Frank Thelen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Frank Thelen, 2013

Frank Thelen (* 10. Oktober 1975 in Bonn) ist ein deutscher Unternehmer und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Thelen absolvierte nach dem Besuch des Pädagogiums Bad Godesberg die Carl-Schurz-Realschule.[1] Bevor er sich der Software-Entwicklung zuwandte, war Thelens Leben in seiner Jugend zunächst vor allem vom Skate- und Snowboarden bestimmt. Er unterstützt in dem Bereich bis heute Projekte wie „Skate-Aid“ von Titus Dittmann[2] und „Beton für Bonn“ von Philipp Nehren. Frank Thelen lebt in Bonn, er ist verheiratet.[3]

Unternehmerisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Thelen ist Geschäftsführer der 2009 als „e42 GmbH“[4][5] gegründeten und im Jahr 2017 in „Freigeist Capital GmbH“ umbenannten[6][7] Risikokapitalgesellschaft.

Seit 2014 ist Frank Thelen einer der Investoren in der VOX-Fernsehsendung Die Höhle der Löwen, in der Startups und junge Unternehmer versuchen, Investoren von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Als Gründer und Geschäftsführer der Risikokapital-Firma Freigeist Capital GmbH finanziert und unterstützt er insbesondere technologie- und designfokussierte Gründer in der Frühphase ihrer Unternehmen.

Politisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Februar 2017 war er Mitglied der 16. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten als nominierter Vertreter des Landtags von Nordrhein-Westfalen für die Partei FDP. Frank Thelen war bis April 2017 Mitglied der CDU.[8] Als Unternehmervertreter gründete Frank Thelen zusammen mit der Beauftragten der Bundesregierung für Digitalisierung, Staatsministerin Dorothee Bär, das Innovation Council der Bundesregierung zum Thema Digitalisierung, das sich seit Mai 2018 zweimal jährlich zusammenfindet.[9]

Autorentätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2018 erschien im Murmann Verlag seine Autobiografie Startup-DNA. Hinfallen, aufstehen, die Welt verändern.[10] Die Autobiografie wurde in Zusammenarbeit mit Christoph Schulte-Richtering erstellt.[11][12] und stand mehrere Wochen auf den Bestseller-Listen für Hardcover-Sachbücher.[13]

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2012 überreichte ihm Angela Merkel den „Innovate 4 Society Award“, der von Microsoft für „doo“ ausgelobt wurde[14].

Gegründete Startups[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der folgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
Siehe Diskussionsseite.
  • Softer Solutions Media GmbH & Co.KG: Ausweislich seiner Biografie gründete Thelen 1994 sein erstes Unternehmen. Dieses entwickelte eine Plattform zur Produktion von Multimedia-CD-ROMs.1996 fusionierte SofterSolutions mit der Bonner proPC GmbH und veröffentlichte mehrere Multimedia-CD-ROMs unter der neuen Firma create media GmbH & Co.KG.
  • twisd AG: 1999 erhielt das Unternehmen 1,4 Millionen DM Wagniskapital, um einen Linux-basierten Router (LIC für LAN Internet Connect) zu entwickeln, mit dem sich lokale Netzwerke mit dem Internet verbinden ließen.[15] Die twisd AG bereitete sich 2000 für den Börsengang vor, musste aber im Zuge des Zusammenbruchs der Dotcom-Blase Insolvenz anmelden.[16]
  • Idenion GmbH: Im Jahr 2002[17] gründete Thelen die Idenion GmbH – ein Startup, das basierend auf Microsoft-Technologien Content-Management- und E-Commerce-Systeme entwickelte und vertrieb. Die Idenion GmbH wurde am 26. November 2018 von Amts wegen, wegen Vermögenslosigkeit gelöscht.[18]
  • ip.labs: Seit ihrer Gründung im Jahr 2005 erstellte und lizenzierte die ip.labs GmbH einen Online-Foto-Dienst, bei dem sich Nutzer Fotoabzüge, Grußkarten, Fotobücher und andere Produkte von digitalen Fotos bestellen konnten. ip.labs wurde 2008 von der Fujifilm-Gruppe akquiriert. Das Internetportal finanzen.ch vermutet den Kaufpreis bei zwischen 2 und 3 Milliarden japanischen Yen; damals umgerechnet zwischen 13 und 19 Mio. Euro.[19] Die Gründer hielten beim Verkauf noch 100 % der Anteile,[20] wovon laut eigener Aussage in einem Interview mit dem Magazin Focus 75 % von Thelen gehalten wurden.[21]
  • Scanbot: Scanbot (doo GmbH) wurde 2011 in Bonn gegründet und erhielt eine Wagniskapital-Finanzierung über zehn Millionen US-Dollar. Unter anderem konnten Lars Hinrichs, Hermann Simon, DuMont Venture und target Partners als Investoren gewonnen werden.[22] Doo sollte als „die Dokumenten-App“ der einzige Ort für alle digitalen Bedürfnisse rund um das Dokument werden. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings,[23] so dass Thelen das Unternehmen neu ausrichten musste.[24] Das neue Produkt (Scanbot) konnte in acht Wochen über 500.000 Nutzer gewinnen.[25] Thelen teilte im Juli 2018 mit, Scanbot habe die Gewinnschwelle erreicht und sei profitabel.[26]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2019 geriet Frank Thelen erstmals in die öffentliche Kritik, nachdem eines seiner Portfolio-Unternehmen aus der TV-Show „Die Höhle der Löwen“, der Herrenmode-Shop „von Floerke“ in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Im Zuge dieser Kampagne gab es eine Reihe an kritischen Berichterstattungen. David Schirrmacher, der Gründer von „von Floerke“ warf Thelen vor, das Unternehmen in der Krise nicht genug unterstützt zu haben und machte diese Vorwürfe in aufsehenerregender Form auf facebook öffentlich. Zudem veröffentlichte er im April 2019 zusammen mit dem Künstler Paul Keys mehrere Diss-Tracks[27] gegen Thelen; dieser versuchte, die Veröffentlichung dieser Songs zu verhindern.[28], konnte diese jedoch nicht durchsetzen.[29]

Im April 2019 kritisierte die Rheinische Post, sein politisches Engagement zur Verfolgung eigener Interessen ausnutze, da in das Innovation Council der Bundesregierung gleich zwei Gründer von Start-Ups, an denen Frank Thelen beteiligt ist, berufen wurden. Frank Thelen sagte hierzu, dass diese lediglich in den Beirat berufen worden wären, da er keine anderen Personen kenne, die die Themen Blockchain und Flugtaxis entsprechend kompetent vertreten können.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Autobiografie: Startup-DNA – Hinfallen, aufstehen, die Welt verändern. Murmann Publishers. 2018. ISBN 3867746117
  • Europa kann es besser: Wie unser Kontinent zu neuer Stärke findet. Ein Weckruf der Wirtschaft. Autorenbeitrag. Hg. Sigmund u. Afhüppe. Herder. 2019. ISBN 9783451393600

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bonner Investor Frank Thelen: Skaten als Lebensphilosophie. In: general-anzeiger-bonn.de. Abgerufen am 19. September 2015.
  2. https://www.wn.de/Startseite/Startseite-Schattenressort/3568298-13.-Skate-aid-night-Gaeste-beim-Charity-Abend-in-Spendenlaune-Titus-Dittmann-begeistert
  3. wired.de: Laut, direkt, no bullshit – das ist Frank Thelen. (vom 15. November 2017)
  4. Database e42. Gründerszene. Abgerufen am 10. November 2014.
  5. e42 GmbH • Handelsregisterauszug | HRB 17348. Abgerufen am 27. April 2017.
  6. Frank Thelens Beteiligungsfirma wird zu Freigeist Capital. In: Wiwo Online. Abgerufen am 14. September 2017.
  7. CEO Frank Thelen benennt e42 in Freigeist um. In: Kress Online. Abgerufen am 14. September 2017.
  8. Warum Angela Merkel die beste Bundeskanzlerin ist und ich kein Parteibuch mehr habe. 29. April 2017, abgerufen am 28. März 2019.
  9. Innovation Council konstituiert sich im Bundeskanzleramt. Abgerufen am 13. Dezember 2018.
  10. Frank Thelen: Frank Thelen – die Autobiografie: Startup-DNA – hinfallen, aufstehen, die Welt verändern. Murmann Publishers, Hamburg 2018, ISBN 978-3-86774-611-3.
  11. DWDL de GmbH: Christoph Schulte-Richtering: Es gibt keine Fernsehhölle. Abgerufen am 25. März 2019.
  12. Murmann Publishers GmbH: Frank Thelen – Die Autobiografie : Startup-DNA – Hinfallen, aufstehen, die Welt verändern. 1. Auflage. Hamburg, ISBN 978-3-86774-611-3, S. 286 (oclc=1053799483 [abgerufen am 25. März 2019]).
  13. Startup-DNA – buchreport. Abgerufen am 14. Oktober 2018.
  14. http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/Merkel-zeichnet-doo-aus-article996859.html
  15. Twisd AG: Mobile-VPN für sichere Einwahl. Abgerufen am 24. März 2019.
  16. Vita – Frank Thelen (Founder, Investor, Geek). (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 28. April 2017; abgerufen am 27. April 2017.
  17. Handelsregister Bonn HRB 9862
  18. Öffentliche Bekanntmachung RegisSTAR. Abgerufen am 25. März 2019.
  19. https://www.finanzen.ch/nachrichten/aktien/fujifilm-uebernimmt-ip-labs-149454
  20. Fujifilm Pressrelease. Archiviert vom Original am 11. November 2014. Abgerufen am 10. November 2014.
  21. Cynthia Castritius: Startup-Investor Frank Thelen: Woher haben die Investoren ihr Geld? In: Focus Online. 23. September 2014, abgerufen am 14. Oktober 2018.
  22. Frank Thelen on doo. TechCrunch TV. Archiviert vom Original am 21. Juni 2012. Abgerufen am 10. November 2014.
  23. Endstation Papierkorb: Dokumenten-App Doo macht Schluss. In: t3n.de, abgerufen am 31. Oktober 2017
  24. doo launches Scanbot. Abgerufen am 10. November 2014.
  25. Scanbot 8 weeks. Abgerufen am 10. November 2014.
  26. t3n.de: Scanbot-Erfinder Frank Thelen kündigt den nächsten Millionen-Exit an. (10. Juli 2018)
  27. Lying Franky (The Frank Thelen Song). Abgerufen am 17. April 2019.
  28. https://www.facebook.com/vonfloerke/photos/a.401332643352442/1293581257460905/
  29. https://www.facebook.com/vonfloerke/posts/1298812266937804