Frank Nordhausen

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Frank Nordhausen (* 1956 in Berlin) ist ein deutscher Journalist und Buchautor. Er ist der Enkel des Berliner Journalisten und Schriftstellers Richard Nordhausen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordhausen studierte Philosophie, Geschichte und Germanistik an der Freien Universität Berlin und wohnte im damals besetzten Haus K.O.B. (Potsdamer Straße 157), u.a. zusammen mit dem Schriftsteller Klaus Schlesinger. Nach dem Abschluss des Studiums 1986 arbeitete er zunächst als freier Journalist, u.a. für Die Zeit, Stern, Der Spiegel, Woche, Wochenpost, taz. Von 1996 bis 2011 war Nordhausen Redakteur und Reporter der Berliner Zeitung im Ressort Seite 3. Seit Juli 2011 arbeitet er als Auslandskorrespondent für die Berliner Zeitung, die Frankfurter Rundschau[1] und den Kölner Stadt-Anzeiger in Istanbul (Türkei). Seit Dezember 2011 publiziert er zusätzlich regelmäßig in seinem an die Berliner Zeitung angeschlossenen Weblog Gruß vom Bosporus.[2] und im Kurznachrichtendienst Twitter. (@NordhausenFrank)

Bekannt wurde er durch seine Recherchen und Bücher zu Sekten und Psychokulten, vor allem zur Scientology-Organisation. 2012 wurde auf ARTE und im Ersten die von Frank Nordhausen und Markus Thöß erstellte und mit breitem Medienecho[3][4] begleitete Dokumentation Die Spitzel von Scientology – Der Sektengeheimdienst OSA[5] gezeigt.

Andere Themen, mit denen er sich beschäftigt, sind Atomindustrie und Strahlenschutz, Sozialpolitik, Migration und Rassismus, Islamismus.

Seit seinem Germanistikstudium erforscht Frank Nordhausen zudem Leben und Werk des mysteriösen Schriftstellers B. Traven alias Ret Marut (verm. 1882–1969). Nordhausen war Mitgründer und erster Vorsitzender (2004–2006) der Internationalen B. Traven Gesellschaft (e.V.) in Berlin.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fernsehdokumentation Die Spitzel von Scientology – Der Sektengeheimdienst OSA 90 Minuten, gesendet Mai/Juni 2012 auf Arte und im Ersten.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • dtv-Reiseführer Berlin – Joachim Nawrocki, Thomas Eckert, Axel Frohn, Liane von Billerbeck, Frank Nordhausen – dtv, München 1993, ISBN 978-3-42303-703-7.
  • Der Sekten-Konzern. Scientology auf dem Vormarsch – Liane von Billerbeck, Frank Nordhausen – Ch. Links, Berlin 1993/1995, ISBN 3-86153-051-1.
  • Satanskinder. Der Mordfall Sandro B. – Liane von Billerbeck, Frank Nordhausen – Ch. Links, Berlin 1994/2001, ISBN 3-86153-232-8.
  • Psycho-Sekten. Die Praktiken der Seelenfänger – Frank Nordhausen – Ch. Links, Berlin 1997/1999 (Mitarbeit Liane von Billerbeck), ISBN 3-86153-135-6.
  • Entkommen. Tagebuch eines Überlebenden aus dem Kosovo – Bardhyl Hoti, Frank Nordhausen – Ch. Links, Berlin 2000, ISBN 3-86153-219-0.
  • Soldat im Golfkrieg. Vom Kämpfer zum Zweifler – Steven Kuhn, Frank Nordhausen − Ch. Links, Berlin 2003, ISBN 3-86153-299-9.
  • Kirahé – Der weiße Fremde. Unterwegs zu den letzten Naturvölkern – Roland Garve, Frank Nordhausen – Ch. Links, Berlin 2007, ISBN 978-3-86153-425-9.
  • Scientology. Wie der Sektenkonzern die Welt erobern will – Frank Nordhausen – Ch. Links, Berlin 2008 (Mitarbeit Liane von Billerbeck), ISBN 978-3-86153-470-9.
  • Laleo - Die geraubte Steinzeit. Als Zahnarzt bei den letzten Naturvölkern – Roland Garve, Frank Nordhausen – Ch. Links, Berlin 2009. ISBN 978-3861535461.
  • Die arabische Revolution: Demokratischer Aufbruch von Tunesien bis zum Golf – Thomas Schmid, Frank Nordhausen (Hg.) – Ch. Links, Berlin 2011. ISBN 978-3861536406.

Wissenschaftliche Artikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • B. Travens Anfänge: Die „Urfassung“ des Totenschiffs. In: The German Quarterly, Vol. 65, Nos. 3-4, Summer-Fall 1992, S. 378–395.
  • „Views most wonderful“: B. Travens erste Reise ins Land des Frühlings. In: Jörg Thunecke (Hg.): B. Traven the Writer/ Der Schriftsteller B. Traven. Edition Refugium, Nottingham 2003, S. 215–241. ISBN 0-9542612-0-8.
  • „Ich erlebte eine Wiedergeburt“: Das Initiationsmotiv im Frühwerk B. Travens. In: Jörg Thunecke (Hg.): B. Traven the Writer. Der Schriftsteller B. Traven. Edition Refugium, Nottingham 2003, S. 253–282. ISBN 0-9542612-0-8.
  • The Lord of Power – Ein Text aus dem mexikanischen Nachlass als Verbindung zwischen Ret Marut und B. Traven. In: Günter Dammann (Hg.): B. Travens Erzählwerk in der Konstellation von Sprachen und Kulturen, Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, S. 1–13. ISBN 3-8260-3080-X.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004, Journalistenpreis Ostenergie, 1. Preis
  • 2007, Der lange Atem, 1. Preis - Tagesspiegel
  • 2008, Redaktion des Jahres, Preis des medium magazins für die Berliner Zeitung; verliehen für ihre „außerordentliche Standfestigkeit und das Bemühen, allen widrigen Umständen im eigenen Verlag wie auf dem hart umkämpften Berliner Zeitungsmarkt zum Trotz, ein lesenswertes Blatt zu machen“.
  • 2013, New York Festival, lobende Erwähnung als Finalist in der Kategorie Television-News: Reports/Features, Investigative Report für The Spies of Scientology – Office of Special Affairs O.S.A. (ARTE, 90 Minuten)
  • 2013, DuMont Journalistenpreis, 1. Preis für die Reportage „Zwischen den Fronten“ aus dem syrischen Bürgerkrieg[6][7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.fr-online.de/wir-ueber-uns/korrespondent--istanbul,4353508,9894940,view,authorProfile.html
  2. http://gruss-vom-bosporus.berliner-zeitung.de/
  3. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/ard-doku-ueber-sektenspitzel-der-staat-im-staate-scientology-11798899.html
  4. https://www.welt.de/fernsehen/article107262689/Scientology-Spitzel-und-die-Mohrruebe-der-Freiheit.html
  5. http://programm.ard.de/TV/daserste/die-spitzel-von-scientology/eid_281068097419673
  6. http://www.berliner-zeitung.de/medien/dumont-journalistenpreis-2013--zeitung-kann-nur-durch-qualitaet-ueberleben-,10809188,24506106.html
  7. http://www.bdzv.de/aktuell/bdzv-branchendienste/bdzv-intern/artikel/detail/dumont_journalistenpreis_geht_nach_berlin_und_halle/