Frankenberg/Sa.

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Frankenberg/Sa.
Frankenberg/Sa.
Deutschlandkarte, Position der Stadt Frankenberg/Sa. hervorgehoben

Koordinaten: 50° 55′ N, 13° 2′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Mittelsachsen
Höhe: 262 m ü. NHN
Fläche: 65,62 km2
Einwohner: 13.940 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 212 Einwohner je km2
Postleitzahl: 09669
Vorwahl: 037206
Kfz-Kennzeichen: FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 150
Stadtgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 15
09669 Frankenberg/Sa.
Website: www.frankenberg-sachsen.de
Bürgermeister: Thomas Firmenich (CDU)
Lage der Stadt Frankenberg/Sa. im Landkreis Mittelsachsen
AltmittweidaAugustusburgBobritzsch-HilbersdorfBrand-ErbisdorfBurgstädtClaußnitzDöbelnDorfchemnitzEppendorfErlau (Sachsen)FlöhaFrankenberg/Sa.Frauenstein (Erzgebirge)FreibergGeringswaldeGroßhartmannsdorfGroßschirmaGroßweitzschenHainichenHalsbrückeHarthaHartmannsdorf (bei Chemnitz)Königsfeld (Sachsen)Königshain-WiederauKriebsteinLeisnigLeubsdorf (Sachsen)Lichtenau (Sachsen)Lichtenberg/Erzgeb.LunzenauMittweidaMühlau (Sachsen)Mulda/Sa.Neuhausen/Erzgeb.NiederwiesaOberschönaOederanOstrau (Landkreis Mittelsachsen)PenigRechenberg-BienenmühleReinsberg (Sachsen)RochlitzRossau (Sachsen)RoßweinSaydaSeelitzStriegistalTauraWaldheimWechselburgWeißenborn/Erzgeb.ZettlitzZschaitz-OttewigSachsenKarte
Über dieses Bild

Frankenberg/Sa. ist eine Kleinstadt an der Zschopau in der Nähe der sächsischen Industriestadt Chemnitz im Landkreis Mittelsachsen. Besondere wirtschaftliche Bedeutung erlangte das Zigarrenmacherhandwerk und die Automobilindustrie.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankenberg liegt innerhalb des Sächsischen Granulitgebirges[2] im Erzgebirgsvorland unweit der Stadt Chemnitz im Zschopautal. Es ist umgeben von vielen Mischwäldern wie dem Lützeltal, dem Striegistal oder dem Buchenwald.

Die Zschopau fließt am westlichen Stadtrand eingebettet in eine Auenlandschaft vorbei. Weiterhin durchquert die (der) Mühlbach nicht nur den gleichnamigen Ortsteil, sondern auch den Ortskern. Weitere Ortsteile werden auch von der Kleinen Striegis durchflossen.

Politisch gesehen liegt es im Freistaat Sachsen, im Regierungsbezirk Chemnitz und im Landkreis Mittelsachsen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rossau
Lichtenau Nachbargemeinden Hainichen
Chemnitz Niederwiesa, Flöha Oederan

Alle Nachbargemeinden, außer der kreisfreien Stadt Chemnitz, sind wie Frankenberg dem Landkreis Mittelsachsen zugehörig.

Die Gliederung der Stadt Frankenberg in ihre Ortsteile

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der letzten Gebietsreform besteht Frankenberg aus sechs Ortsteilen:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besiedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankenberg wurde in der Mitte des zwölften Jahrhunderts von Siedlern aus Franken gegründet. Das genaue Jahr der Gründung des ehemaligen Waldhufendorfes ist nicht bekannt. Der erste urkundliche Nachweis für die Siedlung stammt aus dem Jahr 1206, in der ein Henricus de Frankenberc genannt wird.[3] Das vielfach genannte Jahr der Entstehung 1188 ist eine willkürliche Annahme ohne historischen Bezug. Max Kästner vermutet die Entstehung von Frankenberg um 1175.[4] Frankenberg gehörte zum Herrschaftsbereich der dem Kloster Hersfeld (Hessen) zustehenden Burgwarde Döbeln und Hwoznie.[5]

Frankenberg um 1650

Urkundlich belegte Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1206: Henricus de Frankenberc
  • 1214: Vrankenberch
  • 1282: Frankenberg
  • 1311: Vrankinberc
  • 1427: Franckinberg
  • 1555: Frankenbergk
  • 1791: Franckenberg[6]

Der Name weist auf einen von Franken bewohnten Berg hin.[7]

Weitere Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Frankenberger Innenstadt
Das Frankenberger Rittergut, erbaut 1553

Die Herrschaft mit Burg Sachsenburg und der Stadt Frankenberg ging im Jahre 1232 in den Besitz der Wettiner über, nachdem Markgraf Heinrich der Erlauchte die Herrschaft der Herren von Mildenstein im Zusammenhang mit dem Mildensteiner Zehntenstreit zerschlagen ließ.

1368 erwarben die Herren von Schönberg die Herrschaft, zugleich mit der Sachsenburg, die sie um 1480 zum spätgotischen Schloss ausbauen ließen. Die Reformation wurde in Frankenberg im Jahr 1539 eingeführt. Unter Caspar von Schönberg wurde im Jahr 1553 das Rittergut Frankenberg, auch "Neubau" genannt,[8] errichtet. Es ist heute das älteste Gebäude der Stadt und beherbergt das Stadtmuseum.[9][10] Nach dem Tod der Söhne von Caspar von Schönberg wurde die Herrschaft unter zwei Neffen geteilt. Die Nachkommen der Familie von Schönberg konnten die Herrschaft Sachsenburg mit der Stadt Frankenberg nur bis 1610 in Besitz halten. Im Januar 1610 kaufte der Kurfürst Johann Georg I. das Rittergut Frankenberg auf, im März 1610 auch die schwer verschuldete Herrschaft Sachsenburg, samt Untertanen. Im Jahr 1633 wurden beide zum „Amt Frankenberg-Sachsenburg“ vereinigt, dessen Hauptort die Stadt Frankenberg war.[11][12] Die Grundherrschaft über Frankenberg lag beim Rat der Stadt.

Die Stadt Frankenberg war bis 1856 der Hauptort des kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amts Frankenberg-Sachsenburg[13] und zwischen 1856 und 1875 der Hauptort des Gerichtsamts Frankenberg. Ab 1875 gehörte die Stadt Frankenberg zur Amtshauptmannschaft Flöha.[14]

Dominierende Erwerbszweige in Frankenberg waren seit der frühen Neuzeit die Weberei und verwandte Textilgewerbe. So gab es neben den Leinewebereien (später Baumwollwebereien) auch Zeug- und Tuchmacher, später Kattundruckereien, Färbereien und Bleichereien. Daraus entstand im 19. Jahrhundert eine umfangreiche Textilindustrie. Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Roßwein–Niederwiesa erhielt Frankenberg am 1. März 1869 einen Bahnhof.

Kursächsische Distanzsäule

Weil die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts keine wesentlichen Zerstörungen in Frankenberg anrichteten, bietet die Bebauung rund um den historischen Ortskern, den großen Marktplatz vor dem Rathaus, interessante Einblicke in die Geschichte der Stadt zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert:

  • Alte Kantorei – in diesem auf historischen Grundmauern stehenden Gebäude unmittelbar neben der Aegidien-Kirche (Erstbau 1517) befindet sich seit 1994 das Stadtarchiv,
  • Webermeisterhaus – (ursprüngliches Gebäude aus dem Jahr 1540, 1889 wieder errichtet) – ist das 1. Webermeister- und Schauhaus der Leineweberinnung, die damals 800 Innungsmitglieder zählte.
  • Kursächsische Postmeilensäule: Sie ist die Nachbildung (ohne Sockel) der Distanzsäule aus dem Jahre 1725 vom Markt (das Original wird im Heimatmuseum gezeigt), welche ihren originalgetreuen Inschriften die Mühsal der damaligen Reisen anschaulich macht, z. B. nach „Dreßden 13 St.“ (Entfernungsmaß: 1 Stunde/St. = 4,531 km).
  • Altes Amtshaus – das 2008 an einer Ecke des Marktes eröffnete italienische Jugendmodegeschäft befindet sich in einem 1833 als Hauptschulgebäude und Gerichtsnebenstelle errichteten Haus. Hier produzierte von 1852 bis 1945 die Zigarrenfabrik von H. E. Wacker (Produktionsbeginn 1842).
  • Offizin C. G. Roßberg – in der Druckerei von Roßberg wurde mittels einer hölzernen Druckpresse am 11. Oktober 1845 die erste Zeitung der Welt auf dem von Friedrich Gottlob Keller erfundenen Holzschliffpapier gedruckt.

Unmittelbar in einer angrenzenden Straße befindet sich ein Anspännergut – eins von sechs Gütern, die in der Gründerzeit von Frankenberg rund um die Ortsmitte entstanden. Dieses Gebäude hier ist das letzte erhaltene, das nach zwei Stadtbränden (1712, 1788) originalgetreu wieder aufgebaut wurde.

In der jüngeren Geschichte wurde Frankenberg durch die Nutzfahrzeuge der Marke Framo (Frankenberger Motorenwerke) bekannt, die hier zwischen 1923 und 1933 produziert wurden. Danach kam es zur Verlagerung der Produktion nach Hainichen. Ab 1957 nannte sich der Betrieb VEB Barkas-Werke, da es Streitigkeiten wegen der Marke Framo gab. Wegen der völligen Umstellung der Fahrzeugkonstruktion von Gemischtbauweise (Holz mit Blechbeplankung) auf selbsttragende Ganzmetall-Karosserie erfolgte der Aufbau dieser Fertigung in Chemnitz, vorher kam es zur Zusammenlegung der Betriebe Barkas Hainichen mit dem Motorenwerk und dem Fahrzeugwerk Karl-Marx-Stadt. Dazu wurde die Leitung des Betriebes von Hainichen nach Karl-Marx-Stadt verlegt. Dort begann 1960 die Fertigung der Karosserien und wurde ab 1986 schrittweise in das ab 1965 zu Barkas gehörende Werk nach Frankenberg verlagert.

Die Endmontage aller Barkas-Fahrzeuge erfolgte von 1933 bis 1991, als am 10. April der letzte B 1000-1 vom Band lief, in Hainichen.

Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Stadt Frankenberg/Sa. zum Kreis Hainichen im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Hainichen fortgeführt wurde und 1994 im Landkreis Mittweida bzw. im Jahr 2008 im Landkreis Mittelsachsen aufging.

Garnison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilansicht der Wettiner Kaserne, Januar 2008

Zwischen 1913 und 1916 wurde Frankenberg außerdem zu einer Garnisonstadt: auf einem größeren Areal nordöstlich des Stadtkernes und jenseits der Eisenbahnlinie entstanden Kasernengebäude für die Sächsische Armee. Im Zuge der vom NS-Regime betriebenen Wiederaufrüstung wurden in den 1930er Jahren weitere Gebäude hinzugefügt und die Kaserne nunmehr von Wehrmachtseinheiten genutzt.

Zwischen 1945 und 1956 gab es keine militärische Nutzung des Komplexes. Nach Gründung der NVA befanden sich wechselnde Einheiten in dieser Kaserne, zuletzt das Artillerieregiment 7 und die Geschosswerferabteilung 7 der 7. Panzerdivision.

Nach der politischen Wende ging das Gelände in den Besitz der Bundeswehr über. 1991 wurde der Stab und die Stabskompanie der Panzergrenadierbrigade 37 Freistaat Sachsen hier stationiert. Am 3. November 1992 erhielt das Militärgelände den Namen Wettiner Kaserne. Folgende weitere Bundeswehreinheiten befinden sich hier ( Stand September 2017):

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VdN-Denkmal Volkspark Frankenberg

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile Eingemeindung 1
Ehemalige Gemeinde bzw. Gutsbezirk Datum Anmerkung
Altenhain 1. Januar 1994[15]
Dittersbach 1. Januar 1995[15]
Gunnersdorf 1. Oktober 1961[16]
Hausdorf 1. Januar 1974[16] Eingemeindung nach Mühlbach
Irbersdorf 1. Oktober 1992[15] Zusammenschluss mit Sachsenburg zu Sachsenburg-Irbersdorf
Langenstriegis 1. März 1994[15]
Mühlbach (*) 1. Januar 1998[15]
Neubau, Gutsbezirk 1925
Neudörfchen 1. Juli 1934[17] Eingemeindung nach Dittersbach
Ortelsdorf 1. Juli 1950[16][18] Eingemeindung nach Gunnersdorf
Sachsenburg (Kammergut), Gutsbezirk Landesanstalt 19. Juli 1949[18] Teileingliederung nach Irbersdorf und Sachsenburg
Sachsenburg 1. Oktober 1992[15] Zusammenschluss mit Irbersdorf zu Sachsenburg-Irbersdorf
Sachsenburg-Irbersdorf 1. Januar 1994[15]
Staatsforstrevier Frankenberg, Gutsbezirk 10. Dezember 1948[18] Teileingliederung nach Altenhain
Staatsforstrevier Frankenberg, Gutsbezirk 1. Juni 1948[18] Teileingliederung nach Dittersbach im Zuge der Bodenreform
Staatsforstrevier Frankenberg, Gutsbezirk 10. Dezember 1948[18] Teileingliederung nach Frankenberg
Staatsforstrevier Frankenberg, Gutsbezirk 10. Dezember 1948[18] Teileingliederung nach Hausdorf
Staatsforstrevier Frankenberg, Gutsbezirk 19. Februar 1949[18] Teileingliederung nach Hausdorf
Staatsforstrevier Frankenberg, Gutsbezirk 12. Juni 1948[18] Teileingliederung nach Ibersdorf im Zuge der Bodenreform
Staatsforstrevier Frankenberg, Gutsbezirk 27. Oktober 1949[18] Teileingliederung nach Langenstriegis
Staatsforstrevier Frankenberg, Gutsbezirk 1. Juni 1948[18] Teileingliederung nach Mühlbach im Zuge der Bodenreform
Staatsforstrevier Frankenberg, Gutsbezirk 10. Dezember 1948[18] Teileingliederung nach Sachsenburg

(*) Am 1. Oktober 1994 wechselte Mühlbach vom Landkreis Flöha in den neu entstandenen Landkreis Mittweida, während die meisten anderen Gemeinden des Landkreises Flöha an den Landkreis Freiberg gingen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Frankenberg von 1834 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner
1834 4.318
1875 10.462
1880 10.913
1925 13.646
1933 14.764
1939 14.833
1946 15.103[19]
1950 15.264[20]
1971 16.615[21]
1981 14.093
Jahr Einwohner
1984 14.460
1988 15.429
2006 16.521
2007 16.283
2009 15.878
2012 14.676
2013 14.602
2016 14.288
2017 14.177

ab 1981: jeweils 31. Dezember

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[22]
Wahlbeteiligung: 61,6 %
 %
50
40
30
20
10
0
49,7 %
26,5 %
14,7 %
6,5 %
2,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+5,4 %p
+0,3 %p
−2,3 %p
−2,5 %p
−0,9 %p

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 22 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 12 Sitze
  • Gewerbeverband Frankenberg (GVF): 6 Sitze
  • LINKE: 3 Sitze
  • SPD: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 wurde Thomas Firmenich (* 1955) erstmals zum Bürgermeister gewählt. Der frühere Berufssoldat trat das Amt am 1. November 2002 an, er wurde 2009 und 2016 im Amt bestätigt.[23]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot eine goldene Burg mit zwei viereckigen Türmen, ungezinnter Mauer und offenem Tor; auf der Mauer zwischen den Türmen eine gekrönte Heilige (heilige Katharina von Alexandrien) in goldenem Mantel und rotem Unterkleid, in der Rechten ein nach unten gerichtetes Schwert, in der Linken einen Palmenzweig haltend, hinter ihr ein halb sichtbares Richtrad.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Großteil der Namen der Partnergemeinden haben einen Bezug zu den Namen von Frankenberger Ortsteilen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rittergut Frankenberg (Heimatmuseum Frankenberg)
  • Freilichtmuseum Mittelalterliche Bergstadt Bleiberg e. V. am Treppenhauer in Sachsenburg,
  • Schloss Sachsenburg,
  • Fahrzeugmuseum Frankenberg,
  • Heimatmuseum Frankenberg, erstmals 1909 eingerichtet, später umgezogen in das Herrenhaus des ehemaligen Rittergutes Frankenberg. Dieses wurde 1553 von der Familie von Schönberg erbaut, in deren Besitz es sich bis 1610 befand. Ab 1771 befand es sich im Besitz der Chemnitzer Kaufmannsfamilie Abendroth, von der es im Erbwege 1812 an die von Sandersleben gelangte, die es bis 1945 besaßen.
  • die kulturhistorische Sammlung zur Papier- und Druckgeschichte in der Offizin Roßberg am Markt (Besichtigung nach Voranmeldung).

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche St. Aegidien

Das Wahrzeichen des Ortes ist die evangelisch-lutherische Kirche St. Aegidien mit ihrem auch von der Autobahn sichtbaren Turm, dessen unterer Teil von 1499 stammt. Bereits mit der Besiedlung in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts muss eine Kirche angelegt worden sein. In der Spätgotik wurde wahrscheinlich ein völliger Neubau einer Hallenkirche mit polygonalem Chor und dem Westturm errichtet. Nach Bauschäden – Teile des Chorgewölbes waren herab gestürzt – wurde von 1740 bis 1744 ein neues Kirchenschiff nach den Plänen des Freiberger Ratszimmermeisters Johann Gottlieb Ohndorff errichtet. Dabei handelt es sich um einen barocken Emporensaal nach dem Vorbild der Dresdner Dreikönigskirche.

Den Altar schufen der Oederaner Tischler Carl Müller, der Maler Christian Friedrich Krafft und der in Hainichen ansässige Johann Gottfried Stecher 1744. Die in Resten erhaltene Kanzel aus dem 17. Jahrhundert wurde aus der Vorgängerkirche übernommen und befindet sich heute im Heimatmuseum Frankenberg. Im 19. Jahrhundert ist der Kircheninnenraum historistisch überprägt worden, wobei der barocke Emporensaal weitgehend erhalten blieb, die Ausstattung des 18. Jahrhunderts größtenteils jedoch zerstört wurde.

Weniger auffällig steht die katholische Filialkirche St. Antonius an der Humboldtstraße, straßenseitig ist dabei lediglich das Gemeindehaus zu sehen. Dieses Gotteshaus äußerlich schlicht gehalten, nur ein Kreuz und ein offener Glockenturm schmücken es.

Das Rathaus

Direkt im Zentrum befindet sich das historische Rathaus mit seinem heutigen Gebäude, das 1863 mit dem Ratskeller hier errichtet wurde und ein im Jahre 1921 aus Sandstein gefertigter Marktbrunnen, auf dessen Stele ein symbolischer Bauarbeiter steht; 1983 wurde er rekonstruiert. Außerdem zeigen zahlreiche gut erhaltene beziehungsweise rekonstruierte Fachwerkbauten die Wohnsituation früherer Jahrhunderte. Einige Hausfassaden aus dem 19. und 20. Jahrhundert sind mit schönen Details gestaltet, die an die Jugendstilepoche erinnern.

In der Nähe des Ortes gab es die Alberthöhe, einen Felsvorsprung mit einer Holzlaube mit Kuppel, dem Emilientempel.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Martin-Luther-Denkmal im gleichnamigen Park.

Der Friedenspark ist die größte Grünanlage in Zentrumsnähe, er wurde aus einem stillgelegten Friedhof 1890/91 geschaffen. Im Jahr 2017 erfolgte eine Sanierung.

Einige Bäume und Wiesen bilden auf der Fläche zwischen dem Gymnasium und der Kirche St. Aegidien den Lutherpark, an dem auch das gleichnamige Denkmal steht.

Hervorhebenswert ist außerdem der Schilfteich, nördlich der Autobahntangente gelegen. Der Schilfteich wurde im Jahr 2016 saniert, nachdem dieser vom Hochwasser 2013 stark beschädigt wurde.

Am Stadtrand von Frankenberg befindet sich ferner das Naherholungsgebiet Lützeltal.

Die Stadt Frankenberg war der Ausrichter der Landesgartenschau 2019. In diesem Zusammenhang wurden zwei große Parkanlagen in der Stadt geschaffen, das Mühlbachtal aufgewertet und die Zschopauaue zu einem Naherholungsgebiet umgestaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankenberg/Sa., inmitten des Sachsendreieckes Chemnitz (Entfernung ca. 10 km) – Dresden (Entfernung ca. 55 km) – Leipzig (Entfernung ca. 80 km), ist mit einer eigenen Anschlussstelle an die Bundesautobahn 4 angebunden. Durch den Ort verlaufen die Bundesstraßen 169 und 180.

Der Bahnhof Frankenberg (Sachs) und die Haltepunkte Frankenberg Süd und Dittersbach liegen an der Bahnstrecke Roßwein–Niederwiesa, die durch die City-Bahn Chemnitz unter der Marke Chemnitz Bahn zwischen Hainichen und Chemnitz bedient werden. Als Fahrzeuge wurden ab 2004 wegen des täglichen Stundentakts zwei Dieseltriebwagen vom Typ Regio-Shuttle eingesetzt. Seit 2017 wird die Strecke ebenfalls stündlich von zwei niederflurigen Zweikrafttriebwagen des Chemnitzer Modells vom Typ Citylink bedient, die als Linie C15 bis in die Innenstadt von Chemnitz verkehren. Die Trennstelle zwischen Diesel- elektrischem Betrieb mit Spannung der Straßenbahn Chemnitz befindet sich im Hauptbahnhof Chemnitz.

Die nächsten größeren Flughäfen sind in 60 km Entfernung Dresden, 90 km Leipzig/Halle und 158 km Prag innerhalb kurzer Zeit zu erreichen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Unternehmen sind in der Stadt aktiv:

  • Benseler Beschichtungen Sachsen GmbH & Co. KG
  • SWAP eco future systems
  • FMA Frankenberger Maschinen und Anlagen GmbH
  • Andreas Junghans – Anlagenbau und Edelstahlbearbeitung
  • Uhlemann & Lantzsch GmbH – Bekleidungsproduktion und Textilveredlung
  • Technic-Center Frankenberg/Sa. Engineering GmbH – Ladegeräte und Motorsteuerungen
  • Nussbaum GmbH Frankenberg/Sa. – Aluminiumverpackungen
  • ELA-Container GmbH
  • Sächsische Walzengravur GmbH
  • High Tech Diving

Historische Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Unternehmen waren in der Stadt ansässig und sind mittlerweile aufgelöst oder wurden verlagert.

  • Polytechnik Frankenberg GmbH (siehe auch Polylux) (aufgelöst)
  • LISEMA- Bettenfabrik
  • FRAMO

Gesundheitswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankenberg/Sa., ehemaliges Krankenhaus

Seit 1996 gehörte das Krankenhaus zusammen mit den Häusern in Mittweida und Rochlitz zur Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH, einem Krankenhaus der Regelversorgung mit 360 Betten. Ende 2013 wurde der Betrieb in Frankenberg eingestellt. Die Stadt erhält die Möglichkeit, die Immobilie zu sanieren und ein Gesundheitszentrum einzurichten.[24]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Martin-Luther-Gymnasium

Frankenberg hat fünf Schulen:

  • das Martin-Luther-Gymnasium in der Nähe des Stadtzentrums mit dem Lutherpark davor und einem Denkmal für Martin Luther, das 1904 von Robert Schramm gestiftet wurde
  • die Erich-Viehweg-Oberschule
  • die Astrid-Lindgren-Grundschule
  • die Evangelische Grundschule Frankenberg
  • die Förderschule für geistig Behinderte Max Kästner (oberhalb der Freiberger Straße) und

Weiterhin gibt es in Frankenberg sieben Kindergärten:

  • Kindertagesstätte Taka–Tuka–Land
  • Kindertagesstätte Triangel
  • Christliche Kindertagesstätte Pusteblume
  • Kindertagesstätte Heinzelmännchen Sachsenburg
  • Kindertagesstätte Wasserflöhe Dittersbach
  • Kindertagesstätte Windrädchen Mühlbach
  • Kindertagesstätte Little Foxes

Das 1901 vom Architekten Conrad Canzler entworfene und als Königlich Sächsisches Lehrerseminar eröffnete Schulgebäude diente bis 1996 als Sächsische Verwaltungsschule und danach bis 2003 als Außenstelle der Justizschule Sachsen[25] am Bildungszentrum Niederbobritzsch. Von 2008 bis 2011 wurde das Bauwerk saniert und zum Bildungszentrum der Stadt Frankenberg ausgebaut, welches jetzt die Astrid-Lindgren-Grundschule, die Evangelische Grundschule sowie die Kindertagesstätte Pusteblume beherbergt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1895 Otto Fürst von Bismarck (1815–1898), Reichskanzler
  • Johannes Roßberg, Inhaber der gleichnamigen Druckerei
  • 2015 Heinrich Dittrich (* 1942), Chirurg, für sein bürgerliches Engagement zum Erhalt des Krankenhauses

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich von Beck (1854–1933), um 1890 Bürgermeister von Frankenberg, danach Bürgermeister von Freiberg und ab 1896 Oberbürgermeister von Chemnitz, 1908–1918 sächsischer Kultusminister und 1914–1918 Vorsitzender im Kgl. Sächs. Gesamtministerium
  • Theodor Körner (1791–1813), anlässlich seines 50. Todestages errichteten die Bürger von Frankenberg auf dem nahen Haustein (Harrasfelsen) bei Braunsdorf am 20. Juni 1864 das Körnerkreuz sowie einen Gedenkstein im Stadtzentrum
  • Paul Figura (1882–1954), deutsch-polnischer Ingenieur und Direktor der Metallwerke Frankenberg.
  • Heiner Müller (1929–1995), Schriftsteller und Dramatiker, lebte nach dem Zweiten Weltkrieg einige Jahre in Frankenberg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 243–247.
  • Günter Großer: Frankenberg/Sa. gestern und heute. Eine Gegenüberstellung. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2001, ISBN 3-86134-827-6.
  • Silvia Radziwill: Die Textilgeschichte Frankenbergs. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-221-6.
  • Richard Steche: Frankenberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 6. Heft: Amtshauptmannschaft Flöha. C. C. Meinhold, Dresden 1886, S. 65.
  • Stadtverwaltung Frankenberg (Hrsg.): Frankenberg im Wandel der Zeit. Stadtbild-Verlag, Leipzig 2018, ISBN 978-3-942146-92-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Frankenberg/Sa. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Frankenberg/Sa. – Quellen und Volltexte
 Wikinews: Frankenberg/Sa. – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen nach Gemeinden am 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Mineralienatlas - Das sächsische Granulitgebirge; abgerufen am 26. Juni 2014
  3. Karlheinz Blaschke (Hrsg.): Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen. Neuausgabe. Leipzig 2006, ISBN 3-937209-15-8, S. 225’’
  4. Max Kästner, Johannes Schiller: Zwischen Chemnitz und Freiberg, Ein Heimatbuch für Schule und Haus, Der Heimatboden und seine Besiedlung. Frankenberg 1928, S. 32.
  5. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. München 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 243’’
  6. Karlheinz Blaschke (Hrsg.): Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen. Neuausgabe. Leipzig 2006, ISBN 3-937209-15-8, S. 225.
  7. Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, Band I, S. 269.
  8. Neubau im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  9. Das Rittergut Frankenberg auf www.sachsens-schlösser.de
  10. Webseite des Stadtmuseums Frankenberg
  11. Frankenberg im Amt Frankenberg-Sachsenburg im Buch „Geographie für alles Stände“, S. 594f.
  12. Die Orte des Amts Frankenberg-Sachsenburg im 19.Jahrhundert im "Handbuch der Geographie", S. 54 ff.
  13. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 70 f.
  14. Die Amtshauptmannschaft Flöha im Gemeindeverzeichnis 1900
  15. a b c d e f g Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  16. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  17. Das Sachsenbuch. Kommunal-Verlag Sachsen, Dresden 1943.
  18. a b c d e f g h i j k Ministerium des Innern des Landes Sachsen (Hrsg.): Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere. 1952.
  19. Volkszählungsergebnis vom 29. Oktober 1946.
  20. Volkszählungsergebnis vom 31. August 1950.
  21. Volkszählungsergebnis vom 1. Januar 1971.
  22. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  23. thomas-firmenich.de
  24. Information des Geschäftsführers der Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH (Memento vom 16. August 2014 im Internet Archive)
  25. Information des Rechnungshofes Sachsen (PDF; 7,4 MB)