Franken (Weinanbaugebiet)

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Daten
Weinbaugebiet: Franken
Land: Bayern
Weinanbau seit: 8. Jahrhundert
Fläche: 6.253 ha (2017)[1]
Weinproduktion/Jahr: 350.000 Hektoliter[2]
Weinkönigin 2018/2019: Klara Zehnder aus Randersacker
Website: Weinanbaugebiet Franken
Deutsche Weinbaugebiete
Deutsche Weinbaugebiete
Das Herz Weinfrankens:
Die Volkacher Mainschleife, am Horizont der Steigerwald

Das Weinbaugebiet Franken, auch Fränkisches Weinland oder Weinfranken genannt, ist nahezu identisch mit Mainfranken und liegt im Nordwesten der Region Franken. Mit etwa 6250 ha Anbaufläche (2017) ist es eine mittelgroßes Weinbaugebiet Deutschlands.[3] Der Anteil an Rotwein im einstmals klassischen Weißweingebiet nahm in jüngerer Zeit stark zu und beträgt heute etwa 19 % der Rebflächen. Das Weinanbaugebiet Franken liegt ausschließlich in Bayern. Der weitaus größte Teil der Rebflächen befindet sich in Unterfranken, weitere Anteile hat Mittelfranken und ein kleiner Bereich gehört zu Oberfranken.

Unter den deutschen Weingebieten besitzt Franken eine Ausnahmestellung, mit der Leitsorte Silvaner, meist recht trockenem Ausbau des Weins und entsprechend anderen Geschmacksbezeichnungen (fränkisch trocken statt deutsch trocken) und dem äußerlich auffälligsten Merkmal, dem Bocksbeutel als Flasche. Der Bereich am Steigerwald, mit seinen Gipskeuperböden und Kontinentalklima, gilt als ein herausragendes Weißweingebiet Deutschlands. Die Weinberge sind unterschiedlich und abwechslungsreich strukturiert. Das fränkische Weinland bildet eine in Deutschland außergewöhnliche Wein-Kulturlandschaft, mit weit verbreiteter, regional geprägter Gastronomie, jenseits vom Massentourismus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weinbau in Franken geht bis in das 8. Jahrhundert zurück. Dies belegt eine Schenkungsurkunde von Karl dem Großen aus dem Jahr 777 für Hammelburg und 779 für Würzburg.[4] Vor allem Klöster bauten damals Reben zur Herstellung von Messwein an.

Ältester Weinort Frankens Hammelburg, urkundl. 777 erwähnt

Im Kitzinger Weingesetz von 1482 wurde der weitverbreiteten Weinpanscherei ein Riegel vorgeschoben. Das am 29. September des gleichen Jahres beschlossene Gesetz legte fest, was im Wein enthalten sein durfte und was nicht. Zuwiderhandlungen wurden bestraft. Das 1. Fränkische Weingesetz galt seinerzeit vom Bodensee bis Sachsen.

Im Mittelalter wuchs die Anbaufläche auf fast 40.000 ha.[5] Franken war damals das größte Anbaugebiet des Heiligen Römischen Reiches nördlich der Alpen. Die Weinanbaufläche übertraf die der Mosel und der links- oder rechtsrheinischen Gebiete bei weitem.[6] Die Rebfläche Frankens schrumpfte jedoch im Laufe der Zeit, unter anderem in Folge der Reblaus insbesondere im Schweinfurter Raum, bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts auf insgesamt nur noch etwas über 2.000 ha. So hatte 1887 Würzburg 455 ha Rebfläche aber 1917 nur noch 177 ha (2003: 190 ha, 2017: 235 ha[7]). Schweinfurt hatte 1802 etwa 320 ha Rebfläche,[8] die in den 1970er Jahren nahezu vollständig verschwand (2017: 3,5 ha).[7]

Weinstadt Gemünden im 17. Jh. Weinstadt Schweinfurt im Jahre 1847
Weinstadt Gemünden im 17. Jh.
Weinstadt Schweinfurt im Jahre 1847

Nach dem Krieg begann 1960 die Wiederbelebung des fränkischen Weinbaus, mit Beratung der Winzer, Gründung von Wein-Genossenschaften und ersten, sanfteren Flurbereinigungen der Weinberge. Franken war mittlerweile zu einem kleinen Weißweinanbaugebiet geworden, mit knappen Angebot und unvergleichlicher Qualität, die anfangs überregional kaum bekannt war. Bis schließlich in den 1970er Jahren die Weinkeller leergekauft wurden und die Preise explodierten. Was eine enorme Erweiterung der Rebflächen (bis heute eine Verdreifachung) zur Folge hatte, die nur auf historischen Weinlagen gestattet wurde. Was vollkommen gegen den allgemeinen Trend in Deutschland wie weltweit verlief, wo die Rebflächen entweder stagnierten oder leicht zurückgingen. Ein weiterer Beleg für die Ausnahmestellung Frankens, das nun, teilweise jedoch auf Kosten der Qualität, zu einem mittelgroßen deutschen Weinbaugebiet heranwuchs. Schätzten bis dahin nur Insider den außerhalb Frankens kaum erhaltbaren Wein, wird er seitdem, wie Weine aus den anderen Anbaugebieten, bundesweit angeboten. Die Gebiets-Winzergenossenschaft Franken (GWF) kam wegen Massenproduktion in Kritik.[9] Man musste sich fortan bis heute, wie überall anderswo, um Weinvermarktung kümmern, was einst nicht nötig war (siehe auch: Neues Franken). Schließlich bekam der Frankenwein sogar ein Imageproblem, was in den Nachkriegsjahrzehnten unvorstellbar gewesen wäre.[10]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Weinanbaugebiet Franken gibt es heute 6.253 ha (2017)[7] bestockte Rebflächen. Aus einem bis in die 1970er Jahre kleinen Anbaugebiet wurde das sechstgrößte Weingebiet Deutschlands.

Südlichster Weinort Frankens: Tauberzell

Auf der Nordhalbkugel liegt die Anbauzone für Wein etwa zwischen dem 30. (20-°C-Isotherme der Jahresdurchschnittstemperatur) und 50. Breitengrad (10-°C-Isotherme). Der weitaus größte Teil des Fränkischen Weinlandes liegt südlich des 50. Breitengrads, der der Mainlinie entspricht. Nur ein kleiner Teil, hauptsächlich die Region um die Fränkische Saale, liegt nördlich davon. Zudem liegt die Jahresdurchschnittstemperatur in Weinfranken bei etwa 9 °C. Franken galt deshalb bisher als Weingebiet im kritischen Bereich, etwa an der Anbaugrenze, die sich neuerdings durch die Klimaerwärmung weiter nach Norden verschiebt. Wegen der bisher oft strengen Winter und der Möglichkeit von Spätfrösten beschränkt sich das bewirtschaftete Gebiet auf geschützte Lagen entlang des Mains, seiner Seitentäler, insbesondere Fränkischer Saale, Wern und Tauber und auf den Steigerwaldtrauf am Westende des Steigerwalds.

Die drei Landkreise mit den größten Rebflächen sind der Landkreis Kitzingen, der Weinlandkreis mit der historischen Weinhandelsstadt Kitzingen, der Landkreis Würzburg, in Veitshöchheim mit der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau und der Landkreis Schweinfurt, mit seiner Weinregion zwischen Main im Norden und Steigerwald im Süden. Die beiden Oberzentren Bamberg im Osten, mit dem Weinberg Camerathen am Kloster Michelsberg und Aschaffenburg im Westen, bilden die Endpunkte Weinfrankens, mit jeweils allerdings nur etwa 1 ha Rebfläche.[7] Die Weinmetropole Würzburg liegt genau in der Mitte dazwischen, in einem auffallend klar strukturierten Weinanbaugebiet (siehe: Karte Weinbaubereiche). Nördlichster uns südlichster Weinbauort Frankens sind zwei kleine Ortschaften, die beide zum Bereich Maindreieck gehören. Nördlichster Ort ist das an Bad Kissingen angrenzende Wirmsthal, das mit den benachbarten Weinorten Ramsthal und Sulzthal eine kleine, relativ isolierte Weinregion in tief eingeschnittenen Seitentälern der Fränkischen Saale in der Vorrhön bildet, die der Großlage Burg (Hammelburg) zugeordnet wurde. Südlichster Weinort ist das großlagenfreie Tauberzell in Mittelfranken, wo seit 700 Jahren Weinbau betrieben wird, zugleich einziger Weinbauort im Landkreis Ansbach. Ein kleiner Weinberg mit nur 0,9 ha[7] liegt noch weiter südlich im selben Landkreis, in Rothenburg ob der Tauber, dass man deshalb aber nicht mehr als Weinort bezeichnen kann.

Der Bocksbeutel als typisches Kennzeichen des Frankenweins markiert nicht überall genau die Grenzen des Weingebiets. Er darf darüber hinaus auch in zwei kleinen Bereichen im Weinanbaugebiet Baden verwendet werden (siehe: Bocksbeutel).

Geologie und Böden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prallhang südlich von Karlstadt
mit Muschelkalk

Vor etwa 240 Millionen Jahren bedeckte das Triasmeer Mainfranken, das durch Spessart und Odenwald aufgestaut wurde. Bis schließlich der Main allmählich sein Tal in Form des Mainvierecks eingrub, als Abfluss des Meers. Die letzten Spuren des Meeres stammen aus der Zeit vor etwa 180 Millionen Jahren. In den dazwischenliegenden 60 Millionen Jahren lagerte es drei Erdschichten ab, die den Hauptnährboden des Frankenweins bilden: Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper. Wobei im bunten Keuperboden alle Varianten von Tiefsee über Flachmeer bis Festland mit Flachwasserzonen vertreten sind.

Infolge der Bodenbeschaffenheit entstehen sehr mineralstoffhaltige Weine mit würzigem Geschmack. Der Mineralstoffgehalt der Weine spielt deshalb – anders als in allen anderen Anbaugebieten – bei der Qualitätsprüfung ebenfalls eine Rolle.

Die Gesteine im Fränkischen Weinland werden auch durch Steinbrüche und für die Herstellung von Zement in Karlstadt und für ein Gipswerk in Iphofen genutzt.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winter am Schwanberg

Im Bereich östlich des Spessarts, also dem weitaus größten Teil des Weinanbaugebietes, herrscht bereits ein Klima das beim Kontinentalitätsgrad im Übergangsbereich zwischen Seeklima und Kontinentalklima liegt. Dies trägt neben der Bodenbeschaffenheit zum typischen, kräftigen Geschmack des Frankenweins bei.

Der größte Bereich des Weingebietes liegt in den Mainfränkischen Platten. Bis in die 1960er Jahre waren hier Fröste bis Minus 20 °C keine Seltenheit, heute noch etwa bis Minus 15 °C. Es werden deshalb bei Spätfrösten unterschiedlichste Maßnahmen zur Beheizung von Weinbergen ergriffen. Die oben erwähnte Veitshöchheimer Landesanstalt macht hierzu seit Jahren umfangreiche Versuche.[11] Während die Sommer mitunter sehr heiß und trocken sein können. Im Hitzesommer 2015 wurde in Kitzingen am 5. Juli und 7. August mit 40,3 °C die höchste jemals in Deutschland gemessene Temperatur erreicht.[12] Gerolzhofen war im selben Jahr der trockenste Ort Deutschlands,[13]

  • Frostfreie Vegetationszeit: 160 – 190 Tage;[1]
  • Sonnenscheindauer: 1600 bis 1750 Stunden;[1]
  • Jahrestemperatur: 8,5 – 9,0 °C;[1] (mit ansteigenden Trend)
  • Niederschlagsmenge: 500 – 600 l/m².[1]

Rebflächen in Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinbaugebiet Franken nur in den drei fränkischen Regierungsbezirken.
Baierwein im rot gefärbten Bereich

Früher wurde in Bayern im größeren Maße auch an der Donau Weinbau betrieben und ferner an Altmühl, Isar und Salzach. Heute gibt es außer den nachfolgend drei aufgeführten Gebieten nennenswerte Kleinflächen nur noch auf 500 m ü. NN in Thurmansbang, im südlichen Bayerischen Wald.

Weinregion in Bayern Rebfläche
Hektar (2017)[1]
Zugehörigkeit Qualitätsstufe
Anbaugebiet Franken 6.253 Selbständiges Gebiet Qualitätsweingebiet
Bereich Bayerischer Bodensee 68 Anbaugebiet Württemberg Qualitätsweingebiet
Landweingebiet Regensburg 5 Selbständiges Gebiet Landweingebiet
Kleinflächen 7 keine keine
Gesamtrebfläche 6.333

Das Landweingebiet Regensburg und die restlichen Kleinflächen Bayerns werden auch im Überbegriff Baierwein zusammengefasst, als Weinbau in Altbayern (Baiern), außerhalb Frankens.

Frankenwein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charakteristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Unterschied zu anderen deutschen Weingebieten ist traditionell Wein in Franken, so wie in Frankreich, vor allem Essensbegleiter. Typischer Frankenwein ist trocken, leicht zu trinken[14] und harmoniert mit nahezu sämtlichen Gerichten, von der regionalen Häckerbrotzeit über Fisch- und Fleischgerichte, bis hin zu fränkischen Rostbratwürsten mit Sauerkraut. Letzters eine Kombination, die auch im Elsass üblich ist. Dem gegenüber setzt heutiges, fränkisches Weinmarketing auch auf den Sommerwein (siehe: Neues Franken).

Aus der typischen Rebsorte Silvaner werden neutral-fruchtige, erdige Weine erzeugt. Weshalb neben trockenen Weinen auch der erdige Geschmack ein typisches, traditionelles Kennzeichen des Frankenweins ist. Die Dominanz des weniger ertragreichen und „schwierigen“ Silvaners ging allerdings schon vor Jahrzehnten zugunsten des Massenträgers Müller-Thurgau zurück, der zeitweise über die Hälfte der Rebfläche einnahm.[6]

Weine aus Franken werden häufig recht trocken ausgebaut. Auch hier zeigt sich die Ausnahmestellung des Frankenweins. Fränkisch trockene Weine (der Begriff ist bezeichnungsrechtlich nicht zulässig) enthalten maximal vier Gramm pro Liter Restzucker (deutsch trocken maximal neun Gramm pro Liter). Jährlich werden 12.000 bis 14.000 Frankenweine amtlich geprüft, der Anteil der fränkisch trockenen Weine liegt bei 25 %. Viele Weingüter stellen aber auch international trockene Weine aus Rebsorten wie Riesling, Weißburgunder oder Grauburgunder her.

Fränkischer Karpfen und Weißwein

Traditionell spielt die Lage für den Frankenwein eine ebenso große Rolle wie der Winzer. Da die Lageangaben für Laien außerhalb Frankens aber nur wenig aussagekräftig sind, wurde in letzter Zeit versucht, den Wein auch unter bestimmten Markennamen zu verkaufen. Ein Beispiel hierfür ist der Tilman der Winzergemeinschaft Franken (GWF). Dahinter verbergen sich unterschiedliche Weine und Schaumweine aus unterschiedlichen Lagen, teilweise auch von unterschiedlichen Rebsorten.

Die Trinkreife fränkischer Weine ist sehr unterschiedlich. Einfache Qualitätsweine und Kabinettweine sollten möglichst früh getrunken werden, da bei ihnen mit der Zeit die Säure abnimmt und die für Frankengewächse typische Frische verloren geht. Gute trockene Spätlesen, restsüße Weine und hochwertige Rotweine (z. B. aus dem Barriquefass) sollten frühestens ein bis zwei Jahre nach der Abfüllung geöffnet werden (viele kommen ohnehin erst nach einem Jahr in den Verkauf) und können bei ordentlicher Lagerung auch nach mehr als zehn Jahren noch hervorragend schmecken. Edelsüße Weine, vor allem aus den Rebsorten Silvaner, Riesling, Rieslaner und Scheurebe, können bei sehr guten Jahrgängen Jahrzehnte überdauern.

Bocksbeutel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bocksbeutel Neuer Bocksbeutel
Bocksbeutel
Neuer Bocksbeutel

Der Bocksbeutel ist die typische und bekannte Flaschenform für qualitativ höherwertige Frankenweine, zudem ist er in Portugal gebräuchlich. Etwa 30 % aller Weine aus Franken werden in diese Flasche gefüllt. Der Glaskörper ist flach und bauchig und besitzt nur einen kurzen Hals. Die Herkunft des Namens ist nicht abschließend geklärt; als wahrscheinlich gilt, dass die Ähnlichkeit der Flaschenform mit dem Hodensack des Ziegenbocks eine Rolle spielt. Weitere Herleitungen gehen von Bauch-Buddel oder Buch-Beutel aus. Eine andere Interpretation führt die Form auf eine Weiterentwicklung der typischen Feldflaschen zurück.[4]

Das Etikett gibt den Namen des Erzeugers oder Händlers an. Ein verliehenes oder auch selbst konstruiertes Wappen gehört zum typischen Design. Die amtliche Prüfnummer gibt Aufschluss über den Händler und das Jahr der Abfüllung. Weiter sind die Lage, die Rebsorte und der Rang des Weines dargelegt.[4]

Seit 1989 ist der Bocksbeutel in der EU geschützt und darf nur noch für fränkische Weine verwendet werden. Ausnahmen bilden lediglich die Region Tauberfranken im Weinanbaugebiet Baden, das Rebland Baden-Baden mit den Bocksbeutelortschaften Steinbach (einschließlich Ortsteil Umweg), Varnhalt und Neuweier. Zudem darf in Portugal eine Flasche mit ähnlicher Form verwendet werden.

Ende 2015 stellte der Fränkische Weinbauverband den neu gestalteten Bocksbeutel PS von Designer Peter Schmidt vor, der die bisherigen Flaschen langfristig ablösen soll. Die flache, bauchige Form blieb erhalten, die Kanten aber wurden eckiger.

Rebsorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutschen Weinbaugebiete werden meist vom Riesling dominiert (22 %), aber nicht Franken, das auch hier eine Ausnahme bildet. Ursprünglich war der Silvaner die wichtigste Rebsorte Frankens und galt als typischer Frankenwein. Die erste Pflanzung in Franken kann urkundlich für das Jahr 1659 belegt werden (siehe: Steigerwald). Um angesichts der klimatischen Schwierigkeiten bessere Erträge zu erreichen, wurden im 20. Jahrhundert große Flächen mit Müller-Thurgau bestockt – die Rebsorte feierte 2013 hundertjähriges Bestehen in Franken. Obwohl immer noch die häufigste Sorte, ist der Anteil insgesamt seit einigen Jahren wieder rückläufig.

Weitere traditionelle Rebsorten sind Kerner und Scheurebe. Der Kerner ist dem Silvaner ähnlich und Widerstandsfähig gegen die mitunter strengen Winterfröste Frankens. Die Scheurebe verträgt gut Trockenheit und kalkhaltigen Boden, was beides weithin für Franken zutrifft.

Fränkischer Silvaner Ehem. Botanisches Institut der Universität Würzburg, wo Hermann Müller-Thurgau 1874 promovierte
Fränkischer Silvaner
Ehem. Botanisches Institut der Universität Würzburg, wo Hermann Müller-Thurgau 1874 promovierte
Führende Rebsorten im Franken (Stand 2016)
Rang Sorte Farbe Flächen-
anteil (%)
1 Müller-Thurgau weiß 26,4
2 Silvaner weiß 23,8
3 Bacchus weiß 12,0
4 Riesling weiß 5,4
5 Domina rot 5,3
6 Spätburgunder rot 4,4
7 Kerner weiß 3,1
8 Weißer Burgunder weiß 2,8
9 Dornfelder rot 2,4
10 Scheurebe weiß 2,4
11 Regent rot 2,2
12 Schwarzriesling rot 1,2
13 Portugieser rot 0,9
14 Acolon rot 0,8

Rotwein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großheubach im Rotweingebiet

In Folge der Klimaerwärmung wird heute weit mehr Rotwein als früher angepflanzt,[15] bereits 19 % der fränkischen Rebfläche des einstigen, typischen Weißweingebietes.

Der westliche Rand des Mainvierecks ist das einzige traditionelle fränkische Rotweingebiet. Neuerdings wird, auch in Folge der Klimaerwärmung, in anderen Teilen Weinfrankens Rotwein angebaut. Wobei insbesondere der Spätburgunder eine hervorragender Qualität besitzt, die teilweise an französische Spitzenweine reicht.

„Seit Jahren werden auf den Buntsandsteinböden sowie den Verwitterungsböden des Urgesteins vor allem Früh- und Spätburgunder von oft hoher Qualität angebaut. Als beste Lagen gelten der Centgrafenberg in Bürgstadt und der Schlossberg in Klingenberg am Main. Die dort produzierten Rotweine können sich mit nationalen und internationalen Burgundern messen.“[16]

Im Westen des Mainvierecks waren die klimatischen und geologischen Bedingungen von alters her besonders geeignet für den Anbau von Rotwein. Auf den hier vorhandenen Buntsandsteinböden werden deshalb seit Jahren vor allem Frühburgunder und Spätburgunder angebaut. Als beste Lagen gelten der Centgrafenberg in Bürgstadt und der Schlossberg in Klingenberg am Main. Das fränkische Rotwein-Anbaugebiet zwischen Großwallstadt und Bürgstadt ist seit dem Jahre 1990 durch den rund 55 km langen Fränkischen Rotweinwanderweg touristisch erschlossen.

Sekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Ende des 20. Jahrhunderts wurde vereinzelt, insbesondere von der Sektkellerei J. Oppmann in Würzburg, fränkischer Sekt hergestellt und seitdem verbreiteter. Vom einfachen Secco bis zum Sekt in traditioneller Flaschengärung, nach dem handgerüttelten Champagnerverfahren. Mit der Geschmacksstufe brut (sehr trocken, 6 bis 12 g/l Restzucker) und extra brut (0 bis 6 g/l Restzucker). Als Rebsorte dient insbesondere Silvaner oder beispielsweise auch Kerner. Hervorzuheben ist hier Castell (Fürstlich Castell’sches Domänenamt) und Escherndorf (Weingut Horst Sauer) sowie die drei großen Würzburger Weingüter (siehe: Bekannte Weingüter). Ferner beispielsweise Sulzfeld am Main (Weingut Bernard), Schweinfurt (Weingut Dahms) oder Randersacker (Weingut Brand).

Durch die Klimaerwärmung ist in Deutschland zunehmend Weinbau wie in Frankreich möglich, wovon neben dem Anbau von Rotwein auch die Erzeugung von Sekt profitiert.[15] Während Frankreich Probleme bekommt, weshalb Fachleute glauben, dass Franken die Nachfolge-Region der Champagne werde.

Weingüter, Winzer und Genossenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fürstliches Schloss in Castell Staatliche Hofkellerei in Würzburg
Fürstliches Schloss in Castell
Staatliche Hofkellerei in Würzburg

Bekannte Spitzenweingüter sind das Weingut Horst Sauer in Escherndorf, das in der London International Wine and Spirit Competition 2004 die Auszeichnung Bester Weißweinproduzent weltweit erhielt und das Fürstlich Castell’sches Domänenamt in Castell. Drei der größten deutschen Weingüter befinden sich in Würzburg. Das kleinste unter ihnen, das berühmte Bürgerspital, das zweitgrößte deutsche Weingut Juliusspital und das drittgrößte, der Staatliche Hofkeller, der allerdings über Jahrzehnte in Kritik stand.[10] (Bild Weinkeller: siehe Frankenwein)

Den größeren Teil der Rebfläche bewirtschaften Selbstvermarkter, die die Vinifizierung im eigenen Betrieb mit eigener Kellertechnik durchführen und die Weine selbst vermarkten.[5] In Franken gibt es viele Kleinstwinzer. 2916 Betriebe hatten sich zu Genossenschaften zusammengeschlossen, da die Investitionen für Kellertechnik und Vermarktung in dieser Größe nur im Verbund zu bewältigen sind.[5] Die größte Genossenschaft ist die Winzergemeinschaft Franken (kurz GWF) mit etwa 1400 ha Rebfläche.

Weinbaubereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Weinbaugebiet Franken wurde in drei Weinbaubereiche unterteilt, mit unterschiedlichen Bodenformationen. Der Verlauf des Mains bildet unmittelbar hintereinander zwei klare geometrische Figuren, was zumindest bei bekannteren Flüssen einmalig in der Welt ist. Von West nach Ost (mainaufwärts) sind das der Bereich Mainviereck mit Buntsandstein, der Bereich Maindreieck mit Muschelkalk und der Bereich Steigerwald mit Keuper.

Weinbaugebiet Franken, am Mittellauf des Mains, mit den drei Bereichen (von West nach Ost):
Mainviereck (rot/Buntsandstein), Maindreieck (gelb/Muschelkalk), Steigerwald (violett/Keuper)

Mainviereck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bereich Mainviereck (Buntsandstein) ist nach der geografischen Bezeichnung Mainviereck benannt, das den Naturpark Spessart umgibt. Die weiter westlich am Main gelegenen Weinberge jenseits der bayerischen Grenze, in Hessen, wie beispielsweise im Osten Frankfurts, gehören zum Weingebiet Rheingau. Die Weinberge entlang des Mains liegen weit verteilt und sind oft sehr klein, sodass nur wenig Wein produziert wird, der meist das Anbaugebiet nicht verlässt. Der Weinbau konzentriert sich auf die Westseite des Mainvierecks, während er auf der Südseite und dem südlichsten Bereich der Ostseite nur vereinzelt zu finden ist. Der übrige, weitaus größte Teil der Ostseite des Vierecks ist frei vom Weinbau. Dadurch wird der Bereich Mainviereck klar von den beiden großen Bereichen Maindreieck und Steigerwald abgetrennt, in denen man allgemein wenig Kenntnisse vom relativ fernen Bereich Mainviereck besitzt.

Die Westseite des Mainvierecks ist die einzige Region Frankens mit längerer Rotwein-Tradition (siehe: Rotwein). Der nördlichste Weinort des Bereichs Mainviereck ist das zu Alzenau gehörende Michelbach, es ist aber nicht der nördlichste Weinort Frankens (siehe: Überblick). Aschaffenburg besitzt nur drei kleine Einzellagen, die keiner Großlage angehören. Erste, größere Weinberge beginnen erst 20 km südlich von Aschaffenburg, in Erlenbach am Main. Wichtige Weinorte sind zudem Bürgstadt, Großheubach und Klingenberg (siehe: Rotwein). An der Südostecke des Mainvierecks liegt Homburg am Main mit der bekannten Weinlage Kallmuth. In Erlenbach am Main begann 1954 die Flurbereinigung der Weinberge Frankens.[17] (Siehe auch: Flurbereinigung der Weinberge).

Nahe am Bereich Mainviereck befinden sich zwei Weinbaubereiche, die jedoch nicht mehr zum Weingebiet Franken gezählt werden. Unweit westlich des Mainvierecks liegt die Odenwälder Weininsel (siehe: Umstadt). Und beim bayerischen Kreuzwertheim, das am nördlichen Mainufer liegt, stößt das Mainviereck an die badische Region Tauberfranken, die am südlichen Mainufer in Wertheim beginnt (siehe: Tauberfranken).

Maindreieck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bereich Maindreieck ist nach der geografischen Bezeichnung, dem Maindreieck benannt, das in der Mitte des Mains liegt. Auf seinen Muschelkalkböden wird, teilweise im Steillagenweinbau, insbesondere Silvaner angebaut, inzwischen auch Rotweine (siehe: Rotwein). Das Maindreieck bildet den Kernraum des Fränkischen Weinbaugebietes, mit seinen Schwerpunkten um Würzburg und der Volkacher Mainschleife (Foto: siehe Artikelanfang). Entlang des Mains reicht dieser Bereich von Gemünden bis Mainberg kurz hinter Schweinfurt. Dazu kommen die Seitentäler des Mains, insbesondere Fränkische Saale und Wern, einschließlich Umgebung.

Maindreieck vom Satelliten Weintraube
Maindreieck vom Satelliten
Weintraube

In Veröffentlichungen wird öfters erwähnt, dass das Maindreieck zusammen mit Saale und Wern einer Weintraube ähnelt (siehe auch obere Karte).

„Wie um das Weinland Franken für alle Zeiten als solches in der Geographie festzuschreiben, ergab es sich hierbei, daß das Maindreieck zusammen mit der Fränkischen Saale und dem Oberlauf der Wern die deutliche Form einer Weintraube in die Landkarte zeichneten.“[17]

Der Beginn des Maindreiecks, um Karlstadt, wird landschaftlich von Muschelkalk geprägt, mit zwischen Felsen gelegenen kleineren Weinbergen, die der Weinbergs-Flurbereinigung entgingen. Teilweise mit außergewöhnlichen Fischgrätenweinbergen, mit diagonalen, gegenläufigen Naturstein-Stützmauern. Am westlichen Arm des Maindreiecks liegt der Würzburger Talkessel. Einstmals gab es im Stadtgebiet bis zu über 160 Einzellagen. Heute sind es noch sieben, die zur Großlage Marienberg gehören (siehe: Einführung der Großlagen). Der Würzburger Stein ist seit Jahrhunderten bekannt. Er war der Lieblingswein Goethes (kein anderer will mir schmecken), der enorme Mengen Wein, bevorzugt aus Franken, trank. Allein 1821 ließ er sich 700 Liter von einer Schweinfurter Weinhandlung liefern.[8] Am östlichen Arm des Maindreiecks bildet die Weininsel in der Volkacher Mainschleife mit rund 750 ha die größte zusammenhängende Rebfläche Frankens und stellt damit 12 % der gesamten Fläche des Weingebiets. Allein rund 450 ha fallen hiervon auf die größte Weinbaugemeinde des Weingebiets Franken, Nordheim am Main. Auf der Insel, mit ausgeglicheren Verhältnissen als in anderen Bereichen Frankens, gibt es auch äußerst ungewöhnliche Weinbergen in Nordlage, aufgrund des besonderen Mikroklimas.

Wichtige Weinorte des Bereichs Maindreieck, mit zum Teil bekannten Einzellagen, sind mainaufwärts unter anderem: Thüngersheim (Scharlachberg), Würzburg (Stein und Innere Leiste), Randersacker (Ewig Leben), Eibelstadt, Sommerhausen, Frickenhausen am Main, Sulzfeld am Main, Dettelbach, Sommerach (Katzenkopf), Nordheim (Kreuzberg und Vögelein), Escherndorf (Lump), Astheim (Karthäuser), Volkach (Ratsherr), Fahr am Main, Obereisenheim (Höll), Stammheim und Wipfeld (Zehntgraf). Zudem sind an der Fränkischen Saale der älteste Weinorts Frankens Hammelburg und an der Wern Stetten wichtige Weinbauorte.

Tauber

An der Tauber gehören die in Baden-Württemberg liegenden Weinorte zum Weinanbaugebiet Baden (siehe: Tauberfranken). Zum Weingebiet Franken gehören die Weinorte Röttingen, Tauberrettersheim sowie Tauberzell (siehe: Überblick, Text und Bild). Sie sind vor allem durch das milde Klima im Taubertal und durch die Einzellage Röttinger Feuerstein gekennzeichnet, durch die sich Feuersteinadern ziehen. Eine Besonderheit dieser Region ist die Rebsorte Tauberschwarz.

Steigerwald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steigerwaldtrauf am Schwanberg Castell, mit Turmhügel Altcastell
Steigerwaldtrauf am Schwanberg
Castell, mit Turmhügel Altcastell

Der Bereich Steigerwald (Keuper) umfasst in der Hauptsache den in Abwicklung ca. 90 km langen Steigerwaldtrauf, der im Westen zu den Mainfränkischen Platten mit dem Maindreieck abfällt. Der Steigerwaldtrauf liegt zwischen dem Main bei Zeil im Norden und der Windsheimer Bucht im Süden und gehört größtenteils zu Unterfranken. Zudem umfasst der Bereich Steigerwald die nördlich des Mains gelegenen, südlichen Abhänge der Haßberge, zwischen Zeil und Bamberg, die im östlichen Bereich zu Oberfranken gehören und den nordwestlichen Bereich der Frankenhöhe in Mittelfranken. Die drei Mittelgebirge sind Teil des Keuperberglands.

Gipskeuper am Schwanberg

Speziell im Gebiet der Gipskeuperböden um den Schwanberg am Steigerwald, wo sich in Iphofen der Hauptsitz der Knauf Gruppe mit einem Gipswerk befindet, werden ebenfalls sehr mineralstoffreiche Weine, vor allem Silvaner, produziert. Weinkritiker behaupten, dass die Bereiche Maindreieck und Steigerwald die einzigen Gebiete Deutschlands seien, in dem der Silvaner bessere Ergebnisse hervorbringe als der Riesling. Die bedeutendsten Weinorte sind Iphofen (Julius-Echter-Berg), Rödelsee (Küchenmeister) und Castell (Schlossberg). Weitere bekannte Weinbaugemeinden sind, ebenfalls von Süd nach Nord: Ippesheim, Abtswind, Handthal (Stollberg), Zell am Ebersberg und Zeil am Main.

In Castell wurde wahrscheinlich der erste Silvaner Frankens gepflanzt. In einer Urkunde ist der Verkauf von 25 Österreicher Fechser – ein Synonym für den Silvaner – belegt. In dem Schriftstück wird die Übergabe der Fechser am 5. April 1659 vom Wirt und Gerber Georg Krauß in Obereisenheim, damals gehörig zur Grafschaft Castell, an einen Casteller Amtsboten beschrieben. Ebenso ist erwähnt, dass die Fechser am darauffolgenden Tag, dem Mittwoch nach Ostern, in Castell gepflanzt wurden. Dieser älteste schriftliche Nachweis des Silvaners in Franken liegt im Casteller Archiv.

Außerhalb des Weingebietes Franken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 13 deutschen Qualitätswein-Anbaugebiete richten sich in ihren Außengrenzen, außer beispielsweise am Bodensee (siehe: Rebflächen in Bayern) vorrangig nicht nach der Weingeografie, sondern nach den politischen Grenzen der Bundesländer. Deshalb wurden zwei Bereiche, die weingeografisch mit dem Weinanbaugebiet Franken eine Einheit bilden, aber jenseits der bayerischen Grenze liegen, anderen Weinanbaugebieten zugeteilt. Im ersten nachfolgend beschriebenen Bereich darf trotzdem der Bocksbeutel verwendet werden, im zweiten trotz örtlicher Bemühungen nicht.

Tauberfranken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bereich Tauberfranken
Wertheim von Merian (1656) mit Weinbergen. Heute: Weingebiet Baden rechts des Mains und Franken links

Das zusammenhängende Weinland im Tal der Tauber wurde entsprechend der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg dem Weinanbaugebiet Franken, Bereich Maindreieck (siehe: Maindreieck, Tauber) und dem Weinanbaugebiet Baden zugeteilt.

Zu Baden gehört der eigenständige Bereich Tauberfranken, in dem auch der Wein in Bocksbeuteln abgefüllt werden darf (siehe: Bocksbeutel). Am bekanntesten ist Beckstein und seine Einzellage Tauberklinge, die in Bocksbeuteln als Massenwein bundesweit angeboten wird.

Umstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bereich Umstadt

Unweit westlich des Bereichs Mainviereck, nur 8 km hinter der bayerischen Grenze, liegt am Nordrand des Odenwalds die sogenannte Odenwälder Weininsel um Groß-Umstadt. Sie wurde dem Weingebiet Hessische Bergstraße zugeteilt und bildet wegen ihrer isolierten, wie auch artfremden Lage, den eigens geschaffenen Bereich Umstadt, mit 72 ha (2014) Rebfläche. Der Wein hat fränkischen Charakter. „Der Wein an der Bergstraße schmeckt anders […] Wenn wir keine Hessen wären, wären wir Franken“.[14] Es gab vergebliche örtliche Bemühungen, diesen Bereich dem Weingebiet Franken zuzuordnen.

Wein und Lebensart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Anbau von Wein hat auch die mainfränkische Lebensart mitgeprägt. Anders als in vielen anderen deutschen Regionen ist Wein hier ein Volksgetränk. Verständnis für Wein und dazugehörige Lebensart sind deshalb auf volkstümliche Art seit langem verbreitet, im Gegensatz zum übrigen Deutschland, wo dies oft elitäre Züge trägt. In der Nachkriegszeit war in Franken der für den deutschen Geschmack aufgesüßte Massenwein verpönt und trockene Weine und Qualität bereits beliebt, lange bevor diese Entwicklung auch in anderen deutschen Weinbaugebieten im größerem Maße Einzug hielt.

Weinfeste und Gastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Weinfeste finden in nahezu jedem Weinbauort ein- oder mehrmals im Jahr statt. Das größte dieser Feste ist das Fränkische Weinfest in Volkach, auf einem Burgberg findet zweimal jährlich das Weinfest auf der Peterstirn in Schweinfurt statt.

Beliebt sind auch die Häcker- oder Heckenwirtschaften (in anderen Anbaugebieten Strauß- oder Besenwirtschaft genannt). In diesen dürfen Winzer ihren eigenen Wein sowie kleinere Speisen verkaufen. Im Sommer wird dort Wein ausgeschenkt, im Frühherbst überwiegend frischer Bremser (Federweißer).

Viele Wein-Gasthöfe befinden sich in historischen Gebäuden, wie den Zehnthöfen, auch Zehntkeller genannt, so in Iphofen oder Nordheim (derzeit, 2018 geschlossen). Ferner in historischen Altersheimen, den Spitälern, wie Bürgerspital und Juliusspital in Würzburg. Zudem in Burgen, wie beispielsweise der Hallburg bei Volkach und der Steinburg in Würzburg. Auch in Schlössern, wie die Hotels Schloss Saaleck bei Hammelburg mit Weingut, Schloss Zeilitzheim im südlichen Landkreis Schweinfurt oder Schloss Frankenberg bei Uffenheim oder in alten Weingütern, wie in Frickenhausen am Main.

Historische Orte in Weinfranken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charakteristisch für das fränkische Weinland sind seine Städtchen, mit teilweise nur 2000 oder 3000 Einwohner und einer hohen Dichte traditioneller Gasthäuser. Einige unter ihnen besitzen noch eine gänzlich erhaltene Stadtmauer. Hier ist vor allem die Weinstadt Volkach zu nennen, mit geschlossenem, historischen Ortsbild, frei vom touristischen Kitsch. Ebenso die weiteren Städtchen Mainbernheim, Marktbreit, Dettelbach, Prichsenstadt, Hammelburg oder Klingenberg. Iphofen nimmt, wie Volkach, auf Grund der baulichen und kulturellen Qualität eine Sonderstellung unter den deutschen Weinstädtchen ein.

Während, wie häufig anderswo in Deutschland, nur noch wenige Marktgemeinden und Dörfer unter den Weinorten geschlossene, historische Ortsbilder besitzen. Wie das mehrfach ausgezeichnete Sommerach oder Zeilitzheim und Sommerhausen sowie Frickenhausen mit Einschränkung. Die meisten anderen Orte, wie zum Beispiel Randersacker, Nordheim oder Escherndorf, verfügen zwar über denkmalgeschützte Bauensembles bzw. einzelne Gebäude, aber über keine geschlossenen, historischen Ortsbilder mehr. In Köhler entstand durch den Weinbau die besondere Siedlungsform eines einreihigen Häcker-Straßendorfs. Da das Relief des kleinen Dorfs, zwischen steilem Fürstenberg und Main, keine anderen Bebauungsmöglichkeiten zuließ.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrum des Individualtourismus ist die Volkacher Mainschleife. Mit Ausnahme des verkehrsmäßig sehr gut angebundenen Würzburgs, wo jährlich zudem ca. 1000 Flusskreuzfahrtschiffe anlegen, gibt es im Fränkischen Weinland keinen Massentourismus. Den üblichen deutschen Weintourismus und Bustourismus, wie beispielsweise an Rhein oder Mosel, gibt es in Franken nicht. Touristischer Kitsch und Andenkenläden sind verpönt.

Klingenberg am Main mit Tourismus aus dem nahen Rhein-Main-Gebiet

Ein Stück weit eine Ausnahme bildet das westliche Mainviereck. Es ist bereits ein Wochenend-Ausflugsziel des Rhein-Main-Gebiets, dessen Einfluss hier spürbar ist. Beim alteingesessenen Frankfurter Bürgertum, mit seinem fränkischen Unterbau, ist Weinfranken für Wochenendausflüge beliebter, als Rheingau, Rheinhessen oder die Hessische Bergstraße.

Fränkische Weinköniginnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Fränkische Weinkönigin

Tradition hat die jährliche Wahl einer Fränkischen Weinkönigin, die dazu beitragen soll, den örtlichen Wein zu vermarkten und die auch an der jährlichen Wahl zur Deutschen Weinkönigin teilnimmt. Franken stellte bisher (2018) im Verhältnis zur Größe des Weingebietes, mit acht, relativ viele Deutsche Weinköniginnen.[18] Volkach ist die Weingemeinde Deutschlands, die mit drei die meisten Deutschen Weinköniginnen stellte, das angrenzende Sommerach stellte zwei. Was auch die Bodenständigkeit, Authentizität und Qualität des Weingebietes widerspiegelt, mit entsprechenden Verständnis für Wein jenseits angelernten Wissens.

Kritik

Trotzdem fühlt sich der Fränkische Weinbauverband benachteiligt, gegenüber einer Jury, die Kandidatinnen aus Rheinland-Pfalz bevorzuge. Der Geschäftsführer des Fränkischen Weinbauverbandes Hermann Schmitt drohte 2015 deshalb mit einem Boykott der Wahlen.[19] Bei der Wahl zur 69. Deutschen Weinkönigin am 29. September 2017 in Neustadt an der Weinstraße, die wie üblich live im Fernsehen übertragen wurde, sollten die Kandidatinnen in Blindverkostung eines Weins das deutsche Weingebiet und die Rebsorte erraten. Der fränkischen Kandidatin Silena Werner aus Stammheim gelang das als einziger, während eine Kandidatin aus Rheinland-Pfalz zwei Möglichkeiten ansprach und der Moderator die zweite als richtige Antwort wertete, bevor sie sich dafür entschieden hatte. Nach dem Ausscheiden von Silena Werner kam es im Publikum zu Pfiffen und Buhrufen.

In vielen Weinorten gibt es zudem Weinprinzessinnen, von denen einige an der jährlichen Wahl zur Fränkischen Weinkönigin teilnehmen.

Veränderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maintal bei Randersacker: Vorne Großgewerbe, dahinter kanalisierter Main, links großflächige Weinbergs-Flurbereinigung, am Horizont Windräder

Veränderte Rahmenbedingungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Main wurde durch den Ausbau zur Großschifffahrtsstraße im Zusammenhang mit dem Rhein-Main-Donaukanal in den 1950er und 1960er Jahren kanalisiert. Das Maintal, insbesondere im Großraum Würzburg, wurde von der Nachkriegszeit an bis heute gewerblich zersiedelt. Das Würzburger Maintal, das vor dem Krieg eine außergewöhnliche Wein-Kulturlandschaft darstellte, erlitt unzählige Eingriffe ins Landschaftsbild, dazu kamen Landschaftszerschneidungen durch Autobahnen, große Brücken und die Trasse einer ICE-Schnellfahrstrecke mit Tunnel durch den Steinweinberg.

Durch die Bayerische Gebietsreform der 1970er Jahre verloren viele Weinbauorte ihre Selbständigkeit und Weineinzellagen wurden manchmal, aber nicht immer, namentlich der Großgemeinde zugeordnet (siehe auch: Die größten Weinbaugemeinden).

Flurbereinigung der Weinberge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flurbereinigung der Weinberge wurde bisher (2018) auf 3200 ha und damit gut der Hälfte der Rebflächen Frankens umgesetzt.[17] Sie begann bereits in den 1950er Jahren, aber wurde im ganz großem Stil erst ab den 1970er Jahren durchgeführt. Hierbei wurden insbesondere bei den großen Lagen im Würzburger Raum historische Mauern, Gerätehäuschen und Buschstreifen zu Gunsten einer einfacheren Bewirtschaftung eingeebnet. Es entstanden monotone Strukturen, mit erheblichen Eingriffen ins Landschaftsbild, die heute vielerorts bedauert und als kontraproduktiv für den Tourismus angesehen werden. In einige Orten gibt es deshalb Überlegungen zu einer Renaturierung.

Einführung der Großlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Würzburger Weinlagen Innere Leiste und ganz rechts Stein. Heute beides Großlage Marienberg

Durch die Einführung von Großlagen im Deutschen Weingesetz wurden beispielsweise die historischen Würzburger Einzellagen unter dem erfundenen Lagenamen Marienberg als Großlage zusammengefasst. Traditionelle Lagebezeichnungen, wie in diesem Fall Würzburger Stein oder Innere Leiste, sollten damit verschwinden. Hintergrund: der Verschnitt aus den diversen Einzellagen einer Großweinlage wurde dadurch zulässig. Bei vielen fränkischen Winzern ist diese Regelung sehr umstritten, auch in Hinblick auf die Qualität, da jede Einzellage ihren eigenen Charakter hat. Meist hält man sich deshalb nicht daran und bei der Vermarktung wird die Einzellage auf den Etiketten angegeben. Die flächenmäßig größte Großlage ist der Volkacher Kirchberg.

Neue Trends[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Architektur und Wein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Weinarchitektur

Seit einigen Jahren ist es nicht mehr ausreichend, potentielle Kunden ausschließlich mit der Möglichkeit zum Weineinkauf anzuziehen, der Weintourismus mit Kurzurlauben gewinnt immer mehr an Bedeutung. Es wird versucht die Attraktivität der Weingüter zu steigern, durch die Errichtung neuer Objekte oder Ausbau des Bestands. In neuem Ambiente soll der Kunde nicht nur den Wein erleben und verkosten, sondern spüren, dass er Teil einer Kultur ist. Das Deutsche Weininstitut zeichnet seit 2010 Bauten und Einrichtungen in den 13 Weinbaugebieten Deutschlands als Höhepunkte der Weinkultur aus. In Franken zählen dazu die Vinothek Iphofen (siehe: unteres Bild), das Gästehaus und Weinwerk des Weinguts am Stein in Würzburg, das Weinreich der Winzergenossenschaft Sommerach, das Press- und Kelterhaus des Weinguts Brennfleck in Sulzfeld am Main und die Vinothek des Weinguts Max Müller I. in Volkach.[20][21]

Neues Franken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flurbereinigter Weinberg Würzburger Stein Vinothek in Iphofen
Flurbereinigter Weinberg Würzburger Stein
Vinothek in Iphofen

In neuerer Zeit brachen Jungwinzer oftmals mit den Traditionen. Der Rotwein führte zu hervorragenden Ergebnissen (siehe: Rotwein).

Beim Weißwein orientierte sich das fränkische Weinmarketing zunehmend an internationalen Standards und am Mainstream:

„Die natürlich charakteristische Note, die sich aus den [fränkischen] Böden und dem Klima ergeben, fehlt ganz einfach im süßsauren Mainstream des Geschmacks.“[9]

Allgemeine Trends wurden aufgenommen, mit dem häufig verwendeten Schlagwort Sommerwein und den oft verwendeten Attributen frisch, spritzig, fruchtbetont, leicht, belebend und bekömmlich. Der Riesling wird neuerdings als typische, fränkische Rebsorte dargestellt, obwohl sie es nicht ist (siehe: Rebsorten) und zudem durch die Klimaerwärmung Probleme bekommt, während andere Rebsorten profitieren.[15] Auf Weinkarten sind Geschmacksbeschreibungen wie Orange, Himbeere, Ananas oder Kiwi verbreitet. Häufig sind diese Weine in der Bordeauxflasche oder weißen Bocksbeuteln abgefüllt. Diese Weinkategorie bezeichnet man als Neues Franken, im Gegensatz zum Klassischen Franken.

Die Grenzen sind jedoch fließend, die Weißweine haben auch allgemein teilweise in neuerer Zeit den für Franken typischen, kräftigen, erdigen oder auch grünen Geschmack verloren. Auch die Farbe des Weins veränderte sich in diesen Fällen, war sie früher goldgelb oder weingrün, ist sie nun teilweise heller.

Veränderte Gastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Frankenwein verlor im 21. Jahrhundert seinen Charakter als Volksgetränk. Die Weingastronomie wurde vielerorts veredelt. Traditionelle, bürgerliche Weinstuben wurden öfters zu elitären Restaurants umgestaltet.

So auch die Weinstube der berühmten Stiftung des Bürgerspitals zum Heiligen Geist, die früher als Institution und Herz Würzburgs galt. Der einstmals volkstümliche Treffpunkt, ein historisches Gewölbe-Labyrinth, wurde 1978 zu einem Restaurant und Tagungszentrum mit rund 500 Plätzen erweitert. 1986 wechselte der Wirt, 2010 gab es eine weitere Umgestaltung.[22] Seitdem werden die Weinstuben vom einfachen Bürger nicht mehr angenommen. Auch Bier ist im Angebot, was einst an diesem Ort völlig undenkbar war.

Die neuen Entwicklungen sind insbesondere im Würzburger Raum und an der Volkacher Mainschleife verbreitet.

Erhaltene Kulturlandschaft im Osten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht flurbereinigter Weinberg in Falkenstein am Steigerwald Weingut Peterstirn in Schweinfurt
Nicht flurbereinigter Weinberg in Falkenstein am Steigerwald
Weingut Peterstirn in Schweinfurt

Durch die veränderten Rahmenbedingungen, Flurbereinigung der Weinberge, Einführung der Großweinlagen und neue Trends hat in der Summe das Fränkische Weinland vielerorts ursprünglichen Charakter eingebüßt.

Die östliche Region zwischen Schweinfurt und dem Steigerwald ist in der Regel kleinteiliger strukturiert, weshalb Flurbereinigungen für die dortigen Weinlagen vielerorts ökonomisch uninteressant sind.

„Seine besten Lagen hat der Müller-Thurgau auf den Gipskeuper-Böden am Steigerwald südlich von Schweinfurt. Dies ist Weinfrankens heimeligste Ecke, ein weitgehend ursprünglich gebliebenes Bauernland.[23]

Nicht gesichtslos:alter Weinberg in Zeil Erntedankfest in Gochsheim
Nicht gesichtslos:
alter Weinberg in Zeil
Erntedankfest in Gochsheim

Auch die Auswirkungen der oben benannten, veränderten Rahmenbedingungen sind hier weit geringer oder gar nicht vorhanden. Das neuere Weinmarketing ist hier weniger oder überhaupt nicht verbreitet, Vinotheken sind kaum zu finden. Pflege und Erhalt der Tradition abseits vom Aktionismus des Mainstreams besitzen im Umfeld des Großindustrie-Zentrums Schweinfurts bei der Bevölkerung einen höheren Stellenwert.

Diese Region eignet sich auf Grund ihrer kleinteiligen Strukturen nicht für billigen Massenwein und ist deshalb für die Winzergemeinschaft Franken (GWF) uninteressant. Deshalb werden Weine von hier, wie auch vom Mainviereck (siehe: Mainviereck) überregional, beispielsweise in Discountern, nicht angeboten.

Zudem ist das Schweinfurter Land Zentrum fränkischer Tracht und Brauchtums (Plantanz). Auf der über 350 Jahre alten Gochsheimer Kirchweih wird statt Bier Wein ausgeschenkt. Auch ist Federweißer sehr beliebt, in Verbindung mit Zwiebelkuchen (Bloods), in der Kirchweih-Hauptsaison im Herbst und bei den großen Erntedankfesten in Sennfeld und Gochsheim.

Rebflächen aller Gemeinden mit Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinberge bei Bad Windsheim

Im Anbaugebiet Franken wird in 130 Gemeinden (2017),[7] bzw. in 220 Ortsteilen, die bis zur Gebietsreform der 1970er Jahre selbständige Gemeinden waren, Weinbau betrieben, von Großflächen bis hin zum einzelnen, kleinen Weinberg. Die Gemeinde, in dessen Gebiet sich die meisten Weinbauorte befinden, ist Bad Windsheim, im mittelfränkischen Bereich des Steigerwalds, wo in zehn Ortsteilen, meist nur im kleineren Umfang, Weinbau betrieben wird (siehe: Rang 51).

In Folge der Gebietsreform, die es im Weinland Rheinland-Pfalz so nicht gab (siehe: Verbandsgemeinde), verschwanden berühmte fränkische Weinbauorte als selbständige Gemeinden, wie beispielsweise Escherndorf und wurden zu anonymen Großgemeinden zusammengelegt. Dadurch enthält die Statistik zu den Rebflächen der Weinbauorte häufig nur noch größere, zusammengefasste Werte ohne Informationsgehalt, wie insbesondere zu Volkach. Während der größte fränkische Weinbauort Nordheim am Main an die zweite Stelle der Liste rückt. Auch entstanden im Zuge der Gebietsreform sogenannte Retorten-Gemeinden mit neuen Namen, die es zuvor als Weinorte nicht gab, wie Eisenheim, mit einer größeren Rebfläche als die historische Weinmetropole Würzburg.

Eine Ausnahme bildet die Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen, etwa vergleichbar mit den rheinland-pfälzischen Verbandsgemeinden. Einerseits ist sie als größte Verwaltungsgemeinschaft Bayerns mit 8 Gemeinden und 29 Orten viel größer als übliche Großgemeinden. Andererseits blieben sieben Weinorte selbständig und die historischen (Wein)Strukturen wurden bewahrt.

Rang Alle Gemeinden mit Weinbau
im Jahr 2017
[7]
Rebfläche
Hektar (2017)
[7]
Ortsteile mit Weinbau[7][24] Weinbaubereich Landkreis Regierungsbezirk
1 Volkach 627,2 Astheim, Escherndorf, Fahr am Main, Gaibach, Köhler, Rimbach, Obervolkach Maindreieck Kitzingen Unterfranken
2 Nordheim am Main (1) 319,0 Maindreieck Kitzingen Unterfranken
3 Iphofen 299,3 Possenheim Steigerwald Kitzingen Unterfranken
4 Thüngersheim 264,5 Maindreieck Würzburg Unterfranken
5 Eisenheim (n) 257,7 Obereisenheim, Untereisenheim Maindreieck Würzburg Unterfranken
6 Randersacker 243,2 Lindelbach Maindreieck Würzburg Unterfranken
7 Dettelbach 236,0 Brück, Neuses am Berg, Schnepfenbach Maindreieck Kitzingen Unterfranken
8 Würzburg 235,2 Unterdürrbach Maindreieck Unterfranken
9 Sommerach 232,2 Maindreieck Kitzingen Unterfranken
10 Kolitzheim (x) 160,4 Lindach, Stammheim, Zeilitzheim Maindreieck Schweinfurt Unterfranken
11 Sulzfeld am Main 158,7 Maindreieck Kitzingen Unterfranken
12 Oberschwarzach 115,6 Handthal, Kammerforst, Wiebelsberg Steigerwald Schweinfurt Unterfranken
13 Ippesheim 110,9 Bullenheim Steigerwald Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Mittelfranken
14 Rödelsee 106,9 Steigerwald Kitzingen Unterfranken
15 Frickenhausen am Main 98,0 Maindreieck Würzburg Unterfranken
16 Karlstadt 95,9 Gambach, Laudenbach, Mühlbach, Stetten Maindreieck Main-Spessart Unterfranken
17 Willanzheim 93,5 Hüttenheim Steigerwald Kitzingen Unterfranken
18 Eibelstadt 90,7 Maindreieck Würzburg Unterfranken
19 Castell 89,9 Greuth Steigerwald Kitzingen Unterfranken
20 Sommerhausen 86,2 Maindreieck Würzburg Unterfranken
21 Alzenau (x) 85,1 Hörstein, Kälberau, Michelbach, Wasserlos Mainviereck Aschaffenburg Unterfranken
22 Hammelburg 81,2 Feuerthal, Obererthal, Obereschenbach, Untererthal, Westheim Maindreieck Bad Kissingen Unterfranken
23 Mainstockheim 81,0 Maindreieck Kitzingen Unterfranken
24 Wipfeld 76,0 Maindreieck Schweinfurt Unterfranken
25 Retzstadt 71,6 Maindreieck Main-Spessart Unterfranken
26 Großlangheim 70,9 Steigerwald Kitzingen Unterfranken
27 Kitzingen 70,9 Hoheim, Repperndorf, Sickershausen Maindreieck Kitzingen Unterfranken
28 Bürgstadt 69,6 Mainviereck Miltenberg Unterfranken
29 Leinach (n) 66,9 Oberleinach, Unterleinach Maindreieck Würzburg Unterfranken
30 Weigenheim 65,6 Reusch, Schloss Frankenberg Steigerwald Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Mittelfranken
31 Zellingen 64,7 Retzbach Maindreieck Main-Spessart Unterfranken
32 Triefenstein (n) 62,9 Homburg, Lengfurt Mainviereck Main-Spessart Unterfranken
33 Wiesenbronn 59,5 Steigerwald Kitzingen Unterfranken
34 Großheubach 54,6 Mainviereck Miltenberg Unterfranken
35 Ipsheim 54,6 Kaubenheim, Weimersheim Steigerwald Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Mittelfranken
36 Michelau im Steigerwald 53,5 Altmannsdorf, Hundelshausen, Prüßberg Steigerwald Schweinfurt Unterfranken
37 Abtswind 50,9 Steigerwald Kitzingen Unterfranken
38 Seinsheim 49,4 Tiefenstockheim Steigerwald Kitzingen Unterfranken
39 Markt Einersheim 49,2 Steigerwald Kitzingen Unterfranken
40 Tauberrettersheim 42,1 Maindreieck Würzburg Unterfranken
41 Großostheim 38,0 Pflaumheim, Wenigumstadt Mainviereck Aschaffenburg Unterfranken
42 Donnersdorf 36,7 Falkenstein, Traustadt Steigerwald Schweinfurt Unterfranken
43 Erlenbach bei Marktheidenfeld 36,7 Tiefenthal Mainviereck Main-Spessart Unterfranken
44 Himmelstadt 34,9 Maindreieck Main-Spessart Unterfranken
45 Sugenheim (x) 34,5 Ingolstadt, Krassolzheim, Neundorf Steigerwald Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Mittelfranken
46 Erlabrunn 33,9 Maindreieck Würzburg Unterfranken
47 Ramsthal 33,8 Maindreieck Bad Kissingen Unterfranken
48 Röttingen 33,7 Maindreieck Würzburg Unterfranken
49 Klingenberg am Main 32,4 Röllfeld Mainviereck Miltenberg Unterfranken
50 Knetzgau (x) 31,2 Oberschwappach, Zell am Ebersberg Steigerwald Haßberge Unterfranken
51 Bad Windsheim 30,8 Berolzheim, Erkenbrechtshofen, Humprechtsau, Ickelheim, Külsheim, Oberntief,
Rüdisbronn, Unterntief, Wiebelsheim
Steigerwald Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Mittelfranken
52 Frankenwinheim 29,0 Maindreieck Schweinfurt Unterfranken
53 Zeil am Main 24,1 Krum, Schmachtenberg, Ziegelanger Steigerwald Haßberge Unterfranken
54 Prichsenstadt 23,8 Bimbach, Kirchschönbach Steigerwald Kitzingen Unterfranken
55 Eußenheim 22,7 Aschfeld Maindreieck Main-Spessart Unterfranken
56 Segnitz 22,6 Maindreieck Kitzingen Unterfranken
57 Gössenheim 21,7 Maindreieck Main-Spessart Unterfranken
58 Ochsenfurt 21,0 Goßmannsdorf am Main, Kleinochsenfurt Maindreieck Würzburg Unterfranken
59 Sand am Main 21,0 Steigerwald Haßberge Unterfranken
60 Güntersleben 20,0 Maindreieck Würzburg Unterfranken
61 Marktbreit 19,6 Maindreieck Kitzingen Unterfranken
62 Elsenfeld (x) 19,5 Rück Mainviereck Miltenberg Unterfranken
63 Theilheim bei Randersacker 19,3 Maindreieck Würzburg Unterfranken
64 Buchbrunn 19,0 Maindreieck Kitzingen Unterfranken
65 Albertshofen 18,3 Maindreieck Kitzingen Unterfranken
66 Dingolshausen 18,1 Bischwind Steigerwald Schweinfurt Unterfranken
67 Markt Nordheim 17,8 Ulsenheim, Freimarkung Osing (F) Steigerwald Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Mittelfranken
68 Veitshöchheim 17,7 Maindreieck Würzburg Unterfranken
69 Obernbreit 16,3 Maindreieck Kitzingen Unterfranken
70 Adelshofen (x) 15,8 Tauberscheckenbach, Tauberzell Steigerwald Ansbach Mittelfranken
71 Winterhausen 15,5 Maindreieck Würzburg Unterfranken
72 Arnstein (x) 13,5 Binsfeld, Halsheim, Marbach, Müdesheim, Maindreieck Main-Spessart Unterfranken
73 Bergtheim 13,5 Maindreieck Würzburg Unterfranken
74 Ebelsbach (x) 13,2 Steinbach Steigerwald Haßberge Unterfranken
75 Waigolshausen (x) 12,6 Hergolshausen, Theilheim Maindreieck Schweinfurt Unterfranken
76 Gerolzhofen 12,5 Steigerwald Schweinfurt Unterfranken
77 Sulzheim(x) 12,2 Mönchstockheim Steigerwald Schweinfurt Unterfranken
78 Großwallstadt 11,9 Mainviereck Miltenberg Unterfranken
79 Dorfprozelten 11,6 Mainviereck Miltenberg Unterfranken
80 Marktheidenfeld 11,3 Mainviereck Main-Spessart Unterfranken
81 Rimpar 10,6 Maindreieck Würzburg Unterfranken
82 Ergersheim 9,4 Steigerwald Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Mittelfranken
83 Uettingen 9,3 Maindreieck Würzburg Unterfranken
84 Gerbrunn 8,9 Maindreieck Würzburg Unterfranken
85 Euerdorf (x) 8,5 Wirmsthal Maindreieck Bad Kissingen Unterfranken
86 Dietersheim (x) 8,4 Dottenheim, Walddachsbach Steigerwald Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Mittelfranken
87 Schonungen 8,2 Mainberg Maindreieck Schweinfurt Unterfranken
88 Oberhaid (x) 7,8 Staffelbach, Unterhaid Steigerwald Bamberg Oberfranken
89 Hösbach (x) 7,6 Rottenberg Mainviereck Aschaffenburg Unterfranken
90 Erlenbach am Main 6,9 Mainviereck Miltenberg Unterfranken
91 Kreuzwertheim 5,8 Mainviereck Main-Spessart Unterfranken
92 Mainbernheim 5,6 Steigerwald Kitzingen Unterfranken
93 Kleinlangheim 5,1 Steigerwald Kitzingen Unterfranken
94 Miltenberg 4,9 Mainviereck Miltenberg Unterfranken
95 Wörth am Main 4,7 Mainviereck Miltenberg Unterfranken
96 Schwanfeld 4,4 Maindreieck Schweinfurt Unterfranken
97 Elfershausen 4,3 Engenthal, Machtilshausen, Trimberg Maindreieck Bad Kissingen Unterfranken
98 Rüdenhausen 4,3 Steigerwald Kitzingen Unterfranken
99 Königsberg in Bayern 3,7 Unfinden Steigerwald Haßberge Unterfranken
100 Schwarzach am Main (n) 3,6 Gerlachshausen, Schwarzenau Maindreieck Kitzingen Unterfranken
101 Schweinfurt 3,5 Maindreieck Unterfranken
102 Remlingen 3,3 Maindreieck Würzburg Unterfranken
103 Karsbach 2,4 Maindreieck Main-Spessart Unterfranken
104 Röllbach 2,0 Mainviereck Miltenberg Unterfranken
105 Fuchsstadt bei Hammelburg 1,9 Maindreieck Bad Kissingen Unterfranken
106 Haßfurt (x) 1,5 Augsfeld, Prappach Steigerwald Haßberge Unterfranken
107 Mömlingen 1,5 Mainviereck Miltenberg Unterfranken
108 Marktsteft 1,4 Maindreieck Kitzingen Unterfranken
109 Sulzthal 1,3 Maindreieck Bad Kissingen Unterfranken
110 Rottendorf 1,2 Maindreieck Würzburg Unterfranken
111 Aschaffenburg 1,1 Obernau Mainviereck Unterfranken
112 Gemünden 1,1 Adelsberg Maindreieck Main-Spessart Unterfranken
113 Eltmann 1,0 Steigerwald Haßberge Unterfranken
114 Bamberg 0,9 Steigerwald Oberfranken
115 Margetshöchheim 0,9 Maindreieck Würzburg Unterfranken
116 Rothenburg ob der Tauber 0,9 Steigerwald Ansbach Mittelfranken
117 Weilbach 0,9 Mainviereck Miltenberg Unterfranken
118 Hausen (bei Aschaffenburg) 0,8 Mainviereck Miltenberg Unterfranken
119 Viereth-Trunstadt (n) 0,7 Viereth Steigerwald Bamberg Oberfranken
120 Greußenheim 0,6 Maindreieck Würzburg Unterfranken
121 Eichenbühl 0,5 Mainviereck Miltenberg Unterfranken
122 Neustadt an der Aisch 0,5 Steigerwald Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Mittelfranken
123 Bergrheinfeld (x) 0,3 Garstadt Maindreieck Schweinfurt Unterfranken
124 Gädheim 0,3 Maindreieck Haßberge Unterfranken
125 Aidhausen (x) 0,1 Nassach Steigerwald Haßberge Unterfranken
126 Bieberehren 0,1 Maindreieck Würzburg Unterfranken
127 Gochsheim 0,1 Maindreieck Schweinfurt Unterfranken
128 Lülsfeld 0,1 Steigerwald Schweinfurt Unterfranken
129 Neubrunn (x) 0,1 Böttigheim Mainviereck Würzburg Unterfranken
130 Obernburg 0,1 Mainviereck Miltenberg Unterfranken
Franken 6.253,2 (2017)[7]

Legende:

(1) = Größter Weinbauort Frankens bezogen auf Ortsteile

(n) = Neu eingeführter Name für eine Großgemeinde im Rahmen der Bayerischen Gebietsreform

x = Kein Weinbau im Hauptort, sondern nur in Ortsteilen (aufgeführt in übernächster Spalte)

Fett = Ortsteil mit besonderer Bedeutung für den Weinbau

(F) = Die Freimarkung Osing ist ein gemeindefreies Gebiet, das zur Gemarkung Herbolzheim gehört. Die Gemarkung Herbolzheim gehört, ohne den Gemarkungsbereich Osing, zur Gemeinde Markt Nordheim (siehe: Rang 67)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jens Priewe: Wein. Die neue große Schule. Zabert Sandmann, München 1997, ISBN 3-932023-02-1.
  • Andreas Otto Weber, Jesko Graf zu Dohna (Hrsg.); Marina Heller, David Petry (Red.): Geschichte des fränkischen Weinbaus. Von den Anfängen bis 1800. (= Franconia. Beihefte zum Jahrbuch für fränkische Landesforschung; 4). Volk, München 2012, ISBN 978-3-86222-028-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Abgerufen am 24. Mai 2018.
  2. Main-Post Würzburg, Weinkalender 2018
  3. Deutsches Weininstitut: Statistik 2009/2010. Mainz 2009 (PDF).
  4. a b c Werner Dettelbacher: Franken, Kunst, Geschichte und Landschaft. DuMont Buchverlag, Köln 1997, ISBN 3-7701-0746-2, S. 384 ff.
  5. a b c Hermann Kolesch: Fakten – Hintergründe (Memento des Originals vom 18. Juli 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lwg.bayern.de (PDF; 14,08 MB), LWG Bayern.
  6. a b André Dominé: Wein. Verlag Könemann, Köln 2000, ISBN 3-8290-2765-6, S. 506 f.
  7. a b c d e f g h i j Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim: Auswertung aus der Weinbaukartei; bestockte Rebflächen am Stichtag 31. Juli 2017
  8. a b Weingut Dahms: Schweinfurt und der Wein. Abgerufen am 21. Juli 2015.
  9. a b Welt am Sonntag: Neues Image für den Frankenwein. Abgerufen am 21. Mai 2018.
  10. a b FAZ.net: Unterschätzter Tropfen Wein vom Main. Abgerufen am 21. Mai 2018.
  11. Spätfrostbekämpfung in Weinbergen. Abgerufen am 24. Mai 2018 (PDF).
  12. Der Spiegel, Online-Ausgabe vom 6. Juli 2015: Sommer in Deutschland: Kitzingen stellt neuen Hitzerekord auf
  13. TV Touring Schweinfurt, 14. Dezember 2015.
  14. a b Willi Diehl, Weingut Brücke-Ohl, Groß-Umstadt
  15. a b c Die Welt.de: Wie die deutschen Winzer vom Klimawandel profitieren. Abgerufen am 22. Mai 2018.
  16. Bayerischer Rundfunk: Kleine Frankenweinkunde. Abgerufen am 21. Mai 2018.
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  20. Deutsches Weininstitut zeichnet „Höhepunkte der Weinkultur“ aus. Fünf Sieger kommen aus Franken. Gebietsweinwerbung Frankenwein-Frankenland, archiviert vom Original am 11. Dezember 2013; abgerufen am 4. Dezember 2013. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.frankenwein-aktuell.de
  21. BR vom 16. April 2013: Weinkultur-Preis – Vinotheken aus Unterfranken räumen ab. Archiviert vom Original am 20. April 2013; abgerufen am 5. Dezember 2013.
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  24. BayernAtlas: Topografische Karte und Luftbild