Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn

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Die von der FKE betriebenen Strecken nach Königstein und Bad Soden
Altes Logo der FKE vor der Übernahme durch die HLB
VT 2E-Triebzug der FKE in Frankfurt-Höchst (Juli 1992)
Durch den Betrieb der Taunusbahn fahren die Triebwagen bis ins Solmsbachtal

Die Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn (FKE) ist der Betriebsteil der Hessischen Landesbahn GmbH, der aus der 1901 gegründeten Kleinbahn AG Höchst-Königstein hervorgegangen ist. Die Firma wurde später in Kleinbahn AG Frankfurt-Königstein und schließlich Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn AG verändert. Ihr Hauptaktionär war die Hessische Landesbahn GmbH, die ihrerseits eine 100-prozentige Tochter des Landes Hessen ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 12. März 1901 erwarb die Aktiengesellschaft für Bahnbau und –betrieb (BBB) die Konzession für die Bahnstrecke Höchst/Königstein und begann sofort mit dem Bau unter der Leitung von Ingenieur Stöfer. Bereits am 18. und 19. Februar 1902 fanden die polizeiliche Abnahmefahrten statt. Am 20. Februar 1902 erfolgte die Eröffnungsfeier und am 24. Februar 1902 wurde der Regelbetrieb aufgenommen. Die Baukosten betrugen 1.660.000 Mark. Davon wurden 600.000 Mark von Preußen, dem Bezirksverband Hessen-Nassau, dem Kreis Höchst und dem Obertaunuskreis aufgebracht, der deutlich größe Rest privat finanziert. Die Bahn verfügte über 3 Lokomotiven preußische Gattung T9,1 sowie über 12 Personenwagen, 2 kombinierte Post/Packwagen und 3 Güterwagen. Ungewöhnlich für Kleinbahnen war, dass die Wagenklassen 1 bis 3 angeboten wurden.

Die Bahn hatte ihren Schwerpunkt auf der Personenbeförderungen. Es wurden in der Geschichte der Bahn lediglich 3 Gleisanschlüsse für Industrieanlagen erbaut (und jeweils nach einigen Jahren geschlossen):

  • Das Industriestammgleis der Stadt Höchst zwischen Höchst und Unterliederbach in Richtung heutiger Jahrtausendhalle
  • Der Anschluss einer Ziegelei in Kelkheim
  • Ein Anschluss auf freier Strecke bei Bahnkilometer 12,5. Hier wurden Bruchsteine für den Bau des Rhein-Main-Schnellweges verladen und zur Baustelle gefahren-

1927 wurde der Kraftverkehr Königstein eingerichtet. Es handelte sich um eine Buslinie von Frankfurt über Kronberg nach Königstein.

Am 1. Dezember 1946 erfolgte aufgrund des Sozialisierungsartikels 41 der hessischen Verfassung die Verstaatlichung des 64 %-Anteils der AG für Verkehrswesen (AGV). Die Bahn wurde in die HLB eingegliedert, die Betriebsführung ging an die Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft (DEG). Mit dem Sommerfahrplan 1959 erfolgte die überwiegende Umstellung von Dampf- auf Diesel. Am 30. Mai 1969 wurde die letzte Dampflok außer Dienst gestellt. Seit 1970 erfolgt eine Diskussion über die Umwandlung in eine S-Bahn. Am 1. Januar 1983 erfolgte die Übernahme der Betriebsführung durch die HLB.

Unfälle[Bearbeiten]

Bundesweite Beachtung erfuhr ein Eisenbahnunglück am 17. November 1966, das 7 Tote und 95 Verletzte forderte. Im abendlichen Berufsverkehr kollidierte die Zug mit dem Triebwagen eines anderen Zuges. Dieser hatte sich in Hornau ohne Fahrer selbstständig gemacht. Der Zug wurde völlig zerstört und musste verschrottet werden.

Ebensoviel Beachtung erzeugte ein Attentat am 16. September 1976. Unbekannte errichteten eine Mauer aus Sandsteinen zwischen Schneidhain und Hornau hinter einer Kurve. Glücklicherweise blieben alle Passagiere unverletzt. Lediglich nur der Triebwagenführer wurde verletzt. Der Zug entgleiste, weiterer Schaden entstand nicht. Aus Sicherheitsgründen wurde in den folgenden Monaten morgen jeweils eine Kontrollfahrt mit einer Draisine angeordnet. Es wurden aber keine weiteren Attentate verübt. Die Täter wurden nicht gefasst.

Heutiger Stand[Bearbeiten]

Die FKE firmiert seit Beginn des Jahres 2006 als HLB Basis AG und ist künftig nur noch für die Infrastruktur und die Fahrzeuge – allerdings für die gesamte Landesbahn – zuständig. Das operative Geschäft wird auf die HLB Hessenbahn GmbH und die HLB Hessenbus GmbH übertragen.

Bisher betrieb die FKE drei Vorortbahnstrecken im Westen von Frankfurt am Main, die nun der HLB Hessenbahn GmbH unterstehen:

Zwischen den Linien 12 und 13 kann im Bahnhof Frankfurt-Höchst umgestiegen werden; ebenso gibt es aus betrieblichen Gründen durchgehende Züge von Königstein bis Brandoberndorf und umgekehrt.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Die HLB verwendet Dieseltriebwagen der Baureihe VT 2E des Herstellers Linke-Hofmann-Busch, die in einem Depot im Bahnhof Königstein stationiert sind. Außerdem gehörten drei Fahrzeuge der Baureihe 628 (bezeichnet als VT/VS 51, VT 71a/b und VT 72a/b) zum Fahrzeugpark, aufgrund der Neuanschaffung von zehn LINT 41 sollten sie bis Ende November 2007 verkauft werden, bisher ging aber nur VT 51 an die Westerwaldbahn GmbH. VT 71 wurde zunächst an die Norddeutsche Eisenbahngesellschaft vermietet und später an diese verkauft. VT 72 hat 2013 eine neue Hauptuntersuchung erhalten und soll bei Fahrzeugengpässen wieder zum Einsatz kommen. Ein Teil der Fahrzeuge „übernachtet“ in den Bahnhöfen Grävenwiesbach und Usingen.

ehemalige Fahrzeuge[Bearbeiten]

Die 1954 bei Henschel als Unikat gebaute Lok 262 ist erhalten. Sie gehört 2013 der Stadt Blumberg und wird für den Einsatz auf der Wutachtalbahn aufgearbeitet. [1]

Kraftverkehr[Bearbeiten]

Außerdem betreibt die HLB Hessenbus GmbH auch zahlreiche Buslinien im Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis, die bisher von der FKE betreut wurden, lange Zeit unter der Bezeichnung „Kraftverkehr Königstein“. Ihre Stützpunkte liegen in Hofheim und Oberursel. Nach dem RMV-Fahrplan vom 14. Dezember 2008 betreibt die HLB hier folgende Buslinien:

  • 245 (ehemals 545): Weiltalbus: Oberursel-Hohemark – Weilburg Bahnhof (Nur an Wochenenden im Sommer)
  • 251 (ehemals 872): Frankfurt Nordwestzentrum – Steinbach – Kronberg Roter Hang
  • 252 (ehemals 916): Oberursel – Steinbach - Eschborn – Frankfurt-Rödelheim
  • 253 (ehemals 802): Königstein – Frankfurt-Höchst Bahnhof
  • 261 (ehemals 917): Bad Homburg – Oberursel – Kronberg – Königstein
  • 401-403 und 406: Stadtverkehr Hofheim
  • 803: Königstein  – Sulzbach Main-Taunus-Zentrum über Altenhain und Neuenhain
  • 804: Königstein  – Industriepark Höchst über Kelkheim und Sulzbach MTZ
  • 805: Königstein  – Eppstein
  • 809: Hochheim Bahnhof – Flörsheim – Hofheim Bahnhof
  • 810: Hofheim Bahnhof – Schwalbach/Limes Bahnhof über Sulzbach Main-Taunus-Zentrum und Eschborn
  • 810A: Bad Soden Bahnhof – Eschborn Heinrich-von-Kleist-Schule (Schulbus)
  • 811: Königstein – Schwalbach über Bad Soden und Sulzbach
  • 812: Hofheim Bahnhof – Bad Soden – Niederhöchstadt Steinbacher Straße
  • 813: Eschborn Süd - Gewerbegebiet Süd
  • 814: Niederhofheim - Oberliederbach Bahnstraße – Sulzbach Main-Taunus-Zentrum über Heidestraße
  • 815: Eppstein – Eppenhain/Königstein über Fischbach Ruppertshain (Schulbus)
  • 816: Bremthal/Niederjosbach/Ehlhalten – Vockenhausen Schulzentrum (Schulbus)
  • 817: Diedenbergen – Wallau – Massenheim – Wicker – Flörsheim (Schulbus)
  • 819: Stadtverkehr Flörsheim
  • 826: Stadtverkehr Hochheim
  • 828: Stadtverkehr Bad Soden
  • Bis zum 13. Dezember 2008 betrieb die HLB folgende Buslinien im Altkreis Usingen:
  • 501: Königstein Bahnhof – Usingen Neuer Marktplatz über Oberems – Merzhausen
  • 502: Königstein Bahnhof – Usingen Neuer Marktplatz über Schmitten – Neu-Anspach
  • 503: Rod an der Weil – Oberursel-Hohemark über Schmitten
  • 504: Königstein Bahnhof – Arnoldshain Schule über Glashütten
  • 505: Grävenwiesbach Bahnhof – Bad Homburg Bahnhof über Weilrod – Schmitten
  • 506: Grävenwiesbach Schule – Laubach
  • 508: Usingen Neuer Marktplatz – Riedelbach über Rod an der Weil – Hasselbach
  • 509: Michelbach (Usingen) – Usingen Bahnhof
  • 510: Usingen Neuer Marktplatz – Saalburg/Lochmühle Bahnhof über Eschbach – Kransberg
  • 511: Königstein Bahnhof – Oberursel-Hohemark über Großer Feldberg
  • 513: Grävenwiesbach Bahnhof – Friedrichsdorf Bahnhof
  • 514: Usingen Neuer Marktplatz – Neu-Anspach Bahnhof über Obernhain

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jochen Fink: Frankfurt-Königstein : ein Jahrhundert Nahverkehr im Taunus. GeraMond, München 2002, ISBN 3-7654-7196-8.
  • Günther H. Köhler / Andreas Christopher: Eisenbahnen im Rhein-Main-Gebiet, S. 94-119

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. eisenbahn-magazin 4/2013, S. 30