzt.

Musikalisches Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sänger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Elversberg trat Farian ab 1961 unter dem Namen „Frankie Farian und die Schatten“ als Rocksänger mit seiner eigenen Band auf. Seine erste Platte Shouting Ghost produzierte er 1963 und vertrieb sie selbst.[3] Als Schlagersänger sang er Titel wie Dana My Love (1969), So muss Liebe sein (1973), eine Version des Standards Smoke Gets in Your Eyes und Rocky (1976) von Austin Roberts. Danach lieh er seine Stimme der von ihm produzierten Gruppe Boney M., trat aber nie als deren Mitglied auf. Bei Bühnenauftritten bewegte Bobby Farrell, der Tänzer der Gruppe, seine Lippen zu Farians Gesang vom Band.

Komponist und Produzent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine größten Erfolge als Produzent hatte Farian mit der Single Rivers of Babylon (ein Cover der jamaikanischen Band The Melodians, die wiederum in dem Lied Psalm 19 und Psalm 137 bearbeiteten) und mit dem Album Nightflight to Venus von Boney M. (1978). Dabei war Boney M. nicht nur in den westlichen Nationen erfolgreich, sondern auch auf dem gesamten afrikanischen Kontinent und in der Karibik. Einige der Stücke sind in Swahili verfasst.

Mit dem Projekt Far Corporation, an dem unter anderem Bobby Kimball, David Paich und Steve Lukather von der US-Band Toto sowie der Schlagzeuger Curt Cress und Leslie Mandoki beteiligt waren, spielte Farian überwiegend Rockklassiker wie Stairway to Heaven von Led Zeppelin, Sebastian von Cockney Rebel und Mother and Child Reunion von Paul Simon ein. Stairway to Heaven war dabei mit dem achten Platz in der britischen Hitparade (1985) der größte Erfolg.

Nach rund 30-jähriger Zusammenarbeit endete 2004 das Vertragsverhältnis zwischen Farian und Hansa (Ariola-Sony BMG). Zwei Jahre später unterschrieb er einen neuen Vertrag bei Sony BMG Deutschland.

Im September 2006 hatte in London das Musical Daddy Cool Premiere, in dem Farian nicht nur viele Hits von Boney M., sondern auch solche von Milli Vanilli und Eruption verarbeitet hat. Im Frühjahr 2007 kam Daddy Cool auch nach Berlin. Die Premiere war am 26. April 2007. Danach arbeitete er an dem Projekt Daddy Cool Kids, bei dem auch seine Tochter mitsingt.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976: Rocky
  • 1985: Division One

Singles (Chartplatzierungen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel / Projekt Chartplatzierungen[4][5] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK
1973 So muss Liebe sein
Frank Farian
38
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Oktober 1973
1976 Rocky
Frank Farian
1 Gold
(26 Wo.)
2
(7 Mt.)
3
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. Februar 1976
Verkäufe: + 250.000
1976 Spring über deinen Schatten, Tommy
Frank Farian
12
(21 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. September 1976
1977 Sie war erst 17 (und neu in der Stadt)
Frank Farian
49
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. April 1977
1985 Mother and Child Reunion
Frank Farian Corporation
24
(5 Wo.)
28
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Februar 1985
(feat. Reggie Tsiboe)
1986 Stairway to Heaven
Frank Farian Corporation / Far Corporation
14
(11 Wo.)
11
(8 Wo.)
8[6]
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Januar 1986
1986 Rock ’n’ Roll Mercenaries
Blind Before I Stop
31[7]
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. August 1986
(Meat Loaf feat. John Parr & Frank Farian)

Produktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Echo
    • 1997: in der Kategorie „Lebenswerk“[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frank Farian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chuck Philipps: Milli Vanilli’s Grammy Rescinded by Academy, LA Times, 20. November 1990 (Englisch)
  2. Chuck Philips: It’s True: Milli Vanilli Didn’t Sing: Pop music: The duo could be stripped of its Grammy after admitting it lip-synced the best-selling 'Girl You Know It’s True.' In: Los Angeles Times. 16. November 1990; abgerufen am 21. Mai 2017 (englisch).
  3. Selbstdarstellung auf Farians Website
  4. Chartquellen: DE AT CH
  5. Auszeichnungen für Musikverkäufe: DE
  6. Far Corporation – „Stairway to Heaven“ in den Official UK Charts (englisch)
  7. Meat Loaf with John Parr (& Frank Farian) – „Rock 'n' Roll Mercenaries“ in den Official UK Charts (englisch)
  8. Echo 1997 Deutscher Musikpreis: Die Preisträger (Memento vom 1. Oktober 2011 im Internet Archive)
  9. http://www.musikindustrie.de/gold_platin_datenbank/#topSearch
  10. RSH-Gold Verleihung 1990
  11. RSH-Gold Verleihung 1998