Frank Nopper

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Frank Dietrich Nopper (* 25. Mai 1961 in Stuttgart) ist ein deutscher Kommunalpolitiker der CDU. Er ist Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Nopper stammt aus einer Stuttgarter Familie. 1816 gründete sein Vorfahr Johann Friedrich Nopper im Stuthaus neben der Stuttgarter Stiftskirche die Eisenhandlung Friedrich Nopper, die 1900 mit der Firma Zahn & Compagnie zu Zahn-Nopper verschmolz. Die Firma existierte bis 1988;[1] nach ihr sind eine Straße sowie eine Haltestelle der Buslinie 99 in Zuffenhausen („Zahn-Nopper-Straße“)[2] benannt. Ein Urgroßvater Frank Noppers war Stadtschultheiß in Cannstatt. Auch Frank Noppers Vater Manfred war politisch aktiv, so war er 1966 bei der Oberbürgermeisterwahl Herausforderer von Arnulf Klett, außerdem saß er für die FDP/DVP und später für die CDU über viele Jahre im Gemeinderat der Stadt Stuttgart. Ebenso ist der Bruder von Frank Nopper Stadtrat in Stuttgart.[3]

Frank Nopper lernte seine heutige Frau Gudrun 1995 kennen, 1998 und 2002 kamen ihre beiden Söhne auf die Welt. Gudrun Weichselgartner-Nopper gründete 2004 den Verein für Kinder in Backnang e. V.[4][5]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur am Stuttgarter Wilhelms-Gymnasium leistete er den 15-monatigen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr. Danach absolvierte er eine Lehre als Bankkaufmann bei der Dresdner Bank AG in Stuttgart. Das Studium der Rechtswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer sowie den juristischen Vorbereitungsdienst des Landes Baden-Württemberg schloss er mit dem Ersten und Zweiten juristischen Staatsexamen ab.[6] Mit der Dissertation Bund-Länder-Haftung beim fehlerhaften Verwaltungsvollzug von Gemeinschaftsrecht durch die deutschen Länder wurde er 1997 an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen unter Wolfgang Graf Vitzthum und Ferdinand Kirchhof[7] zum Dr. iur. promoviert.[8]

Nach beruflichen Stationen als Leiter der Abteilung Recht und Verwaltung bei der Messe Stuttgart sowie als Geschäftsführer des Landesinnungsverbands des Schreinerhandwerks Baden-Württemberg wechselte er in die Politik.

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nopper gehört seit 1994 als Mitglied der CDU-Fraktion der Regionalversammlung des Verbandes Region Stuttgart[9] sowie seit 2004 dem Kreistag des Rems-Murr-Kreises an.[10]

Oberbürgermeister von Backnang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Nopper wurde im Jahr 2002 zum Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Backnang gewählt. Er setzte sich im zweiten Wahlgang gegen den vorherigen Amtsinhaber Jürgen-Heinrich Schmidt (SPD) mit 45 % der Stimmen durch.[11] Im Jahr 2010 wurde Nopper mit 86,8 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 36,8 % für eine zweite Amtszeit[12] und im Jahr 2018 mit 87,1 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 37,6 % für eine dritte Amtszeit wiedergewählt.[13]

Oberbürgermeister von Stuttgart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2020 legte sich der CDU-Kreisvorstand in Stuttgart auf Nopper als Kandidaten bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart fest.[14][15] In Interviews erklärte er die Absicht, sich für eine Verbesserung des Stuttgarter Ansehens einsetzen zu wollen. Er wolle „[…] mehr Präsenz zeigen in einer Stadt, in der sich viele übergangen, nicht berücksichtigt und wertgeschätzt fühlen“.[16] Die Transparenz-Initiative Lobbycontrol kritisierte die intransparente Finanzierung von Noppers Wahlkampf über einen Verein, für den die Offenlegungspflichten des Parteiengesetzes nicht gelten.[17]

Im ersten Wahlgang am 8. November 2020 erreichte er mit 31,8 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis der Kandidaten.[18] Im zweiten Wahlgang am 29. November 2020 wurde er mit 42,3 Prozent als Nachfolger des nicht mehr angetretenen Fritz Kuhn zum neuen Oberbürgermeister von Stuttgart gewählt.[19] Sein stärkster Herausforderer Marian Schreier kam auf 36,9 Prozent. Der Amtsantritt war für den 7. Januar 2021 vorgesehen. Durch Einsprüche gegen die Wahl verzögert er sich.[20] Am 4. Februar 2021 wurde er zunächst als Amtsverweser eingesetzt.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nopper ist Mitglied des Hauptausschusses des Deutschen Städtetages, stellvertretendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg sowie Mitglied von Vorstand und Hauptausschuss des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Baden-Württemberg[21]. Zudem ist er stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kreissparkasse Waiblingen, Trägerabgeordneter der Kreissparkasse Waiblingen für die Verbandsversammlung des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stadtwerke Backnang GmbH[22], Vorsitzender des Stiftungsrats der Bürgerstiftung Backnang[23] und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bürger-Energiegenossenschaft Murr eG[24].

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bund-Länder-Haftung beim fehlerhaften Verwaltungsvollzug von Gemeinschaftsrecht durch die deutschen Länder, Nomos, Baden-Baden, 1998 ISBN 978-3-7890-5679-6 (Dissertation, Univ. Tübingen, Jur. Fakultät 1997).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Universität Hohenheim: Zahn Nopper: Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg. Abgerufen am 24. Oktober 2020.
  2. Karte. In: OpenStreetMap. Abgerufen am 30. November 2020.
  3. „Es soll wieder richtig Freude machen, Stuttgarter zu sein“. In: Top Magazin Stuttgart. 12. Juli 2020, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  4. Galadinner für den guten Zweck. Abgerufen am 24. Oktober 2020.
  5. Home. Abgerufen am 24. Oktober 2020.
  6. Vita Dr. Frank Nopper. Abgerufen am 9. April 2018.
  7. Promotionsliste der Juristischen Fakultät auf uni-tuebingen.de (zuletzt abgerufen am 1. Dezember 2020).
  8. Datensatz der Dissertation auf d-nb.info, abgerufen am 9. November 2020.
  9. Verband Region Stuttgart: Mitglieder RV. In: Verband Region Stuttgart. Abgerufen am 9. April 2018.
  10. Mitglieder des Kreistags: Rems-Murr-Kreis. Abgerufen am 9. April 2018.
  11. Heiner Kirschmer: Stadtchronik Backnang 2002. In: Stadtchronik Backnang 2002. Heiner Kirschmer, abgerufen am 9. April 2018.
  12. Martin Tschepe: OB-Wahl in Backnang: Nopper im Amt bestätigt. In: Stuttgarter Zeitung. 8. Februar 2010, abgerufen am 9. April 2018.
  13. Probleme aus erster Hand erfahren. In: bkz.de. Abgerufen am 1. November 2020.
  14. Thomas Braun, Barbara Czimmer: OB-Wahl in Stuttgart: CDU kürt OB-Kandidat einstimmig. Stuttgarter Zeitung, 16. Februar 2020, abgerufen am 16. Februar 2020.
  15. Mathias Bury: Termin für die OB-Wahl steht. Stuttgarter Zeitung, 19. Juli 2019.
  16. Stuttgarts neuer Oberbürgermeister: Dafür steht Frank Nopper. In: SWR Aktuell, 29. November 2020.
  17. OB-Wahlkampf in Stuttgart: Deutliche Kritik an Nopper-Wahlverein. In: Stuttgarter Zeitung. Abgerufen am 9. November 2020.
  18. Jan Georg Plavec: Vorläufiges Endergebnis steht fest. In: stuttgarter-zeitung.de. 8. November 2020, abgerufen am 8. November 2020.
  19. Frank Nopper ist Oberbürgermeister. In: Stuttgarter Zeitung, 29. November 2020.
  20. Amtsantritt von Dr. Nopper als neuer OB verzögert sich. In: stuttgart.de. 21. Dezember 2ü20, abgerufen am 4. Januar 2021.
  21. Hauptausschuss | Kommunaler Arbeitgeberverband Baden-Württemberg. Abgerufen am 9. April 2018.
  22. Impressum · Stadtwerke Backnang. Abgerufen am 9. April 2018.
  23. Steffen Raphael Schwarzer: Bürgerstiftung Backnang | Gremien. Abgerufen am 9. April 2018.
  24. Bürger-Energiegenossenschaft Murr eG – Impressum. Abgerufen am 9. April 2018.